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Autor: Victoria H.

¡Viva España! Zwei Wochen Madrid mit Erasmus+

Zwischen WM, Klassenzimmer und Tapas: Mit Erasmus+ zwei Wochen in Madrid

Tapas, spanische Gastfamilien, Sprachschule, Sightseeing – und mittendrin eine Fußball-WM. Was nach einem ziemlich perfekten Schüleraustausch klingt, wurde für elf Schülerinnen und Schüler der FOSBOS Friedberg im Juli 2026 tatsächlich Realität.

Erasmus+ bietet den Schülerinnen und Schülern der FOSBOS Friedberg immer mehr Möglichkeiten, internationale Erfahrungen zu sammeln. Bereits 2025 waren Wirtschaftler und Techniker in Irland sowie Gesundheitler in Österreich unterwegs. Während bei diesen Projekten zwei Wochen Praxiserfahrung in verschiedenen Betrieben gesammelt wurden, erwartete uns diesmal etwas völlig anderes:

Zwei Wochen Madrid. Zwei Wochen Spanisch. Zwei Wochen Gastfamilie. Und jede Menge Abenteuer.

Die große Überraschung

Zum Ende des ersten Halbjahres 2025/26 erfuhren alle Spanischklassen der FOSBOS Friedberg von der Möglichkeit, für rund 200 Euro zwei Wochen in Madrid zu verbringen.

Das Programm klang vielversprechend: Untergebracht in spanischen Gastfamilien, besuchten wir tagsüber die Sprachschule VAMOS. Dort sollte nicht nur Spanisch gelernt, sondern konnte auch die spanische Kultur hautnah erlebt werden.

Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei vorherigen Erasmus+-Projekten teilweise über Bewerbungen ausgewählt worden waren, entschied dieses Mal das Los.

Und plötzlich konnte es heißen: Madrid, wir kommen!

Erasmus-Koordinatorin Frau Uhlemair kümmerte sich erneut um die Organisation und den damit verbundenen Papierkram. Nach zwei Wochen voller Spannung kam schließlich die Nachricht: Die elf ausgelosten Schülerinnen und Schüler durften tatsächlich mitfliegen.

12. Juli: ¡Hola Madrid!

Nach dem erfolgreich absolvierten Fachabitur ging es am 12. Juli endlich los.

Gemeinsam mit Frau Binner flogen wir von München nach Madrid-Barajas. Am Flughafen wurden wir bereits von Fahrern erwartet, die uns in kleinen Gruppen zu unseren jeweiligen Gastfamilien brachten.

Damit begann das Abenteuer endgültig.

Und schon bei der Ankunft wurde klar: Jede Gastfamilie ist anders. Während manche ein eigenes Zimmer und eine Klimaanlage hatten, mussten andere sich mit einem Hochbett arrangieren. Auch sprachlich waren die Voraussetzungen unterschiedlich. Einige mussten sich von Anfang an ausschließlich auf Spanisch mit ihrer Gastfamilie verständigen, während andere notfalls auf Englisch ausweichen konnten.

Am Nachmittag hieß es dann endlich:

¡Hola, Madrid!

Wir trafen uns alle mit Frau Binner in der Innenstadt und gingen gemeinsam Tapas essen. Dabei entdeckten wir zufällig ein Lokal, in dem Cheesecakes für gerade einmal 99 Cent angeboten wurden.

Natürlich konnte niemand einfach vorbeigehen.

Ob der Cheesecake diesen Preis tatsächlich wert war, darüber gingen die Meinungen allerdings auseinander.

Danach trennten sich unsere Wege: Einige gingen shoppen, andere erkundeten Madrid auf eigene Faust oder verbrachten den Abend gemeinsam mit ihrer Gastfamilie.

Erster Schultag: Spanisch ohne Englisch

Am Montag begann bereits unser erster Schultag.

Gegen 9 Uhr wurden wir an der Sprachschule von einem deutschen Lehrer begrüßt und zunächst in die Schule und das Programm eingeführt. VAMOS wurde teilweise von Deutschen gegründet und hat unter anderem das Ziel, Menschen auf das Leben und Arbeiten in Spanien beziehungsweise Deutschland vorzubereiten.

Dabei geht es nicht ausschließlich um Sprache. Auch kulturelle Unterschiede und verschiedene Herangehensweisen im Alltag werden thematisiert.

Nach der Einführung übernahmen zwei spanische Lehrer den Unterricht.

Und spätestens jetzt merkten wir: Hier wird wirklich Spanisch gesprochen.

Was zunächst etwas einschüchternd klang, funktionierte erstaunlich gut. Die Lehrer schafften es, ohne ein Wort Englisch zu verwenden, Inhalte verständlich zu vermitteln. Jeder wurde aktiv in den Unterricht einbezogen und bekam die Möglichkeit, Spanisch zu sprechen.

Nach dem Unterricht ging es gemeinsam zum Restaurant Tiki Taco. Anschließend spazierten wir durch den Retiro-Park und die Innenstadt.

Madrid begann sich langsam wie unser zweites Zuhause anzufühlen.

Segovia und das erste große Abenteuer

Am nächsten Tag stand bereits der erste Ausflug auf dem Programm.

Mit einem Reisebus, Frau Binner und einer weiteren deutschen Schülergruppe fuhren wir nach Segovia, etwa eine Stunde von Madrid entfernt.

Die Stadt ist vor allem für ihr beeindruckendes römisches Aquädukt und ihre kulinarischen Spezialitäten bekannt. Nach einer Führung hatten wir mehrere Stunden Freizeit, bevor es am Nachmittag zurück nach Madrid ging.

Doch viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht.

Denn am Abend wartete etwas ganz Besonderes auf uns.

Madrid im Fußballfieber

Wir hatten das unglaubliche Glück, genau während der Fußball-Weltmeisterschaft in Spanien zu sein.

Und nicht einfach irgendwo in Spanien – sondern mitten in Madrid.

Am Abend trafen wir uns gegen 20:30 Uhr mit Frau Binner an der Plaza de Colón. Spanien spielte im Halbfinale gegen Frankreich.

Unser Plan war klar: Public Viewing.

Das Problem: Die offizielle Fläche war bereits voll.

Eine halbe Stunde vor Anpfiff hatten wir keine Chance mehr, hineinzukommen. Doch aufgeben kam nicht infrage. Unter den Menschenmassen fanden wir schließlich ein kleines Plätzchen, von dem aus wir zumindest einen Teil der Übertragung sehen konnten.

Und dann ging es los.

Spanien gewinnt!

