Jugend debattiert: Ein Wettbewerb voller Leidenschaft an der FOS/BOS Friedberg

Am 21. Februar 2025 war es wieder so weit: Der Schulwettbewerb von „Jugend debattiert“ fesselte Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der FOS/BOS Friedberg. Mit spannenden Themen und leidenschaftlichen Argumentationen zeigten die Teilnehmer ihr rhetorisches Können und ihre analytischen Fähigkeiten.

Die Themen: Viel Diskussionsstoff

In diesem Jahr standen zwei brisante und hochaktuelle Themen zur Debatte:

1.      Sollen Zoos in Deutschland abgeschafft werden?

2.      Soll die Bewertung von Gruppenleistungen gegenüber Einzelleistungen in der Schule höheres Gewicht bekommen?

In der ersten Runde debattierten alle Teilnehmer das Thema „Sollen Zoos in Deutschland abgeschafft werden?“. Nach spannenden und engagierten Diskussionen qualifizierten sich die besten vier Debattanten für die Finalrunde. Dort widmeten sie sich der Frage „Soll die Bewertung von Gruppenleistungen gegenüber Einzelleistungen in der Schule höheres Gewicht bekommen?“.

Beide Fragestellungen sorgten für intensive Diskussionen und warfen wichtige gesellschaftliche und bildungspolitische Fragen auf.

Thema 1: Abschaffung von Zoos – Artenschutz oder Tierquälerei?

Die Debatte über Zoos war von emotionaler Tiefe geprägt. Die Befürworter der Abschaffung argumentierten, dass die Haltung von Tieren in Gefangenschaft oft nicht artgerecht sei und die natürlichen Verhaltensweisen der Tiere massiv einschränke. Zudem gebe es moderne Alternativen wie virtuelle Safaris, die den Bildungsauftrag von Zoos ersetzen könnten.

Die Gegenseite betonte hingegen die Bedeutung von Zoos für den Artenschutz. Viele Tierarten wären ohne Zuchtprogramme in Zoos bereits ausgestorben. Außerdem spielten Zoos eine wichtige Rolle für die Biodiversität und weckten bei Besucherinnen und Besuchern ein Bewusstsein für den Schutz bedrohter Tiere. 

Ein starkes Zitat, das in dieser Debatte von der Pro-Seite gewählt wurde lautete: „Ein Goldener Käfig, ist immer noch ein Käfig“. 

Thema 2: Höhere Gewichtung von Gruppenleistungen gegenüber Einzelleistungen?

Auch die Frage nach der Bewertung von Gruppenleistungen sorgte für hitzige Diskussionen. Die Befürworter einer höheren Bewertung argumentierten, dass Teamarbeit in der modernen Arbeitswelt unverzichtbar sei und in der Schule stärker gefördert werden sollte. Eine gerechte Gewichtung von Gruppenleistungen stärke zudem soziale Kompetenzen und die Fähigkeit zur Kooperation.

Die Kontraseite wies hingegen darauf hin, dass in Gruppenarbeiten oft einzelne Schülerinnen und Schüler den größten Teil der Arbeit übernehmen, während andere weniger beitragen. Eine höhere Gewichtung könnte daher als ungerecht empfunden werden und die individuelle Leistung in den Hintergrund drängen.

Die Gewinner: Rhetorik auf höchstem Niveau

Nach intensiven Diskussionen standen die Gewinner fest. Mit klarer Argumentationsstruktur, präziser Ausdrucksweise und überzeugender Präsenz setzten sich Franziska und Felix durch. Sie werden unsere Schule nun auf der nächsten Ebene des Wettbewerbs vertreten und zeigen, dass die FOS/BOS Friedberg nicht nur fachlich, sondern auch rhetorisch überzeugt.

Franziska und Felix werden unsere Schule nun auf der nächsten Ebene des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ vertreten.

Ein Wettbewerb, der mehr ist als nur ein Wettkampf

„Jugend debattiert“ bietet eine wertvolle Plattform, um wichtige Themen zu diskutieren und gleichzeitig Schlüsselkompetenzen wie kritisches Denken, Argumentationsfähigkeit und Teamarbeit zu fördern. Für die Teilnehmer war der Wettbewerb eine Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich mit relevanten Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen.

Wir gratulieren allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern herzlich und wünschen den Gewinnern viel Erfolg in der nächsten Runde! Die Debatten haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam über Lösungen für die Herausforderungen unserer Gesellschaft nachzudenken.

