Religionsunterricht in der Zukunft – Wünsche und Erfahrungen von Anna-Nicole Heinrich, Präses der evangelischen Kirche in Deutschland

Am 1. April diesen Jahres war das Team unserer Schülerzeitung bei der Sendung „Jetzt red i“ des Bayerischen Rundfunks zu Gast. Vor Ort in Friedberg wurde über das Thema „Kirchen in der Krise – Fallen wir vom Glauben ab?“ diskutiert, ein Thema, das gerade an den Feiertagen und in Anbetracht der steigenden Kirchenaustritte eine große Rolle spielt. Zu Gast waren Rainer Maria Schließler, katholischer Stadtpfarrer in München, und Anna-Nicole Heinrich, Vorsitzende des höchsten Kirchenparlaments (Synode) der evangelischen Kirche in Deutschland.

Nach der Sendung hatten wir von Friedo die Gelegenheit, mit Anna-Nicole Heinrich zu sprechen, die Teil der Diskussionsrunde war. Uns hat vor allem interessiert, wie sie sich den Religionsunterricht in der Schule der Zukunft vorstellt.

Sie erzählte, dass sie selbst aus keiner christlichen Familie kommt und ihren ersten Berührungspunkt mit Religion in der Schule hatte. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein spielerischer Zugang in den ersten Jahren. Später konnte sie sowohl den katholischen als auch den evangelischen Religionsunterricht kennenlernen. Dabei fiel ihr vor allem auf, dass der evangelische Unterricht stärker auf Austausch und Diskussion ausgelegt war. Genau das habe ihr geholfen, sich wirklich mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen. Sie hatte nie das Gefühl, dass ihr etwas aufgezwungen wird.


Für die Zukunft wünscht sie sich, dass Religionsunterricht ein Ort bleibt, an dem offen diskutiert wird. Themen, die im Alltag oft zu kurz kommen, sollen dort Raum bekommen. Sie nennt als Beispiel gesellschaftliche Fragen wie die Wehrpflicht oder ethische Perspektiven auf aktuelle Entwicklungen.

Außerdem betont sie, dass es weniger um reines Auswendiglernen gehen sollte. Stattdessen sollte der Fokus stärker auf dem Erleben liegen. Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen und gemeinsam über unterschiedliche Sichtweisen zu sprechen. Gerade im Austausch liege viel Potenzial, um voneinander zu lernen und neue Perspektiven zu entdecken.

Auch das gemeinsame Erleben von Religion sieht sie als wichtigen Punkt. Religionsunterricht könne ein Raum sein, in dem man nicht nur über Glauben spricht, sondern auch versteht, wie Menschen ihren Glauben im Alltag leben.

Das Gespräch hat gezeigt, dass Religionsunterricht mehr sein kann als ein klassisches Schulfach. Er kann ein Raum für Austausch, Diskussion und persönliche Entwicklung sein. Gerade im Hinblick auf die „Schule der Zukunft“ bleibt damit die Frage offen, wie solche Ansätze stärker in den Schulalltag integriert werden können.

Text: Julia M.

Umweltschule: Nachhaltiges Schulleben, Mitbestimmung und Mitgestaltung

Erweiterung der Hausordnung

Letztes Jahr haben die Umweltbeauftragten der FOS/BOS Friedberg abgestimmt, um die Hausordnung zu erweitern und dafür Ideen ausformuliert. Diese Ideen wurden dieses Jahr von den Umweltbeauftragten noch einmal überarbeitet und um den Aspekt ergänzt, dass ALLE sich einbringen sollen/dürfen. Danach haben alle Umweltbeauftragten (d.h. Vertreter aus ALLEN Klassen) abgestimmt, welche der Versionen in die Hausordnung aufgenommen werden sollen. Nach der Abstimmung wurden die Ideen dem Schulforum zur Abstimmung vorgestellt. Das Schulforum (Vertreter von Lehrern, Eltern, Schülern) hat dafür gestimmt und hat sich ganz deutlich für das herausragende Engagement der Schüler bedankt und angesprochen, dass dieses entsprechend gewürdigt werden soll.

Mülltrennung

Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft sind aufgefordert, Müll konsequent zu trennen und damit aktiv zum Ressourcenschutz beizutragen. Hierfür sind die bereitgestellten Wertstoff- und Trennsysteme in den Klassenzimmern und auf dem Schulgelände zu nutzen. Durch bewusste Mülltrennung und -vermeidung übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für eine nachhaltige Schulumwelt.

