Herzlich Willkommen, liebe Leserinnen und Leser!

Hervorgehoben

Herzlich Willkommen bei „Friedo“

dem Online-Blog der Schülerzeitung der Beruflichen Oberschule Friedberg!

Schön, dass Sie uns gefunden haben.

Wir berichten für unsere Leserinnen und Leser hier über Neuigkeiten aus dem Schulleben, Interessantes aus dem Unterricht und schreiben über Dinge, die unsere Schülerinnen und Schüler wirklich bewegen.

Das Team der Schülerzeitung wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen der Beiträge!

Schule der Zukunft Gemeinschaft und Demokratie

In dieser Serie zu unserem aktuellen Spitzenthema „Schule der Zukunft“ nimmt unser Autor Justin verschiedene Bereiche der Schule und des Lernens unter die Lupe und bezieht Stellung.

Mitbestimmung/Demokratie

Mitspracherecht im Schulalltag

In einer Schule der Zukunft sollen die Schüler stärker in Entscheidungen einbezogen werden, die ihren Schulalltag beeinflussen. Darunter fallen etwa die Schulregeln, Essensangebote in der Cafeteria oder Planung von neuen Aktionen oder auch die Gestaltung des Pausenraums.

Stärkung der Schülervertretung

In der Schule der Vergangenheit ist die Schülervertretung häufig eher Symbolpolitik. In einer Schule der Zukunft sollen Schülervertreter stärker in Entscheidungen miteinbezogen werden. Die Schülervertretung übernimmt eine wichtige Rolle bei der Durchsetzung neuer Schulregeln oder Planung von Schulveranstaltung – so sollen Schüler nicht nur verstehen, wie unser politisches System funktioniert, sondern auch Verantwortung übernehmen.

Demokratie praktisch erleben

Eine Mitbestimmung vermittelt wichtige demokratische Werte, die über den regulären Schulalltag hinaus gehen. Schüler lernen, ihre Meinung zu sachlich zu vertreten, Kompromisse zu finden und andere Sichtweisen zu respektieren. Die Schule wird somit nicht nur ein Ort des Lernens, sondern zu einem Ort, an dem demokratisches Handeln erlebt und geübt wird.

Soziales Miteinander

Respekt und wertschätzender Umgang

Eine Schule der Zukunft soll ein Ort sein, an dem alle Schülerinnen und Schüler respektvoll miteinander umgehen. Mobbing und Ausgrenzung dürfen keinen Platz haben, da sie zu psychischen Belastungen, Schulangst und Leistungsproblemen führen können. Besonders durch soziale Medien findet Mobbing heute oft im Verborgenen statt und wird von Lehrkräften oder Eltern nicht immer erkannt. Deshalb sollte die Schule vermitteln, wie man Konflikte friedlich löst, andere Meinungen akzeptiert und respektvoll miteinander kommuniziert. Dabei geht es nicht darum, dass alle befreundet sein müssen, sondern dass jeder mit Würde und Respekt behandelt wird.

Gemeinschaft und Zusammenhalt

Der Zusammenhalt innerhalb der Schule sollte aktiv gefördert werden. Gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel Klassenfahrten oder schulische Veranstaltungen stärken das Gemeinschaftsgefühl. Wenn Schüler regelmäßig in Kontakt kommen, entsteht ein starkes Wir-Gefühl, allerdings darf der Unterricht natürlich nicht zu kurz kommen.

Umgang mit Konflikten

Konflikte sind im Schulalltag unvermeidlich, sie sollten jedoch konstruktiv gelöst werden. Streitschlichterprogramme und Vertrauenslehrkräfte, sowie Gesprächsangebote können helfen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und effizienter zu lösen bevor sie eskalieren.

Inklusion und Vielfalt

Schülerinnen und Schüler offenbaren verschiedene Fähigkeiten, Stärken, Hintergründe und Bedürfnisse. In einer Schule der Zukunft lernen Schüler von Schülern und unterstützen sich gegenseitig.

Text: Justin A.

Schule der Zukunft: Unterricht und persönliche Entwicklung

In dieser Serie zu unserem aktuellen Spitzenthema „Schule der Zukunft“ nimmt unser Autor Justin verschiedene Bereiche der Schule und des Lernens unter die Lupe und bezieht Stellung.

Individuelles Lernen

Jeder hat sein individuelles Lerntempo. Die Schule der Zukunft soll das berücksichtigen und jungen Menschen die Möglichkeit bieten, in ihrem eigenen Tempo Schulstoff anzueignen. Digitale Lernmöglichkeiten, zum Beispiel Erklärvideos, interaktive Übungen mit Feedback oder Lernplattformen sollen genau das ermöglichen.

Projektorientierter Unterricht

Neben dem üblichen Unterrichtsstoff sollen individuelle Projekte mehr in den Vordergrund geraten, wodurch Schüler nicht Stoff erlernen, sondern in der Lage sind, Inhalte praktisch anzuwenden. Beispielsweise im Fach Biologie zum Thema Klimawandel, wobei Schüler eigene Modelle erstellen oder im Geschichtsunterricht eine Ausstellung zur Stadtgeschichte gemeinsam gestalten. Auch fachübergreifende Projekte, etwa ein selbstentwickelter Podcast ,wären möglich, sodass Wissen nicht nur Theorie bleibt, sondern auch praktische Anwendung findet.

Digitale Lernmethoden

Die Digitalen Medien übernehmen in der Schule der Zukunft einer immer wichtigeren Rolle -nicht nur müssen Lehrkräfte geschult werden, sondern auch Schülerinnen und Schüler über Gefahren in der Digitalen Welt informiert. Abgesehen davon wird der Unterricht immer digitaler: statt Papier werden digitale Materialien zu verfügen gestellt, sodass Inhalte anschaulicher und verständnisvoller dargestellt werden. Gleichzeit bleibt die Lehrkraft als Begleitung und Unterstützung im Lernprozess wichtig.

