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Kategorie: Krisen und Chancen

„So unglaublich lecker!“: Low-Budget-Gerichte zum Nachkochen

Wir kennen es doch alle. Wir wissen nicht, was wir abends essen wollen, aber Takeaway wird auf Dauer dann schon sehr teuer. Aber gleichzeitig, wenn man die aktuellen Preise betrachtet, wird Kochen immer mehr zu einer kostspieligen Angelegenheit. Das sollte es allerdings nicht. Kochen und Essen, das muss jeder Mensch – egal, wie viel Geld man hat. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich ein gesundes und leckeres Gericht zu zaubern.

Anbei habe ich für euch ein paar Low-Budget-Gerichte, die euch vielleicht helfen, trotz der hohen Lebensmittelkosten ein gesundes und ausgewogenes Gericht zu kochen. 

Pasta mit Kürbis

Pasta mit Kürbis hört sich jetzt zwar super langweilig an – aber nein. Das Gericht ist so unglaublich lecker. Dieses Essen kam bei jedem, der das probiert hat, super an und ist gleichzeitig wirklich billig mit etwa 6 Euro Zubereitungskosten für ungefähr 3 Personen.

Zutaten:

700g Hokkaido Kürbis

400 ml Hafersahne

400g Nudeln deiner Wahl

1 Zwiebel

2 EL Öl

1 Prise Salz

Pfeffer

1 TL Paprika Edelsüß

Optional: 1 TL Hefeflocken

Zubereitung:

  1. Backofen auf 200 Grad O/U vorheizen.
  2. Kürbiskerne entfernen und ca. ¾ vom Kürbis in Stückchen schneiden. (Hokkaido muss nicht geschält werden.) 
  3. Kürbis auf einem Backblech mit 1 EL Öl vermischen und ca. 35-45 Minuten backen. (Je nach Dicke der Stücke variiert die Backzeit. Also immer mal wieder schauen, ob der Kürbis durch ist.)
  4. Den restlichen Kürbis und die Zwiebel in feine Würfel schneiden. 
  5. Pasta nach Packungsanleitung zubereiten.
  6. Währenddessen Zwiebel in Öl gold-braun anbraten und Kürbiswürfel hinzugeben. So lange anbraten bis der Kürbis weich ist.
  7. Ist der Kürbis aus dem Backofen fertig, wird dieser mit der Hafersahne püriert (Ihr könnt den Pürierstab oder einen Mixer nehmen). Falls die Soße zu fest ist, diese mit Wasser verdünnen.
  8. Den pürierten Kürbis in die Pfanne zu der Zwiebel und den Kürbiswürfeln geben und mit Salz, Pfeffer, Paprika sowie Hefeflocke würzen. 
  9. Anrichten und Genießen! 😊

Fruchtiges Spekulatius-Porridge

Zutaten:

50g Haferflocken

150ml Pflanzendrink

1 Apfel

2-3 TL Zucker

6 Stk. Spekulatius

1 Banane 

½ TL Zimt 

½ TL Lebkuchengewürz

Zubereitung:

  1. Die Banane mit der Gabel zerdrücken. 
  2. Haferflocken mit Pflanzendrink, Zimt und Lebkuchengewürz aufkochen bis die Haferflocken aufquellen. Je noch Konsistenz könnt ihr mehr oder weniger Pflanzendrink hinzufügen.
  3. Banane und kleingehackte Spekulatius unter die Haferbreimasse rühren.
  4. Den Apfel in dünne Scheiben schneiden und in eine Pfanne geben. Die Apfelschnitten nun mit dem Zucker bestreuen und auf mittlerer Hitze karamellisieren bis diese gold-braun sind.
  5. Währenddessen den Spekulatius mit einem Messer kleinhacken.
  6. Zum Schluss das Porridge in eine Schüssel geben, mit den Äpfeln und dem kleingehackten Spekulatius anrichten und genießen! 😉

Dieses Spekulatius-Porridge ist das perfekte Frühstück in der Weihnachtszeit durch die karamellisierten Apfelscheiben und die Gewürze einfach nur ein Traum. Mit ca. 3,50 Euro, die ich hierfür ausgegeben habe, eine perfekte Alternative zu verpacktem Porridge und gleichzeitig so unglaublich lecker.

Teriyaki-Gemüse auf Couscous 

Dieses Rezept war ursprünglich nicht für eine Veröffentlichung bei der Schülerzeitung geplant. Als ich es jedoch probiert habe, dachte ich mir, das müsse ich auf alle Fälle veröffentlichen. Bei der Gemüseauswahl könnt ihr euch frei austoben. Schaut einfach, was euch schmeckt und vielleicht auch nach Angeboten (Dann könnt ihr echt Geld sparen).

