„Ocean Cleanup“ und „Garbage Screening“: Wie wir den Plastikmüll aus den Ozeanen holen und sinnvoll nutzen können

8 Millionen Tonnen Plastik landen jährlich im Meer. Wir müssen etwas ändern, denn sonst gibt es bald mehr Plastik als Fische im Ozean. Wir sollten alle versuchen, unseren Teil beizutragen und uns verschiedensten Projekten anschließen.

Im Folgenden sollen einige dieser Projekte vorgestellt werden:

Projekt „Ocean Cleanup

Bei dem Projekt Ocean Cleanup handelt es sich um eine riesige, auf dem Wasser treibende Röhre, an der ein großes Sieb wie eine Vorhang 3 Meter in die Tiefe ragt. Die Meeresströmung treibt den Müll in große Speicher. Der Müll wird zwar aufgefangen, aber den Fischen ist es problemlos möglich, durch das Sieb zu Schwimmen

Um mit Booten und Netzen den kompletten Plastikmüll aus dem Pazifik entfernen zu könnne, bräuchte man wohl tausende Jahre, doch Boyan Slat, der Gründer von Ocean Cleanup ist der Ansicht, in fünf bis zehn Jahren bereits die Hälfte des Mülls einsammeln zu können.

Projekt „Pacific Garbage Screening

Dieses Projekt ist zwar noch in der Entwicklung, aber hat das Potential bei dem Abfallproblem eine große Hilfe sein zu können. Es handelt sich hierbei um eine riesige, auf dem Meer treibende Plattform.

Mit einer Fläche von 160.000 m2 ist es eine der vielversprechendsten Ideen, die wir bisher haben und stammt von Marcella Hansch.

Unter der Plattform soll das Wasser mittels eines Kanalsystems punktuell soweit beruhigt werden, dass das Plastik an der Oberfläche abgeschöpft werden kann.

Projekt „Seabin

Der von zwei Australiern erfundene Seabin ist eine Art Mülleimer, welcher auf dem Wasser treibt und sein Haupteinsatzgebiet an Küstenufern und Buchten findet.

Mittels einer Pumpe im Inneren saugt der Seabin Wasser ein, um das Plastik herauszufiltern. Er ist sogar in der Lage, Mikroplastik mit einer Größe von gerade einmal zwei Millimetern aus dem Wasser zu filtern und hat trotz seiner geringen Größe eine Kapazität für 20 Kilogramm Meeresabfall.

Projekt „The Great Bubble Barrier

In Amsterdam wurde das Projekt The Great Bubble Barrier erstmals gestartet.

Am Boden einer der dortigen Grachten liegt ein dicker Schlauch, woraus kontinuierlich Luft strömt und somit einen Vorhang aus Luftbläschen bildet. Dies treibt den Abfall an die Wasseroberfläche, wo man ihn ohne Probleme abschöpfen kann. Die Fische lieben es und das Wasser bleibt sauber.

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Aber was bringt es uns, das Plastik aus den Ozeanen zu fischen, wenn an anderen Orten auf der Welt kontinuierlich weiter Plastik produziert und ins Meer geworfen wird?

Über 90 Prozent des Abfalls im Meer besteht aus Plastik. Das Problem ist, dass wir weniger als zehn Prozent unseres Plastikabfalls recyceln und der Müll deshalb schlussendlich im Meer landet.

Um das Problem bei der Wurzel zu packen, brauchen wir Lösungen, um das bereits vorhandene Plastik wiederverwerten zu können.

In den von dem Plastikproblem am meisten betroffen Ländern gab es bereits einige gute Ansätze, um das Problem in den Griff zu bekommen und obendrein einen Nutzen aus der Sache zu ziehen.

Häuser aus Plastik:

In armen Gebieten in Ländern wie Nigeria und Uganda werden aus alten Plastikflaschen sogar kleinere Häuser errichtet. Die Flaschen werden mit Sand gefüllt, zu Wänden gestapelt und mit Lehm zusammengehalten. Da diese Konstruktionen aus vielen Einzelteilen bestehen, können sie den Vibrationen von leichteren Erdbeben meist noch besser standhalten, als ein herkömmliches Haus.

Pflastersteine aus Plastik:

In Ghana kamen die Menschen erstmals auf den Einfall, aus Sand und zerkleinertem Plastik Pflastersteine herzustellen. Leider sind den Bürgern durch ihre beschränkten Kapazitäten nur geringe Produktionen möglich, was schade ist, denn die Ziegel haben viele tolle Eigenschaften. Sie sind für die Bürger eine kostengünstige Initiative zu herkömmlichen Pflastersteinen und sind obendrein noch deutlich robuster als diese.

