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„Jugend debattiert“: Kein Privat-Feuerwerk mehr und ein soziales Pflichtjahr?!

Kein Grund zur Panik! Denn wer beim Lesen des Titels glatt darüber nachdachte, Feuerwerkskörper auf Vorrat zu bestellen und ein One-Way-Ticket nach Amsterdam zu buchen, darf jetzt erstmal ganz tief Luft holen.
Es handelt sich hierbei lediglich um die zwei Themenfragen des diesjährigen „Jugend debattiert“-Schulwettbewerbs vom Januar 2023, mit denen sich die insgesamt acht Debattanten auseinandersetzen durften.

Nach der kurzen Anwesenheitskontrolle wurden die Debattanten auf zwei Räume verteilt, in denen sie jeweils nochmals die Möglichkeit bekommen haben, ihre Recherchen durchzugehen, sich untereinander auszutauschen und den letzten Frust an unserem verehrten Herrn Fürst auszulassen, der zusammen mit Frau Uhlemair „Jugend debattiert“ an unserer Schule koordiniert.

Um 14 Uhr startete die Gruppe, bei der ich zuschauen durfte, zeitgleich zur anderen, die erste Runde mit der Themenfrage, ob privates Silvester-Feuerwerk verboten werden soll. Finja Kober (F13GA) und Philipp Landherr (F12WD) verteidigten ihre Standpunkte der Pro-Seite als P1 & P2. Lukas Röhl (B13) sowie Betül Erdim (F10A) hingegen die der Contra-Seite als C1 & C2. Ein sehr überzeugendes Argument der Pro-Seite war die hohe Verletzungsgefahr durch die fahrlässige Verwendung von Feuerwerkskörpern und die daraus resultierende Überlastung des Gesundheitssystems zu Neujahr.

Auch die sogenannten „bürgerkriegsähnlichen Zustände“, die aufgrund des Vandalismus und der Angriffe auf Rettungskräfte in Berlin zu, Thema der Medien wurden, sollten laut Philipp zu Bedenken geben, weiterhin privates Silvester-Feuerwerk zu erlauben. Die Contra-Seite argumentierte in erster Linie mit der Einschränkung der persönlichen Freiheit und der Erhaltung einer jahrhundertealten Tradition, um sich gegen das Verbot auszusprechen.

Nachdem die spannende Debatte zu Ende war, berieten sich die Juroren und legten eine Platzierung fest. Auch ich durfte mal als Reporterin spontan zu Wort kommen, da ein Ersatz in der Jury fehlte, womit ich dann natürlich nur als „geschulte Jurorin“ meine Rückmeldung abgeben durfte. 😉

Daraufhin folgte auch nicht wenig später die Urteilsverkündung: Finja und Philipp kamen eine Runde weiter, sowie Daniel Kraus (F10A) und Ferdinand Schäfer (F13GA)!

Das Schulfinale wurde dann um ca. 15 Uhr mit der Frage, ob ein soziales Pflichtjahr eingeführt werden soll, eröffnet. Diesmal besetzten Daniel und Ferdinand die Pro-Seite, hingegen Finja und Philipp die Contra-Seite. Die Pro-Seite sah in dem sozialen Pflichtjahr vor allem in Bezug auf den Pflegebereich eine Chance, den dort herrschenden Personalmangel auszugleichen. Doch aufgrund der vorher festgelegten betroffenen Altersspanne von 16-18 Jahren, konnte sich die Contra-Seite mit diesen Gedanken nicht wirklich anfreunden. So argumentierte Finja, dass es nicht in der Verantwortung der Jugendlichen liege, für politische Versäumnisse aufzukommen, indem ein verpflichtendes soziales Jahr für sie eingeführt werden solle.

Auch Philipp hakte zusätzlich nach, wie es da mit dem „pazifistischen Dieselfahrer ohne soziale Kompetenzen“ als Paradebeispiel aussehe, der sich weigere auch nur ansatzweise seine Perspektive zu ändern. Ferdinand hatte hinsichtlich dessen, wie ich persönlich finde, eine ziemlich passende Antwort parat. Denn, dass sich auch diese Menschen weiterentwickeln beziehungsweise verändern können, ist möglich, wenn sie diese Erfahrung selbst erleben — auch wenn diese verpflichtend sei. Denn das sei in diesem Fall die benötigte Vorraussetzung.

Ein anderes schlagfertiges Argument der Pro-Seite bezog sich auf das dringlich benötigte soziale Engagement, welches nur ausgeglichen werden könne, wenn sich genügend Menschen darauf einlassen. Doch das sei laut Ferdinand auf der bisher freiwilligen Grundlage nicht umsetzbar, weshalb er sich ganz klar für ein soziales Pflichtjahr aussprach.

Auch nach dieser wirklich spannenden Debatte folgte wieder die Zusammensetzung der Juroren, um sich auf eine Platzierungen zu einigen.

Somit, Trommelwirbel… wurde Finja Kober die diesjährige Erstplatzierte im Schulfinale, herzlichen Glückwunsch!
Den zweiten Platz besetzte Ferdinand Schäfer, gefolgt von Philipp Landherr und Daniel Kraus, die jeweils den dritten und vierten Platz belegten.

Wirklich ein ganz großes Lob an alle Teilnehmer des diesjährigen Schulwettbewerbs von „Jugend debattiert“! Ihr habt es wirklich alle ganz toll gemeistert! Auch ein großes Lob an die Juroren, die bis zum Schluss dabei waren, sowie ein großes Dankeschön an Frau Uhlemair und Herr Fürst, die auch dieses Jahr wieder für die Organisation und Koordination des Schulwettbewerbs zuständig waren!

Herr Fürst ist nämlich schon seit 2017 für den „Jugend debattiert“-Schulwettbewerb zuständig und freut sich immer wieder das Endergebnis seiner Debattanten zu sehen, besonders wenn es einigen von ihnen etwas Mut kostet, sich zu trauen, da sich die Überwindung im Nachhinein eigentlich immer auszahlt! Auch das diesjährige Finale fand er wirklich spannend und die Teilnehmer schlagfertig, wodurch sich das Urteil nicht einfach gestalten ließ.

Stellvertretender Schulleiter Arthur Joretzki mit den Finalisten

Doch nun wünsche ich den diesjährigen Schulsiegern noch viel Erfolg beim bevorstehenden Regionalwettbewerb, die Daumen sind ganz fest gedrückt! 🙂

Text: Karin K.


Krisen²

Instagram-Nutzer verbringen durchschnittlich 53 Minuten pro Tag auf dieser Social-Media-Plattform. Das sind tagtäglich 53 Minuten, die hauptsächlich Teenager damit verbringen, durch ihren Feed zu scrollen, Storys und Reels anzuschauen und sich währenddessen einem nie endenden Informationsschwall auszusetzen. Diese Informationen, die wir tagtäglich auf unseren Ausflügen in die „soziale“ virtuelle Welt konsumieren, sind weit mehr als das, was wir jemals aufnehmen oder gar verarbeiten könnten. Und als wäre das nicht genug, sind die  Informationen, die uns über das aktuelle Tagesgeschehen informieren sollen, meist auch noch von negativer Art.

Natürlich: Hier muss zwischen  privatem Content und informierenden Posts unterschieden werden. Allerdings kann uns beides belasten. Ob es sich dabei um unsere Freundesgruppe handelt, die heute ohne uns in den Club geht, oder um die nächste Umweltkatastrophe im globalen Süden, spielt dabei keine große Rolle. 