Gemeinsam mit den spanischen Fans jubelten wir über den Einzug ins Finale. Mit einer spanischen Flagge über den Schultern zogen wir anschließend durch die Straßen Madrids.

Plötzlich waren wir nicht mehr einfach deutsche Austauschschüler.

Wir waren Teil einer riesigen Fußballparty.

Nach einem nächtlichen Abstecher zu Taco Bell ging es irgendwann zurück zu den Gastfamilien.

Am nächsten Morgen stand natürlich trotzdem Schule auf dem Programm.

Schlafmangel und „Penner-Look“ inklusive.

Auf uns allein gestellt

Nach diesem Abend verabschiedete sich Frau Binner und flog zurück nach Deutschland.

Ab jetzt waren wir auf uns allein gestellt.

Natürlich nicht völlig: Für Notfälle hatten wir alle wichtigen Telefonnummern und Ansprechpartner. Trotzdem fühlte es sich plötzlich ein bisschen anders an, wenn keine Lehrkraft mehr mit uns durch Madrid lief.

Und was machten elf junge Erwachsene mit einem freien Nachmittag?

Schlafen.

Die geplante Siesta war dringend notwendig.

Am 16. Juli stand Unterricht bis 17 Uhr auf dem Programm. Die ersten Stunden bestanden allerdings aus einer Stadtführung mit unserem mittlerweile zum Lieblingslehrer erklärten Jacques.

Wir besuchten unter anderem die Puerta del Sol und den Königspalast.

Danach begann sich unsere Gruppe immer stärker aufzuteilen. Jeder hatte inzwischen seine eigenen Lieblingsorte und Vorstellungen davon, wie Madrid erkundet werden sollte.

Die einen probierten sich durch die spanische Küche, andere gingen shoppen, wieder andere machten nach der Schule eine Siesta und erkundeten Madrid erst nachts.

19. Juli: Das WM-Finale

Dann war er endlich da:

Sonntag, 19. Juli 2026 – Spanien gegen Argentinien.

Der langersehnte Abend.

Vier Stunden vor Anpfiff machten wir uns mit unseren spanischen Flaggen auf den Weg zur Plaza de Colón. Diesmal wollten wir unbedingt in den abgesperrten Bereich kommen – und es funktionierte.

Wir ergatterten Plätze möglichst weit vorne vor der großen Leinwand.

Nun hieß es warten.

Spanische Fans feierten, sangen und versuchten gleichzeitig, der Hitze zu entkommen, ohne ihren Platz zu verlieren.

21 Uhr.

Anpfiff.

Was danach folgte, war kaum zu beschreiben. Gesänge, Jubel, Geschrei und natürlich das ein oder andere Schimpfwort hallten über den Platz.

Nach 120 Minuten fiel schließlich das entscheidende Tor für Spanien.

Der Jubel war überwältigend.

Und wir – elf Schülerinnen und Schüler aus Deutschland – standen mittendrin.

Eine solche Atmosphäre einmal hautnah erleben zu dürfen, war etwas ganz Besonderes.

Wenn Madrid zur Partyzone wird

Doch nach dem Spiel begann das eigentliche Chaos.

Straßen wurden gesperrt, Teile des U-Bahn-Netzes waren nicht mehr erreichbar und überall waren feiernde Fans unterwegs.

Da die U-Bahnen erst am frühen Morgen wieder regulär fuhren und wir am nächsten Tag Schule hatten, blieb uns schließlich nur eines:

zu Fuß nach Hause.

Für einige war der Weg zum Glück nicht allzu weit.

Meine Zimmergenossin und ich hatten dagegen weniger Glück. Für uns ging es fast zwei Stunden durch die nächtliche Stadt bis an den Stadtrand.

Gegen 5 Uhr morgens kamen wir endlich zu Hause an.

Das Ergebnis?

Die für den nächsten Morgen geplante Führung haben wir verschlafen.

Nach dem Unterricht um 17 Uhr war unsere Energiereserve dann endgültig leer.

Aber Madrid ließ uns keine Pause.

Denn die spanische Nationalmannschaft kehrte an diesem Tag in die Hauptstadt zurück – mit dem WM-Pokal im Gepäck.

Also hieß es erneut:

rechtzeitig da sein, Platz sichern und mitfeiern.

Ein Blick hinter die Kulissen der spanischen Politik

Am nächsten Schultag stand wieder ein Ausflug auf dem Programm: Wir besuchten den Congreso de los Diputados, das spanische Parlament.

Eine sehr freundliche Reiseführerin erklärte uns auf Englisch die Geschichte und Bedeutung des Gebäudes.

Besonders beeindruckend war, dass noch heute Einschusslöcher an der Fassade zu sehen sind. Sie erinnern an einen historischen Angriff auf das Parlament und sollen daran erinnern, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist.

Nach all den Erlebnissen rund um Fußball, Kultur und Alltag bekamen wir hier noch einmal einen ganz anderen Einblick in Spanien.

Die letzten Schultage: Prüfungen statt Siesta

Langsam neigte sich unsere Zeit in Madrid dem Ende zu.

An einem der letzten Schultage standen zunächst sechs reguläre Unterrichtsstunden auf dem Programm. Anschließend hatten wir 30 Minuten Zeit für eine schriftliche Prüfung.

Abgefragt wurden unter anderem die Themenbereiche Kultur, Marketing, Kommunikation, Geschichte und Grammatik.

Das Überraschende: Wirklich viel Lernen war dafür gar nicht notwendig.

Der Unterricht war so abwechslungsreich und aktiv gestaltet, dass Zuhören und Mitmachen meistens ausreichten.

Texte auswendigzulernen stand in Madrid ohnehin nicht auf dem Stundenplan.

Am letzten Schultag wurde es dann noch einmal ernst: Die mündliche Prüfung stand an.

Unsere Aufgabe war es, vor Jacques eine kreativ gestaltete PowerPoint-Präsentation auf Spanisch vorzutragen – in Form einer Biografie.

Danach war es geschafft.

Ein spanischer Abschied

Zum Abschluss hatten Jacques und unsere Aufsicht Alma noch eine Überraschung vorbereitet: ein großes spanisches Buffet.

Es gab Bocadillos, Chorizo, spanischen Käse, Gemüse mit Hummus und verschiedene Getränke.

Eine kleine Abschiedsfeier, die uns allen zeigte, wie viel Mühe sich die beiden gemacht hatten.

Jeder erhielt außerdem eine Teilnahmeurkunde.