Straßen aus Plastik:

Die Idee, den Plastikabfall als Straßenbelag zu verwenden stammt aus Indien und feierte dort bereits große Erfolge. Die Produktion der Plastikstraßen begann 2010 und seitdem entstanden in Indien über 30.000 Kilometer des Plastikasphalts.  Dieser ist wasserdurchlässig, was feuchten Straßen entgegenwirken soll. Außerdem ist dieser Asphalt 60 Prozent stärker als herkömmlicher Asphalt und hält sich bis zu zehnmal länger.

Wie man sieht, braucht man weder modernste Technik, noch extrem viel Kapital, um die Welt ein Stück sauberer zu machen und jeder kann dazu beitragen.

Kommentar von Patrick Failer (erstmals erschienen am 7. Januar 2020)

Weihnachten: Wenn das Fest der Besinnung zum Fest des Konsums wird

Wer in den vergangenen Tagen die Nachrichten verfolgt hat, der wird vielleicht auch mitbekommen haben, dass der allerorts beliebte Internetlieferant Amazon während der Vorweihnachtstage mit Streiks zu kämpfen hatte – und das hat einen guten Grund. Kaum ein Unternehmen liefert zur Vorweihnachtszeit so viele Pakete aus wie Amazon. Für Arbeiter im Paketversand begann die Weihnachtszeit dort, unabhängig davon wo sie arbeiten, schon im November. Geschätzte 355 Millionen Pakete sollen in Deutschland insgesamt vor Weihnachten 2019 über diverse Anbieter verschickt worden sein, das macht rund 7% mehr aus als in den Vorjahren.

Ohne die händeringende Suche und Anstellung von mehreren tausend Zeit- und Leiharbeitern, auf die der Anbieter Amazon in dieser Zeit jährlich setzt, wäre das zweifelsfrei nicht möglich gewesen – Mitschuld daran tragen auch die Unzähligen Angebote im Internet die Sofort- oder zumindest Lieferung noch vor dem 24. Dezember versprechen, wenn man sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums zur Bestellung entscheidet. Die Folgen dieses Ansturms müssen dann die Paketboten ausbaden, die fast die doppelte Menge and Bestellungen austragen müssen wie üblich. Aufgrund des enormen Zeitdrucks, unter dem sie stehen, endet das oft darin, dass Pakete verlassen vor Haustüren oder bei irgendwelchen Nachbarn landen, anstatt ihren Weg in die Arme des Bestellers zu finden, obwohl dies den Richtlinien nach, nicht unbedingt zulässig ist. Ein Ergebnis, das keineswegs verwunderlich ist, wenn wir bedenken, dass die Boten zusätzlich mit der Aufgabe konfrontiert sind, mehrstöckige Treppenhäuser hinauf zu laufen und teils schwere Pakete dort abzuladen, wodurch sie natürlich zusätzlichen Zeitaufwand in Kauf nehmen müssen für den sie, sollte ihre Schicht sich zu sehr hinauszögern, nicht bezahlt werden.

Dass zur anrückenden Weihnachtszeit gerne einmal übertrieben wird, zeigt sich nun aber nicht nur an den Versandzahlen, sondern unserem allgemeinen Konsumverhalten in diesen Tagen. Lebkuchen und Plätzchen stehen schon zwei Monate vorher in den Regalen der Discounter und Supermärkte, zusammen mit Schoko-Nikoläusen, Kerzen, Kränzen und Lichterketten. Rund 300 Euro gibt ein Deutscher durchschnittlich für Weihnachtsgeschenke aus, die – so könnte man manchmal meinen – längst der zentrale Grund dafür geworden sind, dass sich Leute auf das Weihnachtsfest freuen. Einkaufmärkte werden in Angst gestürmt, nicht mehr alle Lebensmittel und Waren zu bekommen, die man sich wünscht. Die vielen erworbenen Geschenke werden oftmals aufwendig verpackt und verziert mit Geschenkpapier, welches kurz darauf sowieso zerrissen und achtlos in den Mülleimer geworfen wird. Im genannten Zeitraum entsteht so rund 10% mehr Müll als im Rest des Jahresverlaufes. Dabei gibt es viele Alternativen, um diesen Abfall zu vermeiden, darunter zum Beispiel das Einwickeln in bunte Stofftücher, die danach weiterhin genutzt werden können, oder die Möglichkeit zu verzichten, wenn der Empfänger sich das Geschenk sowieso gewünscht hat und den Inhalt bereits kennt. Vielleicht auch einfach einmal statt viel Sinnfreies, etwas Persönliches verschenken, über das sich der Empfänger noch lange später freuen kann. Besinnung, in jedem Fall, sieht anders aus.

Kommentar von Sandra Hanke vom 26. Dezember 2019

Phänomen Greta Thunberg – Alles muss sich ändern, und zwar heute!