Es sind Informationen über Krisen. Krisen, die sich überall auf der Welt abspielen, aber auch vor unserer Haustür. In der Straßenbahn mit der uns allzu gut bekannten Maske. In unseren Heizungskellern und in den bald wieder reaktivierten Brennstäben von Kernkraftwerken. An der Front in der Ukraine, sowie in sämtlichen diplomatischen Gesprächen zwischen irgendwelchen Abgeordneten. Im Ahrtal und auch in etlichen anderen Gebieten, wo der eskalierende Klimawandel Chaos hinterlässt. Im Iran und in allen anderen totalitären Regierungssystemen dieser Welt, die unendlich viel Leid verursachen. Und natürlich auch: in unseren Klassenzimmern mit all dem Leistungsdruck, den eine deutsche Oberstufe so mit sich bringt.

Das ist nur ein Bruchteil der Krisen, mit denen wir uns täglich konfrontieren müssen. Diese ganzen Nachrichten lassen einen nicht unberührt. Diese ganzen Krisen lassen einen nicht unberührt. Da ist es kein Wunder, dass die Prävalenz von depressiven Erkrankungen bei Jugendlichen seit Anfang der Corona-Pandemie deutlich angestiegen ist. Diese ist aber natürlich nicht nur der einzige Auslösefaktor für den fast explosionsartigen Anstieg von psychischen Erkrankungen. Es gibt genügend Auswahl. Die klimakrisen-bedingte Angst vor der Zukunft, die Geldsorgen wegen der Energiekrise, die soziale Isolation während Corona, die vor allem Teenager hart getroffen hat, die Angst, die ein Krieg in Europa schürt, wo wir uns doch seit 70 Jahren in Frieden gewogen haben und nicht zuletzt die Angst vor der Zahl, die rechts oben auf der nächsten Matheschulaufgabe steht. 

Das exponentielle Auftauchen von Krisen in den letzten Jahren ist besorgniserregend. Man könnte mittlerweile fast von Krisen hoch zwei, wenn nicht sogar hoch drei sprechen. Zusätzlich beeinträchtigen Krisen unseren Alltag, unser Denken und unser Handeln. Sie sind sozusagen allgegenwärtig und belasten uns auch dementsprechend, wenn wir nicht lernen, mit ihnen umzugehen.

Durch diese Allgegenwart kann auch schnell eine Überforderung entstehen. Eine Überforderung durch die Masse an Krisennachrichten, dass man gar nicht mehr weiß, was man als Erstes lesen soll, worüber sich als Erstes informieren. Also wortwörtlich die Qual der Wahl. Ein Grund dafür ist die immer schnellere Verbreitung von Informationen, welche durch die Digitalisierung ermöglicht wurde. Natürlich hat das Internet mit all seinen neuen Möglichkeiten auch sehr viele positive Eigenschaften, auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Es ist viel einfacher mit Personen in Kontakt zu bleiben, es können sämtliche Meetings global abgehalten werden, Informationen können über den gesamten Planeten innerhalb von wenigen Sekunden versendet werden usw. 

Durch diese Globalisierung wird unsere Welt allerdings auch immer schnelllebiger, wir scrollen nur noch durch unseren Feed, lesen die Überschriften, die uns der Algorithmus so ausspuckt, informieren uns aber auch nicht weiter, weil dafür ist ja keine Zeit. Es kommt zum Headline-reading. Ein klassisches Phänomen der Generation Z. Heutzutage sind alle halb informiert, aber niemand so richtig, was bei dieser Menge an Information unbestreitbar auch gar nicht mehr möglich ist. Zusätzlich kann man sich nie zu 100% sicher sein, dass die im Internet verbreiteten Informationen wahr sind, ob diese absichtlich oder unabsichtlich verbreitet wurden, spielt für den Konsumenten dann auch keine Rolle mehr. Die Resultate sind Halbwissen, die Verbreitung von Falschinformationen und Krisenmüdigkeit.

Aber gibt es den wirklich nur schlechte Seiten an Krisen? Nein, Kisen bringen auch immer Chancen mit sich. Chancen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Egal ob bei persönlichen Krisen mehr über sich selbst zu lernen und am Ende über sich hinauszuwachsen. Oder bei größeren weltpolitischen Krisen, die einem die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema zu befassen, sich seine eigene Meinung zu bilden und sich zu engagieren. 

Sicher: Nur wenn man die Kapazität dazu hat. Doch was wenn man keine Kapazität mehr hat, wenn einen die Allgegenwart der Krisen schon vollends überfordert hat? Wenn einen die Krisenmüdigkeit schon voll gepackt hat und man nur noch ausbrechen will, aus dem ewigen sich wiederholenden Albtraum der Bad-News? Das Stichwort lautet Pause. Mal abschalten. Nichts tun. Oder nur das was einem gut tut.In seiner Freizeit nicht die neusten Nachrichten auf Instagram checken, sondern den Kopf frei kriegen. Eventuell spazieren gehen, Sport machen, sich mit Freunden treffen, lesen oder eben das, was einem ganz individuell hilft runterzukommen. Und wenn man nicht mehr rauskommt aus dem schwarzen Loch der Bad-News: Hilfe suchen. Mit Freunden und/oder Familie reden oder sich professionelle Hilfe suchen. Es gibt immer eine Möglichkeit der Krisenbewältigung. 

Klar ist trotzdem: Es wichtig, informiert zu bleiben, sich eine eigene Meinung zu bilden, jedoch dann bitte mit seriösen Quellen, das kann auch der Tagesschau-Kanal auf TikTok sein, und differenziert, also kontrovers. Sich verschiedene Meinungen anhören und sich seinen/ihren eigenen Standpunkt bilden. Um mitzugestalten. Um aktiv zu werden. Um eine diverse, aufgeschlossene, gebildete und kritische Gesellschaft zu formen. 

Text: Lara Q.

Veganismus und Feminismus —Das sind doch zwei Paar Schuhe, oder?

»Oh nein, sie ist vegane Feministin! Da muss man ja nicht nur aufpassen, was man sagt, sondern auch, dass man ihr nichts Falsches auf den Teller legt. Wie vorsichtig sollen wir denn noch mit ihr umgehen?«

Das sind Worte, die nicht nur wehtun, sondern auch einen Schritt zurückgehen. Nein falsch, nicht nur einen.

Mehrere.

Unzählige.

Schritte, die uns dahin zurückbringen, wo wir angefangen haben. Als eine Folge der europäischen Aufklärung im späten achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert könnte man meinen, Feminismus wäre kein unberührtes Thema mehr. Klar, wir kennen sie alle. Die #metoo Bewegung vom Herbst zweitausendsiebzehn, den Gender-Pay-Gap (Differenzierung der Gehälter aufgrund des Geschlechts), bis hin zur »Neuen Frau« aus den 20er Jahren. Das Augenrollen und Aufseufzen (oder vielleicht auch Weiterscrollen) bei diesen Aussagen ist schon spürbar. Viele Menschen gehen dem Feminismus aus dem Weg. Oft, weil der traditionelle Weg viel bequemer ist. Und genau deswegen sollten wir noch viel mehr darüber sprechen.

Und ich persönlich lege noch eine Schippe drauf. Denn ich bin vegan – weil ich Feministin bin. Warum das kein Grund zum Weiterscrollen ist, und wieso beides sehr wohl ein Paar Schuhe ergibt, klären wir jetzt.

Veganismus und Feminismus gleicht einander mehr, als man denkt

Die Bestrebung des Veganismus kann man in zwei Punkten zusammenfassen: vermeiden, wofür gelitten wurde und eine Gleichheit schaffen. Diese Ernährungs- und Lebensweise, wie der Veganismus definiert wird, soll also das Machtverhältnis (der Mensch darf das Tier für seinen Genuss ausbeuten) nicht fördern. Ein ähnliches Machtverhältnis versucht der Feminismus zu umgehen. Hierbei achtet man aber auf die Geschlechter. Der Angelpunkt wäre von dem her, dass beispielsweise kein Mann in Bewerbungsgesprächen aufgrund seines Geschlechtes bevorzugt wird. Oder – noch klassischer – mehr verdient, obwohl Frau und Mann dieselben Arbeiten erfüllen.