Zukunftsorientierte Kompetenzen

Neben fachlichem Wissen sollen Schulen der Zukunft mehr auf Kompetenzen eingehen und diejenigen fördern, die im späteren Leben wichtig sind. Dazu gehört kritisches Denken, Problemlösung, Kreativität, Kommunikation und Teamarbeit. Diese Fähigkeiten helfen den Schülerinnen und Schüler sich in einer weiter schnell verändernden Welt zurechtzufinden und mitzuwirken.

Leistungsbewertung

Individuelle Lernentwicklung

In einer Schule der Zukunft sollte die Leistungsbewertung nicht ausschließlich auf klassischen Noten basieren, wobei andere Leistungen stärker berücksichtigt werden sollten. Dazu zählen individuelle Projekte, Präsentationen und praktische Arbeiten. Im Politikunterricht könnte man zum Beispiel ein eigenes Wahlprogramm erstellen, sowie ein eigenes kurzes Parteiprogramm oder in Psychologie ein eigenes Modell entwickelt und benotet werden. Statt klassischem schulischem Wissen, das oft eine einmalige Anwendung findet.

Regelmäßiges Feedback

Statt nur einzelne Noten zu vergeben, sollte es vermehrt „Feedbackgespräche“ geben, damit die Schüler ihre Stärken und Schwächen besser verstehen und gezielt daran arbeiten können. Rückmeldungen von Lehrkräften sind sehr wichtig beim Lernen.

Fairere und vielfältigere Bewertung

Eine Schule in der Zukunft braucht ein modernes Bewertungssystem, welches unterschiedliche Fähigkeiten und Talente berücksichtigt. Schüler haben nicht in allen Bereichen die gleichen Stärken und Schwächen, somit kann das Bewertungssystem, wie es heute üblich ist, nicht fair sein. Eine Herausforderung in der Schule der Zukunft ist es, Leistungen umfassender zu bewerten und nicht durch einzelne Prüfungen zu beurteilen.

Mentale Gesundheit

Prävention

Besonders wichtig im Lernprozess ist die psychische Gesundheit, welche in der Schule der Zukunft stärker berücksichtigt werden sollte. Leistungsdruck, Prüfungsangst und ein voller Schulalltag können nicht nur Stress verursachen, sondern führen nicht nur dazu, dass die Fehlzeiten zunehmen und somit auch Unterrichtsstoff verpasst wird, sondern auch die Leistung abnimmt. Deshalb sind genug Pausen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lernen und Erholung wichtig.

Beratungs- und Unterstützungsangebote

An jeder Schule sollte es genug Beratungsangebote geben durch Schulpsychologen, Sozialarbeiter und Vertrauenslehrkräfte, die Schüler bei persönlichen, sowie familiären oder schulischen Schwierigkeiten unterstützen.

Ruheräume und Rückzugsorte

Neben Klassenräume sollte es auch Räume geben, in denen Schüler eine kurze Auszeit nehmen können und gegebenenfalls zur Ruhe kommen, falls sie sich überfordert fühlen oder um kurz neue Energie zu sammeln.

Förderung des Wohlbefindens

In der Schule der Zukunft sollte auch das individuelle Wohlbefinden der Schüler beachtet werden. Kurze Spaziergänge durch den Schulhof können ebenfalls dazu führen, dass der Kopf frei wird oder im Sportunterricht sollte gelernt werden, wie man Meditationsübungen durchführt.

Aufklärung über psychische Gesundheit

Mentale Gesundheit sollte offen thematisiert werden, sowie der Umgang mit Emotionen sollen im Schulsystem mehr Platz finden, besonders in einer Schule der Zukunft, sodass Schüler lernen, auf sich selbst zu achten und bei Problemen frühzeitig Hilfe zu suchen und vor allem zu wissen, wo man Hilfe bekommt.

Text: Justin A.

Schule der Zukunft: Die Lernumgebung

Eine Schule ist eine der wichtigsten Orte für junge Menschen, dabei ergibt sich die Frage, ob die Schule, wie sie heute besteht, noch zu den aktuellen Anforderungen der heutigen Zeit passt. Die Digitalisierung sowie gesellschaftliche Werte befinden sich im Wandel und verändern die Erwartung an das schulische Lernen und die zu erbringende Leistung und wie der Unterricht neugestaltet werden sollte. Zeitgleich wachsen Themen wie mentale Gesundheit, Mitbestimmung des Individuums uns und Nachhaltigkeit. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie schaut eine Schule der Zukunft aus?

In dieser Serie zu unserem aktuellen Spitzenthema „Schule der Zukunft“ nimmt unser Autor Justin verschiedene Bereiche der Schule und des Lernens unter die Lupe und bezieht Stellung.

Gebäude

Eine Schule der Zukunft soll mehr als ein Ort des Unterrichtes sein. Schon das Gebäude verändert sich grundlegend. Von konventionellen Klassenräumen und langen Fluren hin zu flexiblen, nachhaltigen Lernlandschaften. Die Architektur spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.

Natur als Grundprinzip

Immer häufiger wird auch Natur direkt in die Architektur integriert: begrünte Dächer, Innenhöfe oder sogar vertikale Gärten an Fassaden. Die Schule wird dadurch nicht nur Lernort, sondern auch Teil der unmittelbaren Umwelt.

Studien zufolge steigert natürliches Licht die Konzentration und das Wohlbefinden, weshalb mehr Schulen auf größere Fenster setzen, um die Räume heller und freundlicher zu gestalten. Ergänzt mit modernen Belüftungssystemen, die frische Luft und Ruhe in das Gebäude bringen, soll die Lernatmosphäre verbessert werden.