Ressourcen- und Umweltschutz

Zum Schutz von Umwelt und Ressourcen achten wir auf sparsamen Energie- und Wasserverbrauch. Die Umweltbeauftragten der Klassen übernehmen dabei eine besondere Rolle: Sie achten zum Beispiel auf das Ausschalten von Beamern, PCs und Licht, auf richtiges Lüften sowie die konsequente Mülltrennung und erinnern an diese Maßnahmen. Umweltschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe: Die Verantwortung liegt bei jedem Einzelnen, diese Maßnahmen im Schulalltag konsequent umzusetzen und die Umweltbeauftragten aktiv zu unterstützen.

Mitbestimmung des Pausenverkaufs

Das Umweltteam hat mit dem Personal und Catering des Pausenverkaufs geredet und sich die Erlaubnis eingeholt, die Schulgemeinschaft zu fragen, welche Wünsche bezüglich des Angebots des Pausenverkaufs bestehen. Daraufhin wurde eine Durchsage gemacht und eine Kiste in die Aula gestellt. Alle Schüler und Lehrer wurden eingeladen, Wünsche auf Zettel zu schreiben und in die Kiste zu legen.

Die Wünsche wurden vom Umweltteam unter Leitung von Lehrerin Catharina Hubl ausgewertet, gebündelt und in einem Ranking zusammengefasst. Diese Liste wurde an die verantwortlichen Verkäuferinnnen des Kiosks übergeben. Aktuell befinden sie sich hierzu im Austausch mit dem Caterer, um zu prüfen, welche Vorschläge realistisch umsetzbar sind.

Die Schulgemeinschaft kann dann über die umsetzbaren Vorschläge abstimmen, eventuell werden drei Ideen zur Wahl stehen.

Dreiteilung der Mülleimer in Rest-Plastik-Papiermüll

Das Umweltteam hat sich für neue Mülleimer, die eine Dreiteilung in Rest-, Plastik- und Papiermüll haben, eingesetzt. Die Mülleimer für die Aula wurden geliefert, aufgebaut und sind im Einsatz. Die Mülleimer für die Klassenzimmer wurden ebenfalls geliefert. Der Aufbau fand gemeinsam mit dem Hausmeister und den Umweltbeauftragten der Klassen statt. Danach wurden sie in die jeweiligen Klassenräume verteilt. Das Umweltteam hat drei Layouts für die Mülleimerbeschriftung entworfen als Kennzeichnung und zur Unterscheidung der Mülleimer. Die gesamte Schulgemeinschaft hat abgestimmt, welche Version gedruckt werden soll. Sticker „Version drei“ hat gewonnen und ist bereits bestellt.

Die Bilder zeigen die Sticker „Version drei“:

Raum der Stille

Das Umweltteam organisierte an drei Mittwochs-Pausen vor Weihnachten einen sogenannten „Raum der Stille“. Der Raum E100 wurde von einer Gruppe Schülern dekoriert und hergerichtet. Das Ziel dahinter, war zu entspannen und abzuschalten vom stressigen Schulalltag. Es ging aber auch um Achtsamkeit und ein nachhaltiges Schulleben im Sinne von „Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht nur der Unterricht mit Leistung“. Das Angebot wurde mit großem Interesse genutzt, der Raum war immer voll.

Was konnte man tun? Entspannen, Musik hören, Meditationen und Mandalas ausmalen. Die Mandalas wurden vom Umweltteam jede Woche thematisch ausgesucht. Die Themen waren: Natur, Blumen, Tiere und Weihnachtsmotive. Zudem haben die Schüler für jede Woche Bastelaktionen vorbereitet. Als Weihnachtsgeschenk einmal Rentiergesichter und einmal Fensterweihnachtssterne. Ein anderes Mal wurden Kressebecher gebastelt, die in der Schule am Fenster oder zu Hause wachsen konnten.

Die Schüler waren motiviert und haben sich gefreut, ihren monotonen Alltag ein wenig aufzurütteln. Das Angebot war für die gesamte Schulgemeinschaft (Schüler, Lehrer und andere Personen).

Die Rückmeldung war allgemein sehr gut. Der Wunsch besteht, es nächstes Jahr wieder anzubieten.

Auf dem Bild kann man die gebastelten Rentiergesichter sehen:

Auf diesen Bildern sieht man die gebastelten Kressebecher mit Kressesamen:

Text: Jana G., Fotos: Catharina Hubl, Lehrerin an der Beruflichen Oberschule Friedberg

Umweltschule: Nachhaltige Ernährung ist wichtig!

