„Schule als Ort des sozialen Miteinanders und Schutzraum“: Interview mit unserem neuen stellvertretenden Schulleiter Jakob Scholze

In diesem Schuljahr hat unsere Schule, die FOSBOS Friedberg, einen neuen stellvertretenden Schulleiter bekommen: Herrn Jakob Scholze.

Für unsere Schülerzeitung „Friedo“ habe ich mit ihm über seinen beruflichen Werdegang, seine Ziele an unserer Schule und seine Sicht auf „die Schule der Zukunft“ gesprochen.

Foto: Melek A.

Friedo: Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen und uns etwas über Ihren bisherigen beruflichen Werdegang erzählen?

Scholze: Mein Name ist Jakob Scholze. Ich bin verheiratet und habe drei wunderbare Kinder. Die letzten Jahre waren beruflich sehr abwechslungsreich: Ich habe in Bamberg studiert und anschließend an der FOSBOS in Hof gearbeitet. Danach war ich mehrere Jahre an einer Berufs- und Berufsfachschule für Kinderpflege und Sozialpflege tätig. Dort durfte ich bereits an Schulentwicklungsprozessen mitwirken und die Schulleitung unterstützen. Anschließend bekam ich die Möglichkeit, im Kultusministerium zu arbeiten. Dort war ich fünf Jahre lang in der beruflichen Abteilung tätig und konnte viele Einblicke in die Organisation und Verwaltung beruflicher Schulen in Bayern gewinnen. Dies war auch sehr spannend, da man dort mal die andere Perspektive gesehen hat.

Friedo: Was genau haben Sie im Kultusministerium gemacht?

Scholze: Die Berufliche Abteilung im Kultusministerium ist für alle Beruflichen Schulen und deren Lehrkräfte in Bayern zuständig. Das umfasst über 1.500 Schulen und rund 400.000 Schülerinnen und Schüler. Ich habe dort mit dem Abteilungsleiter zusammengearbeitet und mich unter anderem mit Statistik, organisatorischen Fragen sowie der Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz beschäftigt. Die Arbeit war sehr abwechslungsreich, weil täglich neue Themen und Herausforderungen dazukamen.

Friedo: Welche Fächer unterrichten Sie aktuell, beziehungsweise haben Sie zuvor unterrichtet?

Scholze: Aktuell unterrichte ich Kommunikation und Interaktion (KUI) und in den nächsten Schuljahren Pädagogik und Psychologie – „PäPsy“. In der Vergangenheit habe ich auch Pädagogik und Psychologie und Deutsch unterrichtet. Besonders an den Berufsfachschulen war ich viel im fachlichen Unterricht der Kinderpflege und Sozialpflege tätig. In Bamberg habe ich also Sozialpädagogik und Deutsch studiert.

Friedo: Was hat Sie dazu motiviert, die Position als stellvertretender Schulleiter an unserer Schule zu übernehmen und konnten Sie sich die Schulen aussuchen?

Scholze: Schon vor meiner Zeit im Ministerium habe ich gemerkt, dass mir neben dem Unterrichten auch organisatorische und leitende Aufgaben Spaß machen. Die Kombination aus Unterricht und Verantwortung finde ich sehr spannend. Nach meiner Zeit im Ministerium wollte ich gerne wieder an eine Schule zurückkehren. Diese Schulen sind jedoch ausgeschrieben und man muss sich für sie bewerben. Unsere Schule hat mich dabei besonders angesprochen, sowohl durch die offene Atmosphäre, das Kollegium als auch durch die Gespräche mit der Schulleiterin. Außerdem ist die Schule für mich auch örtlich gut erreichbar, da ich in Aichach wohne.

Friedo: Wie waren Ihre ersten Eindrücke von unserer Schule?

Scholze: Ich habe die Schule von Anfang an als einen Ort wahrgenommen, an dem Menschen offen und freundlich miteinander umgehen. Das habe ich sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Schülerinnen und Schülern erlebt. Natürlich kenne ich nach den ersten Wochen noch nicht alles, aber mein erster Eindruck war sehr positiv.

Friedo: Wie definieren Sie Ihre Rolle als Konrektor im Schulalltag?