Flexible Räume statt Klassenzimmer

Ein Merkmal von modernen Schulen sind flexible Räume statt fester Klassenzimmer.

Durch verschiebbare Wände sollen neue Räume entstehen oder mit anderen Räumen verbunden werden für ruhige Arbeitsbereiche für konzentrierteres Lernen, offene Flächen für Gruppenarbeiten oder Präsentationsräume für Vorträge und Projekte. Das Gebäude passt sich demnach dem Lernen an und nicht mehr umgekehrt

Allerdings kann dadurch viel Zeit im Unterricht verloren gehen, wodurch die Unterrichtszeit leidet.

Nachhaltige Architektur

Schulen der Zukunft sind ein Vorbild, was Nachhaltigkeit angeht. Die Gebäude werden energieeffizienter geplant und klimaneutral betrieben. Dazu gehört auch eine Energieversorgung durch Solaranlagen auf dem Dach, moderne Wärmedämmung und auch umweltfreundliche Baumaterialien wie Holz, sodass die Schule selbst zum Lernort für Klimaschutz wird.

Räume für Ruhe und Konzentration

Neben offenen Lernbereichen entstehen auch Rückzugsorte. Kleine akustikgedämmte Ruheräume sollen das Lernen stressarmer gestalten und mentale Belastungen zu reduzieren.

Ausstattung

Digitale Ausstattung

Das Herzstück der digitalen Ausstattung ist ein funktionierender Zugang zu schnellem WLAN, um den Zugang zu digitalen Inhalten und modernen Unterrichtsformen wie zum Beispiel Distanzunterricht, wenn eine Lehrkraft ausfällt, zu ermöglichen. Interaktive Whiteboards können herkömmliche Tafeln ersetzen, um neue Möglichkeiten zu Präsentationen zu bieten. Laptops und Tablets erleichtern den Zugang zu Informationen und fördern digitales Lernen. Allerdings besteht die Gefahr, dass digitale Endgeräte und das WLAN missbraucht wird, um etwa im Unterricht zu spielen oder sich anderweitig abzulenken. Demnach müssen App-Sperren dazu führen, dass unterrichtsfremde Inhalte unzugänglich werden, um sicherzustellen, dass die Ausstattung auch für das benutzt wird, wofür es auch gedacht war.

Barrierefreiheit

Gleichzeitig sollten die Schuen für alle Menschen zugänglich sein. Die Barrierefreiheit will dieses Ziel erreichen. Rampen, Aufzüge und automatische Türen sorgen, dafür dass alle Bereiche der Schule für jeden erreichbar sind. Dazu gehören behindertengerechte Toiletten, sodass kein Hindernis wie eine Treppe den Zugang zur Toilette verhindert und gut erkennbare Orientierungssysteme im Gebäude. Darüber hinaus sollen technische Hilfsmittel Menschen mit einer Seh- oder Hörbeeinträchtigung unterstützen.

Komfort und Sicherheit

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausstattung soll Komfort und Sicherheit sein, welches mit einem durchdachten Sicherheitskonzept verbunden ist, weil es das Ziel ist, eine Umgebung zu schaffen, in der sich alle Schülerinnen und Schüler wohl und beschützt fühlen. Ergonomische Stühle unterstützen eine gesunde Körperhaltung und lassen sich flexibel an unterschiedliche Lernformen anpassen. Auch ausreichende Steckdosen und Lademöglichkeiten für digitale Geräte am Sitzplatz erleichtern den Schulalltag. Auch hier besteht die Gefahr, dass die Steckdosen zweckentfremdet werden, damit Schüler ihr Handy benutzen und im Unterricht nicht aufpassen. Schließfächer sorgen dafür, dass Materialien nie mehr vergessen werden und gleichzeitig verstaut werden, um dem Schulranzen zu entlasten. Neben Komfort ist Sicherheit ein zentraler Aspekt. Moderne Brandschutzsysteme, klar ausgewiesene Fluchtwege sind notwendig, um Risiken wie einen Brandfall zu minimieren.

Nachhaltige Ausstattung

Nachhaltigkeit spielt auch bei der Ausstattung eine wichtige Rolle. So sollen Led-Beleuchtungen und stromsparende Geräte den Energieverbrauch reduzieren und gleichzeitig die Umwelt schonen. Wasserspender können Einwegflaschen ersetzen und so Müll vermeiden. Darüber hinaus tragen langlebige Materialien dazu bei, Ressourcen zu sparen und die Umweltbelastung zu minimieren, um die Schule nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten.

Schulalltag

Ausgewogene Tagesstruktur

Ein wichtiger Aspekt in einer Schule der Zukunft ist eine Balance zwischen Lernen und Erfolg, längere Konzentrationsphasen sollte durch Pausen und entspannte Aktivitäten unterbrochen werden, sodass die Leistungsfähigkeit erhalten bleibt, aber Stress reduziert wird.

Bewegung und Pausen

Bewegung sollte viel mehr in den Schulalltag integriert werden – ein kurzer Spaziergang durch den Schulhof oder kurze Bewegungsübungen können dabei helfen, sich besser zu konzentrieren und ausgeglichener zu sein. Im regulären Schulalltag ist Bewegung abgesehen von den Sportstunden und den Gang zur Toilette oder Flasche auffüllen eher zweitrangig.

Unterrichtszeiten

Aktuell wird darüber diskutiert, die Schule um 9:00 Uhr beginnen zu lassen und nicht wie üblich an der Beruflichen Oberschule Friedberg um 8:15 Uhr. Dadurch wirken Schülerinnen und Schüler ausgeschlafener und können sich besser konzentrieren. Allerdings muss auch beachtet werden, dass viele dadurch möglicherweise später ins Bett gehen, wodurch der positive Effekt wieder verloren gehen kann. Ich persönlich finde die Idee nicht gut. Stattdessen sollte der Unterricht lieber früher enden, sodass Schülerinnen und Schüler mehr Freizeit am Nachmittag und Abend haben.