Plätzchen-Verzierung am Weihnachtsaktionstag

Am Freitag, den 19.12.2025, fand der Weihnachtsaktionstag an unserer Schule statt. Das Umweltteam der FOS/BOS Friedberg unter der Leitung von Lehrerin Catharina Hubl bot eine Aktion zum Thema nachhaltige Ernährung an. Dort konnte man gegen eine Spende nachhaltig (also biologisch, regional und mit kurzem Fahrtweg) gebackene Plätzchen kaufen und dann verzieren (mit Streuseln oder Schokolade). Dafür wurde Fairtrade-Schokolade vom Eine-Welt-Laden Aichach gespendet. Die Plätzchen wurden vom Umweltteam gebacken. Der Erlös wurde an verschiedene Organisationen gespendet.

Hier sieht man Informationen zum Sponsor der Schokolade:

Das Plakat erklärt, worauf das Umweltteam beim Backen der Plätzchen geachtet hat:

Auf dem Bild kann man die verzierten Plätzchen sehen:

Muffin-Verkauf an der Open-Mind-Night

Am Donnerstag, den 12.02.2026, fand die Open-Mind-Night statt. Dort verkaufte das Umweltteam nachhaltige Muffins. Das Geld wurde dann an das Open-Mind-Night Team weitergegeben. Dieses hat es dann an verschiedene Organisationen gespendet.

Auf dem Bild sieht man, wie das Umweltteam die Muffins backt:

Text: Jana G., Fotos: Catharina Hubl, Lehrerin an der Beruflichen Oberschule Friedberg

Schülerzeitungskongress 2026: Journalistin Janina Bauer von CORRECTIV im Podcast-Interview

Wie wird man eigentlich Investigativjournalistin? Und welche Tipps hat eine erfahrene Journalistin für junge Menschen, die selbst schreiben möchten?
Diesen und weiteren Fragen sind wir beim Schülerzeitungskongress 2026 in Berlin nachgegangen. Dort hatten wir die Gelegenheit, mit Janina Bauer, Investigativjournalistin bei CORRECTIV, zu sprechen. Im Podcast-Interview erzählt sie von ihrem Weg in den Journalismus, spannenden Recherchen und davon, welche Verantwortung Journalistinnen und Journalisten tragen. Außerdem gibt sie Einblicke in die Chancen, aber auch in die Herausforderungen investigativer Arbeit.

Das Gespräch mit Janina Bauer von CORRECTIV führte unsere Autorin Lirjona (links im Bild) in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin; Foto: Justin A.

Interview: Lirjona K.

Berlin, Berlin, Wir fahren zum Schülerzeitungskongress nach Berlin!

Mitte Juni 2026 waren wir vom Friedo-Redaktionsteam auf Einladung der Jugendpresse in Berlin, nachdem wir beim Schülerwettbewerb der Länder den ersten Platz in der Kategorie „Online“ der Beruflichen Schulen gewonnen hatten. Obwohl wir nur wenig mehr als zwei Tage dort waren, fühlte sich die Zeit in Berlin mit Schülerzeitungskongress in der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Preisverleihung im Bundesrat wie eine ganze Woche an. Wir waren viel unterwegs, haben gelernt, wie vielfältig und umfangreich der Journalismus ist, und konnten spannende Einblicke in die Medienwelt gewinnen. Besonders beeindruckend war, dass wir die Möglichkeit hatten, mit professionellen Journalistinnen und Journalisten ins Gespräch zu kommen und uns mit anderen Schülerzeitungen auszutauschen.

Montag

Unsere Reise begann in Augsburg um 9:47 Uhr. Obwohl ich schon mehrere Male in Berlin war, hatte ich gefühlt tausend Sachen im Kopf, die ich gerne machen wollte: das Brandenburger Tor ansehen, den Checkpoint Charlie besuchen, einen Döner am Alexanderplatz essen und das Wichtigste: Inspirationen für unsere Schülerzeitung sammeln. Die Zeit auf dem Weg nach Berlin habe ich mit Zeichnen verbracht und mich auf die kommenden Tage gefreut.

Am Montagabend waren wir im Europäischen Haus in der Nähe des Brandenburger Tors. Dort wurde uns der Ablauf der kommenden Tage erklärt und wir haben gemeinsam mit dem ganzen Raum, der voll von anderen deutschen Gewinner-Redaktionen war, Kennenlernspiele gespielt. So wurde der Saal als Deutschlandkarte vorgestellt und unsere Aufgabe war es einzuschätzen, wo Friedberg liegt, des Weiteren wurde eine These rund um das journalistische Kerngeschäft in den Raum gestellt und wir mussten uns in die Ecke stellen je nachdem, ob wir dieser These zustimmen oder ablehnen und anschließend gab es zu Abendessen Kartoffelsalat, Gnocchi und vegane Currywurst.