Kurze Zeit nach dem 20. August 2018, an dem sie sich mit einem Protestschild vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm platzierte, wurde Greta Thunberg zur Mediensensation. „Skolstrejk för klimatet“ – Schulstreik für das Klima – stand darauf. Als Repräsentantin der globalen Klimaschutzbewegung übte sie über das letzte Jahr hinweg auf so manchen Veranstaltungen Druck auf die Regierungen aus, initiierte was später zur allerseits bekannten Bewegung „Fridays for Future“ wurde und berührte ihre Zuhörer mit prägenden Botschaften wie „Ich will dass ihr handelt, als würde euer Haus in Flammen stehen, denn das tut es!“ oder „Ich habe gelernt, dass man nie zu klein dafür ist, einen Unterschied zu machen“. Die junge Aktivistin ist in Rekordzeit zu einem Symbol des Klimaschutzes geworden, und das gerade einmal mit 16 Jahren. Der Friedensnobelpreis jedoch blieb der Schwedin verwehrt und viele Kritiker glauben, die Bewegung habe sich mittlerweile in eine überschwängliche Hysterie verwandelt, mit der man nichts weiter anfangen könne.

Für Greta gibt es keine Grauzone, was die Thematik Klimawandel angeht, und wenn man ihr eines lassen muss, dann dass sie es geschafft hat, diesen Gedanken laut werden zu lassen. Der Schulstreik für das Klima hat Millionen von Menschen weltweit, vor allem Schüler und Studenten aus etwa 100 Ländern, regelmäßig auf die Straßen getrieben, um miteinander für eine verbesserte Klimapolitik zu protestieren. Zusätzlich „adressierte“ Greta viele ihrer Reden und wandte sich auch persönlich an unzählige Staatsoberhäupter und Politiker, von denen sie, auch weiterhin, ein verantwortungsvolleres Verhalten gegenüber den nachkommenden Generationen fordert, die mit den Folgen des Klimawandels werden leben müssen.

Vor allem ihre Schulstreik-Aktionen jedoch sind nicht überall gerne gesehen – bei den Schulen zum Beispiel, die oftmals die Meinung vertreten, dass einer Umweltschutzdemonstration beizuwohnen, keine Rechtfertigung dafür sei, regelmäßig den Unterricht zu versäumen oder dass es genug Schüler gäbe, die gar kein wirkliches Interesse hätten, die Aktion stattdessen als Gelegenheit zum Schwänzen sähen.Greta selbst bleibt von Vorwürfen ebenfalls nicht verschont, besonders – wer hätte es gedacht – im Internet. Dort stößt sie momentan zunehmend auf Ablehnung und Hass. Die Missgunst ihr gegenüber hört jedoch nicht dabei auf, dass man sie als unsympathisch empfindet oder der Meinung ist, sie würde gänzlich übertreiben und sich verhalten, als müssten wir „alle morgen sterben“, dabei auch noch der Elterngeneration brutale Vorwürfe machen, obwohl sie in ihrem Alter doch noch kaum Lebenserfahrung habe, wie sich oft geäußert wird. Hier lässt sich einfügen, dass wahrscheinlich gerade ihre Emotionalität gegenüber der Thematik ihr zu Bekanntheit verholfen hat, denn von sachlich gehaltenen, nüchtern betrachteten Dingen fühlt sich der Einzelne meist weniger angesprochen. Hinzu kommen die Meinungen derer, die sagen, dass Greta langsam aufhören sollte, weil sie unabhängig davon, wie oft sie auftritt, nie in der Lage sein wird, den Klimawandel aufzuhalten und dass der Druck von außen ihr irgendwann schaden könnte. Diese Kritik ist natürlich berechtigt, denn klar: dass sie mit ihren Worten keinen magischen Schalter umlegen kann, ist uns allen mehr als bewusst.

Hat man als erwachsener Mensch jedoch nichts Sinnvolleres zu tun als einer 16-jährigen Autistin, welche sich für ihren Planeten einsetzt, vulgäre Ausdrücke hinterher zu schmeißen oder gar Morddrohungen zu machen, wie es in letzter Zeit vermehrt passiert ist, so sollte man vielleicht einmal darüber nachdenken, ob man nicht selbst ein kleines bisschen hysterisch sein könnte. Jüngst hat der US-Präsident – neidisch auf Thunbergs Auszeichnung als „Time Person of the Year“ – die schwedische Rebellin auf Twitter aufgerufen, doch „mal zu chillen“.

Wie lange Greta weiterhin in der Öffentlichkeit stehen wird, bleibt vorerst unklar, jedoch ist bekannt, dass sie die Schule nun wieder aktiv besucht. Bis jetzt hält ihr Erfolg zumindest schon länger an als der ihrer berühmten Vorgängerin Severn Cullis-Suzuki, die 1992 als als „das Mädchen, dass die Welt zum Schweigen brachte“ bekannt wurde.

Text von Sandra Hanke, erstmalig erschienen am 14. Dezember 2019

Ein Tempolimit von 130 auf deutschen Autobahnen – halten es nur die Lobbyisten zurück?