Eine weitere Parallele ist zwischen den Abzweigungen der beiden „Ämter“ zu erkennen. Im Veganismus möchten die meisten vegan lebenden Menschen denjenigen, die keine Stimme haben, eine geben. Häufig sprechen sie sich (durch beispielsweise Demonstrationen oder durch das Entscheiden für vegane Produkte) für Tierrechte aus. Auch im Feminismus sieht man deutlich, dass die Gleichberechtigung vor allem denjenigen zu Gute kommt, die sonst keine Chance hätten, sich auszusprechen. Der Gender-Pay-Gap, der vielen ein Dorn im Auge ist, wird ebenfalls bei Demonstrationen oder politischen Entscheidungen diskutiert, um vor allem den Frauen die Chance zu geben, sich auszusprechen.

Nun sollte man aber auf keinen Fall denken, Frauen wären unmündig oder verhalten sich wie Tiere. Es geht eher darum, den unterdrückten Parteien Raum zu geben. Menschen, die sexuelle Gewalt erlebten, haben hautnah mitbekommen können, wie die Schärfung dieser Thematik von Jahr zu Jahr zugespitzt worden ist. Auf einmal tauchen mehr Berichte auf, die Strafen steigen, es wird deutlich sensibler damit umgegangen.

Die Milchindustrie – der Grund, wieso jede Feministin vegan sein sollte?

Wenn wir den Kühlschrank öffnen und die selbstverständliche Kuhmilch in den Händen halten, ist uns oft nicht bewusst, was genau wir da eigentlich in den Händen halten. Der ein oder andere würde jetzt die Augenbrauen hochziehen und sich denken: Na klar, weiß ich das! Kuhmilch! Ist doch offensichtlich? Ja, sehr offensichtlich. Aber ist es genauso offensichtlich zu sagen, dass das Eutersekret in deinem Glas das Produkt einer regelrechten Vergewaltigung ist?

Oder andersherum: wann sind Weibchen überhaupt in der Lage dazu, Milch zu geben? Richtig, wenn sie schwanger sind, beziehungsweise Nachwuchs bekommen. Also warten jetzt alle Kuhhalter, die mit der Milch ihre Brötchen verdienen wollen, bis die Kuh sich dazu entscheidet, sich zu paaren? Nö. Die Vergewaltigung ist geplant, einfach und Erfolg versprechend. Die Kuh bekommt nach ungefähr zweihundertachtzig Tagen ein kleines Kälbchen, das sehnsüchtig auf die Milch wartet, um groß und stark zu werden. Was passiert stattdessen? Das Kälbchen wird der Kuh nach der Geburt weggenommen, ein Bulle geschlachtet und ein Weibchen zur Milchkuh herangezüchtet. Und hat die Kuh das Procedere oft genug durchlaufen und ist nicht mehr trächtig zu bekommen, wird sie ein Stück Fleisch auf der nächsten Mittagssemmel. Wunderbar.

Jede Mutter wird mit dem Kopf nicken, dass das ein Alptraum wäre. Vergewaltigung – was ein unglaublich sensibles Thema ist – und dann auch noch das Kind wegnehmen? Niemals. Nicht mit mir? Aber wie willst du dich wehren, wenn du angekettet mit vielen anderen in einem Stall lebst, wo du auf deine eigenen Beine urinierst und wahrscheinlich keinen Platz hast, um dir dieselben Beine zu vertreten (und auch Bio-Milch ist mit den glücklichen Kühen und deren zwei mehr Zentimetern Gras nicht besser!)? Feminismus – die Bewegung der Gleichberechtigung – spricht sich klar gegen solche moralisch verwerflichen Methoden aus. Da kann man doch gleich sagen, dass jede*r Veganer*in gleichzeitig Feminist*in ist?

Wie wirkt das auf Dich: gruselig, übertrieben oder wie der blanke Horror? Ja, dann willkommen in der Realität. Die Realität ist im Veganismus genauso erschreckend wie im Feminismus. Beides scheint ja so verrückt und abnormal, doch sobald man hinter die Kulissen linst, schauen die einen weg, die anderen schlagen die Hand vor den Mund und der Rest zeigt keinerlei Reaktion. Aber egal, wie sehr man versucht, nicht wie ein Moralapostel vor der Türe zu stehen und so lange mit seinen Argumenten zu klingeln, bis das Unwetter einen vertreibt – viele Menschen ändern ihre Meinungen nicht.

Um es zusammenzufassen: es lohnt sich nochmals – vor allem, wenn einem die Gerechtigkeit sehr wichtig ist – hinter den wortwörtlichen Tellerrand zu schauen. Nicht jeder muss von heute auf morgen vegan werden oder auf sonstige Demonstrationen marschieren. Sich mit den Dingen auseinanderzusetzen, oder klar gegen oder für sie zu sprechen reicht schon. Denn wenn Deine Stimme nicht zählen würde – würdest Du Dir nicht auch jemanden wünschen, der für Dich spricht?

Kommentar von Vanessa S.

Die 11. Klasse an der FOS – Alptraum oder leicht überwindbar? | Tipps & Erfahrungen

Mit dem elften Schuljahr ist es wie mit allen anderen Schuljahren: entweder man rennt und rennt und rutscht an einer Kante aus oder rennt und rennt und schafft es bis ans Ziel. Kurz gesagt: Es kommt auf die individuelle Lernerin oder den individuellen Schüler an. Ich selbst beginne jetzt mein drittes Jahr an der FOS Friedberg und habe die angsteinflößende elfte Klasse hinter mir. Viele neue Schüler haben sicherlich Angst, Panik oder beides, und ich kann denjenigen unter euch sagen: es ist definitiv zu bewältigen. Wer aber trotzdem noch schlottrige Knie hat, dem kann ich vielleicht mit meinen Erfahrungen & Tipps etwas aushelfen.

Worauf kommt’s an? Meine Tipps für den Unterricht & Leistungsabfragen:

Tipp 1: Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass viele Lehrer*innen die elfte Klasse aufgrund des Praktikums nicht wirklich favorisieren und das hat einen spezifischen Grund: Sie brauchen Noten von euch. Wenn es euch wie mir geht, wird es am Anfang relativ entspannt sein. Aber schon in der dritten Schulwoche werdet ihr spüren, dass Lehrer*innen Notizen machen, vielleicht sogar schon ausfragen (war bei mir in Englisch der Fall).

Deswegen lautet mein Tipp: Seid vorbereitet und macht unbedingt mit! Mitarbeit ist das A und O, wenn ihr nur jede zweite Schulwoche im Haus seid. Nur so könnt ihr euch sicher sein, ein gutes Polster zu haben, wenn die SA (Schulaufgaben) oder KA (Kurzarbeiten) nicht so laufen, wie ihr geplant habt.

Tipp 2: Wo wir auch schon zum nächsten Tipp kommen: die Leistungsabfragen. Es ist zum Zähneknirschen, und nein, da kommt niemand drum herum. Und wenn ihr denkt, dass krank sein (also ich meine wirklich „Blaumachen“) eure Lösung sein wird: falsch gedacht. Ihr müsst nicht nur Samstag um neun Uhr in die Schule (!), sondern habt wahrscheinlich auch Pech, denn die Nachholschulaufgaben enthalten meist auch schwierigere Aufgaben, die die Lehrer*innen euch zuliebe zunächst weggelassen haben.