Text: Justin A.

Berlin, Berlin, Wir fahren zum Schülerzeitungskongress nach Berlin!

Mitte Juni 2026 waren wir vom Friedo-Redaktionsteam auf Einladung der Jugendpresse in Berlin, nachdem wir beim Schülerwettbewerb der Länder den ersten Platz in der Kategorie „Online“ der Beruflichen Schulen gewonnen hatten. Obwohl wir nur wenig mehr als zwei Tage dort waren, fühlte sich die Zeit in Berlin mit Schülerzeitungskongress in der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Preisverleihung im Bundesrat wie eine ganze Woche an. Wir waren viel unterwegs, haben gelernt, wie vielfältig und umfangreich der Journalismus ist, und konnten spannende Einblicke in die Medienwelt gewinnen. Besonders beeindruckend war, dass wir die Möglichkeit hatten, mit professionellen Journalistinnen und Journalisten ins Gespräch zu kommen und uns mit anderen Schülerzeitungen auszutauschen.

Montag

Unsere Reise begann in Augsburg um 9:47 Uhr. Obwohl ich schon mehrere Male in Berlin war, hatte ich gefühlt tausend Sachen im Kopf, die ich gerne machen wollte: das Brandenburger Tor ansehen, den Checkpoint Charlie besuchen, einen Döner am Alexanderplatz essen und das Wichtigste: Inspirationen für unsere Schülerzeitung sammeln. Die Zeit auf dem Weg nach Berlin habe ich mit Zeichnen verbracht und mich auf die kommenden Tage gefreut.

Am Montagabend waren wir im Europäischen Haus in der Nähe des Brandenburger Tors. Dort wurde uns der Ablauf der kommenden Tage erklärt und wir haben gemeinsam mit dem ganzen Raum, der voll von anderen deutschen Gewinner-Redaktionen war, Kennenlernspiele gespielt. So wurde der Saal als Deutschlandkarte vorgestellt und unsere Aufgabe war es einzuschätzen, wo Friedberg liegt, des Weiteren wurde eine These rund um das journalistische Kerngeschäft in den Raum gestellt und wir mussten uns in die Ecke stellen je nachdem, ob wir dieser These zustimmen oder ablehnen und anschließend gab es zu Abendessen Kartoffelsalat, Gnocchi und vegane Currywurst.

Dienstag

Am Dienstag waren wir von 8:45 Uhr bis 16:30 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im sogenannten „Erzählcafé“ unterhielten sich die Journalistinnen Pauline Reinhardt (freie Journalistin), Janina Bauer (Correctiv Schweiz), Susanne Memarnia (taz Berlin) und Dagmar Reim (ehemalige Intendantin des rbb) gemeinsam mit der Moderatorin Clara Hoheisel (Bundesvorstand der Jugendpresse Deutschland) über verschiedene Themen des Journalismus. Dabei ging es unter anderem um die Bedeutung des Lokaljournalismus und die Herausforderungen, vor denen Journalistinnen und Journalisten heute stehen.

Anschließend berichteten die Journalistinnen und Journalisten in kleineren Gesprächsrunden von ihrem persönlichen Weg in den Journalismus. Dabei hatten wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mehr über ihren Berufsalltag sowie ihre Erfahrungen zu lernen.

Danach wurden wir Workshops zugeteilt, die wir zuvor individuell auswählen konnten. Ich entschied mich für den Podcast Workshop unter der Leitung von Laura Vorsatz, die unter anderem den Podcast „Feminismus mit Vorsatz“ veröffentlicht, der auf Spotify und anderen Plattformen verfügbar ist. In diesem Workshop lernte ich, welches Equipment für die Produktion eines Podcast benötigt wird, wie eine Podcast-Folge sinnvoll strukturiert werden kann und wie man ein geeignetes Thema für einen Podcast findet.

Justin und Lirjona mit dem Schirmherr der Veranstaltung Andreas Bovenschulte, Präsident des Bundesrates; Foto: Bundesrat | Florian Gaertner

Mittwoch

Der Mittwoch war der aufregendste Tag der Reise, denn an diesem Tag fand die Preisverleihung des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder statt. Die jungen Journalistinnen und Journalisten der Schülerzeitungen hatten die besondere Möglichkeit, im Plenarsaal des Bundesrates Platz zu nehmen – dort, wo normalerweise die Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer sitzen und über Gesetze abstimmen.

Anschließend wurden die Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet. Unsere Schülerzeitung Friedo erhielt den 1. Preis in der Kategorie „Online“ für Berufsschulen. Überreicht wurde die Auszeichnung von Andreas Bovenschulte (SPD), Präsident des Bundesrates und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen.

In der Laudatio wurde unsere Redaktion für ihre verlässlichen Informationen, klaren Meinungen und ihre thematische Vielfalt gelobt. Besonders hervorgehoben wurden unser facettenreicher und kritischer Blick auf die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz sowie die vielfältigen Einsatzfelder. Außerdem wurde gewürdigt, dass unsere Beiträge aktuelle Debatten aufgreifen und dabei stets einen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler herstellen.

Fazit: Die Preisverleihung war ein unvergesslicher Höhepunkt unserer Reise nach Berlin.

Text: Justin A.

Schülerzeitungskongress 2026: Interview mit Journalistin Pauline Reinhardt

Wie wird man eigentlich Journalistin? Welche Chancen und Herausforderungen bringt Künstliche Intelligenz für die Medien mit sich? Und wie lassen sich Fake News erkennen? Über diese und weitere Fragen sprachen wir im Rahmen des Erzählcafés beim Schülerzeitungskongress 2026 in Berlin mit der freien Journalistin Pauline Reinhardt aus Schleswig-Holstein. Im Interview berichtet sie von ihrem Weg in den Journalismus und ordnet aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Medienbranche ein.

