friedo - Die Schülerzeitung der Beruflichen Oberschule Friedberg

Herzlich Willkommen, liebe Leserinnen und Leser!

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„Klub 27“ – Verstorbene Stars und vergoldete Erinnerungen

Am 23.11.2020 wurde Miley Cyrus 28 Jahre alt. Das Jahr zuvor war sie nüchtern, hat versucht, ihre Gesundheit und ihre Exzesse in Griff zu bekommen.

Sollte in einem jüngst erschienen Interview ihr verrutschtes Image etwa gerade gerückt werden? Unwahrscheinlich, weil es der Sängerin definitiv um etwas anderes geht.

Gegenüber Apple Music sagte sie, dass ihr 27. Lebensjahr das Jahr war, indem sie sich „schützen“ musste. Mit 27 wären so viele Symbole und Idole verloren gegangen, und dass sie nicht zum berüchtigten Club der 27 gehören wollte. Verständlich, schließlich ist Miley auch ein Symbol, das jahrelang Schlagzeilen schrieb.  

Mit Symbolen spricht Miley hier auf die Menschen an, die mit 27 Jahren gestorben sind. Ihre Einflüsse sind heute noch spürbar, weil wir beispielsweise von Kurt Cobain sowie Amy Winehouse noch viele Lieder im Radio hören können. Kurt Cobain starb an einer Überdosis Heroin und einem anschließenden Kopfschuss, während Amy Winehouse mit einer Alkoholvergiftung mit 4,6 Promille tot aufgefunden wurde. Den „Anfang“ machte Brian Jones, Mitbegründer der Rolling Stones.

Damit schafft Miley, nicht durch gesellschaftlichen Druck wieder „in die richtige Richtung zu fahren“, sondern durch sich selbst. An dieser Stelle zeigt sie eine gute Vorbildfunktion, weil Eigenverantwortung in der heutigen Zeit enorm wichtig ist.

Nach Jahren von negativen Schlagzeilen und „Backlash“ wollte Miley also nicht zu diesem elitären Club dazugehören. Der Tod von weiteren genialen Musikern innerhalb unserer gegenwärtigen Zeit wäre tragisch. Miley nahm also ihr Leben in die Hand und veränderte es, um die Liste nicht noch länger zu machen.

Text: Vanessa S.

Wusstet ihr eigentlich, dass…

…unser Mathematik- und Technologie-Lehrer Herr Drexler

… als Systembetreuer der Schule gleichzeitig ein Mitarbeiter der Schulleitung ist,

… und hierbei verschiedene Aufgaben im Hintergrund erledigt (er kommuniziert unter anderem mit EDV-Firmen oder berät die Schulleitung zu technischen Anschaffungen),

… ein Motorrad- sowie Musik-Fan ist und früher aktiver Bariton- bzw. Tenorhorn-Spieler in der Jugendkapelle Friedberg war,

… sich als „Fisch“ beschreiben würde, da er Wasser liebt,

… wenn er nicht als Lehrer tätig wäre, noch in seinem alten Beruf als Elektro-Ingenieur arbeiten würde,

…  wenn er an unserer Schule etwas verändern könnte, er den Lehrer-Schüler-Dialog stärken würde, sodass Schüler ihr Wissen – gerade im Bereich „digitaler Unterricht“ – den Lehrerinnen und Lehrern weitergeben könnten,

… durch strategisches Lügen, vor allem durch Politiker, sehr schnell auf die Palme gebracht wird,

… und in einer Bar gerne als Cuba Libre serviert werden würde, da ihn das an einen Spanien-Urlaub aus seiner Jugendzeit erinnert?

Interview: Johanna S.