Außerdem, lernt bereits in der Praktikumswoche, wenn ihr Zeit habt und wisst, dass ihr die kommende Woche etwas schreibt. So ekelhaft die Vorstellung auch ist, um siebzehn Uhr nachhause zu kommen und auch noch zu lernen – versucht es. Denn die Lehrer, die ihr am Freitag habt, setzten voraus, dass ihr den Stoff am Montag nach der Praktikumswoche noch im Kopf habt (In diesem Fall: Hello, Exen und Abfragen!). Solange ihr die Einträge und Aufgaben gut hinbekommt, lernt und vernünftig im Unterricht mitmacht, gibt es wenig, was euch an einer guten Noten hindert. Bonustipp: Nutzt die Zeit während des Unterrichts sinnvoll.

Wie bekomme ich eine gute Bewertung? Meine Tipps für die Praktika:

Tipp Eins: Wie schön dieses Gefühl doch ist, in einen fremden Betrieb zu gehen, ohne zu wissen, was man machen soll und (wie in meinem Fall) auch noch angemault zu werden. Nein, so schlimm ist es tatsächlich nicht. Und selbst wenn, habt ihr eure Fachbetreuer, die einspringen, sobald es im Praktikum in irgendeiner Weise Probleme gibt. Wichtig ist es, höflich, zuverlässig, respektvoll und interessiert zu sein. Wenn ihr das macht, kann vorerst nichts passieren.

Einen Tipp, den ich sehr gerne gehabt hätte, ist es, viel Eigeninitiative zu zeigen. Ob im Kindergarten, Altenheim oder in der Grundschule: Zeigt Eigeninitiative und werdet dem Ruf eines/einer FOS Praktikanten*in gerecht. Ihr müsst es nicht übertreiben, aber hin und wieder Ideen zur Gestaltung beispielsweise oder von selbst die Blumen gießen – jede Kleinigkeit von euch wird gern gesehen. Gerade in Betrieben, die Praktikant*innen wertschätzen.

Tipp Zwei: Umsetzung! Ihr werdet zwei Gespräche jedes Halbjahr haben, in denen eure Leistung bewertet wird. Hört im ersten Gespräch ganz genau zu, was kritisiert und gelobt wird und fragt nach, wenn etwas unklar ist. Sagt eure*r Anleiter*in, dass ihr nicht immer hundertprozentig interessiert seid, aber trotzdem stets pünktlich. Behaltet die guten Punkte im Auge und überlegt (gemeinsam), wie ihr verschiedene Probleme ausmerzt. Setzt alles um, was die Anleiter*innen gerne sehen würden – wobei es meist darum geht, dass ihr als Person wachst, nicht, dass der Betrieb besser läuft.

Tipp 3: Wenn ihr im zweiten Halbjahr in eine neue Praktikumsstelle wechselt, nachdem ihr die Probezeit bestanden habt, gibt es einen weiteren Punkt zu beachten, der mir sehr geholfen hat. Differenziert zwischen den Praktika! Ihr seid im ersten Praktikum sehr schüchtern gewesen, weil ihr vielleicht auch nicht mit den Kolleg*innen klargekommen seid? Der Februar birgt eine neue Chance! Jetzt könnt ihr zeigen, was in euch steckt. Auch, wenn das Praktikum mal nicht so gut läuft (oder der Betrieb im zweiten Halbjahr deutlich schwieriger ist als im ersten), haltet euch vor Augen, dass die Zeit schneller verfliegt, als ihr denkt. Seid weiterhin höflich und respektvoll, habt die Regeln und Vorgaben im Hinterkopf und… Schwupps! Schon ist die Zeit vorbei!

Die Portfolios!

Tipp Eins: Nichts schien meinen Klassenkameraden stressiger als die heißbegehrten Portfolios, während ich mich entspannt zurückgelehnt hatte und wusste, dass es auch anders sein kann. Ich würde euch nie empfehlen, die Portfolios Sonntagnacht um 22 Uhr zu machen und nebenbei ein Spiel zu zocken (nicht meine eigene Erfahrung). Ich habe mein erstes Portfolio schon in der ersten Woche angefangen und die passenden Themen aus den Themenpool (Ihr werdet eine Auswahl an Themen bekommen, aus denen ihr wählen dürft) ausgewählt. Ich habe mich immer ein bisschen hingesetzt und geschrieben, manchmal auch in den Mittagspausen (nutzt die Zeit nicht, um auf Instagram rumzuhängen, dafür habt ihr dann Sonntagnacht Zeit!). Fangt früh an, notiert euch eure Arbeitsabläufe im gelben Heft (das ist grob gesagt ein Nachweis, dass ihr im Praktikum gearbeitet habt, aber das wird euch noch erklärt) und ihr werden keinen Stress haben.

Tipp Zwei: Auch für diejenigen unter euch, die denken, sie könnten nicht schreiben (doch, könnt ihr!), ihr könnt zumindest ehrlich sein. Schreibt eure wirklichen Erfahrungen, eure echten Erlebnisse auf und zeigt deutlich, wie das Praktikum euch formt, denn das tut es in den meisten Fällen. Habt auf keinen Fall Angst, zuzugeben, wie ihr das Praktikum findet (Ich muss an meine ersten beiden Portfolios denken, in denen ich eigentlich hundertprozentig ehrlich meinte: Hey, nö, dieser Beruf wird’s sicher nicht). Niemand wird euch für eure Wahrheit den Kopf abhacken. Kein*e Betreuungslehrer*in wird euch nach dem Unterricht da behalten und nörgeln, dass das Portfolio den Betrieb schlecht darstellt. Habt keine Angst davor, wirklich. Ich würde behaupten, ich habe das kryptischste Portfolio überhaupt abgegeben und ich lebe noch!

Allgemeine Tipps – Was man vermeiden sollte:

Tipp Eins: Macht nicht zu oft krank, das bringt euch nichts (Sowohl im Praktikum als auch in der Schule). Im schlimmsten Fall müsst ihr samstags rein oder in den Ferien in euren Betrieb.

Tipp Zwei: Nutzt die Pausen aus, um weiterzuarbeiten, wenn ihr nicht total erschöpft seid und die Pausen braucht, um zu quatschen.

Tipp Drei: Seid vorbereitet und wiederholt in der Praktikumswoche den Schulstoff, so unerträglich es sein sollte.

Tipp Vier: Wenn ihr die Probezeit nicht bestehen solltet, macht euch einen Plan B, C oder vielleicht sogar D.

Tipp Fünf: Bleibt auf dem sicheren Pfad, lauft die Extrameile, aber nehmt keine Abkürzungen – und zwar in jeglicher Form. Riskant zu sein, kann euch im schlimmsten Fall eine Menge kosten.

Meine Erfahrungen:

Um euch die Angst zu nehmen: es ist kein Alptraum, wenn ihr euch an die Tipps haltet. Ihr werdet auch schnell merken, dass die elfte Klasse gegen Ende echt locker sein kann (seid trotzdem nicht zu locker, es ist trotzdem noch Schule!). Lasst euch auch nicht davon abbringen, wenn die Probezeit näher rückt, und ihr entweder die leeren Stühle seht oder selbst gehen müsst, es gibt weit mehr Wege als nur das Abitur.

Ich wünsche euch das Allerbeste und jede Menge Durchhaltevermögen!

Text: Vanessa S.

Woher kommst du? – Ich komme von hier!

Als unsere Autoren Gabriel und Vanessa im Juni 2022 am Schülerzeitungskongress in Berlin teilnahmen, konnten sie auch Kontakte zu anderen Schülerzeitungsredaktionen knüpfen. Im Folgenden möchten wir unseren Leserinnen und Lesern einen Kommentar des Autoren Philipp Zschau von der Schülerzeitung „script“ des Gymnasiums Renningen aus Baden-Württemberg vorstellen. Eine Sonderausgabe der Redaktion zum Thema „Rassismus“ war beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder ausgezeichnet worden.

