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Kategorie: Spitzenthema (Seite 2 von 6)

„Emotionen und therapeutische Kraft“: Die Vielfalt der Musik

Rap, Metal, Hip-Hop. Dies sind alles verschiedene Musikgenres – und es gibt noch viele, viele mehr. Beinahe alle Jugendlichen, aber auch Erwachsene lassen sich heutzutage in ihrem Alltag von Klängen und Rhythmen beschallen. Dabei hat jeder einen unterschiedlichen Geschmack bei der Wahl der verschiedenen Songs. Die Songproduktion ist in unserer Zeit dominiert von verschiedenen Tools wie Synthesizern oder Autotune. Vielleicht einfach, weil es „modern“ ist.

In unserer Welt sind wir allerdings nicht nur passiver Zuhörer, sondern selbst aktiver Produzent von Tönen und Klängen. Denn beispielsweise beim Sprechen erzeugen wir Schallwellen, die beim Gegenüber ankommen. Quasi als Musik in Form von Sprache – wenn man so will.

Produzenten von „richtiger“ Musik, von Liedern und Songs, sind viele von uns, da sie ein Musikinstrument spielen. Das Gegenteil vom Hören elektronisch-produzierter Musik also.

Der Fokus dieses Artikels soll primär auf dem Muszieren in einem Orchester liegen. Klingt vermutlich im ersten Moment für einige Leserinnen und Leser total langweilig. Man denkt dabei vielleicht an Blasmusik, vielleicht auch an Streichmusik. In der klassischen Blasmusik existiert nach Meinung vieler Laien nur Marschmusik, während Streicher oft in der Klassik unterwegs sind.

Aber so einfältig sind die meisten Musikvereine und deren Orchester nicht. Arrangements für Blas- und Streichorchester gibt es in allen verschiedenen Varianten: Arrangements von modernen Popsongs wie beispielsweise Perfect (Ed Sheeran) bis hin zu Hard-Rock-Versionen wie Crazy Train (Ozzy Osbourne).

Bei einer ausreichend großen Besetzung mit möglichst vielen, verschiedenen Instrumenten kann man annähernd jedes Arrangement spielen, denn es gibt diese natürlich (fast) immer in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, sodass selbst schon junge Musiker eine Version von „Pirates of the Caribbean“ oder „Harry Potter“, eher zwei anspruchsvollere Stücke, spielen können.

Als Musiker in einem Orchester ist man Teil eines großen Ganzen. Man knüpft dort Freundschaften, hat Spaß am gemeinsamen Musizieren und tut in seiner Freizeit etwas Sinnvolles. Denn das Spielen eines Instrumentes fördert zum Beispiel das Gefühl für Rhythmen und Klänge – gerade in einem Orchester ist man darauf angewiesen, auf die anderen zu hören und unter Umständen am eigenen Ton und Klang zu arbeiten, sodass man beim Zusammenspiel harmoniert.

Außerdem macht es unheimlich viel Freude zusammen an verschiedenen Stücken zu proben bis die beste Version daraus entsteht – vor allem, wenn man auf unterschiedliche Projekte oder auch Konzerte hin arbeitet. Dies gibt den Musikern ein Ziel, einen Anreiz für das Üben zuhause. Die meisten Orchester nehmen beispielsweise auch an Wettbewerben teil, um sich in der jeweiligen Stufe mit anderen zu messen und Rückmeldung zu erhalten.

Und auch die individuellen Künstler können sich verschiedenen Prüfungen unterziehen, die nicht nur praktisches, sondern auch theoretisches Wissen prüfen. Damit können Musiker ihre Fähigkeiten beweisen, was oft nötig ist, um einem Orchester beitreten zu dürfen. Solche Prüfungen oder Vorspiele sorgen dann für ganz besonderen Nervenkitzel unter den Musikanten und lässt diese mächtig stolz sein, wenn sie nach langem Proben und Üben ein gutes Ergebnis erzielen. Denn die Vorbereitung für eine solche „Bläser- bzw. Instrumentalprüfung“ startet meist circa ein halbes Jahr vorher, und optimaler Weise sollte man fast täglich über 30 Minuten üben, um letztendlich gut abzuschneiden. Natürlich hängt die investierte Zeit auch vom musikalischen Niveau und Talent des Musikers ab, wobei es beispielsweise im Bayerischen Blasmusikverband drei unterschiedliche Prüfungen gibt, die alle vorschriftsgemäß mit einem gewissen Alter abgelegt werden müssen.