Wusstet ihr eigentlich schon, dass…

… unser Englisch-, Geschichte- und Sozialkundelehrer Herr Badde

… die Bücher „Wartime Lies“ von Luis Begley und „Eine Jugend in Deutschland“ von Ernst Toller zu seinen Favoriten zählt,

… in seiner Freizeit gerne Flusswanderungen mit dem Boot unternimmt , seine Kinder um 3 Uhr morgens ins Auto trägt, um in den Urlaub zu fahren, sowie gerne filmt und kocht,

… Herr Badde sich selbst als eher gutmütig, an den Schülern interessiert und „coronagenervt“ beschreibt,

… sein Traumberuf mit sechs Jahren Papst und mit 16 Jahren Regisseur war,

… durch Rassismus, Intoleranz, sowie unnötige Bürokratie auf die Palme gebracht werden kann,

… diese Dinge an unserer Schule gern ändern würde:
Mehr Musik, Kunst, Theater, Film und nicht nur als „Wahlpflichtfächer“, sondern als richtige große Projekte,

… sein Alternativberuf zum Lehrer Koch gewesen wäre,

… er sich selbst rückblickend als ehemaligen Schüler „etwas arrogant“ kategorisieren würde,

… in einer Bar als Gin Fizz serviert würde,

… und wenn er die Gelegenheit hätte, etwas sofort in der Welt verändern zu können, er alles daran setzen würde Wohlstand und Armut auszugleichen?

Interview: Michelle W.

Sieg für die FOSBOS Friedberg bei „Jugend debattiert“ 2021!

Soll der Sportunterricht wegen der Pandemie bis Ende März ausgesetzt werden und sollen nicht notwendige private Reisen in ausgewiesene COVID-19-Risikogebiete verboten werden?

Im Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ beschäftigten sich acht Debattantinnen und Debattanten der Beruflichen Oberschule Friedberg mit genau diesen Fragen, um in hitzigen Diskussionen ihren Standpunkt zu vertreten.

Bereits am 20. Januar 2021 fand der Schulwettbewerb unter besonderen Umständen statt. Alle Schüler, sowohl Debattanten, als auch Lehrer und Schüler-Juroren, verbrachten einen Nachmittag damit, den Wettbewerb über Teams stattfinden zu lassen, da coronabedingt die Veranstaltung nicht wie gewohnt im Schulgebäude stattfinden konnte. Unsere „Jugend debattiert“-Koordinatoren L. Fürst und M. Uhlemair haben dies möglich gemacht.  Von 13:10 bis ungefähr 15 Uhr diskutierten die Schüler über die oben gestellten Fragen und kamen, je nach Jurorenauswertung, eine Runde weiter.  Die besten 2 (+ Ersatzteilnehmer) kamen letztendlich in die zweite Runde: den Regionalwettbewerb!

Der Regionalwettbewerb, wie der Name schon sagt, umfasst Schulen Südbayerns, die dazu bereit sind, an dem Wettbewerb teilzunehmen (so auch das St. Anna Gymnasium, die FOS in Passau, das Deutschherren-Gymnasium in Aichach und das Gymnasium Friedberg).

Die FOS/BOS Friedberg wurde in SEK 2 von den Schülern Adriano Franco (F12GA), Marie Grabmann (F12SA) und Alexander Schiller (F11SE) als Debattanten und von Michele Hargesheimer (F12GD) als Jurorin vertreten.

Der Regionalwettbewerb fand über die Kommunikationsplattform “alfaview“ statt und obwohl noch niemand der Beteiligten Erfahrungen mit dieser Plattform gesammelt hatte, lief technisch und organisatorisch (meistens) alles sehr gut. 

Am 15. März 2021 gingen dann also die ersten Debatten parallel in verschiedenen Kanälen los. Die erste Streitfrage war, ob für Demonstrationen, die während der Unterrichtszeit stattfinden, geworben werden darf? Nach der Debatte haben sich dann die Juroren in den jeweiligen Kanälen zusammengesetzt und über die Punkteverteilung der jeweiligen Debattanten beraten. Ich, als Jurorin, kann sagen, dass es sicherlich keine leichte Aufgabe war, da die Schüler, über die ich jurieren durfte, alle sehr gut auf das Thema vorbereitet waren und so eine lebhafte Debatte zustande gekommen ist. 