Ein Portrait über die vermutlich unverschämteste Frage der Welt

Woher kommst du?  Diese vermeintlich einfache Frage hat enorme Sprengkraft – doch warum wird diese Frage überhaupt gestellt und warum begreifen häufig „weiße, westeuropäische“ Menschen es nicht, dass es kein legitimes Motiv gibt, um diese Frage zu stellen? Viele Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund können ein Lied von ihrem Leid mit der „Woher-Frage“ singen und gehen dennoch völlig verschieden damit um. Journalistin Vanessa Vu, die mit Ihrer Migrationserfahrung viele negative Ereignisse verbindet, spricht mit wildfremden Personen verständlicherweise nur ungern darüber. Rechtfertigungen und Entschuldigungen, dass man ja nur „neugierig“ sei, akzeptiert sie nicht. Es interessiert Sie nicht, wie die Frage gemeint ist. Es kommt darauf an, wie sie ankommt. Wissenschaftsjournalistin Mai Thi-Nguyen-Kim geht an die Sache völlig anders heran und sieht es als Ihren Bildungsauftrag an, darüber aufzuklären und akzeptiert dabei auch das Motiv der Neugier. So verschieden der Umgang der beiden Deutschen mit dem Problem auch ist, ist es noch immer die Frage selbst, die nicht nach Antworten sucht, sondern diese schon vorgibt. Wie sollen wir als Gesellschaft damit umgehen und was sollte dabei jeder einzelne von uns beachten?

Wir schrieben das Jahr 2019. Hier finden wir den Auslöser für die womöglich größte Debatte über Rassismus und Stigmatisierung seit Erfindung des Internets. Ihren Auslöser hatte die sogenannte „#vonhier“-Debatte in der RTL-Fernsehsendung „Das Supertalent“. Die Szene in dieser Sendung, in der Dieter Bohlen mithilfe der „Woher-Frage“ ein Mädchen, das aus Herne in Nordrhein-Westfalen kommt, beinahe versehentlich über die Einwanderungsgeschichte Ihrer Ur-Großeltern ausfragt, ist ein Paradebeispiel für die ungestillte, gar unverschämte Neugier, mit der Menschen diese Frage stellen und überhaupt nicht merken, was sie da eigentlich anrichten. Dieter Bohlen fragte zunächst, woher das Mädchen komme, welches antwortete, dass sie eine Hernerin sei. Auf die folgende Frage, woher Ihre Mutter komme, antwortete Sie erneut, dass auch die Mutter eine Hernerin sei. Dieter Bohlen ließ nicht locker und fragte erneut, woher sie komme, doch er erhielt nicht die Antwort, die seine Neugier gestillt hätte. Doch statt dies zu akzeptieren, hatte er erneut die „Woher-Frage“ gestellt, jedoch diesmal an die Mutter, wobei dann herauskam, dass die Familie thailändische Wurzeln hat.

Dass hier etwas gewaltig schief gelaufen ist, ist offenbar, doch ich bin überzeugt, dass das jedem „weißen, westeuropäischen Menschen“ hätte passieren können, da diese Menschen oft gar nicht wissen, wie es sich anfühlt, dieser Frage ausgesetzt zu sein. Ein anschauliches Beispiel, das eben diese weißen Personen, die dieses Gefühl nicht kennen können, versucht zu erklären, wie es sich anfühlt, dieser Frage ausgesetzt zu sein, kommt von Wissenschaftsjournalistin Mai Thi-Nguyen-Kim: „Das ist ungefähr so, als wärst du im Fußballstadion und alle um dich herum haben das Mannschaftstrikot an, nur du nicht. Dabei bist du im Herzen ein genauso großer „Die-Hard-Fan“ von dieser Mannschaft, doch alles, was die anderen sehen ist, dass du kein Trikot anhast.“ Wozu das führt hat Vanessa Vu beschrieben als unzählige Nadelstiche, für die sich niemand bei Ihr entschuldige, sondern sogar noch über Sie beschwere, wenn Sie das nicht hinnehmen möchte.

Was sich seit dieser „#vonhier“-Debatte verändert hat, ist leider noch immer sehr überschaubar. Rassismus und Diskriminierung sind noch immer Teil des Alltags von Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund. Noch immer gibt es Menschen, die selbst nach freundlichen Hinweisen nicht damit leben können, dass die Frage nach der Herkunft eine persönliche und intime Frage ist, die sich nicht eignet, um ein belangloses Small-Talk-Gespräch zu führen. So lange das nicht nur nicht verstanden wird, sondern noch immer geleugnet wird und es noch immer die Spezies der „Nein, ich meine: wo kommst du WIRKLICH her?“-Fragenden gibt, ist an ein Ende dieser alltäglichen, rassistischen und diskriminierenden Frage nicht zu denken. Was jeder einzelne gegen diesen gesellschaftlichen Laster tun kann, ist eigentlich simpel und einfach, denn diese Frage, die nicht selten der wundeste Punkt eines Menschen ist, einfach auszusparen, sollte für niemanden eine Herausforderung sein. Wir müssen uns mit den Konsequenzen, die unser Handeln und Tun hat, auseinandersetzen, statt uns in Ausreden und Ignoranz zu flüchten. Nun liegt es an uns allen, das auch umzusetzen und uns dabei gegenseitig die Augen zu öffnen.

Deshalb ist es nur richtig und wichtig, wenn jeder in Zukunft dreimal überlegt, ob man nicht die Gefühle anderer Menschen verletzt, bevor man eine derartig persönliche und intime Frage stellt, wie die Frage nach der Herkunft und oft sogar der der Vorfahren.

Text: Philipp Zschau (leicht bearbeitet)

Vorträge, Gespräche und natürlich Kugelschreiber — Die vocatium Messe in Augsburg

Die vocatium Messe in Augsburg am Mittwoch den 06.07.2022 fand im Kongress am Park in Augsburg statt. Der Informationstag für alle 11. Klassen begann bereits um 8:30 Uhr. Allerdings war mein erster Termin erst um 10:40 Uhr. Die verbleibende Zeit konnte allerdings sinnvoll genutzt werden, da man sich auch, ohne einen Termin zu haben, an den vielen Ständen Informationen einholen und sich unterhalten konnte.

Es ähnelte insgesamt hauptsächlich einem Informationstag, als einer Möglichkeit Kontakte zu knüpfen oder ein Bewerbungsgespräch zu führen. Einigen halfen aber auch die terminierten Gespräche über die Studiengänge oder Ausbildungsberufe, da individuelle Fragen beantwortet wurden.

Die Auswahl war enorm: Ausbildungsberufe aus den verschiedensten Bereichen, von Bundeswehr und Justizvollzug über Chemikant, Chemielaborant und Jurist und Studienmöglichkeiten an verschiedenen Universitäten in Bayern, Österreich und der Schweiz.

Vor allem die Gespräche mit Vertretern der Universitäten waren sehr informativ. Hier wurde man sehr gut beraten, welche Zweige man wählen sollte, je nach individuellem Interesse. Auch die Vorträge waren allgemein sehr gut, auch wenn einige Schüler zuerst skeptisch waren.

„Ich war zuerst nicht überzeugt. Ich war schon auf einigen Berufsmessen, wie dieser und wusste dementsprechend, was mich erwartet. Bisher hat mir sowas eigentlich nicht geholfen. Aber bei der vocatium war es anders, hier hatte man die Möglichkeit, Termine zu organisieren und sich bewusst vorzubereiten und konnte so dann wirklich etwas über neue Wege erfahren“, erzählte eine Schülerin aus der 11. Klasse.