Es ist ein seit Jahren diskutiertes Thema mit stark polarisierten Meinungen und kontroversen, teils sehr emotionalen Debatten zwischen Gegnern und Befürwortern des Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Eine Regierungskommission für Klimaschutz entfachte diese Debatte mit ihrem neuesten Vorschlag nun ein weiteres Mal – wenn auch bereits bekannt ist, dass es sich bei der Regierung zumindest vorläufig nicht durchsetzen konnte.

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Es ist ein seit Jahren diskutiertes Thema mit stark polarisierten Meinungen und kontroversen, teils sehr emotionalen Debatten zwischen Gegnern und Befürwortern des Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Eine Regierungskommission für Klimaschutz entfachte diese Debatte mit ihrem neuesten Vorschlag nun ein weiteres Mal – wenn auch bereits bekannt ist, dass es sich bei der Regierung zumindest vorläufig nicht durchsetzen konnte.

Für diese Frage müssen wir uns einmal die unterschiedlichen Gruppen ansehen, die hier diskutieren. Auf der einen Seite haben wir natürlich die Autoindustrie und deren enthusiastische Kunden. Wenn man den teuren Wagen wirklich nirgends noch zum vollen Potential ausfahren kann, wozu kauft man ihn dann? Da tut’s dann auch ein mittelklassiger. Heißt also: den Eigentümer kostet es das „Freiheitsgefühl“ und den „Spaßeffekt“, den Autohändler seinen Profit – und die Automobilindustrie ist der mit Abstand bedeutendste Industriezweig Deutschlands, von dem weit über 800000 Arbeitsplätze abhängen, welche durch reduzierte Käufe hochwertiger Modelle potenziell gefährdet wären. Entsprechend wehrt sich die in ihrer Macht nicht zu unterschätzende Auto-Lobby mit allen Mitteln gegen eine Einführung des Tempolimits 130.

Diesen Leuten gegenüber stehen in der Problematik hauptsächlich Umweltschutzaktivisten, die ein Tempolimit als praktikablen Schritt in Richtung CO2 Reduktion sehen und Privatpersonen so wie ihre Vertreter, die die Ansicht vertreten, dass es irrational und unverantwortlich sei, kein Tempolimit einzuführen, nur um das Ego der Auto-Liebhaber nicht zu kränken. Damit liegen sie auch weitgehend richtig, denn Unfallprävention sollte von höchster Bedeutung sein und für unsere Umwelt würden jährlich über 3 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Zusätzlich würde der Spritverbrauch sofortig verringert. Auch sollen Staus durch einen geringeren Geschwindigkeitsunterschied auf den Fahrstreifen vermieden werden und das anhaltende Wettrüsten der globalen Automobilindustrie soll beendet werden.

Ob aber ein Tempolimit wirklich mehr Probleme lösen würde, als es kreiert, sei dann doch einmal dahingestellt. Dass sich diese Entscheidung gar nicht so einfach treffen lässt, zeigt sich auch in den gleichmäßigen Meinungsverteilungen, denn hier steht es quasi 50/50. Somit wird der Regierung zusätzlich erschwert, eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Als Mittelmaß wird von manchen in Betracht gezogen, 150 als Limit festzulegen. Damit sollen die Folgen für Autoindustrie und Nutzer eingedämmt und gleichzeitig das Rasen nicht länger unterstützt werden. Ein Anfang wäre das sicherlich, doch stellt sich noch immer die Frage, ob sich ein Fahrer, der sich einen Wagen im fünfstelligen Bereich leisten kann, wirklich darum scheren wird, dass er gelegentlich einen Strafbetrag zahlen muss, um dann doch nochmals ein bisschen schneller zu fahren. Immerhin schreckt dass erfahrungsgemäß bis jetzt nur wenige Raser ab.

Kommentar von Sandra Hanke vom 18. November 2019

Kommentar: Die schwarz-rot-goldene Umweltpolitik und ihre Folgen

Greta Thunberg, erhöhte Umweltbelastung und der G20-Gipfel – jetzt beginnt der Umweltschutz so richtig!? Nein! Auf dem ersten Blick vielleicht schon, aber beim zweiten habe ich mich auf jeden Fall beim Klimagipfel verirrt. Die Politik nimmt sich zwar auf dem Papier ständig vor, die Umwelt zu schützen, indem man zum Beispiel Treibhausgase stark senkt. Doch immer wieder nur leere Luft! Anstatt ihre Thesen in die Tat umzusetzen, lassen Politiker sich häufig von Lobbyisten umgarnen.

Für die immer mehr kriselnde deutsche Autoindustrie werden immer wieder verzweifelnd und hängeringend Ausnahmen gemacht, damit die Speerspitze der deutschen Konjunktur weiterhin die großen Gewinne einfährt. Doch das Problem liegt hier ganz wo anders! Statt Ziele terminlich nach hinten zu verschieben oder umweltpolitisch gesehen sinnlos in die falsche Richtung zu korrigieren, hätte die deutsche Automobilindustrie früher aus ihrem Winterschlaf erwachen sollen. Stattdessen haben sie es sich in ihrer eigenen Märchenwelt bequem gemacht und alle Tatsachen schön geredet oder sogar geschwiegen. Dies fängt mit dem Dieselskandal von Volkswagen an und hört bei der hauseigenen Edelmarke Audi auf.