Text: Thomas H., Hatice K.

Fotos: Josua K., Daniel W., Savana H., Helin S. (alle Vorklasse FOS)

Nachlese zur US-Wahl: Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen

A nation divided?

Wahlkampf und Kandidaten

Alle vier Jahre stehen die US-Wahlen auf der Agenda. Bei der letzten Wahl trat der ehemalige Präsident Donald Trump für die Republikanische Partei an, während Vizepräsidentin Kamala Harris die Demokraten vertrat. Trump konnte sich mit einem deutlichen Vorsprung durchsetzen, da er trotz knapper Umfragewerte alle umkämpften Bundesstaaten (Michigan, Pennsylvania, Georgia, Nevada, North Carolina und Wisconsin) für sich gewinnen konnte. In diesen Staaten oder sogenannten „Swing States“ haben beide Parteien eine hohe Gewinnchance. Der Wahlkampf war von einer starken Polarisierung und zahlreichen Kontroversen geprägt, wobei Trump sich auf Themen wie Wirtschaft, kontrollierte Einwanderung und nationale Sicherheit konzentrierte. Harris hingegen legte den Fokus auf soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz sowie die Stärkung von Arbeitnehmer- und Frauenrechten. Zudem hatte sie die anspruchsvolle Aufgabe, die vermeintlich gescheiterte Politik von Joe Biden zu verteidigen.

Wahlbeteiligung und Ergebnisse

Die Wahlbeteiligung im Jahr 2024 war bemerkenswert hoch, mit 66 % der Wähler, die ihre Stimme abgaben. Im Durchschnitt liegt die Wahlbeteiligung zwischen 55 % und 60 %. Ein früherer Rekord wurde 1960 bei der Wahl zwischen Kennedy und Nixon mit 63,8 % erreicht. In den USA kann man eine Wahl auch gewinnen, ohne die Mehrheit der Stimmen, den sogenannten „Popular Vote“ zu erhalten, was mit dem System der Wahlmännerstimmen im „Electoral College“ zusammenhängt, das von der Bevölkerungszahl der jeweiligen Bundesstaaten abhängt. So erhielt Hillary Clinton 2016 65.853.514 Stimmen, während Trump 62.984.828 Stimmen erhielt, also etwa 2,8 Millionen Stimmen weniger. Dennoch gewann Trump die Wahl, da er 307 Wahlmännerstimmen erhielt, während für den Sieg 270 notwendig sind. Im Jahr 2024 erzielte Donald Trump 77.303.573 Stimmen und 312 Wahlmännerstimmen, während Harris 75.019.257 Stimmen und lediglich 226 Wahlmännerstimmen bekam, was einen deutlichen Unterschied zu Trumps Ergebnissen darstellt.

Reaktionen und Auswirkungen

Die Reaktionen auf die Wahl waren sowohl in den USA als auch international gespalten. Während Trump-Anhänger die Rückkehr zu einer vermeintlichen Normalität feierten, äußerten viele Demokraten und internationale Beobachter Besorgnis über die Fortsetzung seiner „America First“-Politik. Verbündete, darunter Deutschland, hoffen, dass die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA nicht beeinträchtigt werden.

Mögliche Folgen

Wirtschaft: Durch die „America First“-Politik wird die heimische Produktion gefördert, während Zollmaßnahmen und Handelsverhandlungen darauf abzielen, Arbeitsplätze zurückzugewinnen. Die Fortsetzung der Deregulierungen könnte kleinen und mittelständischen Unternehmen zugutekommen, die oft unter bürokratischen Hürden leiden. Trumps Steuersenkungen könnten zudem die Kaufkraft der Bürger erhöhen und damit die Wirtschaft ankurbeln.

Außenpolitik: Trump betont in seinen Reden immer wieder die Unabhängigkeit der USA von internationalen Organisationen, was den USA mehr Spielraum gibt, eigene Interessen im Handel und in Sicherheitsfragen durchzusetzen. Seine konfrontative Haltung gegenüber China könnte dazu beitragen, unfaire Handelspraktiken zu bekämpfen und die heimische Wirtschaft vor Wettbewerbsvorteilen durch Subventionen oder geistigen Diebstahl zu schützen.

Durch die Neuverhandlung von Handelsverträgen könnte Trump versuchen, bessere Bedingungen für amerikanische Arbeiter und Unternehmen zu schaffen. In Bezug auf die NATO werden sich die USA vorerst zurückhalten und die Mitgliedstaaten dazu drängen, selbst mehr in ihre Verteidigung zu investieren.