Die meisten Schülerinnen und Schülern sagten, dass es gut organisiert und der Großteil der Referenten sehr freundlich und zuvorkommend gewesen sei. Die Atmosphäre war allgemein sehr entspannt.

Vor allem die schiere Menge an Kugelschreibern war für viele ein Grund zu Freude.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Berufsmesse eine gute Gelegenheit darstellte, etwas über seinen Traumberuf zu erfahren, sollte er vertreten sein, und sich über weitere Möglichkeiten der Berufs-/Studienwahl zu informieren und neue Wege kennenzulernen.

Text: Gabriel T.

»Aber ich kann diese Person nicht vergessen…« – Doch das kannst du! | Der ultimative „Friedo-Liebeskummer-Guide“

Die hässlichen Wahrheiten, die wir lange ignoriert haben

Wir kennen es vermutlich alle oder werden irgendwann an diesen Punkt gelangen: wir treffen eine Person, verbringen einen (kurzen oder langen) Zeitraum mit ihr und irgendwann fühlen sich die Schmetterlinge nicht mehr so frei an wie am Anfang. Fast, als wären sie nie da gewesen. Man sieht in das Gesicht, aber man fühlt nicht die gleichen Empfindungen. Ich möchte nicht lügen, das Gefühl ist schrecklich. Wenn sich die Welt schwerer anfühlt, und die Nächte daraus bestehen, sich einen Plan für eine Zeitmaschine zu überlegen, nur um die paar Monate zurückspulen zu können.

Die Wahrheit ist, dass die Zeitmaschine nichts verhindern kann. Sie kann nicht dafür sorgen, dass die Zukunft sicher ist. Ich musste das auch erst einmal verarbeiten, aber sobald man diesen Gedanken halbwegs verdaut hat, wird der nächste nicht mehr so schlimm sein.

Noch eine bittere Pille, die man schlucken muss, bevor man anfängt, die Trennung zu verarbeiten ist, dass man anfangen muss, sich einzugestehen, dass es wieder bergauf gehen wird. Es wird wieder bergauf gehen. Nicht jede Beziehung ist dazu da, für immer zu bestehen. Einige Beziehung geschehen und verschwinden, und das Einzige, was wir tun können, ist, daran fast zu zerbrechen, zu heilen und zu wachsen.

Und jetzt, die fünf Tipps, die dir dabei helfen können, die Trennung zu verarbeiten:

Tipp Eins: Du verlierst nicht immer, manchmal gewinnst du

Du warst mit jemandem zusammen, der dich eigentlich ständig zum Weinen gebracht hat? Gut, jetzt hast du keinen Grund mehr, wegen den (beabsichtigten) Fehltritten der Person zu weinen. Du wurdest ständig zum Angelpunkt und für die Probleme in der Beziehung verantwortlich gemacht? Zeit, sich von diesem Gedanken zu trennen. Wenn wir eine Person loslassen, die ohnehin nicht in unser Leben gehört, wird es sich (vielleicht, muss nicht) schlecht anfühlen, aber später wird dieser Druck, diese Angst nicht mehr auf dir liegen. Der amerikanische Psychologe Phil McGraw sagt dazu: » It’s better to be healthy alone, than sick with someone else.« Und ich finde, er hat absolut recht. Auch, wenn deine Beziehung in guten Wegen auseinander gegangen ist: Du kannst jetzt wieder neu anfangen und andere (bessere) Erfahrungen machen.

Tipp Zwei: Wandle den Schmerz in etwas Schönes um

Vielleicht möchtest du darüberschreiben? Oder singen und herzzerbrechende Lyrics dazu verfassen? Oder du malst etwas, skizzierst, singst, egal. Solange du etwas tust, was dir helfen kann, deinen Schmerz zu verarbeiten, tust du alles richtig. Pass nur bitte auf, dass du nicht zu sehr in die Materie sinkst und nur noch trauriger wirst. Dann solltest du nach einer passenderen Alternative suchen, wie beispielsweise Sport oder Tanzen oder möglicherweise doch einen Therapeuten oder Psychologen zur Seite ziehen.

Tipp Drei: Die Wurzeln packen und analysieren

Gibt es bestimmte Faktoren, die dich und die Person dazu verleitet haben, euch zu trennen? Denk darüber nach. Oftmals sind viele unserer Sorgen, Ängste und Probleme in unseren persönlichen Wurzeln verankert, die unseren Charakter sehr beeinflussen. Hat es deine*n ehemalige*n Partner*in gestört, dass du anhänglich warst? Oder immer wissen wolltest, wo sie sich befindet? Hattest du das Gefühl, nie Vertrauen aufbauen zu können? Versuche herauszufinden, ob sich nicht mehr dahinter verbirgt. Recherchiere seriöse Internetseiten oder schlage in Fachbüchern nach, ob bestimmte Faktoren deiner Kindheit oder andere Bruchstücke deines bisherigen Lebens dich dazu bringen, Verhaltensmuster aufzuweisen. Wir finden nicht nur heraus, wo unsere Schwächen liegen, sondern auch, womit wir einige (schädliche) von ihnen genauer behandeln können.

Tipp Vier: Ist Liebe wirklich das, was du dachtest, dass es ist?

Schmetterlinge, Funken, Herzklopfen – ist es das, was du mit Liebe verbindest? Trauer, Schmerz, Angst – das hier auch? Oder eher Wärme, Geborgenheit und Sicherheit? Wenn wir die Liebe das erste Mal kosten, kann es sein, dass alle verschiedenen Empfindungen einhergehen und uns nicht nur verwirren, sondern vor allem alles glauben lassen. Jedes geflüsterte »Ich liebe dich«, aber auch jenes hassverzerrtes »Ich hasse dich.« Wo ziehe ich die Grenze? Wo ist meine Priorität? Was möchte ich? Tipp Vier ist ähnlich wie Tipp Drei: Auch hier lohnt es sich, über den Tellerrand hinauszublicken und darauf zu achten, was Red Flags* sind. So können wir diesmal leichter entscheiden, ob eine bestimmte Person ein*e ideale*r Partner*in wäre.

Also, ist das Vergangene das, was du wirklich für Liebe hältst?

Tipp Fünf: Schritte nach vorn

Egal, wo auch immer du im Leben stehst oder standest, jetzt geht es bergauf. Du hast bald die Möglichkeit, wieder neu anzufangen, denn ja, du kannst diese Person vergessen! Du hast jahrelang ohne diese Person auskommen können, also wird es kein unüberwindbares Problem sein, nach vorne zu gehen und auf die Dinge zu warten, die du verdienst. Jede Trennung bringt dich näher zu demjenigen, den du einmal für immer lieben wirst. Auch, wenn das du selbst bist.

Ihr schafft das schon!

*Red Flags sind sogenannte Anzeichen, die einem auffallen und bestimme toxische Verhaltensweisen kategorisieren lassen, beispielsweise: Jemand verliert nach der kleinsten Anmerkung die Geduld = eine Red Flag, dass dieser jemand gewalttätig sein könnte.

Text: Vanessa S.

Frag‘ Ehemalige der FOS: „Kontinuierlich mitlernen!“

Ich habe einige ehemalige Schüler über ihre Zeit an der FOS, ihre Erinnerungen und ihr Leben nach der FOS ausgefragt. Hier kommen gebündelt die Antworten, die ich erhalten habe, sowie Ratschläge an die Schüler von heute.

Wie hast du herausgefunden, was du nach der FOS machen willst?