Zutaten:

1 Zucchini 

200g Kartoffel (festkochend)

1 große Tomate

½ Brokkoli

½ Zwiebel 

3-4 EL Teriyaki Soße (Asia Abteilung) 

1 Prise Salz & Pfeffer

300g Couscous 

½ TL Gemüsebrühe Pulver

Ca. 300ml kochendes Wasser

Zubereitung:

  1. Kartoffeln im Wasser weichkochen.
  2. Couscous und die Gemüsebrühe mit kochendem Wasser übergießen, mit einem Geschirrtuch abdecken und Quellen lassen. (Je nach Konsistenz Wasser nachgeben.)
  3. Gemüse schneiden und Zwiebel in Pfanne bei mittlerer Hitze gold-braun anbraten.
  4. Das restliche Gemüse hinzugeben und ca. 7-10 Minuten abraten, bis es fast fertig ist.
  5. Die fertigen Kartoffeln schneiden und zum Gemüse geben.
  6. Das Gemüse mit Salz, Pfeffer und der Teriyaki-Soße würzen, bis es den Wünschen entspricht.
  7. Zuletzt den Couscous auf dem Teller anrichten und mit dem Gemüse-Teriyaki-Mix toppen. Guten Appetit!

Ideen/Text: Lara D.

»Einmal Dunkelheit für mich« | Krisen und Chancen | (Mini-Selbst-) Reportage

»Wovor hast du Angst, Vanessa? Dunkelheit ist nur das Fehlen von Licht.«

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Das Licht knipst aus. Doch es ist ein anderes Ausknipsen. Ich sehe nicht den Moment, wie die Lichterketten ausgehen, wie das kleine Nachtlicht an meinem Schreibtisch auf einmal den Geist aufgibt – ich laufe in das ausgeknipste Licht hinein… Unter meinen Schuhen knirscht herabgefallenes Laub, der Wind weht in meinen Haaren. Ich erblicke nichts außer einem Feldweg, auf dem schier nichts zu sehen ist. Eine angrenzende, immer dichter werdende Reihe an Bäumen.

Das… ist Dunkelheit.

Seit fast zwanzig Minuten sind wir unterwegs. Mein Freund hält stetig meine Hand fest als wäre ich ein Kind. Obwohl ich strikt darum gebeten hatte, dass er nie meine Hand loslassen darf, fühlt sich ein kleiner Teil in mir merkwürdig. Wir sind schon einmal in purer Dunkelheit um den See bei mir in der Nähe herumgelaufen, und bis auf einen Hasen, zwei Jogger und einige Fahrradfahrer ist uns nichts und niemand begegnet. Kein Monster, keine gruseligen Schatten… Es waren nur er und ich.

Trotzdem fühlte es sich nicht danach an. Aber wieso?

Was ist Dunkelheit?

Dunkelheit wird als »lichtarmer Zustand« definiert. Wobei lichtarm albern ist. Ich schlafe lichtarm ein, und das mit Lichterketten, einem Nachtlicht und offener Zimmertüre – schon seit ich klein bin. „Lichtarm“ ist für mich, wenn trotzdem noch Stromkosten gezahlt werden oder der Mond herumschimmert. Und Dunkelheit ist für mich, dass ich die Augen ganz weit aufgerissen habe und versuche, genau dasselbe zu sehen, wie mit Licht. Und dabei scheitere ich, weil eben kein Licht um mich herum ist.

Im Laufe meiner Recherche habe ich einige Definitionen, Symbole und auch Vergleiche gefunden, die mich die Stirn haben runzeln lassen. Dunkelheit als Form der Weisheit der Natur, als biblisches Symbol.

In der Bibel gibt es einiges Interessantes zum Thema Dunkelheit und Finsternis – und die klare Position dazu. Das folgende Evangelium zeigt das am besten.  

„Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, dass euch die Finsternisse nicht überfallen. Wer in Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingehet“ | Johannes, 12:35

Dunkelheit ist also ein lichtarmer Zustand mit mieser Bedeutung. Was können wir uns jetzt logischerweise davon versprechen? Richtig…

… Angst.

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»Da ist etwas«, sage ich und rüttle an dem Arm meines Freundes. Er schaut nicht mehr in dieselbe Richtung, in die ich gerade schaue. Es ist Licht durch eine Kulisse von engstehenden Bäumen in der Mitte des Waldes.