Friedo: Hallo, würden Sie sich einmal ganz kurz vorstellen?

Pauline Reinhardt: Ja, hallo, ich bin Pauline Reinhardt und ich bin freie Journalistin
in Schleswig-Holstein.

Friedo: Wie kann man in den Beruf Journalismus reinrutschen?

Pauline Reinhardt: Ich würde sagen, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Sehr viele
Leute machen ein Volontariat, das ist wie eine Art Ausbildung bei einem Medium. Ich
habe tatsächlich keine gemacht. Ich habe immer wieder so ein bisschen Erfahrung
gesammelt im Journalismus, auch neben dem Studium schon und bin dann da so
irgendwie reingekommen, habe mich natürlich beworben auf Sachen. Genau, da gibt
es ganz verschiedene Möglichkeiten. Also ich würde sagen, es gibt jetzt nicht den
einen Weg. Tatsächlich ist es inzwischen so, dass immer mehr Leute frei arbeiten im
Journalismus. Also es gibt gar nicht mehr so viele festangestellte Leute wie früher.
Und die meisten werden auch erst so später, so im Laufe der Karriere, irgendwann
vielleicht mal festangestellt.

Friedo: Wie kann man Lokaljournalismus attraktiver machen?

Pauline Reinhardt: Das ist eine sehr gute Frage. Ich würde sagen, einerseits durch
eine bessere Bezahlung tatsächlich. Also gerade Lokalzeitungen bezahlen häufig
recht schlecht im Vergleich auch zu größeren Medien. Wenn sich das ändern würde,
wäre schon mal ein großer Schritt. Dann natürlich dadurch, dass man irgendwie aktiv
sagt, wir binden auch jüngere Leute ein, wir machen es für die attraktiv.

Friedo: Inwiefern beeinflusst negative Berichterstattung die mentale Gesundheit und
sehen Sie auch die Medien in der Verantwortung?

Pauline Reinhardt: Ich finde es eine voll gute Frage, da könnte man glaube ich
super lange darüber diskutieren. Ich würde sagen ja, auf jeden Fall gibt es das
Problem. Wir kennen das ja auch irgendwie, man hat News-Ticker-Apps auf dem
Handy, ist gerade eigentlich mit etwas anderem beschäftigt, dann kommt irgendwie
wieder eine negative Nachricht rein über Krieg oder so. Ich würde sagen, da kann
man natürlich auch selbst als Konsument so ein bisschen gegensteuern und sagen:
Okay, wann konsumiere ich denn Medien? Muss ich wirklich die ganze Zeit immer
sofort top informiert sein? Oder habe ich so bestimmte Momente, in denen ich das in
Ruhe mache und mich auch damit auseinandersetzen kann? Aber natürlich kann
man nicht nur sagen, dass die Verantwortung bei den Leuten liegt, die es
konsumieren. Was so ein Buzzword ist, sag ich mal, ist konstruktiver Journalismus.
Der ist halt so lösungsorientiert. Also wenn man sagt, wir berichten über eine Krise,
Dann berichten wir aber auch über Lösungen und wie man aus dieser Krise rauskommen kann und enden auch so ein bisschen damit, damit man auf so einer
positiven Note rausgehen kann. Das könnte eine Lösung sein.

Friedo: Und was sind so die Herausforderungen und Chancen mit KI im
Journalismus?

Pauline Reinhardt: Ja, auch wieder so eine Frage, wo man ganz viel zu sagen
kann. Für mich persönlich ist eine wichtige Chance, dass man mit KI viel besser
transkribieren kann als früher. Also früher habe ich ein Audio aufgenommen, dann
habe ich mir das nochmal angehört und alles abgetippt. Das dauert Ewigkeiten, ist
super umständlich. Und inzwischen schmeiße ich das eben in ein Programm, was mit
KI unterstützt wird und das gibt mir total gute Transkriptionen von meinem Gespräch.
Das ist für mich persönlich so ein Punkt, wo ich sagen würde, KI ist super hilfreich.
Herausforderungen sind natürlich besonders, wenn im Internet total viele Texte sind,
die mit KI geschrieben sind, die nicht nochmal überprüft worden sind. Es kann sich ja
jeder auch irgendwie Journalist*in nennen und einfach so einen Text mit KI erstellen
und online stellen. Ich finde, da wäre halt eine Lösung zu sagen, wir brauchen ganz
klare Richtlinien, wie man damit umgehen kann.

Friedo: Und inwiefern werden Podcasts eine Rolle im Journalismus spielen?

Pauline Reinhardt: Ich würde sagen, das tun sie schon. In Deutschland gibt es seit
ein paar Jahren immer mehr Podcasts, die auch journalistisch sind. Ich würde sagen,
der Trend aus den USA ist ein bisschen rübergeschwappt und ist natürlich bei uns
ein bisschen später angekommen. Aber spielt schon eine total große Rolle.

Friedo: Und wie erkennt man Fake News?

Pauline Reinhardt: Auch da gibt es viele verschiedene Sachen, finde ich. Also
erstmal überhaupt checken, wer erzählt mir da was? Ist das eine seriöse Quelle?
welche Absicht haben die vielleicht auch hinter dem, was sie da mir verklickern
wollen. Und dann würde ich auch immer abgleichen. Also man kann verschiedene
Medien konsumieren und sagen, okay, die schreiben jetzt das, wie schreiben das
denn andere? Und dann kann ich so ein bisschen vergleichen. Und wenn die wirklich
die Einzigen sind, die das so schreiben, könnte ich das nochmal hinterfragen.