Innere Sicherheit: Die neuen Einwanderungsgesetze zielen darauf ab, die Grenzen besser zu schützen, und durch Investitionen in das Militär soll die Sicherheit erhöht werden.

Gesellschaftliche Auswirkungen: Trump spricht vor allem eine konservative Wählerschaft an; dementsprechend wird sein Fokus auf traditionellen Werten in Bezug auf Familie, Religion und Nationalstolz liegen. Seine Präsidentschaft könnte diese Gruppen in ihrem Selbstbewusstsein stärken und konservative Werte wiederbeleben.

Energiepolitik: Trump hat mehrfach angekündigt, fossile Brennstoffe zu fördern, was die Energiepreise senken und sowohl privaten Haushalten als auch Unternehmen zugutekommen könnte.

Insgesamt könnte Trumps zweite Amtszeit die USA wirtschaftlich und sicherheitspolitisch stärken, traditionelle Werte fördern und die Unabhängigkeit der Nation betonen. Seine Politik könnte zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Ankurbelung des Wachstums und zur Festigung des Einflusses der USA in der Welt beitragen. Für seine Unterstützer sind diese Aspekte entscheidend, um die USA wieder in eine führende Position zu bringen, sowohl national als auch international.

Text: Justin A.

Wie politisch interessiert sind unsere Schüler? – Eine Umfrage zu den USA und dem Wahlsieg von Donald Trump

Im Rahmen einer aktuellen Umfrage an unserer Schule wurden Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassen zu politischen Themen rund um die USA und die Wahlergebnisse befragt. Insgesamt nahmen 12 weiblichen und zehn männliche Personen an der Befragung teil. Die Fragen zielten darauf ab, auch festzustellen, wie stark das Interesse an den US-Wahlen war, welche Rolle die sozialen Medien spielten und welche Meinungen zu Donald Trump und der Zukunft der transatlantischen Beziehungen bestehen. Die Ergebnisse liefern spannende Einblicke in die politische Wahrnehmung der jungen Generation.

Grafik: Lucas K.

Die erste Frage lautete, ob die Schüler die US-Wahlen verfolgt haben. Hier zeigte sich, dass sechs Jungs und vier Mädchen mit „Ja“ antworteten. Obwohl das Interesse bei den männlichen Befragten etwas höher war, spricht die Zahl für ein solides Grundinteresse an internationalen politischen Ereignissen. In der zweiten Frage wurde der Einfluss sozialer Medien auf die US-Wahlen thematisiert. Acht Mädchen und sechs Jungs gaben an, dass sie soziale Medien für einen bedeutenden Faktor hielten, was zeigt, dass besonders die weiblichen Befragten die Wirkung von Medien stark wahrnehmen.

Besonders auffällig war die dritte Frage, in der die Schüler bewerten sollten, ob sie die Wahlergebnisse (Trump hat gewonnen) positiv oder negativ sehen. Hier gab es kaum Zustimmung: nur jeweils zwei Jungs und zwei Mädchen gaben an, Trumps Sieg positiv einzuschätzen. Dies zeigt, dass die Mehrheit der Schüler der Politik des damaligen US-Präsidenten eher kritisch gegenübersteht.

In der vierten Frage ging es um die Beziehungen zwischen den USA und Europa unter Donald Trump. Hier herrschte ein klarer Unterschied zwischen den Geschlechtern: elf Mädchen antworteten mit „Ja“, dass sich die Beziehungen durch Trump verändern würden, während 8 Jungs dies verneinten. Dies lässt wohl darauf schließen, dass die weiblichen Befragten eine größere Sensibilität für politische Verschiebungen auf internationaler Ebene haben.

Bei der fünften Frage, ob Deutschland unter Trump enger mit den USA zusammenarbeiten sollte, antworteten fünf Jungs und vier Mädchen mit „Ja“. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der Befragten trotz der kritischen Haltung gegenüber Trump eine engere wirtschaftliche oder politische Zusammenarbeit für sinnvoll hält.

In der letzten Frage ging es darum, ob die Wahlergebnisse einen direkten Einfluss auf das eigene Leben haben könnten. Fünf Jungs und drei Mädchen stimmten zu, was zeigt, dass zumindest ein Teil der Schüler globale politische Ereignisse als relevant für ihre persönliche Zukunft einschätzt.