»Da ist nichts«, entgegnet er mit einem tiefen Seufzen.

Er hat die Frage beantwortet – schon fast ein Dutzend Mal. Er weiß, dass da draußen nichts lauert; nur Vögel, Rehe und andere Lebewesen, die die Nacht begrüßen und umherstreifen. Er weiß, dass er keine Angst haben muss.

Doch ich sehe Monster in den Bäumen, ich höre herumlaufende Schatten in Form von fallenden Blättern, ich spüre den Atem der Angst um meinen Körper als einen Nebel. Ich sehe alles und nichts. Das ist das Lustige an der Dunkelheit.

Ich habe mittlerweile eine Kapuze auf, eine Taktik von uns, die Angst ein wenig zu dämmen. Ich fühle mich wohler, wenn ich sie aufhabe, so kann ich mich für den Moment nur auf den Weg vor mich konzentrieren. Je länger wir unterwegs sind, desto kräftiger wird der Griff um die Hand meines Freundes. Je länger wir unterwegs sind, desto klarer wird, was sich seit Jahren in meinem Inneren ausgebreitet hat und mir das hier erschwert: ausgefallene Fantasie.

Warum haben wir Angst vor der Dunkelheit?

Die Angst der Dunkelheit hat tiefe Wurzeln: Sie beginnt mit Menschen und sie beginnt im Menschen. Unsere Vorfahren haben die Angst vor der Dunkelheit erkannt: Die Sicht ist eingeschränkt, die Finsternis ist voller wilder Raubtiere. Es ist also eine berechtigte Angst, die uns schützen soll.  

Kinder haben häufig größere Angst vor der Dunkelheit, wenn sie eine Fantasie haben, in der sie Monster, unsichtbare Geister und Co. ausmachen. Nichts desto trotz sollten Eltern die Ängste ihrer Kinder sehen und entsprechend damit umgehen. Ihnen mitzuteilen, es wäre »gar nichts dort« und man »bildet es sich nur ein« bringt nichts außer noch mehr Frustration und Angst, die bis ins Erwachsenenalter reichen kann.

Wenn wir erwachsen werden, schwinden mehr und mehr Ängste. Doch sollte die panische Angst anhalten, spricht man in Fachkreisen von Achluphobie oder Nyklophobie, auch bekannt als die Angst vor dem Nebel und der Dämmerung. Dann muss man sich Therapien unterziehen und mit der Finsternis konfrontiert werden – keine schöne Erfahrung. Und wenn wir ehrlich sind, niemand wird die Angst von der Dunkelheit so richtig los…

Dunkelheit: Hand in Hand mit Horror und psychologischer Angst

Auch, wenn die Urangst keinen richtigen Auslöser hat, so zählen sich Horrorfilme, Literatur und die eben erwähnte Fantasie ganz weit oben zu verstärkenden Faktoren. Wenn es etwas Natürliches ist, sich Monsterlein und Gespensterchen im Kopf auszumalen und sechs Jahre alt zu sein – was passiert mit uns, wenn wir als Erwachsene Horrorfilme sehen und die dort gesehenen Gestalten plötzlich in unserer Umgebung platziert sind? Unsere Urangst breitet sich aus. Das ist der gutgelungene Trick von gutgelungenen Horrorfilmen; sie verfolgen uns tagelang und münden in psychologischer Angst. Effekte, Musik, Visualisierungen, die gezielt eingesetzt werden, um uns nachts nicht schlafen zu lassen (Wobei das meiner Meinung nach eine echte Kunst ist, die mich nach wie vor begeistern kann).

Ich selbst bin früh mit Horrorfilmen in Berührung gekommen und habe seither ständig Bilder im Kopf, die nicht förderlich sind, sobald es dämmert. Das Einzige, was es lindern kann, ist nicht nur eine Reihe an Dingen zu beachten, die Horrorfilme und den Konsum angehen (siehe Ende), sondern sich auch klar zu werden, dass Angst vor Finsternis in Ordnung ist. Es ist »nur« generalisierte Angst ohne Auslöser aber mit Grund.

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Wir sind auf dem Weg zurück nachhause.

Der Wind hat angefangen zu rauschen, die Blätter sind feucht vom Regen. Ich höre ihn, den Regen. Ich spüre die Hand meines Freundes. Ich schließe die Augen und weiß, dass es nicht schlimm ist, dieses kalte Gefühl im Rücken zu spüren. Ich halte die Augen geschlossen und atme tief durch, ehe ich mich ein weiteres Mal umdrehe und nichts hinter mir finde.