Max beispielsweise wusste genau, was er nach der FOS machen will. Andere sind durch Zufall oder durch die Praktika in der 11. Klasse auf ihren Beruf gekommen. Auch Beratungsangebote, ein „Tag der offenen Tür“ oder auch Infoveranstaltungen haben geholfen, sich zu orientieren.

Was hast du aus der FOS mitgenommen?

Bei dieser Frage sind sich alle einig, sie haben vor allem gute Freunde gefunden. Aber natürlich auch Wissen aus dem Praktikum und dem Unterricht ist hängengeblieben, das für den späteren Werdegang hilfreich war und auch noch ist. Natürlich auch nicht zu vergessen, was Marina gleich als allererstes genannt hat: „Mein Abi!“.

Fandest du, es gab einen großen Unterschied zwischen der vorherigen Schule und der FOS? Wenn ja, welchen?

Die Doppelstunden, mehr Pausen und auch das veränderte Schulklima unterscheiden die FOS von vorherigen Schulen. Besonders das Schulklima wurde meist als sehr positiv und schön bezeichnet. Das Klima in den einzelnen Klassen wurde auch oft genannt und als besser und menschlicher bezeichnet. Positiv aufgefallen ist aber auch, dass sich Lehrer und Schüler auf Augenhöhe begegnen und man nicht mehr wie ein Kind behandelt wurde. Natürlich mussten manche länger pendeln und somit früher aufstehen, was am Anfang erstmal eine Umstellung darstellt. Außerdem wurde man weniger an die Hand genommen als in der vorherigen Schule und musste sich für den neuen Lernstoff neue Denkmuster aneignen. Man sieht, es ist schon eine Umstellung, die manchen leichter und anderen schwerer fiel.

Erzählt mir eine lustige Geschichte aus der FOS-Zeit!

Max hat erzählt, dass er mit Erlaubnis des Lehrers im Physik-Unterricht E-Zigarette rauchen durfte, um in einem Experiment mit Laserstrahlen bessere Resultate zu sehen. Marina, die im Technikzweig auf unserer Schule war, erzählte von einer Lehrerin, die jede Stunde irgendetwas bei ihnen im Klassenzimmer vergessen hat, beispielsweise Schlüssel, iPad oder auch ihre Brille. Nico sagt auf die Frage: „Wie einer meiner Mitschüler im Chemieunterricht eingeschlafen und vom Stuhl gefallen ist.“ Maurice und Daniel antworteten, wie ein Schüler unserer Schule auf dem Sommerfest einen wagemutigen Sprung in ein Schaumbad gewagt hat, blöderweise war in dem Pool wirklich nur Schaum und er wusste das anscheinend nicht.

Was machst du heute?

Auf diese Frage war ich besonders gespannt. Viele haben nach der FOS ein Studium begonnen, teilweise bereits auch schon beendet und arbeiten nun in dem Bereich, wobei die Berufe nicht unterschiedlicher sein könnten.

Marina studiert gerade Physik im Master. Maurice macht seinen Master im Bereich Game Engineering and Visual Computing. Nico studiert im Master Maschinenbau.

Franziska hat ihr duales Studium BWL mit dem Schwerpunkt „Industrie“ abgeschlossen und wurde von ihrer Firma übernommen. Max arbeitet als Anwendungsentwickler bei einer Consulting Firma. Sonja – die einzige Befragte aus dem Sozialzweig – hat ihr Staatsexamen im Lehramt Sonderpädagogik gemacht und wartet nun auf den Beginn des Referendariats. Daniel führt – nach abgeschlossenem Maschinenbaustudium – nun mit einem Freund eine kleine Agentur für Filmproduktion und Fotografie und nimmt inzwischen sogar selbst FOS-Praktikanten auf, außerdem ist er an Wochenenden als Hochzeitsfotograf tätig.

Daniel ist nicht der einzige, der umgesattelt hat und jetzt etwas anderes macht, als nach der FOS gedacht. Auch Juliane hat mit Maschinenbau angefangen, allerdings nach einigen Semestern gemerkt, dass sie damit nicht glücklich wird und studiert nun im 2. Fachsemester Tiermedizin.

Wie war dein Weg auf die FOS?

Die meisten haben die Realschule gemacht. Manche hatten zwischen Realschule und FOS noch eine Ausbildung oder ein Auslandsjahr eingeschoben.

Wie hast du die FOS Zeit wahrgenommen?

Auch hier war eine bunte Mischung dabei. Für die einen war es eine schöne, lustige, abwechslungsreiche Zeit mit neuen Freunden. Durch die Praxisnähe war es eine gute Vorbereitung auf das anschließende Studium. Andere fanden die Zeit anstrengend, vor allem die 13. Klasse war deutlich anstrengender als die Jahre vorher. Und wieder anderen verging die Zeit zu schnell.

Wie hast du das Schulklima wahrgenommen?

Das Schulklima wurde von dem größten Teil als positiv wahrgenommen. Die Lehrer sind immer freundlich und haben oft ein offenes Ohr für die Anliegen der Schüler. Auch die Schüler auf der FOS haben zu einem guten Klima in der Schule, aber auch in der Klasse beigetragen. Sie sind offen für andere Perspektiven und unterstützen sich gegenseitig.  Es wurde aber auch genannt, dass die einzelnen Grüppchen viel unter sich bleiben und man hauptsächlich Kontakt zur eigenen Klasse hatte.

Was hättest du gerne vor der FOS gewusst?

Einige hätten gerne gewusst, dass Arbeiten und Lernen, vor allem in der Prüfungszeit, sich schwer vereinbaren lässt. Bei den Zeugnissen spalten sich die Meinungen etwas, die einen sagen, dass auch die Noten aus der 11. Klasse bei einer frühzeitigen Bewerbung auf Ausbildungsplätze oder duale Studiengänge relevant sind. Die anderen meinten, dass das Abi-Zeugnis sehr unwichtig für das spätere Leben sein kann.

Zudem wurde gesagt, dass man sich am besten schon möglichst früh Informationen zum späteren Studium oder einer Ausbildung suchen sollte. Außerdem ist es gut zu wissen, welche Möglichkeiten es aktuell zur Schnitt-Verbesserung für NC-Studiengänge gibt. Wie viele sicherlich nachvollziehen können, wäre Sonja sich gerne schon wirklich sicher gewesen, was sie danach machen will. Nico hätte gerne vorher gewusst, dass man in „nur“ zwei Jahren viel erleben kann und der Schritt an die neue Schule gar nicht so schlimm ist, wie man vorher denkt. Daniel meinte: „Alles easy, wird eine tolle Zeit!“

Was rätst du den jetzigen FOS-Schülern?

Hockt euch auf eure vier Buchstaben, das Lernen und das Vorbereiten lohnt sich und ein kleiner Tipp am Rande: kontinuierlich Mitlernen verringert den Stress am Ende etwas. Macht etwas, was euch Spaß macht und wagt es, neue Dinge auszuprobieren. Nehmt euch nach den Abschlussprüfungen Zeit für euch und macht etwas, was euch guttut und was ihr unbedingt erleben wollt.

Es ist vollkommen ok, nicht zu wissen, was man machen will. Man kann jederzeit seine Entscheidung ändern und sich neu orientieren. Man darf auch stolz auf einen Neustart sein – ihr müsst für euch selber einstehen! Und nicht zu vergessen: Genießt die FOS-Zeit!

An was denkst du gerne zurück?

Die Pausen, Zwischen- und Freistunden mit Freunden, „Wizard-“ und UNO-Turnieren; auch die lustigen Momente im Praktikum und die Abschlussfahrt mit einem anderen Zweig.

Würdest du die FOS nochmals machen, wenn du vor der Entscheidung stehen würdest?