Gegen 16 Uhr ging es darum, ob der Online-Handel verpflichtet werden sollte, Retouren wieder oder zumindest weiter zu verwerten. Auch in dieser Debatte bewiesen die Schüler gute Sachkenntnis. Die Pro- wie auch die Contraseite hatten beide sehr starke Argumente, die sie bis zum Schluss hartnäckig vertreten haben.

Schlussendlich wurden alle Punkte, die von den Juroren vergeben wurden, zusammengezählt. Wer an der Finaldebatte teilnimmt, entschieden die gesammelten Punkte, die jeder einzelne Schüler über eine Debatte hinweg in 5 Kategorien von 0-5 Bewertungseinheiten, die von den 3 Juroren + Zeitwächter verteilt werden,  bekommt. 

Um ungefähr 18:30 wurden dann also die Finalisten bekanntgegeben. Unter ihnen auch Adriano Franco aus unserer Schule! Nun musste Adriano sich also mit drei weiteren Schülerinnen und Schülern aus verschiedene Schulen, die Frage stellen, ob Krankenhäuser ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben werden sollen.

Aus Zuschauersicht ergab sich eine unglaublich starke und interessante Debatte, bei der jede Seite sehr gute Argumente hatte und die Streitfrage für die Zuhörer sehr interessant machte.

Nachdem die lebhafte Diskussion zu Ende war, berieten sich die ausgewählten Juroren in einem separaten Raum über lange 20 Minuten. Schließlich ging es um die Frage, wer den Wettbewerb gewonnen hatte und wer somit am Landesfinale, das am 26.04 auch digital stattfinden wird, teilnehmen würde.

In einer spannenden Platzierungsverkündung wurden dann endlich die erlösenden Worte gesagt: Adriano Franco hatte den 1. Platz gemacht und sich somit gegen 16 potenzielle Gewinner meisterhaft durchgesetzt.

Mehr als verdient!

Adriano steht nun also im Landesfinale – über was genau debattiert wird, ist noch unbekannt, aber die ganze Schule drückt die Daumen! 

Das ganze Team der Schülerzeitung Friedo sagt: Herzlichen Glückwunsch zum Sieg und weiterhin viel Erfolg!

Text von „Jugend debattiert“-Jurorin Michele H.

Cosplay – Hobby, Lifestyle, Kultur

Wenn man auf viel auf Social Media unterwegs ist, ist man ihnen sicher schon das ein oder andere Mal begegnet: Menschen, die sich verkleiden und in eine Rolle schlüpfen. Damit sind nicht die Leute gemeint, die sich einmal im Jahr auf Karnevalsumzügen oder Halloweenparties tummeln – die sogenannten „Cosplayer“ werfen sich das ganze Jahr über in Schale, einige sogar beruflich.

Die Cosplay-Community ist über die letzten Jahre stark gewachsen. Das Wort kommt aus dem Englischen. „Costume“ und „play“ wurden zu Cosplay. Wie der Name schon andeutet, geht es dabei nicht ausschließlich um die Kostüme, das Aussehen wie der Charakter, den man darstellt; Cosplayer versuchen, auch ihr Verhalten und ihre Körpersprache der jeweiligen Figur anzupassen. Gerade auf sogenannten „Cosplay-Conventions“, wo sich – je nach Größe der Convention – Menschen aus der ganzen Welt treffen, um sich auszutauschen, Bilder zu schießen und ihre besten Kostüme zur Schau zu stellen, fühlt man sich oftmals wie in einem riesigen, bunten Theater.

Angefangen hat das Cosplay in Japan, wo es mit der Entstehung von Anime und Manga – japanischen Zeichentrickfilmen und Comics – schnell an Popularität gewann. In den 1990er Jahren kam es dann auch nach Europa und in die USA. Anfangs war Cosplay mehr oder weniger auf Anime und Manga beschränkt, schnell entwickelte es sich jedoch auch zu einem Trend in der Gaming-Community und auch Filmfans fanden bald Gefallen daran. Inzwischen gibt es so gut wie keine Grenzen. Jeder kann jeden Charakter darstellen – sogenannte Crossplayer, die sich als Charaktere von anderem Geschlecht verkleiden, sind das beste Beispiel dafür.