Wir verabschiedeten uns von Jacques und Alma – und plötzlich wurde uns bewusst:

Unsere zwei Wochen Madrid waren fast vorbei.

Am letzten Abend nutzten einige von uns die Gelegenheit noch für einen Museumsbesuch. Schließlich mussten auch noch die letzten Aufnahmen für unsere Vlogs entstehen.

Denn jeder Spanischschüler muss im Rahmen des Unterrichts einen Vlog über eine Sehenswürdigkeit oder einen kulturellen Aspekt Spaniens erstellen.

Für einige hieß es deshalb noch einmal: Kamera raus und schnell die letzten Aufnahmen sammeln.

Adiós, Madrid!

Am nächsten Abend um 18:25 Uhr sollte unser Flug zurück nach München gehen.

Da wir inzwischen ohne Lehrkraft unterwegs waren, begleitete uns Alma mit der U-Bahn bis zum Flughafen. Zwei Stunden vor Abflug verabschiedeten wir uns schließlich von ihr.

Mit ziemlich traurigen Gesichtern, aber mit unzähligen Erinnerungen im Gepäck, stiegen wir ins Flugzeug.

Und immerhin konnten wir auf einen Erfolg besonders stolz sein:

Wir hatten niemanden in Madrid verloren und kein Gepäckstück zurückgelassen.

Easy – auch ohne Lehrer.

Nach der Gepäckausgabe in München hieß es schließlich:

„Adios, amigos!“

Damit endete unsere Erasmus+-Reise nach Madrid offiziell.

Zwei Wochen, die bleiben

Zwei Wochen Madrid waren mehr als nur Sprachunterricht.

Wir haben Spanisch gesprochen, auch wenn es manchmal etwas holprig war. Wir haben in Gastfamilien gelebt, neue Menschen kennengelernt, spanisches Essen probiert und eine fremde Stadt auf eigene Faust erkundet.

Wir haben gelernt, wie unterschiedlich Alltag und Kultur in zwei Ländern sein können.

Und wir durften etwas erleben, das man nicht planen kann:

Wir waren während einer Fußball-WM in Madrid, haben mit Tausenden Spaniern den Sieg gefeiert und standen beim Finale mitten im spanischen Fußballfieber.

Am Ende bleibt deshalb vor allem eines:

Viele neue Freundschaften, unzählige Geschichten und Erinnerungen, die wahrscheinlich noch lange für Gesprächsstoff sorgen werden.

¡Viva España – und danke, Erasmus+!

Text: Victoria H.

„Friedbergs Zukunftswerkstatt“: Der Technikzweig an der FOS Friedberg

Zwei Jahre FOS Technik – zwischen Feilen, Lötkolben, Formeln und Zukunftstechnologien

Nun habe auch ich mein Fachabitur an der Fachoberschule Friedberg erfolgreich absolviert. Nach zwei Jahren in der Fachrichtung Technik kann ich mir inzwischen ein ziemlich genaues Bild davon machen, was diesen Zweig ausmacht – und vor allem, für wen er geeignet sein könnte.

Wer an der FOS in Friedberg im Technikzweig startet, merkt schnell: Hier geht es nicht nur darum, Theorie auswendig zu lernen. Man darf ausprobieren, konstruieren, experimentieren und vor allem selbst Hand anlegen.

Modell eines Sterlingmototors (Foto: Victoria H.)

Der Einstieg: Feilen statt Ferienmodus

Die erste Woche an der FOS beginnt zunächst relativ unspektakulär: ankommen, sich orientieren, neue Mitschüler kennenlernen und den Schlafrhythmus nach den Ferien wieder auf einen schulischen Alltag umstellen.

In der zweiten Woche wird es dann praktischer. Ein Teil der Klasse greift zu den Feilen, während die anderen ihre ersten Erfahrungen mit dem Lötkolben sammeln. Währenddessen starten die übrigen Fachrichtungen teilweise erst richtig mit dem Unterrichtsstoff, der innerhalb eines Jahres bis zum Fachabitur sitzen soll.

Und damit sind wir auch schon bei einer Besonderheit des Technikzweigs: den Profilfächern.

Physik, Chemie und die ein oder andere mentale Sendepause

Physik gehört natürlich zum Technikzweig dazu. Zusätzlich gibt es sowohl ein Physik- als auch ein Chemiepraktikum. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Naturwissenschaften nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern sie auch experimentell zu erkunden.

Das ist manchmal ausgesprochen interessant – und manchmal, sagen wir es freundlich, ziemlich mühsam.

Denn auch der Stundenplan muss erst einmal verdaut werden. Wenn beispielsweise an einem Donnerstag bis 15:50 Uhr Unterricht ist und im Stundenplan zwei Stunden Physikpraktikum direkt zwei Stunden Physik folgen, kann sich schon einmal eine gewisse mentale Sendepause einstellen. Da heißt es: durchhalten!

Mathematik – vertiefter lernen als in anderen Zweigen?

Mathematik hat jeder Schüler egale welchen FOS-Zweigs. Im Technikzweig geht es allerdings teilweise etwas tiefer in die Materie. Der Stoff ähnelt zwar grundsätzlich dem der anderen Fachrichtungen, bei den Aufgaben gibt es aber deutliche Unterschiede.

Eine Besonderheit an der FOS Friedberg ist, dass wir im Technikzweig mit einem CAS-Rechner auf dem iPad ins Fachabitur gehen. Das kann eine große Unterstützung sein – vorausgesetzt, man weiß, wie man das Werkzeug sinnvoll einsetzt. Denn auch der beste Rechner nimmt einem das Denken nicht vollständig ab.

Stochastik kommt im Technikzweig außerdem erst später richtig ins Spiel, wenn man in die 13. Klasse weiterzieht. Für alle, die mit Wahrscheinlichkeitsrechnung bisher eher auf Kriegsfuß standen, ist das durchaus eine angenehme Nachricht.

Chemie: Hop oder Top

Auch Chemie gehört zum Stundenplan. Hier scheiden sich allerdings die Geister: Für manche ist es spannend und logisch, andere kämpfen sich eher durch die Formeln und Reaktionsgleichungen.

Im Gesundheitszweig wird ebenfalls Chemie unterrichtet, dort liegt der Schwerpunkt jedoch stärker auf an Biologie orientierten Themen. Im Technikzweig geht es dagegen von den chemischen Grundlagen weiter in Richtung technischer Anwendungen.

Technologie: Von Zweitaktern bis zur Statik

Eines der vielseitigsten Fächer ist für mich die Technologie. Der Unterricht reicht von den Grundlagen eines Zweitaktmotors bis hin zu statischen Berechnungen.