Scholze: Im Moment ist mein wichtigstes Ziel zunächst, die Schule, die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium kennenzulernen. Erst wenn man versteht, wie Prozesse funktionieren, kann man sinnvoll einschätzen, wo und wie man sich gut einbringen kann.
Grundsätzlich ist mir wichtig, dass Schule ein Ort des sozialen Miteinanders ist, ein Schutzraum, in dem man Fehler machen darf, kann und soll und in dem Schülerinnen und Schüler nicht nur als Gruppe, sondern auch als einzelne Persönlichkeiten wahrgenommen werden.

Friedo: Welche Rolle spielt Digitalisierung, insbesondere Künstliche Intelligenz, Ihrer Meinung nach im Schulalltag?

Scholze: Digitalisierung entwickelt sich unglaublich schnell und Schule muss Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten, damit umgehen zu können. Digitale Werkzeuge können viele Dinge erleichtern, beispielsweise Kommunikation oder individuelles Lernen.
Auch KI kann dabei sehr hilfreich sein. Besonders im Bereich individuelles Feedback bietet sie große Möglichkeiten. Schülerinnen und Schüler können Unterstützung bekommen, die Lehrkräfte zeitlich oft gar nicht in diesem Umfang leisten könnten. Trotzdem ist wichtig, KI mit Augenmaß zu nutzen. Man darf sich nicht komplett auf sie verlassen. Erst wenn Grundlagen verstanden wurden, sollte KI unterstützend eingesetzt werden.

Friedo: Glauben Sie, dass die KI Lehrkräfte irgendwann ersetzen könnte?

Scholze: Nein, das glaube ich nicht. Lehrkräfte werden weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Was sich verändern wird, ist vermutlich die Art des Unterrichtens. Lehrkräfte könnten künftig noch stärker als „Lernbegleiter“, beziehungsweise als eine Art Coach arbeiten. Schule bleibt aber immer auch ein sozialer Ort, an dem Menschen miteinander lernen und sich begegnen. Es braucht immer einen Lehrer und es braucht immer einen Schüler.

Friedo: Was ist Ihnen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern besonders wichtig?

Scholze: Respekt und Empathie sind für mich die Grundlage jeder guten Zusammenarbeit mit jedem Menschen. Egal, ob Schulleitung, Lehrkraft oder Schülerin, beziehungsweise Schüler. Am Ende sind wir alle Menschen, die miteinander umgehen. Mir ist wichtig, dass man offen, respektvoll und menschlich miteinander spricht.

Friedo: Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für Schulen in den kommenden Jahren?

Scholze: Ich finde, Schulentwicklung sollte immer auf Reflexion und Feedback beruhen. Es ist wichtig, allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, ihre Sichtweisen und Meinungen einzubringen. Außerdem denke ich, dass unser Schulsystem in Bayern viele Chancen bietet, weil verschiedene Bildungswege möglich sind und Entscheidungen nicht endgültig nach der Grundschule festgelegt werden.

Friedo: Was verstehen Sie persönlich unter einer „Schule der Zukunft“?

Scholze: Für mich steht bei der Schule der Zukunft vor allem die Kompetenzvermittlung im Mittelpunkt. Wissen verändert sich heute sehr schnell. Deshalb wird es immer wichtiger, Kompetenzen zu entwickeln, zum Beispiel kritisch zu denken, Informationen zu bewerten, Probleme zu lösen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig sollte Schule immer auch ein Ort der Wertevermittlung bleiben. Demokratie, Gleichberechtigung und soziales Miteinander sind für mich zentrale Werte, die in der Schule immer ganz hoch geschrieben werden müssen.

Interview: Melek A.

Mask Off: Ein Abend zwischen Mut, Chaos und echtem Gefühl – Ein Erfahrungsbericht von der „Open-Mind-Night 2026“.

Das Licht geht aus. Für einen kurzen Moment ist es still. Dann setzt Applaus ein. Hinter der
Bühne wird noch schnell etwas geflüstert, jemand sucht nach Moderationskarten, ein letzter
Blick in den Spiegel. Und mittendrin dieses Kribbeln, das man nicht ganz los wird, egal wie
oft man schon auf der Bühne stand.

