Auerhaus: alles nur Theater?

„Our house, in the middle of our street“: So begann nicht nur der bekannte Song von Madness, sondern auch das Theaterstück „Auerhaus“, aufgeführt von der Theatergruppe der FOS Friedberg. Am 25. und 26. März diesen Jahres brachte die Gruppe um Frau Seemiller und Frau Wöhrl das Stück auf die Bühne und nahm das Publikum mit in die Lebenswelt einer ungewöhnlichen WG.

Im Zentrum standen Themen, die kaum unterschiedlicher hätten sein können: Freundschaft und Suizid. Eine Freundesgruppe zieht gemeinsam in ein Haus, um ihren selbstmordgefährdeten Freund Frieder zu unterstützen. Ihr Ziel war klar: Sie wollten ihm helfen. Doch der Alltag stellte sie vor Herausforderungen, die sie an ihre Grenzen gebracht haben. Die Handlung wirkte auf den ersten Blick ruhig, entwickelte aber schnell eine emotionale Spannung.

Es ging um Freundschaft, Verantwortung und die Frage, wie viel ein Mensch für einen anderen tragen kann. Es wurde deutlich, dass jede Figur mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hatte und niemand fehlerfrei gehandelt hat. Genau das machte die Geschichte so greifbar.



Obwohl es sich bei den Schauspielern um Anfänger handelte, konnten sie das gesamte Publikum in ihren Bann ziehen. Die Darsteller wirkten alle authentisch und brachten die unterschiedlichen Charaktere zur Geltung. Viele der Szenen bleiben auch nach dem Stück im Gedächtnis, vor allem die, in denen stille Momente mehr gesagt haben als große Worte.

Hinter der Aufführung steckte für alle Beteiligten viel Arbeit: Nicht nur mussten die Schauspieler ihren Text, Körpersprache und Mimik lernen, auch das Bühnenumbau-Team, die Künstler und die Techniker kamen nach monatelangen Proben an ihre Grenzen. Doch der Einsatz hat sich ausgezahlt und war für das gesamte Publikum erkennbar, denn die zahlreichen Gespräche am Ende zeigten, dass die Zuschauer begeistert von den talentierten Mitgliedern der Theater Gruppe waren.

„Auerhaus“ war kein leichtes Stück. Es behandelte mehrere sensible Themen, schaffte es aber mit jeden einzelnen davon respektvoll und nachvollziehbar umzugehen. Die Theatergruppe der FOS Friedberg schaffte es, die Geschichte ehrlich und authentisch zu erzählen und das Publikum zum Nachdenken zu bringen. Die Aufführung richtete sich insbesondere an jene, die sich für tiefere Themen interessierten, auch ohne ein klischeehaftes „Happy End“ leben können, und bereit waren sich auf eine emotionale, tiefgründige Geschichte einzulassen. Insgesamt war es eine gelungene Inszenierung, welche gezeigt hat, wie viel durch Zusammenarbeit zwischen Schülern und engagierten Lehrkräften möglich ist.

Text: Julia M.