Friedo: Vielen Dank für das Interview!

Das Interview für Friedo führte unser Autor Justin A.

Was Schüler wirklich denken: Unsere Umfrage zu mentaler Gesundheit und der Schule der Zukunft

Seit einigen Wochen hängt in der Aula der Beruflichen Oberschule Friedberg ein QR-Code für eine Umfrage zu den Themen mentale Gesundheit und Schule in der Zukunft. 23 Schülerinnen und Schüler haben sich die Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten. Die Ergebnisse sind hin und wieder eindeutig, aber manchmal auch überraschend. 

„Ich fühle mich nicht ausreichend unterstützt“ – Mentale Gesundheit an der Schule

Der vielleicht bemerkenswerteste Befund unserer Umfrage betrifft dabei das psychische Wohlbefinden: Fast die Hälfte aller Befragten (45 %) fühlen sich von der Schule kaum oder gar nicht psychisch unterstützt. Nur etwa 14 Prozent geben an, sich wirklich gut aufgehoben zu fühlen. Der Rest empfindet die Unterstützung nur als teilweise ausreichend.

Dazu passt, dass 77 Prozent der Teilnehmer sich wünschen, dass mentale Gesundheit ein festes Thema im Unterricht wird. 

Die offenen Antworten zur Frage, was sich die Schüler konkret zum Thema mentales Wohlbefinden von der Schule wünschen, machen dabei deutlich, dass sich viele mehr Verständnis von Lehrkräften und vor allem Entlastungen in sowieso schon stressigen Phasen erhoffen. So wünscht sich zum Beispiel ein Schüler: „Nicht kurz vor Prüfungen mit Leistungsnachweisen zugemüllt zu werden. Nicht nur fachliche Prüfungsvorbereitung, sondern auch mentale Vorbereitung.“

Was stresst am meisten?

Wenig überraschend, aber in dieser Deutlichkeit doch bemerkenswert, nennen 91% Prüfungsdruck und Noten als größte Stressquelle

Damit ist es kein Wunder, dass die Mehrheit der Befragten der Ansicht ist, dass unser Notensystem eine Reform oder kleinere Anpassungen benötigen würde.

Die moderne FOSBOS Friedberg?

Im Themenbereich Digitalisierung zeigt sich ein überraschend positives Bild. Die Mehrheit schätzt unsere Schule auf einer Skala von 0 bis 5 bei 3 bis 4 ein, wobei keiner eine 0 oder 1 vergeben hat. 

Auch unsere Lehrer scheinen dem Umgang mit technischen Geräten gut draufzuhaben: Fast 70% der Befragten geben an, dass bei den Lehrpersonen ausreichende Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Tools gegeben vorhanden wären.

Die Schule der Zukunft

Auf die Frage, wie sich Schulen in Zukunft verändern sollen, zeigen die offenen Antworten ein breiten Konsens: Die Schule ist aktuell zu realitätsfern. Sehr viele der Befragten sind der Ansicht, dass die Schule sie kaum auf das wirkliche Leben vorbereite. Auf die Frage, welche neuen Fächer in Zukunft eingeführt werden sollten, wünschen sich die meisten ein Fach, in dem man „Leben lernt“. Immer wieder genannt werden dabei Konzepte wie Steuern, Finanzen oder Versicherungen.

Dabei wird auch der Wunsch nach mehr Praxisnähe im bestehenden Unterricht deutlich: „Das Schulsystem ist zu theoretisch. Ich würde mir mehr Praxisnähe wünschen.“ Und: „Mehr Wert auf lebensvorbereitende, praktische Fähigkeiten legen.“

Fazit: Eine Schulgemeinschaft mit klaren Vorstellungen

Die Ergebnisse unserer Umfrage zeichnen das Bild einer Generation, welche genau weiß, was sie braucht. Die Botschaft ist deutlich: Weniger Druck, mehr Verständnis, bessere Vorbereitung auf das Leben nach der Schule. Dabei scheint unsere Schule in Sachen Digitalisierung auf einem guten Weg zu sein, allerdings gibt es beim Thema mentale Gesundheit und beim Notensystem noch Luft nach oben. 

Hinweis: Insgesamt haben 23 Schülerinnen und Schüler an der Umfrage teilgenommen. Die Umfrage wurde über einen QR-Code im Schulhaus sowie über einen Link beworben. Bei Mehrfachantworten können die Prozentzahlen zusammen über 100 Prozent ergeben.

Umfrage/Text: Martin P.

Digital Overload – Macht uns die digitale Welt krank?

Für viele ist der Blick auf das Smartphone vor dem Frühstücken schon normal. Im Unterricht sollte man sich lieber konzentrieren, aber stattdessen beantwortet man Nachrichten und am Abend beendet man den Tag mit TikTok oder YouTube. Wir sind ständig erreichbar, ständig online und ständig werden wir mit neuen Inhalten überflutet. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Macht uns die digitale Welt vielleicht krank? Zwischen Unterhaltung, sozialem Druck und endloser Bildschirmzeit vermischen sich Alltag und Überforderung immer mehr.

2024 warnte die WHO vor einem problematischen Umgang mit dem Handy. Kein Wunder, denn das Handy ist schnell aufgeladen, passt in jede Hosentasche und ist immer griffbereit. Egal ob man 30 Minuten auf den Zug oder Bus wartet oder in der Pause zwischendurch – es wird zum Handy gegriffen und endlos durch verschiedene Apps gescrollt. Wie viele gehen noch ohne Handy außer Haus? Ich denke, es sind nur noch die Wenigsten.