Gerade für Schülerinnen und Schüler, die sich später für Architektur, Maschinenbau oder Ingenieurwissenschaften interessieren, kann dieses Fach besonders spannend sein. Man bekommt einen ersten Einblick in technische Zusammenhänge und lernt, wie unterschiedliche Bereiche der Technik miteinander verbunden sind.

Ein weiteres Profilfach ist das Technische Zeichnen. Es wird zwar nur in der 11. Klasse unterrichtet, bietet aber eine gute Möglichkeit, erste Erfahrungen mit Konstruktion und technischen Darstellungen zu sammeln.

Das Herzstück des Technikzweigs: das Praktikum

So interessant der Unterricht auch sein kann – für mich bleibt das Praktikum das absolute Highlight des Technikzweigs.

Genau deshalb entscheiden sich viele Schülerinnen und Schüler für die Fachoberschule: Man verbringt nicht drei Jahre ausschließlich mit Theorie, sondern bekommt die Möglichkeit, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Das Praktikum findet verpflichtend an der IHK in Augsburg statt. Ein Halbjahr verbringen die Klassen im Bereich Elektrotechnik, das andere Halbjahr im Metallbereich.

Und am Ende steht nicht nur eine Note auf dem Papier, sondern ein selbst hergestelltes Produkt.

Im Metallbereich entsteht beispielsweise ein Stirlingmotor, während im Bereich Elektrotechnik ein elektronischer Würfel gebaut wird. Beide Projekte werden Schritt für Schritt mit den eigenen Händen umgesetzt. Genau das macht den Technikzweig für mich so besonders: Man sieht am Ende tatsächlich, was man geleistet hat – und kann das fertige Ergebnis in den Händen halten.

Zusätzlich wird am Ende des jeweiligen Halbjahres ein Fachbericht über das Projekt angefertigt. Theorie und Praxis treffen hier also unmittelbar aufeinander.

„Sauberkeit ist die höchste Genauigkeit“

Da mir die Arbeit im Metallbereich besonders viel Spaß gemacht und mein Interesse an technischen Berufen geweckt hat, habe ich den Metallausbilder an der IHK, Herrn Kube, zu seinen Erfahrungen und zur Zukunft des Technik-Praktikums interviewt.

Dabei ging es nicht nur um Maschinen und Werkzeuge, sondern auch um Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Teamarbeit und die Frage, welche Fähigkeiten Technikerinnen und Techniker in Zukunft brauchen werden.

Wie könnte das Praktikum in Zukunft aussehen?

Herr Kube kann sich vorstellen, dass das Praktikum künftig stärker durch virtuelle Realität und digitale Lernplattformen ergänzt wird. Schülerinnen und Schüler könnten beispielsweise zunächst in einer virtuellen Umgebung lernen, wie eine Maschine funktioniert und bedient wird.

Das hätte einen weiteren Vorteil: Fehler könnten zunächst virtuell gemacht und anschließend analysiert werden. So könnten Berührungsängste abgebaut und mögliche Fehlerquellen bereits vor der Arbeit an der echten Maschine erkannt werden.

Was könnte am Praktikum verbessert werden?

Auch hier sieht Herr Kube Potenzial in virtuellen Trainingsumgebungen. Denkbar wären beispielsweise virtuelle Maschinen, in denen absichtlich Fehler eingebaut werden. Die Schülerinnen und Schüler müssten diese erkennen und selbstständig Lösungen finden.

Das würde nicht nur technisches Wissen abfragen, sondern vor allem das lösungsorientierte Denken fördern.

Wie entwickelt sich der Frauenanteil im Technikzweig?

Die Entwicklung sei positiv, so Herr Kube, auch wenn noch nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft werde. Moderne technische Berufsbilder würden zunehmend weniger von körperlicher Kraft und stärker von Systemverständnis geprägt.

Gezielte Förderung und weibliche Vorbilder könnten dazu beitragen, Technik noch stärker als geschlechtsneutrales Berufsfeld wahrzunehmen. Gerade für die Innovationskraft der Industrie sei Vielfalt wichtig.

Welche technischen Fähigkeiten werden in den nächsten 10 bis 15 Jahren besonders wichtig?

Handwerkliches Können werde auch in Zukunft eine wichtige Grundlage bleiben. Gleichzeitig werde die Fähigkeit immer wichtiger, digitale Systeme zu verstehen und Fehler virtuell zu diagnostizieren.

Die entscheidende Kombination sei deshalb: Probleme digital erkennen und anschließend praktisch lösen können.

Wie verändern KI und Automatisierung das Praktikum?

Durch Automatisierung und künstliche Intelligenz werde sich auch die Rolle des Menschen verändern. Aus dem reinen Bediener werde zunehmend ein Prozessgestalter und Supervisor eines Systems.

Dafür brauche man technisches Wissen sowie ein Verständnis für Maschinen, Programmabläufe und Prozesse.

Künstliche Intelligenz könne künftig als eine Art Assistent fungieren und verschiedene Lösungsmöglichkeiten vorschlagen. Entscheidend bleibe aber der Mensch, der diese Vorschläge kritisch hinterfragen und beurteilen müsse. Technische Grundbildung werde deshalb auch im Zeitalter der KI unverzichtbar bleiben.

Was fehlt Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Praktikums?

Zu Beginn fehle manchmal ein realistisches Bild davon, wie modern die heutige Industrie tatsächlich sei. Am Ende könnten viele auf einen erfolgreichen Projektabschluss zurückblicken.

Eine wichtige Erkenntnis bleibe jedoch für manche: Komplexe Probleme lassen sich nicht immer sofort lösen. Dafür braucht es Ausdauer.

Was können Schülerinnen und Schüler besonders gut – und wo gibt es Defizite?

Die junge Generation habe laut Herrn Kube eine sehr schnelle Auffassungsgabe im Umgang mit Software und digitalen Benutzeroberflächen. Diese würden häufig intuitiv bedient.

Wenn er sich etwas wünschen dürfte, wäre es allerdings mehr Pünktlichkeit.

Welche persönlichen Eigenschaften sind besonders wichtig?

Ausdauer und Durchhaltevermögen seien entscheidend, wenn man eine neue Aufgabe oder einen Beruf erlernt. Gerade in technischen Berufen komme außerdem Präzision eine große Bedeutung zu.

Und Präzision beginnt bereits bei der Ordnung: „Sauberkeit ist die höchste Genauigkeit“, lautet ein Grundsatz, den Herr Kube seinen Schülerinnen und Schülern mitgibt.