Auch in Sachen Internet fühlt sich unser Land eher wie ein Entwicklungsland an. Auf andere Standbeine zu setzen – darauf scheint Schwarz, Rot, Gold noch nicht gekommen zu sein. Deshalb gilt für Deutschland: Wacht auf – sonst verpassen wir endgültig den Sprung auf neue Technologien und werden wirklich abgehängt. Vielleicht muss dafür sogar einfach mal Personal im Bundestag ausgetauscht werden – und dies sollte meiner Meinung nach nicht nur einzelne Parteien treffen. Denn bisher gilt: Die Große Koalition – ein schlafender Riese!

Kommentar von Fabian Wölfle vom 18. November 2019

Kommentar: Plan(et) B – wir brauchen dich. Sofort!

Inzwischen sollte die wichtige Thematik, dass wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten müssen, bei jedem angekommen sein, da es so nicht weitergehen kann. Aber was heißt das überhaupt?

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Klimastreiks, Klimapaket, Klimagipfel. Wichtige politische Ereignisse. Und viel mehr als das. Im Vordergrund steht immer, dass wir unser Leben verändern müssen. Wieso das? Ein Blick auf den ökologischen Fußabdruck, der den alltäglichen Verbrauch von Ressourcen eines Menschen in globalen Hektar angibt, zeigt, dass wir Deutschen einen ökologischen Fußabdruck von 5,3 gha haben. Allerdings stehen eigentlich jedem nur 1,73 gha zu. Ich sehe schon die erhobenen Zeigefinger vor mir. „Aber die anderen sind doch viel schlimmer.“ Stimmt sogar. Teilweise. Um Beispiele zu nennen: Luxemburg mit 15,8 gha oder Katar mit 10,8 gha sind viel schlimmer. Aber dadurch wird unser Wert auch nicht besser, denn unser Konsum geht auf die Kosten derjenigen, die extrem kleine Fußabdrücke haben wie zum Beispiel Eritrea mit 0,4 gha.

Diese Zahlen sollten zumindest jeden von uns ein bisschen schockieren. Und so stellt sich die Frage nach den Folgen. Was passiert, wenn wir nichts ändern? Bisher klappt’s doch auch so. Naja. Wir schädigen unsere Welt, unser Klima. Wir produzieren viel zu viel Plastikmüll, der unsere Meere verschmutzt und die tierische Unterwasserwelt stark belastet. Wir blasen Tonnen an Treibhausgasen wie CO2  in die Luft, indem wir jede noch so kleine Strecke mit dem Auto zurücklegen und gerne in den Urlaub fliegen. Strom oder Wasser sparen ist für viele von uns auch ein Fremdwort. Außerdem konsumieren wir Unmengen an Fleisch und shoppen, was das Zeug hält, wodurch ebenfalls wieder viele Treibhausgase entstehen und zudem große Wassermengen verbraucht werden. Was macht das mit unserer Welt? Es wird immer wärmer. Die Gletscher schmelzen. Der Meeresspiegel steigt an. Tierarten sterben aus. Naturkatastrophen wie Hurrikans und Waldbrände sind auch keine Seltenheit mehr. Die Ressourcen werden knapper. Möglicherweise gelingt es unserer Generation noch, die Augen davor zu verschließen, indem wir die Weltnachrichten gekonnt ignorieren. Denn wir leben nicht in den betroffenen Regionen wie in Afrika, wo es zu großen Dürreperioden kommt. Aber spätestens unsere Kinder oder Enkelkinder werden uns danken, dass wir uns so sehr bemüht haben.

Diese Zahlen sollten zumindest jeden von uns ein bisschen schockieren. Und so stellt sich die Frage nach den Folgen. Was passiert, wenn wir nichts ändern? Bisher klappt’s doch auch so. Naja. Wir schädigen unsere Welt, unser Klima. Wir produzieren viel zu viel Plastikmüll, der unsere Meere verschmutzt und die tierische Unterwasserwelt stark belastet. Wir blasen Tonnen an Treibhausgasen wie CO2  in die Luft, indem wir jede noch so kleine Strecke mit dem Auto zurücklegen und gerne in den Urlaub fliegen. Strom oder Wasser sparen ist für viele von uns auch ein Fremdwort. Außerdem konsumieren wir Unmengen an Fleisch und shoppen, was das Zeug hält, wodurch ebenfalls wieder viele Treibhausgase entstehen und zudem große Wassermengen verbraucht werden. Was macht das mit unserer Welt? Es wird immer wärmer. Die Gletscher schmelzen. Der Meeresspiegel steigt an. Tierarten sterben aus. Naturkatastrophen wie Hurrikans und Waldbrände sind auch keine Seltenheit mehr. Die Ressourcen werden knapper. Möglicherweise gelingt es unserer Generation noch, die Augen davor zu verschließen, indem wir die Weltnachrichten gekonnt ignorieren. Denn wir leben nicht in den betroffenen Regionen wie in Afrika, wo es zu großen Dürreperioden kommt. Aber spätestens unsere Kinder oder Enkelkinder werden uns danken, dass wir uns so sehr bemüht haben.