Am 12. Februar 2026 fand an unserer Schule die diesjährige „Open-Mind-Night“ statt. Ein
Abend, an dem Schülerinnen und Schüler ihre Talente präsentieren konnten. Von Gesang
über Tanz bis hin zu einem Film und Poetry Slam war alles dabei. Das Motto in diesem Jahr lautete „Mask off“. Es ging darum, das auszusprechen, was man sonst oft für sich behält. Gedanken, Gefühle und Seiten von sich selbst, die im Alltag eher verborgen bleiben.

Dass hinter so einem Abend viel mehr steckt als nur die Auftritte, merkt man vor allem hinter
den Kulissen. Schon seit Oktober des Vorjahres wurde geplant, diskutiert und organisiert. Vom Finden des Themas, das laut Organisationsteam eine der größten Herausforderungen ist, bis hin zur Verteilung der Aufgaben. Moderation, Technik, Ablauf, Verkauf in der Pause. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte arbeiteten gemeinsam daran, aus einer Idee ein funktionierendes Event zu machen.

Backstage zeigte sich dann eine andere Seite des Abends. Zwischen Technikchecks, schnellen Absprachen und kleinen Pannen entstand eine Atmosphäre, die gleichzeitig chaotisch und richtig gut war. Hier wurden Moderationskarten gesucht, dort musste spontan ein Outfitproblem gelöst werden. Gleichzeitig lief vieles erstaunlich strukturiert ab. Man hat
gemerkt, wie viel Planung hinter allem steckt. Auch die Technik spielte eine große Rolle.
Licht, Mikrofone und Timing mussten stimmen, damit auf der Bühne alles funktioniert.

Auf der Bühne selbst verschwimmt davon vieles. Das Licht ist hell, das Publikum kaum zu
erkennen. Was bleibt, ist die eigene Stimme und dieser eine Moment. Auch nach mehreren
Auftritten verschwindet die Nervosität nicht wirklich. Sie gehört dazu. Kurz bevor es losgeht,
wird selbst das Atmen bewusster und die Stimme fühlt sich am Anfang vielleicht noch etwas
unsicher an. Doch sobald die ersten Worte gesprochen sind, verändert sich etwas. Man kommt rein, findet seinen Flow und plötzlich fühlt sich alles fließend und richtig an. Der eigene Text wirkt intensiver als je zuvor.

Gerade die Poetry Slams haben den Abend besonders geprägt. Sie bewegten sich zwischen Humor und Ernst, zwischen Leichtigkeit und Tiefe. Manche brachten das Publikum zum Lachen, andere sorgten für Momente, in denen es ganz still wurde.

Einer dieser Momente war der Slam von Justin Andersen, der sich auf humorvolle und
gleichzeitig ehrliche Weise mit dem Motto des Abends auseinandersetzte:


JUSTIN:
„Ich stehe hier,
und heute ist der Tag,
an dem ich meine Maske abnehme.
Also… die metaphorische.
Die echte FFP2 hab ich schon im Bus verloren.
Auf dem Sitz.
Neben einem alten Kaugummi,
der mehr erlebt hat als ich.

‚Maske off‘, sagen sie.
Klingt mega dramatisch.
So Held*innenfilm-mäßig.
So: Ich reiße mir die Maske vom Gesicht und enthülle meine wahre Macht.
Tja.
Bei mir drunter:
Pickel, Augenringe,
und ein Gesichtsausdruck,
der sagt:
Ich wollte eigentlich nur kurz schlafen.

Aber gut,
wenn schon Maske off,
dann bitte richtig:
RUNTER damit,
auf den Tisch,
neben die Illusion,
dass ich jemals einen Plan habe.
Maske off,
und plötzlich sieht jeder,
dass ich eigentlich ein wandelnder Fehlermeldungsbildschirm bin.
So innerlich ständig:
404: Motivation not found.

Und wisst ihr,
eigentlich trage ich jeden Tag tausend Masken:
Die „Ich bin immer gut gelaunt“-Maske,
die „Ich bin super produktiv“-Maske,
die „Ich weiß was ich hier mache“-Maske,
… die rutscht am schnellsten.

Aber heute sag‘ ich:
Schluss damit!

Heute gibt’s das ungeschminkte ich.
Und ja,
das ist manchmal etwas verstörend.
So wie eine Katze,
die versucht, einen Salto zu machen
und dann merkt:
Nein.
Falsches Tier.
Falsche Idee.
Lass es einfach.