Des Weiteren besitzt Musik aber auch eine Art therapeutische Kraft, denn sie hat auf jeden Menschen eine ganz besondere Wirkung, da Klänge mit Emotionen verknüpft sind. Dieses Thema ist allerdings bisher wenig erforscht, obwohl klar ist, dass Musik auf allen Ebenen des Gehirns wirkt und sogar bewiesenermaßen Schmerzen lindern kann, aber auch Freude unterstützt und fördert.

Vielleicht hören deshalb so viele Personen täglich Musik. Sie drückt unsere Gefühle aus, kann Trost spenden und sorgt auch dafür, dass wir uns in unseren glücklichen Phasen noch besser fühlen.

Text: Johanna S.

Der unbeliebte Schüler-Lifestyle: Prokrastination

Aufgaben, Pflichten und Entscheidungen vor sich herschieben – das Phänomen heißt Prokrastination und ist den meisten Menschen gut bekannt. Insbesondere Schüler und Studenten kommt die „Aufschieberitis“ oft in die Quere.
Es ist ein Lifestyle, den viele unter uns gar nicht bewusst wahrnehmen, viel zu häufig passiert das Prokrastinieren passiv und unbewusst. Man schwört sich nur noch eine Folge auf Netflix zu gucken oder nur einen kleinen Powernap zu halten und am Ende des Tages war man wieder mal unproduktiv und noch dazu kommt, dass das schlechte Gewissen steigt und man langsam aber sicher unter dem Druck und der Angst des Versagens leidet. Selbst wenn etwas eigentlich wichtig ist, können wir uns einfach nicht dazu aufraffen und verschieben es auf später.
Der steigende Druck ist letztendlich oft das einzige, was die meisten unter uns dazu bewegt, im letzten Moment noch die Kurve zu kriegen, allerdings ist das auf Dauer ziemlich ungesund für die Psyche.

Denn: das Problem kann sich auch verselbständigen – sogar in Depressionen münden.
Auch hier stellt die Psychologie uns eine plausible Erklärung bereit:
Psychologen sprechen erst dann von Prokrastination, wenn das Aufschieben seelische oder körperliche Beeinträchtigungen mit sich bringt.
Sie definieren Prokrastination als eine Störung der Selbstregulation. Der Betroffene ist nicht in der Lage, kurzfristig etwas Unangenehmes auszuhalten, um langfristig etwas Positives zu erreichen.

Zugegebenermaßen gibt es auch diverse andere Gründe, die uns zum Prokrastinieren verleiten. Es ist gewiss nicht gleich immer ein psychisches Dilemma, was ausweglos erscheint.
Denn, klar – oft ist es auch eine Persönlichkeitsfrage, ob man Aufgaben schnell erledigt oder sie lieber auf die lange Bank schiebt. Manch einer hat vielleicht auch einfach nur ein schlechtes Zeitmanagement oder Stress und lässt deshalb Dinge und Aufgaben liegen.
Das kann schon mal für leichte Depression sorgen, ist aber noch kein Beinbruch. Und glücklicherweise ist die „Aufschieberitis“ nicht „unheilbar“ oder gar ein Fluch für die Ewigkeit.

Die gute Nachricht ist, es gibt eine Menge an simplen Tipps und Tricks, wie man der Prokrastination effektiv entgegenwirken kann:


• Legt eine bestimmte Stunde für den Arbeitsbeginn fest – möglichst zu einer Zeit, in der ihr besonders fit seid!
• Die Aussicht auf eine Belohnung im Anschluss motiviert zum Erledigen!
• Unterteilt große Aufgaben in mehrere kleine und erledige sie so Stück für Stück!
• Erstellt To-Do-Listen zum Abhaken!
• Setzt euch konkrete Tagesziele!
• Legt euch einen Kalender zu und notiert eure kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Ziele – das schafft Struktur und verschafft einen konkreten Überblick über die Ziele und Aufgaben und dies führt zur Motivationssteigerung!