Außerdem: Nachhaltigkeit ist für Schüler meist zu teuer. Warum? Weil die höhere Qualität und Umweltverträglichkeit ihren Preis hat. Die Produktion von Fair Trade Produkten ist durch die Material- und Herstellungskosten sowie gerechten Löhne mit höheren Kosten verbunden, für die der Endverbraucher sowohl bei Kleidung und Nahrungsmitteln, als auch bei anderen nachhaltig hergestellten Produkten aufkommen muss. Und viele von uns wären sicher dazu bereit, für diese Fairness mehr zu bezahlen. Das ist nur leider für uns Schüler häufig nicht möglich. Auch wenn ich gerne Kleidung kaufen würde, die nicht zu unmenschlichen Bedingungen hergestellt wird, fehlt mir als Schüler einfach das Geld. Unser Einkommen beschränkt sich auf das Taschengeld und hart erarbeitete Einkünfte durch Nebenjobs. Davon wollen wir unsere gesamte Freizeit finanzieren und nebenbei auch noch einen Teil sparen. Im Umgang mit unserem Geld stehen – wenn wir mal ehrlich sind – wir im Vordergrund und nicht irgendwelche armen, ausgebeuteten Kinder in Bangladesch oder Indien. Ganz nach dem Prinzip: Aus den Augen, aus dem Sinn. Also stehen wir am Ende doch wieder vor dem Problem, dass wir zu egoistisch sind, unseren komfortablen Lebensstil für die anderen zu ändern.

Außerdem: Nachhaltigkeit ist für Schüler meist zu teuer. Warum? Weil die höhere Qualität und Umweltverträglichkeit ihren Preis hat. Die Produktion von Fair Trade Produkten ist durch die Material- und Herstellungskosten sowie gerechten Löhne mit höheren Kosten verbunden, für die der Endverbraucher sowohl bei Kleidung und Nahrungsmitteln, als auch bei anderen nachhaltig hergestellten Produkten aufkommen muss. Und viele von uns wären sicher dazu bereit, für diese Fairness mehr zu bezahlen. Das ist nur leider für uns Schüler häufig nicht möglich. Auch wenn ich gerne Kleidung kaufen würde, die nicht zu unmenschlichen Bedingungen hergestellt wird, fehlt mir als Schüler einfach das Geld. Unser Einkommen beschränkt sich auf das Taschengeld und hart erarbeitete Einkünfte durch Nebenjobs. Davon wollen wir unsere gesamte Freizeit finanzieren und nebenbei auch noch einen Teil sparen. Im Umgang mit unserem Geld stehen – wenn wir mal ehrlich sind – wir im Vordergrund und nicht irgendwelche armen, ausgebeuteten Kinder in Bangladesch oder Indien. Ganz nach dem Prinzip: Aus den Augen, aus dem Sinn. Also stehen wir am Ende doch wieder vor dem Problem, dass wir zu egoistisch sind, unseren komfortablen Lebensstil für die anderen zu ändern.

Diese Liste an kleinen Veränderungen könnte man noch ewig fortsetzen. Was ich eigentlich sagen möchte: Auch wenn wir gerne mal die Scheuklappen aufsetzen, um keinen Blick nach links oder rechts riskieren zu müssen, kann es so nicht weitergehen. Sonst bräuchten wir nämlich wirklich einen „Ersatzplaneten“. Wir alle müssen etwas ändern. Zumindest jeder ein bisschen. Keiner von uns ist perfekt, aber wir können uns doch zumindest etwas mehr Mühe geben. Uns zuliebe. Unseren Mitmenschen zuliebe. Unserem Zuhause zuliebe.

Kommentar von Leoni, F12GC vom 30. Oktober 2019

Herzlich Willkommen, liebe Leserinnen und Leser!

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Herzlich Willkommen bei „Friedo“

dem Online-Blog der Schülerzeitung der Beruflichen Oberschule Friedberg!

Schön, dass Sie uns gefunden haben.

Wir berichten für unsere Leserinnen und Leser hier über Neuigkeiten aus dem Schulleben, Interessantes aus dem Unterricht und schreiben über Dinge, die unsere Schülerinnen und Schüler wirklich bewegen.

Das Team der Schülerzeitung wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen der Beiträge!