Dienstag

Am Dienstag waren wir von 8:45 Uhr bis 16:30 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im sogenannten „Erzählcafé“ unterhielten sich die Journalistinnen Pauline Reinhardt (freie Journalistin), Janina Bauer (Correctiv Schweiz), Susanne Memarnia (taz Berlin) und Dagmar Reim (ehemalige Intendantin des rbb) gemeinsam mit der Moderatorin Clara Hoheisel (Bundesvorstand der Jugendpresse Deutschland) über verschiedene Themen des Journalismus. Dabei ging es unter anderem um die Bedeutung des Lokaljournalismus und die Herausforderungen, vor denen Journalistinnen und Journalisten heute stehen.

Anschließend berichteten die Journalistinnen und Journalisten in kleineren Gesprächsrunden von ihrem persönlichen Weg in den Journalismus. Dabei hatten wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mehr über ihren Berufsalltag sowie ihre Erfahrungen zu lernen.

Danach wurden wir Workshops zugeteilt, die wir zuvor individuell auswählen konnten. Ich entschied mich für den Podcast Workshop unter der Leitung von Laura Vorsatz, die unter anderem den Podcast „Feminismus mit Vorsatz“ veröffentlicht, der auf Spotify und anderen Plattformen verfügbar ist. In diesem Workshop lernte ich, welches Equipment für die Produktion eines Podcast benötigt wird, wie eine Podcast-Folge sinnvoll strukturiert werden kann und wie man ein geeignetes Thema für einen Podcast findet.

Justin und Lirjona mit dem Schirmherr der Veranstaltung Andreas Bovenschulte, Präsident des Bundesrates; Foto: Bundesrat | Florian Gaertner

Mittwoch

Der Mittwoch war der aufregendste Tag der Reise, denn an diesem Tag fand die Preisverleihung des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder statt. Die jungen Journalistinnen und Journalisten der Schülerzeitungen hatten die besondere Möglichkeit, im Plenarsaal des Bundesrates Platz zu nehmen – dort, wo normalerweise die Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer sitzen und über Gesetze abstimmen.

Anschließend wurden die Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet. Unsere Schülerzeitung Friedo erhielt den 1. Preis in der Kategorie „Online“ für Berufsschulen. Überreicht wurde die Auszeichnung von Andreas Bovenschulte (SPD), Präsident des Bundesrates und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen.

In der Laudatio wurde unsere Redaktion für ihre verlässlichen Informationen, klaren Meinungen und ihre thematische Vielfalt gelobt. Besonders hervorgehoben wurden unser facettenreicher und kritischer Blick auf die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz sowie die vielfältigen Einsatzfelder. Außerdem wurde gewürdigt, dass unsere Beiträge aktuelle Debatten aufgreifen und dabei stets einen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler herstellen.

Fazit: Die Preisverleihung war ein unvergesslicher Höhepunkt unserer Reise nach Berlin.

Text: Justin A.

Digital Overload – Macht uns die digitale Welt krank?

Für viele ist der Blick auf das Smartphone vor dem Frühstücken schon normal. Im Unterricht sollte man sich lieber konzentrieren, aber stattdessen beantwortet man Nachrichten und am Abend beendet man den Tag mit TikTok oder YouTube. Wir sind ständig erreichbar, ständig online und ständig werden wir mit neuen Inhalten überflutet. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Macht uns die digitale Welt vielleicht krank? Zwischen Unterhaltung, sozialem Druck und endloser Bildschirmzeit vermischen sich Alltag und Überforderung immer mehr.

2024 warnte die WHO vor einem problematischen Umgang mit dem Handy. Kein Wunder, denn das Handy ist schnell aufgeladen, passt in jede Hosentasche und ist immer griffbereit. Egal ob man 30 Minuten auf den Zug oder Bus wartet oder in der Pause zwischendurch – es wird zum Handy gegriffen und endlos durch verschiedene Apps gescrollt. Wie viele gehen noch ohne Handy außer Haus? Ich denke, es sind nur noch die Wenigsten.

Darüber hinaus kommt der Einfluss soziale Medien auf das Selbstbild. Auf diversen Plattformen werden meist nur die perfekten Momente gezeigt: schöne Körper, erfolgreiche Menschen, aber nicht die Arbeit oder scheinbar ideale Lebensstile. Die ständigen Konfrontationen führen dazu, dass sich Jugendliche mit anderen vergleichen und das eigene Leben als weniger spannend oder nicht gut genug empfinden. Deshalb sollten wir uns fragen, was in den sozialen Medien konsumiert wird. Sind es Inhalte, die einen Mehrwert bieten wie um Beispiel man Geld spart oder anlegt oder sind es Inhalte, die unseren Selbstwert nachhaltig schädigen? Gerade weil Social Media so stark auf Unterhaltung und schnelle Reize ausgelegt ist, gerät dieser Unterschied oft in den Hintergrund.