Zusammengefasst ergibt sich aus der Umfrage ein klares Bild: Die Schüler unserer Schule haben ein solides Interesse an internationalen politischen Ereignissen, sind jedoch mehrheitlich kritisch gegenüber der Politik Donald Trumps eingestellt. Der Einfluss sozialer Medien wird besonders von den Mädchen stark wahrgenommen, während die Meinungen zur zukünftigen Zusammenarbeit Deutschlands mit den USA gespalten sind.

Ein Blick auf die Zukunft verdeutlicht, wie wichtig politische Bildung an unserer Schule ist. Die Umfrage zeigt, dass viele Schüler offen für Diskussionen und Informationen zu globalen Themen sind. Der Politikunterricht sollte daher weiterhin Raum bieten, internationale Entwicklungen zu reflektieren und deren Auswirkungen auf unser Leben zu diskutieren. Ziel muss es sein, das politische Bewusstsein der Schüler zu stärken und sie zu mündigen Bürgern zu erziehen, die die komplexen Zusammenhänge der globalen Politik verstehen und hinterfragen.

Text: Tomo B., Lucas K.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Schweigen brechen und Betroffene unterstützen

Von Lojeena Al-Mateiri und Jessica Mayr

Gewalt gegen Frauen gehört zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen weltweit. Oft bleibt sie unsichtbar. Am 25. November ist jedes Jahr der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Dieser Tag erinnert uns daran, genau hinzuschauen, wachsam zu sein und zu handeln. Gewalt hat viele Gesichter. Sie kann körperlich, psychisch, sexualisiert oder strukturell sein. Millionen von Frauen und Mädchen sind davon betroffen. Alter, Herkunft oder sozialer Status spielen keine Rolle. Dieser Tag ist eine Art Mahnmal. Er fordert uns auf: Schweigen brechen. Betroffene unterstützen. Vorbeugende Maßnahmen verstärken. Das ist ein gesellschaftlicher Auftrag. Dieser Auftrag betrifft uns alle.

Text/Visualisierung: Jessica M., Lojeena A.

Podcast mit den Schülersprecher:innen 24/25: Stimmen der Veränderung – Visionen und Projekte im Fokus

In unserem neuesten Beitrag beleuchten wir in einem aufschlussreichen Podcast mit den Schülersprecher:innen 24/25 die vielfältigen Ziele, Meinungen und Projekte, welche die Schülervertretung in den Mittelpunkt stellt. Hier erfahren wir, wie die engagierten Stimmen der Schüler:innen frischen Wind in die Schulgemeinschaft bringen und welche Ideen sie für eine positive Veränderung in diesem Jahr verfolgen. Vor allem Transparenz schulischer Entscheidungen soll dabei im Vordergrund stehen. Hier findet ihr das Interview unserer Autorin Jessica V. mit den neu gewählten Schülersprecher:innen:

V.l.n.r.: Marlene Naber, Esra Simsek, Julia Schmid, Emre Celik, Tuana Güngör

Interview: Jessica V.

Stellung beziehen gegen Stammtischparolen – Was kannst DU tun?

Stammtischparolen regieren mitunter unser Beisammensein, aber was ist das überhaupt und was können wir dagegen tun? Stammtischparolen sind pauschale, undifferenzierte und populistische Aussagen, die meist in einer lockeren Runde geäußert werden. Sie sind wenig faktenbasiert, sondern stellen Meinungen und Äußerungen zugespitzt und emotional dar, ohne eine tiefergehende Diskussion auszulösen.

Eine Frau, die sich für gesittete Meinungsäußerung und die Reaktion darauf einsetzt, ist Hannah Schieferle. Sie schrieb einen kurzen Leitfaden, der Menschen dabei helfen soll, in solchen Situationen angemessen zu reagieren. Personen, die leichtfertig Stammtischparolen äußern, schießen oft gegen ein sogenanntes Feindbild. In unserer Zeit sind es meistens rassistische, homophobe oder antisemitische Aussagen, die wieder ein größeres Ausmaß annehmen.

Warum nicht einfach weghören?