Viele Cosplayer – vor allem solche, die schon seit mehreren Jahren dabei sind – machen ihre Kostüme selbst. Es wird genäht, geklebt, geschnitzt und seit einiger Zeit auch immer mehr mit 3D-Druckern gearbeitet. Doch es gibt auch Cosplay-Shops im Internet, die teils sehr detailgetreue Kostüme und Requisiten („Props“ genannt) anbieten. Außerdem sind sogenannte „Closet-Cosplayer“ ein Teil der Community – sie verwenden ausschließlich Dinge, die sie in ihrem Kleiderschrank haben oder kaufen Alltagskleidung, um sie für ihre Cosplays umzufunktionieren. Auch die berühmt-berüchtigten „Furries“, also Menschen, die vermenschlichte Versionen von Tieren darstellen, gehören dazu. Doch obwohl die Cosplay-Gemeinschaft sehr bunt gemischt ist, herrscht doch eine gewisse Einigkeit. Es ist eben schön, andere Menschen zu haben, die genauso verrückt sind, wie man selbst.

Ich selbst bin seit zirka Ende 2016 Cosplayerin. Dabei war der Einstieg leichter als gedacht: Im Internet ist es leicht, bestimmte Gruppen von Cosplayern zu finden und die meisten sind immer froh, neue Mitglieder zu begrüßen und einweisen zu können. Angefangen habe ich mit Closet-Cosplay, inzwischen versuche ich immer mehr, meine Kostüme und Props selbst zu machen. Im April 2019 war ich dann das erste Mal auf einer Convention – und dann gleich auf der grüßten Convention Bayerns, der „Animuc“. Aber gerade die Größe der Convention macht den Charme aus. Aus ganz Europa und teils sogar Amerika fanden sich Cosplayer zusammen, Fotografen liefen durch die Menge und suchten nach Cosplayern, die sie nach ein paar Fotos fragen konnten. Dazwischen sah man immer mal wieder auch „normale“ Menschen, die sich die Kostüme ansahen und nach Fotos mit ihren Lieblingscharakteren fragten. Auf der Animuc habe ich das erste Mal gemerkt, was es bedeutet, Cosplayer zu sein: Damals war ich noch sehr unerfahren, es war das erste Mal, dass ich meine Kostüme überhaupt irgendwem zeigte, abgesehen von meinem näheren Umfeld; trotzdem wurde ich von Menschen, die teils Profis sind, herzlich aufgenommen. Der Zusammenhalt in der Community war deutlich spürbar, man kam ins Gespräch mit Menschen, die man vorher nie gesehen hatte und irgendwie waren alle Freunde.

Leider hat Corona auch Cosplayer hart getroffen. Conventions mussten ausfallen, Fototermine waren kaum mehr möglich und sind inzwischen vollständig gestrichen und vor allem professionelle Cosplayer hatten mit Verlusten zu kämpfen. Die Herstellung und Beschaffung von Kostümen ist nicht billig und ohne Fototermine hat man kaum eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Viele Profis benutzen jetzt Selbstauslöser und verkaufen Ausdrucke über Internetshops. Die beliebte App TikTok – die als App für Cosplayer begann und nun weltweit von allen möglichen Menschen benutzt wird – hat einen sogenannten „Creator-Fund“ eingerichtet, durch den man mit einer gewissen Anzahl von Views und Likes etwas Geld verdienen kann. Trotzdem: Das Virus hat die Cosplay-Community genauso erwischt, wie jede andere kreative Berufsgruppe.

Es bleibt nur zu hoffen, dass man sich bald wieder mit Fotografen treffen kann, um die Einnahmen zu steigern. Und auch für Cosplayer, die es nur als Hobby betreiben, wird es sicher eine Erleichterung sein, wieder auf Shootings zu gehen und sich mit Freunden aus der Community zu treffen.

Text: Gina H.