Wie wichtig sind Teamarbeit und Kommunikation im Vergleich zum Fachwissen?

Beides sei unverzichtbar. Fachwissen bilde das Fundament, Teamarbeit und Kommunikation seien in einer modernen Produktion jedoch ebenso wichtig. Ein Techniker arbeite schließlich selten völlig allein, sondern sei Teil einer größeren Prozesskette. Herr Kube bringt es auf ein einfaches Verhältnis: 50/50.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Schule und IHK?

Die Zusammenarbeit funktioniere aus seiner Sicht gut. Verbesserungsvorschläge würden zeitnah angesprochen und – sofern umsetzbar – auch umgesetzt. Aktuell sehe er deshalb kein ungenutztes Potenzial.

Sollte das Praktikum bis in die 12. Klasse verlängert werden?

Eine Verlängerung oder Wiederholung des Praktikums hält Herr Kube für sinnvoll. Schülerinnen und Schüler in der 12. Klasse hätten eine größere kognitive Reife und könnten dadurch tiefer in Themen wie Projektmanagement oder komplexe Steuerungsprogrammierung einsteigen.

Welchen Rat gibt er Schülerinnen und Schülern im Technikzweig?

Neugierig bleiben und keine Angst vor Fehlern haben.

Denn die Technik der Zukunft werde von denjenigen entwickelt, die bereit seien, sich heute die Hände schmutzig zu machen – und gleichzeitig ihren Kopf für komplexe Lösungen einzusetzen.

Lernen werde zunehmend lebenslang und individuell. Wer aufhöre zu lernen, werde alt.

Technik ist mehr als Schrauben und Maschinen

Nach zwei Jahren im Technikzweig kann ich sagen: Die Fachrichtung ist deutlich vielseitiger, als man vielleicht zunächst denkt.

Ja, Physik macht nicht immer Spaß. Ja, Mathematik kann anspruchsvoll sein. Und ja, es gibt Tage, an denen vier Stunden konzentrierter Unterricht am Stück durchaus eine Herausforderung darstellen.

Aber genau das wird durch die praktischen Erfahrungen ausgeglichen.

Wer gerne selbst etwas ausprobiert, mit den Händen arbeitet und gleichzeitig Interesse an Naturwissenschaften und Technik hat, findet hier eine abwechslungsreiche Mischung aus Theorie und Praxis. Besonders das Praktikum an der IHK ist eine Erfahrung, die man in einem rein theoretischen Bildungsgang so nicht unbedingt bekommt.

Und auch die Zukunftsperspektiven sind vielfältig: Technik verändert sich ständig. Digitalisierung, Automatisierung, Künstliche Intelligenz und moderne Produktionsverfahren sorgen dafür, dass technische Berufe immer neue Anforderungen stellen.

Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, eine Maschine bedienen zu können. Man muss verstehen, warum sie funktioniert, Fehler erkennen, Lösungen entwickeln und mit anderen zusammenarbeiten können.

„Aber ich kann kein Mathe!“

Diese Aussage hört man vermutlich von vielen Schülerinnen und Schülern, die über den Technikzweig nachdenken.

Meine Antwort darauf: Mathematik gibt es auch in den anderen Zweigen. Und im Technikzweig ist sie nicht automatisch unüberwindbar. Für mich persönlich war es sogar angenehm, dass bestimmte Themen wie Stochastik erst später eine größere Rolle spielen.

Auch vor Physik muss man keine Angst haben. Ein gewisses Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen hilft allerdings definitiv.

Mein Fazit

Würde ich mich heute noch einmal entscheiden müssen, würde ich mich wieder für den Technikzweig an der FOS Friedberg entscheiden.

Nicht, weil jede Unterrichtsstunde spannend ist oder jedes Fach leicht fällt, sondern weil die Kombination aus Theorie und Praxis etwas Besonderes bietet. Man lernt nicht nur für eine Prüfung, sondern kann viele Inhalte direkt ausprobieren und anwenden.

Und das vielleicht Beste daran: Am Ende der Praktikumszeit hält man tatsächlich etwas in den Händen, das man selbst gebaut hat.

Wer also gerne anpackt, neugierig auf Technik und Naturwissenschaften ist und keine Angst davor hat, sich auch einmal die Hände schmutzig zu machen, sollte den Technikzweig definitiv in Betracht ziehen.

Und falls man später feststellt, dass der technische Weg doch nicht der richtige ist? Auch dann stehen nach der FOS beziehungsweise dem Fachabitur weitere Bildungswege offen.

Der Technikzweig ist deshalb nicht nur eine Ausbildung für die Technik von heute – sondern vielleicht ein erster Schritt in Richtung der Technik von morgen.

Text: Victoria H.

Sollte das Fachreferat abgeschafft werden?

Zunächst: Was ist das Fachreferat? Das Fachreferat ist ein Leistungsnachweis in Form eines etwa zwanzig Minuten dauernden Referats, das von den 12.-Klässlern an der Fachoberschule in Bayern gehalten wird.

Der Ablauf sieht wie folgt aus: Die Schüler suchen sich nach den Winterferien ein Fach aus, in dem sie ihr Fachreferat halten möchten. Jedes Fach stellt – entsprechend der Anzahl an Schulstunden – eine bestimmte Anzahl an Rahmenthemen bereit, also grobe Überbegriffe für das spätere Feinthema oder dessen Kategorie. Die Schüler wählen anschließend selbst einen Termin für das Halten des Referats aus. Vier Schulwochen vor diesem Termin gibt der Lehrer dem Schüler das Feinthema bekannt – das endgültige Thema für das Fachreferat. Viele Schüler entscheiden sich für einen Termin nach den Faschingsferien, da die Ferienwoche nicht zur Vorbereitungszeit zählt. Eine Woche vor dem Referatstermin wird das Handout dem Lehrer zugeschickt.

Was die Gewichtung angeht: Das Referat zählt als einzelne Note im Abitur und macht höchstens 15 von 600 Punkten aus. Das Halten und Vorbereiten findet mitten in der Klausurenphase statt und ist sehr aufwendig. Mittlerweile hat jeder Schüler sein Referat abgeschlossen. Offen bleibt schlussendlich dennoch die Frage: Soll das Fachreferat aufgrund des enormen Aufwands und des ungünstigen Timings abgeschafft werden?