Darüber hinaus kommt der Einfluss soziale Medien auf das Selbstbild. Auf diversen Plattformen werden meist nur die perfekten Momente gezeigt: schöne Körper, erfolgreiche Menschen, aber nicht die Arbeit oder scheinbar ideale Lebensstile. Die ständigen Konfrontationen führen dazu, dass sich Jugendliche mit anderen vergleichen und das eigene Leben als weniger spannend oder nicht gut genug empfinden. Deshalb sollten wir uns fragen, was in den sozialen Medien konsumiert wird. Sind es Inhalte, die einen Mehrwert bieten wie um Beispiel man Geld spart oder anlegt oder sind es Inhalte, die unseren Selbstwert nachhaltig schädigen? Gerade weil Social Media so stark auf Unterhaltung und schnelle Reize ausgelegt ist, gerät dieser Unterschied oft in den Hintergrund.

Auch das Phänomen der „Fear of Missing Out“ (FOMO) spielt eine zentrale Rolle, weil viele haben das Gefühl ständig online sein zu müssen, um keine neuen Trends oder Nachrichten zu verpassen, denn sowas kann zu Stress führen und die Erholung in der Freizeit beeinträchtigen.

Ein weiterer Punkt ist die Konzentration im Alltag. Durch dauerhafte Benachrichtigungen und die Gewohnheit, regelmäßig auf das Handy zu schauen leidet die Aufmerksamkeitsspanne, denn vielen fällt es schwer sich auf eine längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Besonders in der Schule kann es zu Problemen führen, wenn die Aufmerksamkeit schnell unterbrochen wird und das Lernen dadurch schwerer wird.

Die digitale Welt bietet aber auch einige Vorteile: Zum Beispiel ermöglicht es schnellen Kontakt weltweit, bietet Zugang zu Wissen, Lernmaterialien und eröffnet kreative Möglichkeiten, etwa durch das Erstellen eigener Videos oder Projekte. Auch in der Schule werden digitale Geräte immer mehr benutzt und können das Lernen erleichtern.

In der Praxis zeigt sich aber, dass die Vorteile nicht konsequent genutzt werden. Häufig ist die Ablenkung durch Spiele, Social Media oder andere Apps größer, sodass die schulische Anwendung in den Hintergrund gerät.

Dennoch bleibt die Frage, ob diese Vorteile die möglichen Belastungen ausgleichen. Entscheidend ist daher weniger die digitale Welt selbst, sondern viel mehr der Umgang mit ihr und die Fähigkeit, bewusste Pausen einzulegen.

Text: Justin A.

Umfrage: Schule der Zukunft

Die Welt ist im Wandel, und genauso sollte es die Schule auch sein. Doch immer wieder kommt die Kritik, das deutsche Schulsystem sei veraltet, funktioniere nicht richtig, oder soll viele Schülerinnen und Schüler im Stich lassen. Siehst du das ähnlich, oder doch ganz anders? Nimm an unserer Umfrage Teil, und beantworte kurz unsere Fragen zu den Themen Digitalisierung, Zukunft und mentaler Gesundheit im Bezug auf die Schule. Die Ergebnisse erscheinen demnächst im Blog der Schülerzeitung.

Hier geht es zur Umfrage:

https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfydOE1orl5ks_-11PKXyKCaB3iipGdsRMuZISZk0rhdQkjiw/viewform

Umfrage/Text: Martin P.

Wie stellen sich Schüler den Lehrer der Zukunft vor?

Bild: Anastasiya M., Canva

Das sagt unsere Autorin Anastasiya: „Ich bin auf diese Eigenschaften gekommen, weil ich denke, dass Schüler besser lernen, wenn der Lehrer verständnisvoll, kreativ und unterstützend ist. In der Zukunft wird moderne Technik immer wichtiger, deshalb sollte ein Lehrer die Schüler gut auf das spätere Leben und die Arbeitswelt vorbereiten, zum Beispiel durch Teamarbeit, selbstständiges Arbeiten und den Umgang mit digitalen Medien.“

Bild/Text: Anastasiya M.

„Schule als Ort des sozialen Miteinanders und Schutzraum“: Interview mit unserem neuen stellvertretenden Schulleiter Jakob Scholze

In diesem Schuljahr hat unsere Schule, die FOSBOS Friedberg, einen neuen stellvertretenden Schulleiter bekommen: Herrn Jakob Scholze.

Für unsere Schülerzeitung „Friedo“ habe ich mit ihm über seinen beruflichen Werdegang, seine Ziele an unserer Schule und seine Sicht auf „die Schule der Zukunft“ gesprochen.

Foto: Melek A.

Friedo: Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen und uns etwas über Ihren bisherigen beruflichen Werdegang erzählen?

Scholze: Mein Name ist Jakob Scholze. Ich bin verheiratet und habe drei wunderbare Kinder. Die letzten Jahre waren beruflich sehr abwechslungsreich: Ich habe in Bamberg studiert und anschließend an der FOSBOS in Hof gearbeitet. Danach war ich mehrere Jahre an einer Berufs- und Berufsfachschule für Kinderpflege und Sozialpflege tätig. Dort durfte ich bereits an Schulentwicklungsprozessen mitwirken und die Schulleitung unterstützen. Anschließend bekam ich die Möglichkeit, im Kultusministerium zu arbeiten. Dort war ich fünf Jahre lang in der beruflichen Abteilung tätig und konnte viele Einblicke in die Organisation und Verwaltung beruflicher Schulen in Bayern gewinnen. Dies war auch sehr spannend, da man dort mal die andere Perspektive gesehen hat.

Friedo: Was genau haben Sie im Kultusministerium gemacht?

Scholze: Die Berufliche Abteilung im Kultusministerium ist für alle Beruflichen Schulen und deren Lehrkräfte in Bayern zuständig. Das umfasst über 1.500 Schulen und rund 400.000 Schülerinnen und Schüler. Ich habe dort mit dem Abteilungsleiter zusammengearbeitet und mich unter anderem mit Statistik, organisatorischen Fragen sowie der Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz beschäftigt. Die Arbeit war sehr abwechslungsreich, weil täglich neue Themen und Herausforderungen dazukamen.