Krisenjahr 2020? | 20 gute Aspekte trotz Pandemie

Wenn wir irgendwann an Corona zurückdenken, werden die negativen Aspekte deutlich mehr wiegen als die positiven (nein, damit meine ich nicht die Corona-Tests). Es klingt zynisch, das zu sagen – Aber mal ganz ehrlich, wir sollten weder das Jahr 2020 per se zum „Albtraum-Jahr“ erklären, noch so darauf beharren, Tag für Tag nur noch das Schlimme in der aktuellen Krise zu sehen. Deshalb 20 gute Aspekte trotz Pandemie:

  1. Du hast vielleicht an deine Freunde/Verwandten gedacht, vielleicht mit ihnen telefoniert und geskypt und wieder Kontakt aufgenommen.
  2. Du hast dich vielleicht viel mehr für Politik interessiert als sonst und eher die Nachrichten verfolgt.
  3. Du hast bestimmt Zeit für dich selbst gehabt, was in stressigen Phasen die beste Medizin sein kann.
  4. Du hast vielleicht öfter etwas mit deiner Familie/ engsten Freunden (natürlich auf Abstand und mit Maske) unternehmen können.
  5. Du hast vielleicht nicht jeden Tag die Sonne gesehen, aber dich vielleicht dafür interessiert, warum sie scheint? Oder warum andere Dinge sind, wie sie sind, und „Dr. Google“ genutzt.
  6. Du hast vielleicht Sport gemacht (oder zugenommen. Was auch nicht schlimm ist, weil alles, sobald die Pandemie vorbei ist, schneller weg ist, als du denken kannst).
  7. Du hast vielleicht reflektieren können.
  8. Du bist vielleicht kreativer geworden.
  9. Und bestimmt hast du mehr geschlafen als sonst (Ja, ich auch).
  10. Du bist flexibler geworden, weil du zusehen musstest, deine Schule/Hobbys/Sonstiges auch ohne deinen normalen Alltag zu meistern.
  11. Du hast bestimmt etwas über dich herausgefunden, was du vorher nicht wusstest (oder über andere, wer weiß?).
  12. Du hast vielleicht Wege gefunden, dich trotzdem noch ausreichend an der frischen Luft zu bewegen.
  13. Du hast vielleicht eine neue Serie angefangen und bist richtig froh deswegen.
  14. Du konntest vielleicht Projekte umsetzen, für die du sonst keine Zeit gehabt hättest.
  15. Du hast bestimmt per Videochat oder Telefon mit deinen Freunden gequatscht und bist bis spät in die Nacht aufgeblieben, weil du ja nirgendwo hin musstest (Ja, ich auch).
  16. Du musstest zwar auf Umarmungen verzichten, kannst dich aber darauf freuen, deine Liebsten bald wieder in die Arme zu schließen.
  17. Du musstest Wege finden, deine Langeweile zu bekämpfen.
  18. Du kannst später über etwas Einzigartiges erzählen.
  19. Du bist selbstloser geworden, um kranke Menschen vor dem Tod zu schützen!
  20. Du weißt jetzt, was es heißt, monatelang allein zu sein und kannst stolz sein, es bis hierhin gemeistert zu haben!

Idee/Text: Vanessa S.

Zwischen Büchern, Blumen und Bildern: BOOKSTAGRAM | Die Community für Bücherfans

Je öfter wir uns verändern, desto größer scheint die Chance, am Abend vielleicht nicht mehr in den Seiten eines Buches zu versinken. Wem in der Kindheit selten vorgelesen wird, der wird auch in seinen späteren Jahren wahrscheinlich keine gedruckten Worte lesen. Doch es gibt Menschen, für welche Bücher und Geschichten und die ständige Lektüre ein fester Bestandteil geworden sind.

Viele von ihnen teilen ihre Leidenschaft niemandem mit, andere schon. Letztere sind häufig in vielen Social Media-Plattformen zu sehen, wie auf TikTok oder eben Instagram. Aber diese Communitys nennen sich dann natürlich: Booktok und Bookstagram.

Jetzt aber zur wichtigsten Frage: Warum sollte man Bilder von Büchern machen, auf Decken und mit Kerzen, Blumen und Perlen dekoriert? Alles nur für ein paar Likes? Nun ja. Das ist den Menschen dort nicht so wichtig. Der Austausch wird groß geschrieben. Ich bin selbst Teil davon und weiß genau, wie herzlich man aufgenommen wird. Die Likes sagen nichts aus, man unterhält sich trotzdem mit jedem, der vielleicht nur zwanzig davon hat.