Das Fachreferat bietet einen Einblick in die Arbeitswelt – man bekommt eine Aufgabe, die man bis zu einem bestimmten Termin erledigen muss. Aus diesem Grund ist es schwer festzulegen, ob es sinnvoll ist, das Fachreferat abzuschaffen. Es prüft viele Fähigkeiten eines Schülers, fordert jedoch zum Teil sehr heraus, da es inmitten der Klausurenphase gehalten wird. Vor allem, da das Schuljahr 2025/2026 für die künftigen Abiturienten kürzer als üblich ausfällt, ist die Vorbereitung umso stressiger. Aber: In der Arbeitswelt muss man sich ja auch auf ungewöhnliche Fristen einstellen, oder nicht?

In die Bewertung fließen Faktoren wie Vortrag, Inhalt und Gestaltung des finalen Referats ein. Die einzelnen Fächer haben einen eigenen Bewertungsbogen, anhand dessen die Lehrkräfte schließlich die Note festlegen. Die Fächer Mathe und Physik sind beispielsweise in der Bewertung identisch, da sie sich denselben Erwartungshorizont teilen. Geachtet wird nicht nur auf sachliche Richtigkeit sowie Argumentation, sondern auch auf den Einstieg, den Schluss und den Umgang mit Medien. Außerdem gibt es sogar einen Bewertungspunkt zur Reflexion und Diskussion, wobei die Kompetenz im Beantworten von Fragen geprüft wird. Dabei stellen entweder Schüler und/oder die Lehrkraft Fragen zum Referat, um einerseits auszuschließen, dass es einfach von KI erstellt wurde oder dass es sich um ein Plagiat handelt – grundsätzlich also, um zu überprüfen, ob sich der Schüler wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Somit lässt sich sagen, dass wichtige Kompetenzen gefordert werden, wie beispielsweise Souveränität, Strukturierungsfähigkeit sowie eigenständige Auseinandersetzung.

Was meine eigene Erfahrung betrifft: Ich wählte das Rahmenthema „Anwendungen physikalischer Zusammenhänge“ im Fach Physik und erhielt schließlich das Feinthema „Dämpfung mechanischer Schwingungen“. Hierbei sieht man, dass das Rahmenthema wirklich nur im geringsten Maße auf eines der vielen möglichen Themen hinweist und sich die Schüler zuvor gut überlegen müssen, ob sie fast „blind“ in das Fachreferat gehen möchten – so wie ich es getan habe. Für mich persönlich spielt Interesse eine sehr große Rolle. Also entschied ich mich für die Herausforderung, Physik als Fach und dieses Thema zu wählen, anstatt etwas eher Biografisches zu nehmen, da mir dies als spannende Herausforderung vorkam, die ich unbedingt mit Interesse angehen wollte – für mich war das eine bewusste Entscheidung. Wenn ich schon so viel für maximal 15 von 600 Punkten meines Abiturs leisten muss, dann möchte ich das mit möglichst viel Entusiasmus tun, anstatt ein einfaches Thema zu wählen, bei dem man „nur“ Informationen zusammenträgt und vorträgt. Für mich wäre das zu monoton gewesen, weshalb ich mich für ein Thema und Fach entschieden habe, bei dem ich mir selbst etwas beibringen musste. Das war im Nachhinein kein Fehler – auch wenn ich das zu Beginn vor lauter Verzweiflung anders gesehen habe.

Für die zukünftigen 12.-Klässler, die eventuell noch das Fachreferat halten müssen: Essenziell ist es, sich ein Thema auszusuchen, für das man sich zumindest ansatzweise interessieren kann, um die Vorbereitung deutlich einfacher und interessanter zu gestalten.

Zurück zur Frage, ob das Fachreferat abgeschafft werden sollte: Ob man dieses wirklich abschaffen sollte, lässt sich meiner Meinung nach nicht eindeutig entscheiden. Das Fachreferat bietet eine Möglichkeit, sich selbst zu herauszufordern, da man sich hier weitgehend ohne Lehrervorgaben vorbereitet – wobei dies auch je nach Lehrkraft variieren kann. Ja, das Fachreferat kann stressig sein, vor allem in der Klausurenphase. Genau deswegen ist es wichtig, für sich einen passenden Termin zu wählen, um den Zeitdruck in der Vorbereitung zu reduzieren. Zeitmanagement ist also ebenfalls eine Fähigkeit, die hier gelernt werden kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Fachreferat aufgrund seiner Anforderungen wichtige Fähigkeiten für die spätere Karriere fördert. Es sollte vielmehr als Chance statt als verpflichtende Arbeit gesehen werden. Daher könnte ein alternativer Lösungsansatz darin bestehen, das Fachreferat freiwillig zu gestalten und es im Vorfeld von den Lehrern als attraktive Möglichkeit zu bewerben. Somit könnte mehr Zeit für den regulären Unterricht gewonnen werden, da einige Schüler diese Möglichkeit vermutlich nicht nutzen würden, und gleichzeitig könnte das Zeitfenster für das Halten der Referate flexibler gestaltet werden. Außerdem würde das Referat dann nicht mehr in das Abitur einfließen, sondern als eigenständige Leistung im Zeugnis hervorgehoben werden.

Ob dieser Lösungsansatz umsetzbar ist, liegt letztlich bei den Lehrkräften und beim Kultusministerium – er könnte jedoch vielen Schülern einen Teil des Stresses im Abijahr nehmen.

Text: Victoria H.

NEU NEU NEU – Das Schülercafé der FOS/BOS Friedberg

Nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch viele Lehrkräfte besuchen täglich das Schülercafé der FOS/BOS Friedberg. Besonders groß ist der Andrang während der Pausen. Doch auch zwischen den Unterrichtsstunden sowie in Freistunden bleiben die zwei zuständigen Verkäuferinnen in der Schulküche beschäftigt.

Der Arbeitsbeginn und die Vorbereitung

Hinter dem Pausenverkauf steht die Firma „Kulturküche Augsburg GmbH“, ein zuverlässiger und mehrfach ausgezeichneter Partner für Kindergarten- und Schulcatering. Der Arbeitstag der Mitarbeiterinnen beginnt bereits um 6:30 Uhr in der Firma. Dort werden die Lebensmittel hergerichtet und abgeholt. Gegen sieben Uhr trifft die Lieferung vom Bäcker Schwab ein.
Anschließend beginnen die Vorbereitungen für den Verkauf: Der Kaffee wird aufgesetzt, Brezen werden bestrichen und belegte Brote frisch zubereitet. Viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte kaufen sich ihre Mahlzeit bereits vor der Pause. Deshalb muss bis zum Unterrichtsbeginn um 8:15 Uhr alles verkaufsbereit sein.