Auch das Phänomen der „Fear of Missing Out“ (FOMO) spielt eine zentrale Rolle, weil viele haben das Gefühl ständig online sein zu müssen, um keine neuen Trends oder Nachrichten zu verpassen, denn sowas kann zu Stress führen und die Erholung in der Freizeit beeinträchtigen.

Ein weiterer Punkt ist die Konzentration im Alltag. Durch dauerhafte Benachrichtigungen und die Gewohnheit, regelmäßig auf das Handy zu schauen leidet die Aufmerksamkeitsspanne, denn vielen fällt es schwer sich auf eine längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Besonders in der Schule kann es zu Problemen führen, wenn die Aufmerksamkeit schnell unterbrochen wird und das Lernen dadurch schwerer wird.

Die digitale Welt bietet aber auch einige Vorteile: Zum Beispiel ermöglicht es schnellen Kontakt weltweit, bietet Zugang zu Wissen, Lernmaterialien und eröffnet kreative Möglichkeiten, etwa durch das Erstellen eigener Videos oder Projekte. Auch in der Schule werden digitale Geräte immer mehr benutzt und können das Lernen erleichtern.

In der Praxis zeigt sich aber, dass die Vorteile nicht konsequent genutzt werden. Häufig ist die Ablenkung durch Spiele, Social Media oder andere Apps größer, sodass die schulische Anwendung in den Hintergrund gerät.

Dennoch bleibt die Frage, ob diese Vorteile die möglichen Belastungen ausgleichen. Entscheidend ist daher weniger die digitale Welt selbst, sondern viel mehr der Umgang mit ihr und die Fähigkeit, bewusste Pausen einzulegen.

Text: Justin A.

Mask Off: Ein Abend zwischen Mut, Chaos und echtem Gefühl – Ein Erfahrungsbericht von der „Open-Mind-Night 2026“.

Das Licht geht aus. Für einen kurzen Moment ist es still. Dann setzt Applaus ein. Hinter der
Bühne wird noch schnell etwas geflüstert, jemand sucht nach Moderationskarten, ein letzter
Blick in den Spiegel. Und mittendrin dieses Kribbeln, das man nicht ganz los wird, egal wie
oft man schon auf der Bühne stand.

Am 12. Februar 2026 fand an unserer Schule die diesjährige „Open-Mind-Night“ statt. Ein
Abend, an dem Schülerinnen und Schüler ihre Talente präsentieren konnten. Von Gesang
über Tanz bis hin zu einem Film und Poetry Slam war alles dabei. Das Motto in diesem Jahr lautete „Mask off“. Es ging darum, das auszusprechen, was man sonst oft für sich behält. Gedanken, Gefühle und Seiten von sich selbst, die im Alltag eher verborgen bleiben.

Dass hinter so einem Abend viel mehr steckt als nur die Auftritte, merkt man vor allem hinter
den Kulissen. Schon seit Oktober des Vorjahres wurde geplant, diskutiert und organisiert. Vom Finden des Themas, das laut Organisationsteam eine der größten Herausforderungen ist, bis hin zur Verteilung der Aufgaben. Moderation, Technik, Ablauf, Verkauf in der Pause. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte arbeiteten gemeinsam daran, aus einer Idee ein funktionierendes Event zu machen.

Backstage zeigte sich dann eine andere Seite des Abends. Zwischen Technikchecks, schnellen Absprachen und kleinen Pannen entstand eine Atmosphäre, die gleichzeitig chaotisch und richtig gut war. Hier wurden Moderationskarten gesucht, dort musste spontan ein Outfitproblem gelöst werden. Gleichzeitig lief vieles erstaunlich strukturiert ab. Man hat
gemerkt, wie viel Planung hinter allem steckt. Auch die Technik spielte eine große Rolle.
Licht, Mikrofone und Timing mussten stimmen, damit auf der Bühne alles funktioniert.

Auf der Bühne selbst verschwimmt davon vieles. Das Licht ist hell, das Publikum kaum zu
erkennen. Was bleibt, ist die eigene Stimme und dieser eine Moment. Auch nach mehreren
Auftritten verschwindet die Nervosität nicht wirklich. Sie gehört dazu. Kurz bevor es losgeht,
wird selbst das Atmen bewusster und die Stimme fühlt sich am Anfang vielleicht noch etwas
unsicher an. Doch sobald die ersten Worte gesprochen sind, verändert sich etwas. Man kommt rein, findet seinen Flow und plötzlich fühlt sich alles fließend und richtig an. Der eigene Text wirkt intensiver als je zuvor.