Schlussendlich gibt es also Entwarnung und man kann gegen das Prokrastinieren etwas tun. Aber wir brauchen schon ein bisschen den Willen dazu, eine Aufgabe zu erledigen, denn von nichts kommt nichts.
Außerdem ist dieses Verhalten mehr als menschlich und man sollte sich auch nicht zu sehr auf die Problematik verkrampfen, man kann sein Verhaltensmuster peu à peu in die ideale Richtung steuern.

Eine Verhaltensänderung passiert nicht von heute auf Morgen!


Ideal ist es, die Balance zu finden und die Dinge zur richtigen Zeit zu tun.
Ironischerweise blieb auch die Autorin dieses Textes nicht ganz unverschont vom Prokrastinieren, denn wir alle sind Menschen und es ist eben menschlich, nicht perfekt zu sein.

Pfadfinder sein – Mehr als nur Kekse verkaufen

Sind wir mal ehrlich: Sobald der Begriff „Pfadfinder“ fällt, haben die meisten – zumindest diejenigen, die sich mit dieser Thematik bisher wenig befasst haben – ein ganz bestimmtes, klischeehaftes Bild im Kopf.

Aussagen wie „Ihr seid doch die, die jedes Wochenende Kekse verkaufen“ oder „Ihr lauft doch mit Karte und Kompass durch den Wald“ darf man sich als Pfadfinder*in der heutigen Zeit ständig anhören, sobald man beginnt, von seinem Hobby zu erzählen.

Doch so einfach ist es nicht.

Der berühmte Verkauf von Keksen durch Pfadfinder*innen wird so nur in Amerika praktiziert. Da generell viele Trends aus diesem Land nach Deutschland beziehungsweise Europa gekommen sind und man sich Verhaltensweisen im Laufe der Zeit abgeschaut hat, ist es nicht verwunderlich, dass die deutsche Pfadfinderkultur oft mit der amerikanischen gleich gesetzt wird.

Aber nochmal von Anfang an…

Den Grundstein der weltweiten Pfadfinderbewegung legte einst ein britischer Offizier namens Lord Robert Baden-Powell, der sich nach seiner militärischen Laufbahn überwiegend dem „Scouting“ widmete. 1907 organisierte er das erste Pfadfinderlager auf Brownsea-Island, einer britischen Insel, wodurch diese Bewegung innerhalb weniger Jahre große Popularität erlangte. Mit Hilfe seiner Schwester und seiner späteren Frau gelang es ihm das Interesse weltweit auszubauen und auch Mädchen Zugang zur Pfadfinderei zu verschaffen.

Das Ziel von Baden-Powell war es Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern, damit diese zu vollwertigen Bürgern werden und lernen in einer Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Dieser Grundgedanke gilt auch heute noch, weshalb Pfadfinder sein viel mehr bedeutet, als sich nur im Wald zurecht zu finden. Denn obwohl Pfadfinderwissen wie Orientierung mit Karte und Kompass durchaus vermittelt wird, liegt der Fokus auf der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, sowie dem Entdecken und Erleben der gemeinsamen Umwelt.

Heutzutage haben sich in unterschiedlichen Ländern viele unterschiedliche Verbände entwickelt, die aber alle zu den beiden Weltpfadfinderverbänden gehören und demnach eine große Gemeinschaft formen. Durch die jeweiligen kulturellen Einflüsse hat logischerweise jedes Land so seine eigenen Traditionen, wie Amerika das Kekse-Verkaufen. So ein Fünkchen Wahrheit findet sich also doch in jedem Klischee.