„Wahlen alleine machen keine Demokratie“

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Seit 1949 ist die Regierungsform in Deutschland Demokratie. Der Begriff Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet: „Die Herrschaft des Volkes“. Das heißt, die Macht und die Regierung gehen vom Volk aus.

Wir sind in Deutschland von Demokratie umgeben. Beispielsweise, wenn wir unsere Meinungen äußern oder in der Schule, wenn wir den Klassensprecher oder den Schulsprecher wählen.

Es wird immer wieder über neue Herrschaftsformen gestritten. Wenn man es aber genauer betrachtet, gibt es auch Völker, die, um ihre Freiheit zu bekommen und um die Gleichheit zu gewährleisten, kämpfen müssen.

Selbstverständlich steht Demokratie im Zusammenhang mit Freiheit. Aber Demokratie „ohne Sorgen“ gibt es nicht, denn die üblichste Variante, um Demokratie auszudrücken, ist durch Wahlen, oder besser gesagt durch die Entscheidung der Mehrheit. Doch für jemanden wie mich, der in einer Diktatur aufgewachsen ist, gibt es keine Sicherheit mehr, denn in einer Diktatur gibt es auch Wahlen, allerdings werden die Ergebnisse meistens verfälscht.

Ich habe fast mein ganzes Schulleben in syrischen Schulen verbracht und ab der ersten Klasse werden die Schüler manipuliert. In Syrien wird in Schulen unterrichtet, dass Demokratie die Regierungsform ist, die dort herrscht. Doch sobald man Kritik gegen die Regierung äußert, wird man in Haft genommen.

Was in der Verfassung Syriens steht, widerspricht der Realität. In Syrien gibt es auch alle sieben Jahre Wahlen. Allerdings statt wählen zu gehen, geht man nur zum Falten.

Hier in Deutschland verhält es sich ganz anders als in Syrien. Jeder kann hier seine persönliche Meinung äußern, ohne Angst zu haben. Außerdem hat das Volk die Möglichkeit wirklich mitbestimmen zu können. Auch nicht zu wählen, ist hier möglich.

Für mich ist das ein neues Gefühl, frei und sicher zu sein. Wer aber einmal in einer Diktatur gelebt hat, den wird immer der Schatten der Diktatur verfolgen. Denn ein Gefühl, sich nicht sicher zu fühlen, ist nicht einfach zu vergessen.

Wenn man die Verfassung Syriens und Deutschlands vergleicht, scheint es so, dass die Grundrechte der Menschen sehr ähnlich sind. Der Unterschied ist aber in Syrien, dass sobald das Staatsoberhaupt an die Macht kommt, es alle Möglichkeiten nutzt, um seine Macht zu konsolidieren. Anfangs wird die Macht durch Veränderungen von anderen Staatsorganen gefestigt und verstärkt, sodass die Macht nur noch von einer Person und seinen Nachfolgern ausgeht. Die Verfassung des Landes ist also nur eine weitere politische Formalität. Es gibt keine Meinungsfreiheit. Ein Widerstand gegen Tyrannei kommt nicht infrage. Widerstand bedeutet große Gefahr und kann sogar Menschenleben kosten. Selbstverständlich ist das Leben der Menschen von größter Bedeutung, deshalb halten sich viele von dieser Gefahr fern.

Damit wirklich eine Demokratie herrscht, wird mehr als eine Verfassung und Wahlen benötigt.

Der Autor/Die Autorin möchte unerkannt bleiben. (Artikel vom 1. Dezember 2017)

Die spanische Demokratie in der Krise: Neuwahlen als Chance?

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Eine klare Meinung zur Unabhängigkeit Kataloniens hat eine Schülerin aus der 12. Jahrgangsstufe:

Friedo: Bist du spanischer Abstammung?
Schülerin: Ja, meine Mutter ist Spanierin.

Friedo: Hast du Verwandtschaft in Spanien oder sogar direkt in Katalonien? Wenn ja, wie empfinden die Menschen vor Ort die Situation rund um die Unabhängigkeit?
Schülerin: Ja habe ich. Meine Familie kommt aus Madrid und ein kleiner Teil lebt in Alicante. Sie halten es alle für überzogen und unnötig.

Friedo: Sollte deiner Meinung nach Katalonien unabhängig werden?
Schülerin: Nein, auf keinen Fall. Es hätte sowohl politisch als auch wirtschaftlich negative Auswirkungen für die Menschen in Katalonien.

Friedo: Wie stehst du zu Neuwahlen in Katalonien?
Schülerin: Kommt darauf an, ob sie laufen würden wie die erste Wahl. Wenn ganz Spanien wählen würde, somit auch alle Spanier, die im Ausland leben und vor allem die Katalanen, die im Ausland leben, für die es am Wichtigsten ist, wäre es eine gute Sache. Wenn nur die Katalanen, die in Katalonien leben, wählen, wird es ein ähnliches Ergebnis geben.