»Du wirst auch nichts finden«, sagt mein Freund als ich ihm von meinen Gedanken erzähle.

Und damit hat er recht.

Ich werde nichts hinter mir finden, außer den Gestalten, die es nur in meinem Kopf gibt. Es ist alles nur eine Kopfsache.

Je öfter ich hinter mich blicke, desto größer wird der Abstand von mir zu dem Wald, der mich absolut unversehrt hinterlassen hat.

Ich bin nach wie vor wachsam: Ich schlafe mit Lichterketten und manchmal mit meinem Hund Sammy neben mir, aber jedes Mal, wenn ich Angst verspüre, mache ich drei Dinge: Abwarten, Durchatmen, Umdrehen. Das hat mir geholfen, eine gewissen Kontrolle von der Urangst zu haben, die ich sowieso nie loswerde.

Was bei Horrorfilmen zu beachten ist:

  • Nie alleine und in isolierter Dunkelheit konsumieren
  • Backstage-Szenen und das Making-Of ansehen, um die Kunst (oder vielleicht doch Wissenschaft?) dahinter zu sehen
  • Darüber sprechen: Was hat dir Angst gemacht? Warum?
  • Darüber lachen: Was war hervorsehbar? Warum war es idiotisch, dass die Protagonistin oder ein Protagonist wieder alleine in den Keller gelaufen ist?
  • Sich klar machen, dass nichts davon real ist: Keine Gespenster, keine Horrorfiguren und auch keine dummen Protagonisten, weil wir uns mit unseren Ängsten auseinandersetzen!

Somit sollte man nicht versuchen, die Angst vor der Finsternis zu bekämpfen, sondern sie einzuschränken und sich bewusst zu machen, mit was man es zu tun hat. Losgeworden ist die Angst kaum jemand, also werde ich es auch nicht. Ich habe nur gelernt, was es heißt, seine Angst zu steuern, und sich vor seiner Angst, wortwörtlich, nicht in die Dunkelheit drängen zu lassen.

Text: Vanessa S.

Krisen²

Instagram-Nutzer verbringen durchschnittlich 53 Minuten pro Tag auf dieser Social-Media-Plattform. Das sind tagtäglich 53 Minuten, die hauptsächlich Teenager damit verbringen, durch ihren Feed zu scrollen, Storys und Reels anzuschauen und sich währenddessen einem nie endenden Informationsschwall auszusetzen. Diese Informationen, die wir tagtäglich auf unseren Ausflügen in die „soziale“ virtuelle Welt konsumieren, sind weit mehr als das, was wir jemals aufnehmen oder gar verarbeiten könnten. Und als wäre das nicht genug, sind die  Informationen, die uns über das aktuelle Tagesgeschehen informieren sollen, meist auch noch von negativer Art.

Natürlich: Hier muss zwischen  privatem Content und informierenden Posts unterschieden werden. Allerdings kann uns beides belasten. Ob es sich dabei um unsere Freundesgruppe handelt, die heute ohne uns in den Club geht, oder um die nächste Umweltkatastrophe im globalen Süden, spielt dabei keine große Rolle. 

Es sind Informationen über Krisen. Krisen, die sich überall auf der Welt abspielen, aber auch vor unserer Haustür. In der Straßenbahn mit der uns allzu gut bekannten Maske. In unseren Heizungskellern und in den bald wieder reaktivierten Brennstäben von Kernkraftwerken. An der Front in der Ukraine, sowie in sämtlichen diplomatischen Gesprächen zwischen irgendwelchen Abgeordneten. Im Ahrtal und auch in etlichen anderen Gebieten, wo der eskalierende Klimawandel Chaos hinterlässt. Im Iran und in allen anderen totalitären Regierungssystemen dieser Welt, die unendlich viel Leid verursachen. Und natürlich auch: in unseren Klassenzimmern mit all dem Leistungsdruck, den eine deutsche Oberstufe so mit sich bringt.

Das ist nur ein Bruchteil der Krisen, mit denen wir uns täglich konfrontieren müssen. Diese ganzen Nachrichten lassen einen nicht unberührt. Diese ganzen Krisen lassen einen nicht unberührt. Da ist es kein Wunder, dass die Prävalenz von depressiven Erkrankungen bei Jugendlichen seit Anfang der Corona-Pandemie deutlich angestiegen ist. Diese ist aber natürlich nicht nur der einzige Auslösefaktor für den fast explosionsartigen Anstieg von psychischen Erkrankungen. Es gibt genügend Auswahl. Die klimakrisen-bedingte Angst vor der Zukunft, die Geldsorgen wegen der Energiekrise, die soziale Isolation während Corona, die vor allem Teenager hart getroffen hat, die Angst, die ein Krieg in Europa schürt, wo wir uns doch seit 70 Jahren in Frieden gewogen haben und nicht zuletzt die Angst vor der Zahl, die rechts oben auf der nächsten Matheschulaufgabe steht. 