‚Maske off‘ heißt:
Ich darf zugeben,
dass ich manchmal in der Küche stehe
und vergesse warum.
Dass ich beim Telefonieren herumrenne,
als würde ich Satelliten manuell ausrichten.
Dass meine innere Ruhe
ungefähr so stabil ist
wie ein Kartenhaus im Orkan.

Aber immerhin:
Wenn die Maske fällt,
kannst du wenigstens lachen.
Über mich.
Mit mir.
Keine Ahnung.
Hauptsache jemand lacht.
Denn Humor ist die einzige Superkraft,
die ich habe.
Neben der Fähigkeit,
immer genau dann zu stolpern,
wenn jemand hinschaut.

Also gut:
‚Maske off‘.
Nehmt mich, wie ich bin.
Unverkleidet, unperfekt,
leicht chaotisch
und zu 70 Prozent bestehend aus Kaffee.

Und wenn ihr mein Gesicht seht und denkt:
Oh je.
Dann sage ich:
Keine Sorge.
Unter der Maske sah’s nicht besser aus.“

Mein eigener Poetry Slam war ein Versuch, solche leisen Gefühle einzufangen. Es ging um
Dankbarkeit, um Menschen, die Spuren hinterlassen, ohne es zu merken, und um dieses leicht nostalgische Gefühl für Momente, die noch gar nicht vorbei sind:

MELEK:
„Ich bin manchmal so nostalgisch.
Nostalgisch über Momente, die noch gar nicht vorbei sind.

Es gibt dieses Ziehen,
wenn etwas sich dem Ende neigt,
obwohl ich noch mittendrin bin.

Wie eine Sommernacht,
die endlich abkühlt und die Wolken langsam lila werden,
aber keiner möchte, dass sie endet.

Ich merke, wie manche Menschen wie Sonnenstrahlen in mein Leben fallen,
nicht laut, nicht fordernd.
Eher wie ein leichter Wind, der durch mein Zimmer weht,
der Dinge bewegt, die ich vorher nicht gesehen habe.

Sie sagen vielleicht gar nicht viel,
vielleicht wissen sie nicht mal,
wie sehr sie etwas in mir bewegen.

Aber irgendwas bleibt hängen.
Ein Satz, der meine Gedanken streift,
Ein Lächeln, welches mir Kraft gibt,
welches mir das Gefühl gibt, dass ich mehr kann,
Ein Moment, der mir sagt, dass alles okay ist und dass ich wertvoll bin.

Ich lache, ich staune,
Ich nehme mir Dinge vor,
Ich gehe ein Stück weiter,
alles, weil sie da waren, ohne dass sie es merken.

Ich weiß nicht, wie lange das noch geht.
Ich weiß nicht, ob diese Spuren bleiben,
wenn das Jahr endet, wenn die Wege auseinandergehen.

Und trotzdem fühle ich sie jetzt,
diese leisen Wirkungen, die warm durch mich ziehen,
wie der letzte Sonnenstrahl,
der sich durch die Blätter drängt,
kurz bevor die Nacht alles verschluckt.

Ich will festhalten, was ich fühle,
doch ich weiß, dass manche Dinge
nicht festgehalten werden müssen.

Vielleicht reicht es, dass ich spüre,
dass ich gesehen wurde,
dass ich lachen durfte,
dass ich inspiriert wurde,
dass ich wachsen durfte,
ohne dass ich es greifen muss.

Und wenn ich später daran zurückdenke,
werde ich die Wärme erinnern,
das Ziehen, das Weite,
die Sommernacht, die sich dem Ende neigt,
obwohl ich wünschte, dass sie nicht enden muss.

Und ich werde wissen, dass diese Momente nur mir gehören,
dass ich sie getragen habe,
still, leise und trotzdem unvergesslich.“


Nach dem Auftritt bleibt nicht nur Erleichterung. Es ist eher ein Gefühl, das sich schwer
beschreiben lässt. Irgendwo zwischen Euphorie und einem fast schon berauschenden Zustand. Die Knie fühlen sich vielleicht etwas weich an, während im Kopf noch alles nachklingt. Auf der Bühne selbst nimmt man das Publikum kaum wahr. Es ist hell, ruhig und jeder hört zu. Genau das macht diesen Moment so intensiv.