Gerade die Poetry Slams haben den Abend besonders geprägt. Sie bewegten sich zwischen Humor und Ernst, zwischen Leichtigkeit und Tiefe. Manche brachten das Publikum zum Lachen, andere sorgten für Momente, in denen es ganz still wurde.

Einer dieser Momente war der Slam von Justin Andersen, der sich auf humorvolle und
gleichzeitig ehrliche Weise mit dem Motto des Abends auseinandersetzte:


JUSTIN:
„Ich stehe hier,
und heute ist der Tag,
an dem ich meine Maske abnehme.
Also… die metaphorische.
Die echte FFP2 hab ich schon im Bus verloren.
Auf dem Sitz.
Neben einem alten Kaugummi,
der mehr erlebt hat als ich.

‚Maske off‘, sagen sie.
Klingt mega dramatisch.
So Held*innenfilm-mäßig.
So: Ich reiße mir die Maske vom Gesicht und enthülle meine wahre Macht.
Tja.
Bei mir drunter:
Pickel, Augenringe,
und ein Gesichtsausdruck,
der sagt:
Ich wollte eigentlich nur kurz schlafen.

Aber gut,
wenn schon Maske off,
dann bitte richtig:
RUNTER damit,
auf den Tisch,
neben die Illusion,
dass ich jemals einen Plan habe.
Maske off,
und plötzlich sieht jeder,
dass ich eigentlich ein wandelnder Fehlermeldungsbildschirm bin.
So innerlich ständig:
404: Motivation not found.

Und wisst ihr,
eigentlich trage ich jeden Tag tausend Masken:
Die „Ich bin immer gut gelaunt“-Maske,
die „Ich bin super produktiv“-Maske,
die „Ich weiß was ich hier mache“-Maske,
… die rutscht am schnellsten.

Aber heute sag‘ ich:
Schluss damit!

Heute gibt’s das ungeschminkte ich.
Und ja,
das ist manchmal etwas verstörend.
So wie eine Katze,
die versucht, einen Salto zu machen
und dann merkt:
Nein.
Falsches Tier.
Falsche Idee.
Lass es einfach.

‚Maske off‘ heißt:
Ich darf zugeben,
dass ich manchmal in der Küche stehe
und vergesse warum.
Dass ich beim Telefonieren herumrenne,
als würde ich Satelliten manuell ausrichten.
Dass meine innere Ruhe
ungefähr so stabil ist
wie ein Kartenhaus im Orkan.

Aber immerhin:
Wenn die Maske fällt,
kannst du wenigstens lachen.
Über mich.
Mit mir.
Keine Ahnung.
Hauptsache jemand lacht.
Denn Humor ist die einzige Superkraft,
die ich habe.
Neben der Fähigkeit,
immer genau dann zu stolpern,
wenn jemand hinschaut.

Also gut:
‚Maske off‘.
Nehmt mich, wie ich bin.
Unverkleidet, unperfekt,
leicht chaotisch
und zu 70 Prozent bestehend aus Kaffee.

Und wenn ihr mein Gesicht seht und denkt:
Oh je.
Dann sage ich:
Keine Sorge.
Unter der Maske sah’s nicht besser aus.“

Mein eigener Poetry Slam war ein Versuch, solche leisen Gefühle einzufangen. Es ging um
Dankbarkeit, um Menschen, die Spuren hinterlassen, ohne es zu merken, und um dieses leicht nostalgische Gefühl für Momente, die noch gar nicht vorbei sind:

MELEK:
„Ich bin manchmal so nostalgisch.
Nostalgisch über Momente, die noch gar nicht vorbei sind.

Es gibt dieses Ziehen,
wenn etwas sich dem Ende neigt,
obwohl ich noch mittendrin bin.

Wie eine Sommernacht,
die endlich abkühlt und die Wolken langsam lila werden,
aber keiner möchte, dass sie endet.

Ich merke, wie manche Menschen wie Sonnenstrahlen in mein Leben fallen,
nicht laut, nicht fordernd.
Eher wie ein leichter Wind, der durch mein Zimmer weht,
der Dinge bewegt, die ich vorher nicht gesehen habe.

Sie sagen vielleicht gar nicht viel,
vielleicht wissen sie nicht mal,
wie sehr sie etwas in mir bewegen.

Aber irgendwas bleibt hängen.
Ein Satz, der meine Gedanken streift,
Ein Lächeln, welches mir Kraft gibt,
welches mir das Gefühl gibt, dass ich mehr kann,
Ein Moment, der mir sagt, dass alles okay ist und dass ich wertvoll bin.