Trotz dieser – auf den ersten Blick – enormen Unterschiede weisen alle Pfadfinderkulturen der Welt auch gleiche Merkmale auf, wie das Aufteilen der Jugendlichen in verschiedene Altersstufen, um optimal auf die jeweilige Bedürfnisse eingehen zu können. Ebenfalls erkennt man Pfadfinder*innen meist am Tragen eines Halstuches oder deren „Tracht“, die zwar ebenfalls variiert, aber in den wesentlichen Merkmalen übereinstimmt.

Man trifft sich zudem regelmäßig, um gemeinsam verschiedenste Aktivitäten zu unternehmen und sich untereinander auszutauschen. Es wird gespielt, gebastelt und gelacht – typische, moderne Jugendarbeit. Damit das pfadfinderische Element aber nicht zu kurz kommt, macht man gerne auch mal Schnitzeljagden im Wald mit Hilfe internationaler Wegzeichen oder fährt zusammen auf ein (Zelt-)Lager – egal ob national oder international.

Und ja, gezeltet wird dabei auch. Und abends sitzt man gemeinsam am Lagerfeuer, isst unterschiedliche, meist auch internationale Lagerfeuersnacks wie Stockbrot oder S’mores und singt gemeinsam zur Gitarrenbegleitung. Richtige Pfadfinder eben!

Es steht stets die Gemeinschaft und das Beisammen-Sein im Mittelpunkt, weshalb viele Pfadfinder*innen von einer riesigen Pfadfinder-Familie sprechen. Denn egal wo man hinkommt, es gibt (fast) überall auf der Welt Pfadfinder, die nach den gleichen Grundsätzen leben und bei denen man sich immer wie zuhause fühlen darf.

Das mag für den ein oder anderen jetzt vielleicht verrückt klingen, aber wenn man bereits als Kind mit diesem großen Gefühl der Gemeinschaft und des Vertrauens aufwächst und das einem auch durch die Eltern – meist ehemalige Pfadfinder*innen – vermittelt wird, ist man das ganze Leben lang davon geprägt.

Da einen diese ganzen positiven Erlebnisse und Eindrücke nicht mehr so schnell los lassen, existiert auch der Spruch „once a scout, always a scout“.

Von unserer Autorin Johanna S.

Wie hole ich das Beste aus mir heraus? – Unser neues Spitzenthema „Lifestyle“

Liebe Leserinnen und Leser der Schülerzeitung FRIEDO,

es ist nun einmal wieder an der Zeit in ein neues Spitzenthema einzusteigen. Dieses Mal hat sich unser Team für das Thema „Lifestyle“ entschieden: was soll man anfangen, mit der eigenen Freizeit? Wie die Zukunft gestalten? Wie kann man seinen Lebensweg finden und das Beste aus sich herausholen? All diese Fragen wollen wir für die nächste Zeit in unseren Artikeln thematisieren, weil wir finden, dass wir uns, gerade jetzt durch das bevorstehende Abitur, in einer Phase befinden, in der diese Themen besonders wichtig erscheinen. Wir befinden uns alle gerade dabei, sowohl unseren Weg als auch uns selbst zu finden.

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Unter Lifestyle kann man vieles verstehen, prinzipiell handelt es sich dabei aber einfach um einen Begriff, der die individuelle Lebensgestaltung umfasst. Unser Lifestyle ist also die Art und Weise, wie wir unser Leben führen und gestalten und bezieht somit alles mit ein, was im weitesten Sinne mit unserem Alltag zu tun hat – unabhängig davon, ob das nun die berufliche Zukunft, die Freizeitgestaltung, unsere Gesellschaft, eine gesunde Ernährungsweise oder auch die körperliche und geistige Fitness ist. Das kann sich auf ein Individuum, aber auch gleichermaßen auf eine Gruppe von Personen beziehen, die ein gemeinsames Ideal vertreten. Damit zählt auch die Zugehörigkeit zu einer der diversen Subkulturen wie Hippies, Individualisten oder Aussteiger als Lifestyle. Gerade durch seine Vielfältigkeit bietet sich „Lifestyle“ also als Thema an, welches für jeden von uns von Interesse ist.

So mancher Lifestyle hat sich mittlerweile sogar zum regelrechten Massentrend entwickelt. Das betrifft unter anderem die Bewegungen zum Veganismus, zur Nachhaltigkeit, einem (digital)„Detox“, der angemessenen Work-Life Balance oder dazu, einen körperlich aktiveren Lebensstil zu führen.