Der Verkauf während der Pausen

Um 10:30 Uhr beginnt die lang ersehnte Pause – für die Verkäuferinnen bedeutet das Hochbetrieb. Hungrige Schüler und Lehrer müssen schnell versorgt und abkassiert werden. Doch auch nach der Pause bleibt noch Arbeit übrig: Vielleicht ist der Kaffee leer oder der Ketchup muss nachgefüllt werden. Zusätzlich fällt das Reinigen der Küche an, das ebenfalls von den Mitarbeiterinnen übernommen wird.
Nach der zweiten Pause um 13:10 Uhr wiederholt sich dieser Ablauf. Zwischendurch werden außerdem die Bestellungen für den nächsten Tag aufgegeben.

Organisation, Preise und Planung

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Firma ist vertraglich geregelt. Dabei wird festgelegt, wie viele Lebensmittel täglich geliefert werden. Preise und Menü werden vom Chef der Firma bestimmt.
Wer Vorschläge für das Angebot hat, kann sich gerne an die Kulturküche wenden. Ob ein Vorschlag umgesetzt wird, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab: vom zeitlichen Aufwand, von den technischen Möglichkeiten in der Schulküche sowie vom Preis. Nicht alle Schülerinnen und Schüler sind bereit, sechs Euro für ein aufwendiges warmes Essen zu bezahlen – viele weichen daher lieber auf günstigere Angebote aus, etwa bei Edeka oder doch die selbst zubereitete Brotzeit von Zuhause.
Der Arbeitstag der Verkäuferinnen endet gegen 15:00 Uhr. Übrig gebliebenes Essen wird zurück zur Firma gebracht und dort entweder als Mittagessen für die Mitarbeitenden genutzt oder verteilt.

Herausforderungen und Verkaufszahlen

Eine große Herausforderung für das Schülercafé ist der Kleingeldmangel sowie die Vermeidung von Überproduktion. Mittlerweile gelingt es den Verkäuferinnen jedoch gut, die Mengen realistisch zu planen, sodass kaum noch Ware übrig bleibt.
Ein Beispiel: Zu Beginn wurden täglich etwa 20 Croissants vorbereitet. Da über längere Zeit einige davon nicht verkauft wurden, setzte man die Produktionsmenge auf zehn bis fünfzehn Stück pro Tag herab.

Zum Schluss ein Ranking der angebotenen Produkte:
• Letzter Platz: Salat – aufgrund des vergleichsweise hohen Preises wird er am wenigsten gekauft.
• Zweiter Platz: Schnitzelsemmel – trotz eines Preises von 3,20 € sehr beliebt.
• Erster Platz: Butterbreze – der Klassiker macht satt, ist günstig und kann schnell gegessen werden.

Dieser Einblick hinter die Kulissen des Pausenverkaufs zeigt, wie viel Organisation, Zeit und Arbeit hinter dem Angebot steckt. Viele fragen sich, warum die Preise vergleichsweise hoch sind. Doch im Gegensatz zu großen Supermärkten wie Edeka oder einer Bäckerei wie Ihle, handelt es sich hier nicht um Massenproduktion. Der Aufwand von der Beschaffung bis zur Präsentation in der Verkaufsvitrine ist deutlich höher. Daher sollte man die Preise auch im Zusammenhang mit dem Arbeitsaufwand betrachten – und dankbar sein, dass man sich nach und während jeder Schulstunde unkompliziert und vor Ort etwas zu essen kaufen kann. Schließlich schafft man es nicht immer rechtzeitig in den Supermarkt und sich eine Brotzeit zu machen, oder?

Text, Bilder und Interview: Victoria H.

School-Life-Balance — Der Retter in der Not

Sogar achtjährige Schüler sagen, dass ihnen Schule keinen Spaß mehr bereitet, dass Schule anstrengend ist und dass ihnen die Schule Freizeit raubt. Außerdem weisen Statistiken auf alarmierende Werte im Bereich der mentalen Gesundheit hin. Was erwartet man auch bei Krisen, Kriegen und Ängsten – die verstörende Realität 2025? Selbstverständlich sehr gute Noten, nicht wahr, weil mit welchen Problemen können Kinder wohl sonst kämpfen? Mit dieser Einstellung entstehen dann auch noch sinkende Prozentzahlen bei der familiären Unterstützung – vor allem bei benachteiligten Familien. Dort entsteht ein starker Belastungsfaktor, der sich in Form von Ängstlichkeit und psychischen Auffälligkeiten äußert. Jedes dritte bis vierte Schulkind ist davon betroffen. Ist da denn nicht schleunigst zu handeln? Sollte die Blütezeit der Jugend in der Schule, wo man den halben Tag verbringt, nicht eigentlich etwas Schönes sein? Dafür ist der Ausgleich zwischen Schulzeit und Freizeit essentiell: School-Life-Balance – der Retter in der Not!

Statistiken schlagen mit ihren Zahlen längst Alarm seit der Corona-Pandemie. Zwei Drittel der Befragten leiden an starker Erschöpfung, ein Drittel an regelmäßigen Schlafproblemen und etwa ein Sechstel an Kopfschmerzen. Die Spitze des Eisbergs – 84 Prozent der Schüler haben eine niedrige oder moderate Gesundheitskompetenz – dies zeigt, dass die Problematik nicht nur psychische sondern auch physische Auswirkungen hat. Vor allem Mädchen leiden in ihren kritischen Entwicklungsphasen enorm: mangelnde Unterstützung, Übermengen an Stress. Stress ausgelöst bei beiden Geschlechtergruppen durch Sorgen, Angst, schlechte Noten und Leistungsdruck. Leistungsdruck erzeugt durch Lehrer, Eltern und eine hohe Anzahl an Leistungsnachweisen. Klar: man simuliert hiermit eine Situation, um Disziplin und Selbstorganisation beizubringen. Dennoch: psychische Gesundheit ist wesentlich wichtiger, vor allem in der Jugend. Eine ausgewogene School-Life-Balance sorgt für weniger Stress, Angstzustände und Depressionen. Für bessere Schulleistungen: Vermeidung eines Burnouts durch Überbelastung. Beispiel: DAK 2024 zeigte, dass Schüler mit einer ausgewogenen Balance sich gesünder fühlen. Das wirkt sich auch positiv auf Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung aus.

Zeichnung: Lirjona K.