Ich lache, ich staune,
Ich nehme mir Dinge vor,
Ich gehe ein Stück weiter,
alles, weil sie da waren, ohne dass sie es merken.

Ich weiß nicht, wie lange das noch geht.
Ich weiß nicht, ob diese Spuren bleiben,
wenn das Jahr endet, wenn die Wege auseinandergehen.

Und trotzdem fühle ich sie jetzt,
diese leisen Wirkungen, die warm durch mich ziehen,
wie der letzte Sonnenstrahl,
der sich durch die Blätter drängt,
kurz bevor die Nacht alles verschluckt.

Ich will festhalten, was ich fühle,
doch ich weiß, dass manche Dinge
nicht festgehalten werden müssen.

Vielleicht reicht es, dass ich spüre,
dass ich gesehen wurde,
dass ich lachen durfte,
dass ich inspiriert wurde,
dass ich wachsen durfte,
ohne dass ich es greifen muss.

Und wenn ich später daran zurückdenke,
werde ich die Wärme erinnern,
das Ziehen, das Weite,
die Sommernacht, die sich dem Ende neigt,
obwohl ich wünschte, dass sie nicht enden muss.

Und ich werde wissen, dass diese Momente nur mir gehören,
dass ich sie getragen habe,
still, leise und trotzdem unvergesslich.“


Nach dem Auftritt bleibt nicht nur Erleichterung. Es ist eher ein Gefühl, das sich schwer
beschreiben lässt. Irgendwo zwischen Euphorie und einem fast schon berauschenden Zustand. Die Knie fühlen sich vielleicht etwas weich an, während im Kopf noch alles nachklingt. Auf der Bühne selbst nimmt man das Publikum kaum wahr. Es ist hell, ruhig und jeder hört zu. Genau das macht diesen Moment so intensiv.

Die „Open-Mind-Night 2026“ hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen bereit sind, ihre Maske abzulegen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern ehrlich. Für einen kurzen Moment einfach das zu zeigen, was sonst oft verborgen bleibt.

Vielleicht ist es genau das, was diesen Abend so besonders macht. Ein Raum, in dem man
sich traut, gesehen zu werden

Text: Melek A., Justin A.

Schulprojekt: Stimmen gegen Rassismus

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus hat die 10. Klasse der FOS Friedberg ein spannendes Projekt durchgeführt – in Kooperation mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und mit Unterstützung der freien Medienpädagogin Miriam Artmann von der Medienstelle Augsburg. Beteiligt waren neben dem „Schule ohne Rassismus“-Team auch die beiden Lehrkräfte Berit Hoffmann und Leonhard Fürst.
In kreativen Workshops sind Podcasts, Videos und Plakate entstanden, die sich mit den Themen Rassismus, Vielfalt und Zivilcourage auseinandersetzen.
Die Ergebnisse möchten wir hier mit euch teilen. Schaut rein, hört zu und lasst euch zum Nachdenken anregen – für mehr Respekt, Offenheit und ein starkes Miteinander. ✊🌍

Umweltschule: Die FOSBOS Friedberg geht Müll sammeln

Am Freitag, den 27. März 2026, haben wir von der Beruflichen Oberschule Friedberg an der Aktion „Saubere Stadt“ teilgenommen. Insgesamt waren elf Klassen dabei und haben gemeinsam ein Zeichen für Umweltschutz gesetzt.

Zwischen der ersten und sechsten Stunde sind wir klassenweise in unsere zugeteilten Gebiete gegangen und haben Müll gesammelt. Ausgestattet mit Müllsäcken, die von der Stadt gestellt und von Organisatorin Frau Hubl verteilt wurden, haben wir Straßenränder, Grünflächen und Gehwege sauber gemacht. Jede Klasse war etwa 45 bis 90 Minuten unterwegs.

Dabei wurde schnell klar, wie viel Müll sich im Alltag ansammelt. Vor allem Verpackungen, Plastik und Zigarettenreste lagen überall herum. Die Aktion hat also nicht nur dafür gesorgt, dass es sauberer wurde, sondern auch gezeigt, wie groß das Problem eigentlich ist.

Denn Müll entsteht nicht erst draußen, sondern schon beim Konsum. Wer bewusster einkauft und nur das kauft, was wirklich gebraucht wird, produziert automatisch weniger Abfall. Genau darauf hat die Aktion aufmerksam gemacht. Es ging nicht nur ums Aufräumen, sondern auch darum, das eigene Verhalten zu hinterfragen.

Neben dem Umweltaspekt war die Aktion natürlich auch eine willkommene Abwechslung zum normalen Unterricht im Klassenzimmer. Für einen kleinen Snack danach war auch gesorgt, Frau Hubl hat Brezen und Apfelschorle verteilt.