Man macht Bilder und stellt sie hoch. Und dann? Dann stehen einem viele Wege offen: Entweder man schreibt eine Rezension zu einem Buch, das man gerade gelesen hat. Schreibt eine Leseempfehlung oder schwärmt über einen Neuzugang (= Ein neues Buch. Es ist keine Seltenheit, dass man während der Zeit mehrere Bücher ansammeln wird, ich spreche aus Erfahrung). Oder, ganz beliebt, man beschwert sich über seinen SuB (= seinen Stapel ungelesener Bücher. Auch der wird nicht gerade geringer ausfallen, sobald man beitritt). Um Bücher wirklich zu lieben, muss man kein „Bookstagrammer“ sein. Trotzdem ist der Austausch gerade das Wichtige daran. Man unterhält sich, beschwert sich und versucht sich an einem neuen Genre.

Das wohl coolste Erlebnis, das man haben kann, ist, wenn der Autor selbst über die Bilder stolpert und sich mit einem Kommentar verewigt. Für Verlage oder Selfpublisher-Autoren (Autoren, die ohne Verlag ihre Bücher veröffentlichen) ist Bookstagram häufig eine gute, kostenlose Werbung für ihre Bücher (Ich will nicht wissen, wie viele Bücher ich mir nur dank Bookstagram geholt habe).

Mittlerweile sind es Millionen von Beitägen, verteilt auf #Bookstagram oder #Bookoftheday oder #Shelfie. Viele Nutzer kommen täglich dazu und probieren es aus. Man braucht kein teures Equipment, es reicht völlig, wenn der eigene Stil durch Ausprobieren erforscht wird.

Es geht also nicht darum, einfach wahllos Bücher in die Kamera zu halten, sondern darum, seine Leidenschaft für Bücher zu teilen. Wer Interesse hat, sollte es sich unbedingt mal anschauen und einfach die Hashtags eingeben.

Text: Vanessa S.

Isolation und Frustration statt Kreation und Kommunikation – Geraubte Jugend wegen COVID-19?

Was passiert dank Corona mit unserer Generation?

Menschen fällen in ihrer Jugend so viele Entscheidungen, merzen Fehler aus und versuchen bei dem Gedanken Erwachsen zu werden, nicht umzukippen. Die einzigen Momente, in denen wir durchschnaufen können, und nicht von Hormonen und Klausuren in einen unaufhaltsamen Sturm aus Chaos gezogen werden, sind doch zuhause.

Aber seit März sind wir an unseren Laptop gekettet und gezwungen, unsere eigenen vier Wände anzustarren. Also Netflix-Marathon neben dem Online-Unterricht für die richtige Work-Life-Balance?

Die Meinungen gehen weit auseinander; viele Menschen finden den Lockdown sinnvoll, andere haben andere Überzeugungen. Auf welcher Seite man letzten Endes steht, ist egal, wenn man sich ansieht, was Jugendliche in diesen Monaten an „echter Zeit“ oder Neudeutsch Quality Time verloren haben. Dafür braucht man keine Meinung oder Überzeugung, es ist ein Fakt.

Konzerte? Nein. Freunde treffen? Nein. Aus dem Haus verschwinden, um dort wenigstens durchschnaufen zu können? Nur mit Maske. Für Kinder ist der Lockdown eine Sache, die sie jetzt noch nicht nachvollziehen können. Die meisten finden Beschäftigungen, notfalls durch die Eltern oder durch von der Schule verteilte Aufgaben. Vielleicht sagt man ihnen, dass es nicht mehr lange dauert oder sie sich keine Sorgen machen müssen.

Ich bezweifle, dass Jugendliche solche Sätze wirklich „hören“. Die sollen mehr Verständnis haben, sich auf ihre Online-Kurse konzentrieren und am besten nicht auch noch durchdrehen. Sie treten an die Schwelle des Erwachsenwerdens und müssen einen kühlen Kopf bewahren.