Das exponentielle Auftauchen von Krisen in den letzten Jahren ist besorgniserregend. Man könnte mittlerweile fast von Krisen hoch zwei, wenn nicht sogar hoch drei sprechen. Zusätzlich beeinträchtigen Krisen unseren Alltag, unser Denken und unser Handeln. Sie sind sozusagen allgegenwärtig und belasten uns auch dementsprechend, wenn wir nicht lernen, mit ihnen umzugehen.

Durch diese Allgegenwart kann auch schnell eine Überforderung entstehen. Eine Überforderung durch die Masse an Krisennachrichten, dass man gar nicht mehr weiß, was man als Erstes lesen soll, worüber sich als Erstes informieren. Also wortwörtlich die Qual der Wahl. Ein Grund dafür ist die immer schnellere Verbreitung von Informationen, welche durch die Digitalisierung ermöglicht wurde. Natürlich hat das Internet mit all seinen neuen Möglichkeiten auch sehr viele positive Eigenschaften, auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Es ist viel einfacher mit Personen in Kontakt zu bleiben, es können sämtliche Meetings global abgehalten werden, Informationen können über den gesamten Planeten innerhalb von wenigen Sekunden versendet werden usw. 

Durch diese Globalisierung wird unsere Welt allerdings auch immer schnelllebiger, wir scrollen nur noch durch unseren Feed, lesen die Überschriften, die uns der Algorithmus so ausspuckt, informieren uns aber auch nicht weiter, weil dafür ist ja keine Zeit. Es kommt zum Headline-reading. Ein klassisches Phänomen der Generation Z. Heutzutage sind alle halb informiert, aber niemand so richtig, was bei dieser Menge an Information unbestreitbar auch gar nicht mehr möglich ist. Zusätzlich kann man sich nie zu 100% sicher sein, dass die im Internet verbreiteten Informationen wahr sind, ob diese absichtlich oder unabsichtlich verbreitet wurden, spielt für den Konsumenten dann auch keine Rolle mehr. Die Resultate sind Halbwissen, die Verbreitung von Falschinformationen und Krisenmüdigkeit.

Aber gibt es den wirklich nur schlechte Seiten an Krisen? Nein, Kisen bringen auch immer Chancen mit sich. Chancen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Egal ob bei persönlichen Krisen mehr über sich selbst zu lernen und am Ende über sich hinauszuwachsen. Oder bei größeren weltpolitischen Krisen, die einem die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema zu befassen, sich seine eigene Meinung zu bilden und sich zu engagieren. 

Sicher: Nur wenn man die Kapazität dazu hat. Doch was wenn man keine Kapazität mehr hat, wenn einen die Allgegenwart der Krisen schon vollends überfordert hat? Wenn einen die Krisenmüdigkeit schon voll gepackt hat und man nur noch ausbrechen will, aus dem ewigen sich wiederholenden Albtraum der Bad-News? Das Stichwort lautet Pause. Mal abschalten. Nichts tun. Oder nur das was einem gut tut.In seiner Freizeit nicht die neusten Nachrichten auf Instagram checken, sondern den Kopf frei kriegen. Eventuell spazieren gehen, Sport machen, sich mit Freunden treffen, lesen oder eben das, was einem ganz individuell hilft runterzukommen. Und wenn man nicht mehr rauskommt aus dem schwarzen Loch der Bad-News: Hilfe suchen. Mit Freunden und/oder Familie reden oder sich professionelle Hilfe suchen. Es gibt immer eine Möglichkeit der Krisenbewältigung. 

Klar ist trotzdem: Es wichtig, informiert zu bleiben, sich eine eigene Meinung zu bilden, jedoch dann bitte mit seriösen Quellen, das kann auch der Tagesschau-Kanal auf TikTok sein, und differenziert, also kontrovers. Sich verschiedene Meinungen anhören und sich seinen/ihren eigenen Standpunkt bilden. Um mitzugestalten. Um aktiv zu werden. Um eine diverse, aufgeschlossene, gebildete und kritische Gesellschaft zu formen. 

Text: Lara Q.