Friedo: Welche Fächer unterrichten Sie aktuell, beziehungsweise haben Sie zuvor unterrichtet?

Scholze: Aktuell unterrichte ich Kommunikation und Interaktion (KUI) und in den nächsten Schuljahren Pädagogik und Psychologie – „PäPsy“. In der Vergangenheit habe ich auch Pädagogik und Psychologie und Deutsch unterrichtet. Besonders an den Berufsfachschulen war ich viel im fachlichen Unterricht der Kinderpflege und Sozialpflege tätig. In Bamberg habe ich also Sozialpädagogik und Deutsch studiert.

Friedo: Was hat Sie dazu motiviert, die Position als stellvertretender Schulleiter an unserer Schule zu übernehmen und konnten Sie sich die Schulen aussuchen?

Scholze: Schon vor meiner Zeit im Ministerium habe ich gemerkt, dass mir neben dem Unterrichten auch organisatorische und leitende Aufgaben Spaß machen. Die Kombination aus Unterricht und Verantwortung finde ich sehr spannend. Nach meiner Zeit im Ministerium wollte ich gerne wieder an eine Schule zurückkehren. Diese Schulen sind jedoch ausgeschrieben und man muss sich für sie bewerben. Unsere Schule hat mich dabei besonders angesprochen, sowohl durch die offene Atmosphäre, das Kollegium als auch durch die Gespräche mit der Schulleiterin. Außerdem ist die Schule für mich auch örtlich gut erreichbar, da ich in Aichach wohne.

Friedo: Wie waren Ihre ersten Eindrücke von unserer Schule?

Scholze: Ich habe die Schule von Anfang an als einen Ort wahrgenommen, an dem Menschen offen und freundlich miteinander umgehen. Das habe ich sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Schülerinnen und Schülern erlebt. Natürlich kenne ich nach den ersten Wochen noch nicht alles, aber mein erster Eindruck war sehr positiv.

Friedo: Wie definieren Sie Ihre Rolle als Konrektor im Schulalltag?

Scholze: Im Moment ist mein wichtigstes Ziel zunächst, die Schule, die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium kennenzulernen. Erst wenn man versteht, wie Prozesse funktionieren, kann man sinnvoll einschätzen, wo und wie man sich gut einbringen kann.
Grundsätzlich ist mir wichtig, dass Schule ein Ort des sozialen Miteinanders ist, ein Schutzraum, in dem man Fehler machen darf, kann und soll und in dem Schülerinnen und Schüler nicht nur als Gruppe, sondern auch als einzelne Persönlichkeiten wahrgenommen werden.

Friedo: Welche Rolle spielt Digitalisierung, insbesondere Künstliche Intelligenz, Ihrer Meinung nach im Schulalltag?

Scholze: Digitalisierung entwickelt sich unglaublich schnell und Schule muss Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten, damit umgehen zu können. Digitale Werkzeuge können viele Dinge erleichtern, beispielsweise Kommunikation oder individuelles Lernen.
Auch KI kann dabei sehr hilfreich sein. Besonders im Bereich individuelles Feedback bietet sie große Möglichkeiten. Schülerinnen und Schüler können Unterstützung bekommen, die Lehrkräfte zeitlich oft gar nicht in diesem Umfang leisten könnten. Trotzdem ist wichtig, KI mit Augenmaß zu nutzen. Man darf sich nicht komplett auf sie verlassen. Erst wenn Grundlagen verstanden wurden, sollte KI unterstützend eingesetzt werden.

Friedo: Glauben Sie, dass die KI Lehrkräfte irgendwann ersetzen könnte?

Scholze: Nein, das glaube ich nicht. Lehrkräfte werden weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Was sich verändern wird, ist vermutlich die Art des Unterrichtens. Lehrkräfte könnten künftig noch stärker als „Lernbegleiter“, beziehungsweise als eine Art Coach arbeiten. Schule bleibt aber immer auch ein sozialer Ort, an dem Menschen miteinander lernen und sich begegnen. Es braucht immer einen Lehrer und es braucht immer einen Schüler.

Friedo: Was ist Ihnen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern besonders wichtig?

Scholze: Respekt und Empathie sind für mich die Grundlage jeder guten Zusammenarbeit mit jedem Menschen. Egal, ob Schulleitung, Lehrkraft oder Schülerin, beziehungsweise Schüler. Am Ende sind wir alle Menschen, die miteinander umgehen. Mir ist wichtig, dass man offen, respektvoll und menschlich miteinander spricht.

Friedo: Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für Schulen in den kommenden Jahren?

Scholze: Ich finde, Schulentwicklung sollte immer auf Reflexion und Feedback beruhen. Es ist wichtig, allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, ihre Sichtweisen und Meinungen einzubringen. Außerdem denke ich, dass unser Schulsystem in Bayern viele Chancen bietet, weil verschiedene Bildungswege möglich sind und Entscheidungen nicht endgültig nach der Grundschule festgelegt werden.

Friedo: Was verstehen Sie persönlich unter einer „Schule der Zukunft“?

Scholze: Für mich steht bei der Schule der Zukunft vor allem die Kompetenzvermittlung im Mittelpunkt. Wissen verändert sich heute sehr schnell. Deshalb wird es immer wichtiger, Kompetenzen zu entwickeln, zum Beispiel kritisch zu denken, Informationen zu bewerten, Probleme zu lösen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig sollte Schule immer auch ein Ort der Wertevermittlung bleiben. Demokratie, Gleichberechtigung und soziales Miteinander sind für mich zentrale Werte, die in der Schule immer ganz hoch geschrieben werden müssen.

Interview: Melek A.