Sowieso sind diese Jahre verrückt, ungeplant und an einigen Stellen schockierend. Man darf viel und doch nichts. Ins Kino gehen oder an heißen Sommernächten schwimmen gehen sind die besten Erinnerungen, neben den Schnispeln an die Schulzeit und die Freundschaften. Das fehlt uns allen.

Wir wollen Fehler machen. Die Welt genießen und dabei tausende Emotionen gleichzeitig spüren. Statt das Leben in Farben zu sehen, sehen wir es in Pixeln auf Bildschirmen.

Lasst uns trotzdem auf das Beste hoffen und die Zeit durchstehen. Unten findet ihr eine Telefon-Hotline, die darauf spezialisiert ist, Menschen in der Zeit der Pandemie beizustehen.

Wenn wir jetzt schon keine Erfahrung machen können, wie Süßigkeiten ins Kino zu schmuggeln oder die Hausaufgaben im Schulbus zu erledigen (Ok, geben wir es zu, vielleicht kurz bevor wir uns in den Konferenzraum schalten), bleibt uns eine Erfahrung erhalten, die unsere Generation mit am Stärksten erleben wird:

Was es wirklich heißt, komplett allein zu sein und die Tür des Erwachsenenlebens ohne Hilfe zu öffnen.

Kommentar von Vanessa S.

Info-Telefon Depression:

0800 / 33 44 533
Mo, Di, Do: 13:00 – 17:00 Uhr
Mi, Fr: 08:30 – 12:30 Uhr
(www.deutsche-depressionshilfe.de/corona)

John Lennon bis Lady Gaga – Die Geburt des Mainstreams

Wo wir uns bewegen und wo wir gerade stehen, hat immer einen Ursprung. Genauso ist es bei den Medien, die bis jetzt die starken Einflüsse der 1960er, 80er und 90er-Jahre nutzen.

Den Pop könnte man als „Unterhaltungskultur für die Masse“ definieren, vor allem, weil in dieser Zeit die wirkliche Massenproduktion ihren Anfang gefunden hat. Bücher, Filme, Musik, Sexualität, alles wurde von dieser Welle mitgerissen, die bis jetzt in der heutigen Gesellschaft verankert ist. Die Geburt des Mainstreams eben. Ist auch verständlich; etwas, das in der breiten Masse vertreten und nachgefragt wird, begeistert täglich mehr und mehr Menschen. Bekommt mehr Fans und wird tritt häufiger in den Mittelpunkt.

Bob Dylan beispielsweise verknüpfte die Politik geschickt mit der Musik. John Lennon schaffte es mit dem Song „Imagine“ eine philosophische Idee zu untermauern. So setzen sie erste Schritte in der Popkultur und zahlreiche andere Sänger*innen treten in ihre Fußstapfen.

Inzwischen gibt es viele Kategorien, die sich mit der Popmusik verbinden; beispielsweise Rap-Pop, Country-Pop oder Rock-Pop. Künster darunter gibt es reichlich. Sie landen in den Charts und werden Millionen Male im Radio gehört, sie erhöhen die Nachfrage und schaffen es, die Popkultur weiterhin fortbestehen zu lassen.

Doch was ist das Geheimnis daran? Lieber erschaffen, was es schon tausende Mal in einer anderen Farbe gibt oder eine Marktlücke schließen? Nun, die Musik passt sich gewissermaßen an die Menschen an, wagt wenig Risiken und überlässt talentierten Künstlern den Vordergrund.

Dabei hat die Popkultur viele Wandel durchlebt. Die wirkliche Entstehung war um 1950, doch über die Jahre hat sie sich angepasst. Der Pop von heute ist nicht das, was vor Jahren Pop war. Er verändert sich, bleibt aber bestehen. Eine Masse wird es immer geben, sie unterscheidet sich nur in dem, was sie hört. Und wer weiß, welche Musik später einmal genau das repräsentierten wird, wovon niemand genug bekommen kann?

Text: Vanessa S.

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