Text: Sandra Hanke

Kommentar: Mit oder ohne Fleisch leben?

Vegetarier, Veganer, Flexitarier, Pescetarier – die Liste der Kategorien ist scheinbar endlos. Alternative Ernährung mit teils komplettem Verzicht von Tieren oder tierischen Produkten wird aus verschiedenen Gründen immer beliebter. Wieso eigentlich?

Einer der Hauptgründe sind ethischen Urprungs. Es wird gesagt, dass das Tierleid beziehungsweise das Leben eines Tieres nicht im Verhältnis zum Genuss steht – vor allem nicht in solch einem enormen Ausmaß. Allein in Deutschland verloren im Jahr 2019 ca. 760 Millionen Lebewesen in Schlachthöfen ihr Leben.
Es werden desweiteren die Bedingungen, in denen Tiere für anderweitigen Konsum (wie etwa Milch oder Eier) gehalten werden, kritisiert.

In den letzten Jahren ist der Bevölkerung die globale Erderwärmung ein Dorn im Auge geworden und der Konsum von tierischen Produkten und Tieren selber trägt seinen Teil dazu definitiv bei. Das Futter und das Wasser bei der Verarbeitung von einem Kilo Rindfleisch liegen bei 16kg und 20.000 Liter Wasser. Diese Ressourcen würden anderweitig verwendet von größerem Nutzen sein – manche, wie z.B. das Umweltbundesamt, sind der Meinung, dass eine vegetarische Ernährung somit den Welthunger bekämpfen könnte.

Fleischkonsum ist nach wie vor populär.

Andere wollen sich schlichtweg gesünder ernähren und verzichten aus diesem Grund. Die „World Health Organization“, kurz WHO, hat beispielsweise verarbeitetes Fleisch als krebsfördernd bezeichnet und somit empfehlen sie einen geringeren Fleischkonsum – wonach sich dann Flexitarier richten.

Am Ende ist es aber jedem selber überlassen, wie er sich ernähren will. Und trotzdem kann man appelieren, zumindest auf seinen Konsum zu achten und sich bewusst zu werden, was hinter dem steckt, das man auf dem Teller liegen hat.

Kommentar von Silan P.

„Digitalpakt Bayern“: Vergesst eure Lederhose nicht!

„DIGITALPAKT BAYERN“: VERGESST EURE LEDERHOSE NICHT!

Laptop und Lederhose. Unter diesem Motto verbindet Bayern erfolgreich Tradition und Innovation auf wirtschaftlicher Ebene. Die Innovation soll mit dem Digitalpakt Schule der Bundesregierung auch an Schulen ankommen. Immer mehr bayrische Schulen bieten sogenannte Tablet-Klassen, wo die flachen Geräte Hefte und Bücher ersetzen. Was für die einen ein schlecht funktionierender Modellversuch ist, ist für andere der Aufbruch in ein neues Bildungszeitalter. Gerade die Schüler aber, welche mitten im Umbruch stecken hinterfragen oft den praktischen Nutzen des Ganzen.

Da ist die Frage, wofür sich welche digitalen Medien überhaupt didaktisch eigenen. Gerade einmal 42% der Schüler nutzen digitale Medien häufiger als einmal pro Woche im Unterricht. Deutlich höher ist der Anteil derer, die sie beim selbstständigen Lernen einsetzen. Ist ein Tablet zuhause also sinnvoller als im Unterricht? Experten sehen den Nutzen vor allem in der Darstellung komplexer, naturwissenschaftlicher Abläufe. Dafür braucht nicht zwingend jedes Kind ein eigenes Gerät. Technische Spielereien, wie das händische Schreiben mit einem Stift auf dem Tablet anstelle des Tippens auf einer Tastatur, sind nicht mehr als ein Valium-Tropfen auf den heißen Stein der Kritiker. Fakt ist: Wer nur noch digital schreibt, verlernt das Vorausdenken, denn alles ist spurlos löschbar. Wer nur noch Grafiken herunterlädt, verlernt selbst zu zeichnen. Wer das bestreitet, dem sei die Lektüre von Manfred Spitzers „Cyberkrank“ empfohlen.