Eine ausgewogene School-Life-Balance steht auch in Zusammenhang zu einer besseren Lernleistung. Wie bei einem Läufer nach einem Marathon, der Atemzug zum Durchschnaufen – so wirken auch die Pausen bei den Lernenden. Pausen fördern die Konzentration und das Gedächtnis. Erholte Schüler können Informationen schneller verarbeiten und somit steigert sich die Qualität und Quantität des Lernens – eventuell sogar auch der Spaß dabei. Das Gehirn ist ja bestimmt topfit um fünf Uhr Nachmittags zum Mathe lernen. Sicher: Zeitmanagement muss man lernen. Also: Wenn man das rechtzeitige Lernen versäumt hat, muss man mal auf die wohlverdiente Pause verzichten und lernen. Liebe Eltern und Lehrer, unterstützt das Kind dabei und wenn es mal nur die Drei oder mal die Vier in Mathe wird – fördert die Schüler und den Willen weiterhin! Aber in Balance.

School-Life-Balance sichert soziale Kompetenz. Soziale Kompetenz in Form von Freizeit mit Freunden stärkt soziale Fähigkeiten, die unerlässlich für das künftige Arbeitsleben sind. Ja: Druck und Stress ist ebenfalls eine Vorbereitung auf das Erwachsenenleben. Aber: Mathe kann man im Laufe der Schulzeit lernen und nachholen – soziale Kompetenzen lernt man überwiegend außerhalb der Schule. Familie und Hobbys fördern Teamarbeit, Empathie und Konfliktfähigkeit – Qualitäten eines Menschen. Schulische Leistungen reichen allein für eine gelungene persönliche Entwicklung nicht aus. Eltern sollen sich vor allem an dieser Stelle engagieren und eingreifen, denn Persönlichkeit überwiegt Leistung.

Um der Jugend eine schöne Schulzeit ermöglichen, müssen Lernbedingungen verbessert werden. Wieso fragt man die Schüler nicht selbst? Lehrer sollten Rückmeldungen geben, aber auch selbst annehmen. Der Wunsch von Schülern liegt bei der Verbesserung einer Schüler-Lehrer-Beziehung, die sie zu einem erfolgreichen Abschluss oder Abitur begleitet. Ohne aktive Veränderung von Inhaltsvermittlungen können auch alternative Prüfungsformate nicht umgesetzt werden. Bei den beispiellosen Herausforderungen, mit denen Heranwachsende zu kämpfen haben, sind alle guten Dinge drei: Erstens: Aufmerksamkeit. Zweitens: Wertschätzung. Das Beste kommt zum Schluss: School-Life-Balance. Also lasst uns Schule zu einem Ort machen, an dem Lernen und Leben im Gleichgewicht stehen.

Kommentar von Victoria H.

Praktikum, Pubs & Panorama – zwei Wochen in Irland

Im Frühjahr 2025 bekamen die frischgebackenen 11. Klässler der Wirtschafts- und Technikzweige der Fachoberschule Friedberg das Angebot, an einem zweiwöchigen Auslandspraktikum in Irland teilzunehmen – größtenteils finanziert durch Erasmus+. Dafür mussten die Interessenten eine Bewerbung und ihren Lebenslauf auf Englisch an Herrn Rettinger und Herrn Kretschmer schicken. In einem Auswahlverfahren wurden schließlich etwa zehn Schüler pro Zweig ausgewählt.

Nach monatelanger Organisation durch die Lehrkräfte, gemeinsam mit der Agentur „Your International Training“, war es am 17.07.2025 endlich so weit: Um 12:30 Uhr startete unser Bus am Schulparkplatz Richtung Flughafen München. Nach einem Flug nach Dublin und einer dreistündigen Busfahrt erreichten wir am Abend unsere Gastfamilien in Sligo.


Am nächsten Morgen gab es eine Einführung in der Agentur: Vorstellung der Ansprechpartner, wichtige Regeln, Infos zu Ausflügen und zur Arbeit. Anschließend wurden die Schüler zu ihren Praktikumsstellen gebracht, um das Team und die Arbeitszeiten kennenzulernen.

Am 19.07. fand schon der erste Ausflug mit unserem Tourguide Ry statt: Wir besuchten unter anderem Mullaghmore Castle and Harbour, Gleniff Horseshoe, den Glencar-Wasserfall und Creevykeel – eine Art „Mini-Stonehenge“. Einige Schüler ließen den Tag im beliebten Gracie’s Pub ausklingen. Wichtig zu wissen: In Irland dürfen unter 18-Jährige nach 21 Uhr keine Pubs mehr betreten und es gilt striktes Alkoholverbot.

Am nächsten Tag ging es zum Strand von Strandhill. Ein Surfkurs im kalten Atlantik sorgte für gemischte Reaktionen: von „Das war richtig cool!“ bis „Nie wieder!“. Danach begann die erste Arbeitswoche. Manche Schüler teilten sich eine Praktikumsstelle, andere fuhren mit Bus oder Zug, wieder andere wurden von der Agentur gebracht. Flexibilität war gefragt – aber die meisten waren am Ende der Woche sehr zufrieden.

In der Freizeit trafen sich Schüler zum Fußball-, Basketball- oder Billardspielen. Am 26.07. fuhren wir am frühen Morgen mit dem Zug eigenständig nach Dublin. In kleinen Gruppen erkundeten wir die Stadt, bevor es spät abends zurückging. Tags darauf stand ein Ausflug nach Galway auf dem Programm: kurze Stadtführung, Quiz und anschließend freie Zeit.

Die letzten drei Tage verbrachten wir noch einmal in unseren Praktikumsbetrieben. Einige bekamen sogar kleine Abschiedsgeschenke oder wurden zum Essen eingeladen. Am letzten Nachmittag überreichte uns die Agentur unsere Teilnahmeurkunden. Abends feierten wir im Gracie’s Pub noch den Geburtstag von Herrn Rettinger nach und überreichten ihm ebenfalls ein Geschenk. Das Packen war für einige an diesem Abend und am nächsten Morgen etwas mühsam, da sich manche ein zusätzliches Handgepäck besorgen mussten, um ohne Übergewicht ihre eigenen sowie eingekauften Sachen zu verstauen.

Am 31.07.2025 hieß es Abschied nehmen: Nach Busfahrten und dem Rückflug nach München kamen wir nachts um ein Uhr am Schulparkplatz an, wo Herr Kretschmer und unsere Familien schon warteten. Mit der Zeugnisvergabe endete nicht nur die Reise, sondern auch unser erstes Schuljahr an der FOS Friedberg.

Slán go fóill! (Irisch: „Auf Wiedersehen für jetzt!“)

Victoria Hapanovich, 12TC