Hier wurde einheitlich mit „Ja“ geantwortet, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Die einen fanden die Fächerkombinationen ideal für ihren späteren Werdegang, für andere war es der schnellste Weg zum Abitur und wieder andere hatten einfach eine tolle Zeit.

Ich möchte mich bei allen Beteiligten bedanken, die sich die Zeit genommen haben, mir die Fragen zu beantworten. Danke Max, Franziska, Marina, Maurice, Sonja, Daniel, Nico, Juliane und vielen weiteren.

Interview: Charlotte A.

„Zu schnell geflüchtet, um Fuß zu fassen“: Die Gedichte der „Open Mind Night“ an der FOS/BOS Friedberg

Im Folgenden werden nach und nach Gedichte und „Slams“ der „Open Mind Night“ 2022 veröffentlicht.

Winter – Vanessa S.

Meine ersten Schritte gelangen mir mit seiner Hand,

mein erstes Königreich bauten wir aus Sand.

Das erste Mal bin ich gefallen, er fing mich auf,

wir spielten zusammen,

und er nahm seine wichtige Zeit in Kauf.

Tausende Erinnerungen, hunderte Tränen,

tausendmal gelacht, zwischen Wünschen und Plänen.

So viel gewollt, so viel getan und erreicht,

er hat mir gezeigt, das schönste Ziel ist nie leicht.

Jahre spulten vor, ich wurde gut und richtig,

ich habe nichts davon gewusst, als wäre es unwichtig.

Er brachte jeden zum Lachen, verfolgte sein Leben,

dachte, dass sei sein Wille, sein bestimmtes Streben.

Er sagte: „Das Leben wirft Steine auf dich,

versuche auszuweichen, such‘ das Licht.“

Aber das erklärte meine Sorge nicht.

Bis ich verstand, jedes Jahr kommt der Winter.

Doch für ihn jeden Tag.

Egal, was er tat, er schob sein Leid zurück,

was er erreichte, erreichte er mit Arbeit, nicht mit Glück.

Er unterstützte, doch ihn unterstützte niemand,

immer am Lachen, aber den Rücken an der Wand.

Immer am Lachen, aber so oft im Stich gelassen,

Zu schnell geflüchtet, um Fuß zu fassen.

Aber das erklärte meine Angst nicht.

Bis ich verstand, jedes Jahr kommt der Winter.

Doch für ihn jeden Tag.

Was andere zu ihm sagten, erwähnte er nie,

er hörte mir aber immer zu, ich frage mich wie.

Was er durchmachte, war nicht fair,

er hielt durch, als wäre es nicht schwer.

Er erzählt, ich falle auseinander wie eine Perlenkette,

und zerbreche wie Glas.

Aber das erklärte meine Panik nicht.

Bis ich verstand, jedes Jahr kommt der Winter.

Doch für ihn jeden Tag.

Er steht auf, er macht weiter und er gewinnt,

Er sieht die Freude wie ein Kind.

Er ist talentiert, reflektiert und prägt,

Dass er jeden um sich herum rettet, bleibt unerwähnt.

Sieht denn niemand, was für ein Held er ist?

Er malt alles so bunt, doch in ihm ist es trist.

Aber das erklärt meine Hoffnung nicht,

bis ich verstand, jedes Jahr kommt der Winter.

Doch für ihn jeden Tag.

Deine ersten Schritte gelangen ohne Hand,

dein erstes Königreich zerfiel in Sand.

Das erste Mal bist du gefallen, keiner fing dich auf.

Aber ich bin hier,

nehme alles für immer in Kauf.

Bin eine Soldatin und hole dich zurück ins Leben,

und werde die Welt von deinen Schultern heben.

Für dich kommt der Winter jeden Tag.

Dann lass uns vorerst einen Schneemann bauen.

Mens sana in corpore sano | Wie sehr strapazieren mentale Gesundheit und Stress und unsere Zukunft?

Mens sana in corpore sano; ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Denn schließlich ist unser Organismus und unser Kopf verknüpft, nicht selten sind wir anfälliger für Krankheiten, wenn wir die mentale Gesundheit vernachlässigen, ein hohes Stresslevel haben und uns Sorgen plagen. Da bleibt eine Frage definitiv offen: Was tun wir, wenn unsere mentale Gesundheit die Zukunft beeinflusst?

Mentale Gesundheit und wo sie zu finden ist

Im Wörterbuch wird mental als geistig definiert, den Bereich des Verstandes betreffend. Unter Gesundheit findet man gesund sein, sich wohlfühlen. Setzt man beides zusammen, kommt man auf geistiges Wohlbefinden. Und eben das ist, was wir im Laufe des Alltags vernachlässigen. Wir finden mentale Gesundheit in uns selbst, gerade dann, wenn der Körper einen fast schon vom Schreibtisch wegzieht, nachdem man stundenlang auf einen Bildschirm gestarrt und kaum zu Ruhe gefunden hat. Er signalisiert uns, dass die Dinge nicht richtig sind, indem er Schlaf verlangt, Zucker oder vielleicht einfach eine Pause. Das Wichtige hierbei ist, auf seinen Körper zu hören und ihm eine nötige Rast zu gönnen. Wir sind Menschen, wir können nicht mit vier Stunden Schlaf auskommen, und Stress können wir nicht jeden Tag bewältigen sondern nur in Ausnahmesituationen.

Stress und seine schlimmeren Folgen

Cortisol, ein körpereigenes Hormon, wird vermehrt bei Stress freigesetzt. Eigentlich eine gute Sache – so schaffen wir es zum Beispiel rechtzeitig die Hausarbeit abzugeben, das Referat fertig zu machen oder alle Aufgaben des Tages in zwei Stunden zu bewältigen. Wenn wir jedoch einen dauerhaften Cortisol-Ausschuss haben, kann das zu verschiedenen Krankheiten führen: Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Schlafstörungen sind nur drei der Übeltäter.

Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass wir gestresst sind? Nun, viele von uns haben nun mal stressige Jobs oder befinden sich in einer Stressphase, was sich auf das gesamte Leben auswirkt, zum Beispiel ein*e Arzt*in oder der Prüfling im letzten Semester, oder wir haben oft genug Phasen im Leben, in denen Ruhe ein Fremdwort zu sein scheint. Wir vernachlässigen Pausen, wodurch wir uns automatisch weniger Zeit für uns selbst nehmen. Und hier kommt die mentale Gesundheit ins Spiel, wenn wir sie ignorieren, beschert sie uns ein paar nicht erstrebenswerte Folgen: wir sind unruhiger, unglücklicher, trauriger und wenn wir nicht aufpassen, können Erkrankungen wie Panikattacken und Depressionen auf der Tagesordnung stehen.

Und… Unsere Zukunft?

Ja, was ist denn eine Zukunft voller Stress? Eine stressige Zukunft? Nein, eine unglückliche Zukunft. Wenn wir uns mit Arbeit eindecken und kaum noch Luft bekommen, können wir nicht erwarten, dass sich das Kommende ändert. Wir müssen jetzt handeln, unsere mentale Gesundheit jetzt beachten und unseren Stress jetzt reduzieren. Im Internet und in Fachbüchern gibt es genug Hinweise, Tipps und Regeln, wie man mentale Gesundheit beachten und seinen Stress bewerkstelligen kann. Denn unsere Zukunft hängt von unserem Jetzt ab.

Es ist essentiell, auf sich zu achten, und nicht nur seinen Körper, sondern auch seinen Geist zu entgiften. Nicht jedes Problem muss sofort gelöst werden, wir leben alle mehr im Einklang und in Harmonie mit uns selbst, wenn wir auf unsere mentale Gesundheit achten und uns bewusst Pausen gönnen. Denn für unsere Zukunft brauchen wir einen gesunden Körper und einen gesunden Geist.

Text: Vanessa S.

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