In so einer Debatte muss man auch grundsätzlich werden. Daher: die momentane Art und Weise der Schuldigitalisierung schafft wichtige Grundpfeiler des deutschen Schulwesens und damit unserer Gesellschaft ab. Die Lehrmittelfreiheit und die Unabhängigkeit der Lehre von der Wirtschaft sind in ernster Gefahr. Tablet-Klassen sind elternfinanziert. Diese ach so moderne Bildung wird mit Anschaffungs- und Erhaltungskosten, die bis zu 1000€ erreichen können, erkauft. Natürlich, auch normale Schüler kaufen Blöcke und Stifte, aber dass dies finanziell eine andere Dimension darstellt sollte jedem klar sein. Außerdem haben Tablets, gerade wenn sie tagtäglich stundenlang intensiv genutzt werden, keine lange Lebensdauer. Würde man also, wie es vielen vorschwebt, ab der Unterstufe Geräte an alle Schüler ausgeben, kann man davon ausgehen, dass diese noch vor dem Schulabschluss aufgrund von veralteter Software oder Akkuproblemen ersetzt werden müssten. Die unzähligen Geräte, die durch Herunterfallen kaputtgehen würden, mal außen vor gelassen. Das wäre ein finanzielles und umweltschädliches Fiasko!

Eine Digitalschule funktioniert nur, wenn alle Geräte auf dem gleichen Betriebssystem aufbauen. Nach heutigem Stand müssen also alle Geräte vom selben Hersteller kommen, im Moment oftmals der mit dem angebissenen Apfel. Was für eine Marktmacht. Dass gerade dieses Unternehmen hierzulande kaum Steuern zahlt, stört offenbar bei der Vergabe von Fördergeldern niemanden. Warum werden nicht gezielt einheimische Systeme gefördert? Das Schulsystem, die Zukunft unseres Landes von einigen wenigen ausländischen Technologieriesen abhängig zu machen ist grob fahrlässig, insbesondere wenn man die Bemühungen sieht Europa als Standort für Informationstechnologie mehr Gewicht zu verleihen. Es wird also gleich zweimal staatliches Geld ausgegeben, das anderswo vielleicht besser aufgehoben werden. Sogar hier, im finanzstärksten Bundesland gibt es Schulen, deren Dächer nicht dicht sind, auf deren Toiletten sich keiner traut. Was bringen Tablet-Klassen in teilweise gesundheitsgefährdend maroden Schulgebäuden?

„Digitalisierung first – Bedenken second“, wie es die FDP fordert kann und darf nicht die Lösung sein! Vor allem wenn man die unzähligen Milliarden für Anschaffung und Wartung betrachtet, die in die Schuldigitalisierung fließen werden. Alles was Technik ist geht gerne auch mal kaputt, oder wird ganz digitalisiert gehackt.

Über didaktischen Nutzen ist viel geschrieben worden. Was ist aber mit gesundheitlichen Risiken? Niemand kann heute schon sagen, wie sich ständiges Starren auf Bildschirme auf Kinderaugen, permanente WLAN-Bestrahlung auf die Fruchtbarkeit von Jugendlichen auswirkt. Es fehlen Langzeitstudien, kurzfristig erhobene Ergebnisse zeigen teilweise katastrophale gesundheitliche Spätfolgen. Sind wir bereit dieses Risiko einzugehen, nur um dem Trend zu folgen?
Ja, wir brauchen ein modernes, technisch gut ausgestattetes Schulsystem. Wir dürfen uns international nicht abhängen lassen. Wir brauchen das Laptop oder das Tablet. Aber wir müssen unbedingt mit Vernunft und Weitblick digitalisieren. Denn wir dürfen nicht die Gesundheit von Generationen, massenweise Steuergeld und die Grundpfeiler unseres Landes aufs Spiel setzen. Also lasst uns bitte nicht die Lederhosen vergessen.