Letzten Endes liegt es an der Bevölkerung Kataloniens, wem sie bei möglichen Neuwahlen ihre Stimme geben. Ohne Neuwahlen wird die Zeit zeigen, wie die Politik Puigdemonts in einem unabhängigen Katalonien funktionieren wird.

Das Interview führte Nathalie Lehner am 28. November 2017.

Die spanische Demokratie in der Krise: Sollte Katalonien unabhängig werden?

Katalonien ist eine Region im Nordosten Spaniens. Seit längerem befindet sich der Präsident Kataloniens, Carles Puigdemont, in einer Debatte rund um das Thema: Die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien. Puigdemont ist ein starker Befürworter der Unabhängigkeit, die Bevölkerung Kataloniens, auch Katalanen genannt, stehen der Unabhängigkeitsfrage jedoch gespalten gegenüber.

Eva Rademaker, Spanisch-Lehrerin an der Beruflichen Oberschule Friedberg, hat sich zu diesem Thema gegenüber der Schülerzeitung folgendermaßen geäußert:

Friedo: Sind Sie spanischer Abstammung?
Frau Rademaker: Ich bin Deutsche. Ich habe aber mit meiner Familie für fünf Jahre als Kind in Nordspanien (Baskenland, Bilbao) gelebt und dort einen spanischsprachigen Kindergarten besucht.

Friedo: Haben Sie Verwandtschaft in Spanien oder sogar direkt in Katalonien? Wenn ja, wie empfinden die Menschen vor Ort die Situation rund um die Unabhängigkeit?
Frau Rademaker: Meine Schwester ist mit einem Spanier verheiratet und lebt in Spanien (Zaragoza). Meine Tante ist ebenfalls mit einem Spanier verheiratet und lebt auch in Zaragoza (die Region heißt Aragón). Von meiner Verwandtschaft lebt allerdings niemand in Katalonien.

Friedo: Sollte Ihrer Meinung nach Katalonien unabhängig werden?
Frau Rademaker: Nein. Katalonien sollte nicht unabhängig werden. Wirtschaftlich wie auch politisch ist das eine Einbahnstraße und ein Irrweg. Bei dem Unabhängigkeitsbestreben der Katalanen ist es wie mit vielen Aufbruchsbewegungen, die sich derzeit in Europa breitmachen. Zwar wollten und wollen die Katalanen, ebenso wie die Basken, schon seit vielen Jahrzehnten eine Unabhängigkeit in Spanien erreichen. Bei den Basken waren diese Bestrebungen jedoch durch Terror geprägt. (…)
Der Terrorismus und extreme Regionalismus hatte sich in den letzten Jahren wieder sehr beruhigt und vielleicht schwelte im Untergrund immer noch eine gewisse Unabhängigkeitsbestrebung, doch es war viel ruhiger geworden. Doch die Ereignisse in anderen europäischen Staaten (…) ebenso wie die unruhigen Zeiten in Spanien selber, (…) haben wahrscheinlich auch wieder dazu geführt, dass der Regionalismus sich wieder in der Bevölkerung breit macht. Dazu kamen 2016 die Neuwahlen in Katalonien und mit ihnen ihr neuer Präsident Carles Puigdemont, der diesen Regionalismus in einer völlig neuen Dimension vorangetrieben hat. Das alles hat dazu geführt, dass in Katalonien immer vehementer für die Unabhängigkeit demonstriert wurde.

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Friedo: Welche Rolle spielte dabei die spanische Regierung?
Frau Rademaker: Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände bzw. meiner Ansicht nach unangemessener Reaktionen von Seiten der spanischen Regierung (…) und auch seitens des neuen spanischen Königs Felipe auf das Referendum in Katalonien wurden die Katalanen noch weiter in ihre gegnerische Position getrieben. Dass nun alles so gekommen ist, wie es heute ist, dass nämlich die spanische Regierung die aktuelle katalanische Regierung entmachtet hat und selbst die Kontrolle und Verwaltung übernommen hat, war allerdings eine Konsequenz, die so hat folgen MÜSSEN. Hätte der Präsident Spaniens, Mariano Rajoy, hier nicht so konsequent reagiert (…) dann hätte er einen Präzedenzfall geschaffen. Man stelle sich vor, Katalonien hätte seine Unabhängigkeit ohne weitere Probleme erreicht. Das hätte sofort die Basken auf die Bühne gerufen, vielleicht wären die Galizier oder Andalusier ihnen auch noch gefolgt.

Friedo: Wie stehen Sie zu Neuwahlen in Katalonien?
Frau Rademaker: Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen müssen geahndet werden und es muss zu Neuwahlen kommen. (…) Wobei hier immer noch fraglich sein wird, welche Rolle Puigdemont, der entmachtete katalanische Präsident, von Belgien aus hier spielen wird und wie groß sein Einfluss immer noch sein wird.

Das Interview führte Nathalie Lehner am 28. November 2017.