Die „Open-Mind-Night 2026“ hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen bereit sind, ihre Maske abzulegen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern ehrlich. Für einen kurzen Moment einfach das zu zeigen, was sonst oft verborgen bleibt.

Vielleicht ist es genau das, was diesen Abend so besonders macht. Ein Raum, in dem man
sich traut, gesehen zu werden

Text: Melek A., Justin A.

Wusstet ihr eigentlich, dass…

unser PuG-, Geschichts- und Englischlehrer Herr Jelic…

Foto: Melek A.

… sich selbst als „ruhig, erfahren und immer noch relativ jung“ beschreibt,

… an der FOS besonders die netten Menschen, seine Kolleginnen und Kollegen sowie
die gute Fachschaft schätzt,

… am Lehrerberuf am meisten mag, sich mit Themen beschäftigen zu können, die ihn
wirklich interessieren, und täglich mit jungen Menschen zu arbeiten,

… seinen Berufswunsch nicht strikt geplant hat, sondern das Leben eher auf sich
zukommen ließ und sich für den Lehrerberuf entschied, weil er genau wusste, was ihn
dort erwartet,

… eher eine Nachteule als ein Frühaufsteher ist,

… am liebsten mit Tennis, einem guten Buch auf der Couch oder mit Tennis-Videos auf
YouTube abschaltet,

… besonders gern Eric Clapton, Neil Young sowie Blues, Folk und Americana hört,

… zu seinen Lieblingsserien “Lead Balloon“ und “The Sopranos“ gehören,

… bei Filmen besonders die Werke der Coen Brothers und von Wes Anderson schätzt,

… als Getränk eine Cola wäre – süß, aber dennoch eiskalt, so wie eine gute Cola sein
sollte,

… man ihm nicht sofort ansieht, dass er noch junge Kinder hat, und er selbst meint,
eher wie deren Opa auszusehen,

… vor allem seine ältesten Freunde ihn geprägt haben, weil sie immer für ihn da waren
und ihm gezeigt haben, dass er auf einem guten Weg ist,

… seinen Schülerinnen und Schülern mit auf dem Weg geben möchte: „Man bereut im
Leben immer Dinge, die man nicht getan hat, aber selten Dinge, die man getan hat“,

… sein Lebensmotto „nach vorne zu leben und die Vergangenheit ruhen zu lassen“ ist?

Interview: Melek A.

Zwischen Schulaufgaben und Podcasts – Alternative Leistungsnachweise

Leistungsnachweise müssen nicht immer aus Schulaufgaben und Kurzarbeiten bestehen. In vielen Fächern werden inzwischen Podcasts, Erklärvideos, Referate oder Portfolios als Alternativen eingesetzt.

Empfinden Schülerinnen und Schüler diese Form der Leistungsbewertung als fairer und einfacher oder eher als zusätzliche Belastung? Und wie bewerten eigentlich Lehrkräfte diese Entwicklung?


Viele der befragten Schülerinnen und Schüler stehen den alternativen Leistungs-nachweisen grundsätzlich positiv gegenüber. Besonders geschätzt wird, dass Formate wie Präsentationen, Podcasts oder Portfolios mehr Raum für eigene Ideen lassen und dadurch abwechslungsreicher sind als klassische Schulaufgaben. Einige berichteten zudem, dass diese Form der Leistungsbewertung weniger stressig sein kann, da nicht ausschließlich unter Zeitdruck gelernt und abgefragt wird und man seine Kreativität besser ausleben kann. Gleichzeitig wurde deutlich, dass alternative Leistungsnachweise nur dann als entlastend empfunden werden, wenn sie gut verteilt sind. Häufen sich Projekte, Referate und Präsentationen in mehreren Fächern und kommen zusätzlich Schulaufgaben hinzu, steigt der Stress deutlich an. Kritisch angemerkt wurde außerdem, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler unter denselben Voraussetzungen arbeiten. Besonders sichere Vortragende hätten teilweise Vorteile, während andere mehr Überwindung benötigten. Trotzdem wurde die Bewertung der verschiedenen Projekte zum Großteil als fair und transparent wahrgenommen, da hierbei mit Protokollen gearbeitet wird, die von den Schülern selbst ausgefüllt werden.