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Ein Kommentar von Maximilian von Linden, erstmalig erschienen am 19. Januar 2020.

„Rettet die Bienen!“ Wie ein Volksbegehren unsere Artenvielfalt schützen möchte…

Es ist wissenschaftlich belegt, dass in Bayern immer mehr Tier- und Pflanzenarten verschwinden – wir sind Zeugen des größten Artensterbens seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Über 75% der Fluginsekten sind nicht mehr da, wobei 54% aller Bienenarten bedroht oder bereits ausgestorben sind.

Was geht uns das an?

Seit dem 31.01. kannst du deine Unterstützung in Form einer Unterschrift im Rathaus bekunden. Dies ist noch bis zum 13.2. möglich. Wir haben also Halbzeit – bisher haben sich ca. 500.000 Menschen eingetragen. Insgesamt sind fast eine Million Unterschriften nötig. Aber für was steht jetzt eigentlich dieses Volksbegehren und ändert sich dann für uns etwas?

Mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ sollen weniger Pestizide eingesetzt werden dürfen. Des Weiteren sollen Biotope miteinander verbunden werden, weil unter anderem dadurch das Artensterben besser gebremst werden kann. Besonders auffällig ist hierbei, dass eben 54% aller Bienenarten bedroht oder bereits ausgestorben sind. Auch erwähnenswert ist, dass durch das Volksbegehren der Anteil an Öko- und Bioanbau steigen soll. Und genau dies sehen viele problematisch!

Wir importieren bereits viel Bioware nach Deutschland. Wenn jetzt auch noch in Deutschland mehr Bio produziert wird, ist dann noch die Nachfrage da, um alle Lebensmittel unter die Bürger zu bringen? Oder setzt sich der „Wegwerfwahn“ fort?

Der Großteil der Bauern, vertreten durch den Bauernverband, fühlen sich durch das Volksbegehren in Bayern sehr stark angegriffen. Sie meinen, dass sie sowieso schon sehr viel für die ökologische Landwirtschaft investieren würden und finden die Quoten nicht umsetzbar.

Bernhard Kinast, Physik- und Mathematiklehrer an der FOS/BOS Friedberg ,meint: „Mir ist der Volksentscheid sehr wichtig, da ich die Artenvielfalt von Insekten sehr wichtig finde. Wenn die Landwirtschaft sich so weiter entwickelt, gibt es hier bald ähnliche Zustände wie die Monokulturen in den USA. Zudem verbessert die Artenvielfalt auch die Umwelt. Außerdem finde ich, wird die Politik nicht aktiv genug. Deshalb sehe ich den Volksentscheid, da ich selbst Bienen besitze, als gute Möglichkeit kleine Höfe und die Umwelt zu unterstützen.“ 

Du kannst das Volksbegehren „Artenvielfalt“ unterstützen, indem du zwischen dem 31.01 und 13.02.2019 im örtlichen Rathaus oder in einer Eintragungstelle deine Unterschrift als wahlberechtigte Wählerin oder Wähler abgibst. (Ausweis nicht vergessen!)

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Foto: Lydia Herrmann

Es werden ca. 1 Million Stimmen aus Bayern benötigt, um den Erhalt der Artenvielfalt in Bayern durch ein Arten- und Naturschutzgesetz im Landtag sichern zu können, da schon bereits zur Zulassung des Volksbegehrens ca. 100.000 Stimmen gesammelt wurden.

Mehr Informationen findest du unter https://volksbegehren-artenvielfalt.de/.

Sollten die 950.000 Unterschriften am 13. Februar 2019 erreicht werden, geht der Gesetzesentwurf zur Prüfung erst einmal in den bayerischen Landtag – das Maximilianeum. Bei Ablehnung des Entwurfs, kommt es dann zum bayernweiten Volksentscheid.

Wenn sich überhaupt was ändert für uns, dann braucht das auf jeden Fall noch eine gewisse Zeit und vor allem auch Planung seitens der Regierungsparteien.

Text: Kamila Szczurek und Fabian Wölfle, erschienen am 7. Februar 2019

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