Die Teilnahme war freiwillig, trotzdem haben viele Klassen mitgemacht. Das Team
der Umweltbeauftragten bedankt sich hiermit bei allen Klassen die mitgewirkt haben. Danke an die 11GA, 12TC, 12WD, 12WE, 12GB, 12SC, 12SD, 13G, 13SA, 13SB, B13 und an alle Lehrkräfte, die ihren Unterricht dafür geopfert haben! Selbstverständlich gilt unser Dank auch Frau Hubl, ohne die die ganze Aktion nicht möglich gewesen wäre, und natürlich auch dem Hausmeister Richard Lindermeir, der wie immer tatkräftig unterstützt hat!

Text: Julia M.

Männer und Frauen sind gleichberechtigt – Anspruch, aber auch Realität?

Die Schülerzeitung veröffentlicht hier ein Handout von Lucia Warnberger zum Thema Gleichberechtigung. Das dazugehörige Fachreferat hielt die Schülerin im Politik-Kurs von Frau Holzmann.

Im Folgenden wird die Gleichberechtigung der Frauen und Männer in der Medizin während des Studiums und des Praktizierens aus rechtlicher Sicht und der gelebten Praxis analysiert. Hierfür wird über die Länder Deutschland, USA und Afghanistan berichtet.

Deutschland

Rechtliche Grundlage

Art. 3 Abs. 2 GG: Männer und Frauen sind gleichberechtigt

AEMR, Art. 26: Jeder hat das Recht auf Bildung

Realität im Medizinstudium

2024 sind 64,9% der Studierenden weiblich (Humanmedizin)

Erfahrungsberichte aus eigenen Interviews bestätigen das Verhältnis in der Zahnmedizin

Realität im ärztlichen Beruf

2019 sind 47,7% der aktiven Ärzteschaft weiblich

Nur 14% der Klinikdirektoren sind weiblich

Hausärztinnen verdienen 28% weniger als ihre männliche Kollegen

Erfahrung einer jungen befragten Zahnärztin: Patienten bevorzugen teilweise männlichen Behandler

USA

Rechtliche Grundlage

Es existieren nur Antidiskriminierungsgrundlagen durch den 14. (Herkunft und ethnische Zugehörigkeit) und 19. (Wahlrecht) Verfassungszusatz.

Ausstehend Equal Rights Amendment, welches 1923 im Kongress eingereicht wurde und bis heute nicht ratifiziert ist.

Realität im Medizinstudium

2019 ist das erste Jahr in dem mehr weibliche Medizinstudentinnen studieren

2023/24 sind 54,6% der Studierenden weiblich (Humanmedizin)

Geschlechtsspezifische Belästigung ist häufig

Realität im ärztlichen Beruf

Die Lohndifferenz zwischen den Frauen und Männer bessert sich zwar, ist jedoch noch nicht auf demselben Niveau

2022 beträgt diese 26% weniger Einkommen bei Frauen

Lohnniveau gleicht sich auch bei den Dozenten langsam an

Afghanistan

Rechtliche Grundlage

Rechtlosigkeit von Frauen

Realität im Medizinstudium

Ausschluss von Frauen am Medizinstudium

Ausbildungen im medizinischen Bereich sind ebenfalls verboten

Realität im ärztlichen Beruf

Da Frauen in Afghanistan gesetzlich nur von Frauen behandelt werden dürfen, führt das Ausbildungsverbot dazu, dass die medizinische Versorgung für Frauen im Land vor dem Aus steht.

Rechtlosigkeit von Frauen

  • Realität im Medizinstudium
  • Ausschluss von Frauen am Medizinstudium
  • Ausbildungen im medizinischen Bereich sind ebenfalls verboten
  • Realität im ärztlichen Beruf

Da Frauen in Afghanistan gesetzlich nur von Frauen behandelt werden dürfen, führt das Ausbildungsverbot dazu, dass die medizinische Versorgung für Frauen im Land vor dem Aus steht.

Erste These:

Das staatliche Eingreifen Deutschlands im medizinischen Bereich durch Quoten nach Geschlecht ist überflüssig.

Pro:

  • Qualifikationen entscheidend
  • Frauen in der Mehrheit

Contra:

  • Führungspositionen überwiegend Männer
  • Gemischtes Team positive Auswirkungen

Zweite These: Die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau in Deutschland hat zur Folge, dass Frauen dieselben Berufschancen haben wie Männer.

Pro:

  • Art.3 GG
  • Rechtlich denselben Zugang

Contra:

  • Mehr Männer in Führungspositionen
  • Männer geben ihren Posten an Männer ab

Text: Lucia W.