Auch aus Sicht der Lehrkräfte gewinnen alternative Leistungsnachweise zunehmend an Bedeutung. Zwei befragte Lehrerinnen erklärten, dass solche Formate nicht nur für mehr Abwechslung sorgen, sondern auch vom Kultus-ministerium unterstützt werden. Neben klassischen Schulaufgaben sollen daher bewusst kreativere Leistungsnachweise eingesetzt werden. Ein weiterer befragter Lehrer betonte, dass alternative Leistungsnachweise immer aktueller würden und einen klaren Vorteil gegenüber klassischen Kurzarbeiten hätten. Statt einer einmaligen Leistungssituation erhielten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum mit einem Thema auseinanderzusetzen und ihre Ergebnisse anschließend zu präsentieren. Dadurch rücke das reine Auswendig-lernen stärker in den Hintergrund. Zudem sehe er in Gruppenprojekten eine sinnvolle Vorbereitung auf die spätere Arbeitswelt, in der Teamarbeit eine wichtige Rolle spiele. Gleichzeitig verwies er aber auf Schwierigkeiten bei der Bewertung. Besonders bei Gruppenarbeiten sei es herausfordernd, die individuelle Leistung einzelner Schülerinnen und Schüler objektiv zu erfassen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Noten teilweise besser ausfielen, als es dem tatsächlichen Wissens-stand entspreche. Klassische Schulaufgaben und Kurzarbeiten würden seiner Ansicht nach das eigenständige Verständnis deutlicher widerspiegeln, da dort beispielsweise diskussionsorientierte Fragestellungen das tatsächliche Verstehen sichtbar machten. Auch eine weitere Lehrerin äußerte sich eher kritisch. Am Beispiel des Deutschunterrichts erklärte sie, dass bei Gruppenarbeiten zu literarischen Epochen einzelne Themen sehr vertieft behandelt würden, während andere Bereiche weniger Beachtung fänden. So könne es vorkommen, dass Schülerinnen und Schüler in einem bestimmten Teilgebiet über detailliertes Wissen verfügten, jedoch kein gleichmäßig ausgeprägtes Gesamtverständnis besäßen. Zudem entstehe teilweise ein unverhältnismäßig großer Arbeitsaufwand für kleinere Themenbereiche, was die Leistungsbewertung verzerren könne. Ähnlich wie der zuvor befragte Lehrer sieht sie die Gefahr, dass Noten in solchen Formaten tendenziell besser ausfallen und damit nicht immer das tatsächliche Leistungs- niveau widerspiegeln. Insgesamt steht sie klassischen Leistungsnachweisen daher eher positiver gegenüber, auch wenn sie einräumt, dass kreative Formate in der Korrektur mitunter angenehmer seien. Alternative Formate wie Portfolios, Präsentationen oder Podcasts ermöglichen es aber, sich intensiver mit Themen auseinanderzusetzen, anstatt sie nur kurzfristig auswendig zu lernen. Gleichzeitig erfordert ihre Bewertung klare Kriterien und Transparenz. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, da es nicht immer eindeutig ist, wie Eigenleistung und KI-Unterstützung voneinander zu unterscheiden sind und wie sich die Gruppen- und die Einzelleistung der Schülerinnen und Schüler voneinander abgrenzen lassen. Der zusätzliche Aufwand für Lehrkräfte liegt vor allem im organisatorischen Bereich, etwa bei der Archivierung oder dem Datenschutz. Die eigentliche Bewertung wird hingegen nicht unbedingt als aufwendiger empfunden. Im Gegenteil: Beide Lehrerinnen beschrieben es als angenehm und abwechslungsreich, auch kreative Arbeiten zu bewerten, anstatt ausschließlich ähnliche Schulaufgaben zu korrigieren. Mit Blick auf die Zukunft gehen sie davon aus, dass alternative Leistungsnachweise weiter an Bedeutung gewinnen werden. Gerade im Zusammenhang mit KI sei es notwendig, Prüfungsformate weiterzuentwickeln und an den aktuellen Zeitgeist anzupassen, ohne dabei das Leistungsniveau zu senken.

Text: Melek A.