Immer öfter werden Äußerungen, wie „Warum sich auf eine Diskussion einlassen? Ich höre einfach weg und dann passt das schon“ geäußert. Oft ist man auch einfach sprachlos und weiß nicht genau, was man nun antworten soll oder aber man fühlt sich nicht genug informiert, um nun eine ausgewachsene Debatte führen zu können. Aber genau diese Ansätze sind falsch. Sie können zwar weniger die Meinung ihres Gegenübers ändern, aber Mithörende lassen sich meist zum Umdenken bewegen. Zudem stärken sie Selbstachtung und Selbstwert, indem Menschen für ihre Werte einstehen.

Quelle: www.pixabay.com/de/illustrations/konversation-sich-unterhalten-reden-799448/

Was kann ich tun?

Es gibt nie die perfekte Reaktion, um auf Stammtischparolen etwas zu entgegnen, da jede Situation unterschiedlich ist. Und doch gibt es ein paar Punkte, die einem dabei helfen können, weder unzufrieden, noch sauer, ein solches Gespräch zu verlassen:

1.        Mit Fakten argumentieren.

Die wenigsten Menschen kennen sich zu 100% mit einen Thema aus, doch warum nicht die Fortschrittlichkeit unserer Gesellschaft nutzen, um aktuelle und seriöse Fakten zum Thema im Internet recherchieren?

2.        Nach Fakten fragen.

Die beste Möglichkeit eine emotional motivierte Aussage zu entkräften, ist mit Hilfe von Fragen. So reicht es oft den Gegenüber mit dem Satz „ Wo hast du das gelesen?“ aus dem Konzept zu bringen.

3.        Nachfragen stellen.

Da es meist einen emotionalen Hintergrund gibt, hilft es, Nachfragen zu stellen, bevor man mit einer Gegenargumentation startet.

4.        Frage nach, ob du das Gesagte richtig verstanden hast.

Oft reagieren die meisten mit einem Angriff, doch häufiger ist es besser mit einem neutralen Ton nachzufragen, ob man das Gesagte auch wirklich richtig verstanden hat. So werden Aprupthandlungen oder Missverständnissse vorgebeugt.

5.        Frage nach persönlichen Erfahrungen.

Viele Stammtischparolen sind Vorurteile, die aus persönlich vorangegangenen Situationen entsprungen sind. Frage nach, um deinen Gegenüber zu verstehen.

6.        Suche Gemeinsamkeiten.

Um deinen Gesprächspartner zu integrieren, zeige erst Gemeinsamkeiten auf, dann kann  zusammen nach Lösungen gesucht werden.

7.        Verbündete suchen.

Ein solches Gespräch alleine zu bestreiten ist viel, such dir am besten einen Mitstreiter, der deine Meinung vertritt.

8.        Sich distanzieren.

Wenn nicht die Möglichkeit und Zeit besteht, sich auf ein langes Gespräch einzulassen, reicht es auch oft, dich einfach nur von dem Gesagten zu distanzieren.

9.        Thema wechseln.

Um einem Streitgespräch zu entgehen und sich trotzdem von der Situation distanzieren, wechsle das Thema und sage kurz, dass du anderer Meinung bist.

Natürlich hilft es nicht immer pauschal, einen der vorher genannten Tipps anzuwenden. Aber wie Erich Kästner sagte. „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ Dieser Satz fasst das Thema „Stammtischparolen“ und das sich Wehren dagegen in nur einem Satz zusammen. Überlege dir das nächste mal daher, ob und wie du auf eine parolisierte Aussage antwortest.

Text: Laura G.

Literatur: Hannah Schieferle, Stellung beziehen gegen Stammtischparolen. Tipps für den Alltag, Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern, 2022

Leitartikel: Ist die Demokratie für alle da?

In unserer Zeit, die voll von Veränderungen ist, steht die Demokratie vor vielen Herausforderungen. Angefangen bei der Debatte über das Wahlalter und dieses auf 16 herabzusetzen, bis hin zur Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. All diese Punkte prägen das demokratische Gefüge deutschlandweit. Der historische Meilenstein des Oktoberfestattentats von 1980 und auch das Ringen um die deutsch-französische Freundschaft sollte uns daran erinnern, wie wichtig es ist, unsere Demokratie zu schützen, zu pflegen und zu verteidigen.

Eine Debatte, die mitunter sehr kontrovers geführt wurde, handelte vom Streit um das Wahlalter ab 16. Hier wurde oft argumentiert, dass die jüngere Generation durchaus engagiert und informiert sei und somit eine grundlegende Veränderung hervorrufen könnte. Zudem würde sich ein früher integriertes Interesse an der Politik auf deren Beliebtheit und die politische Teilhabe allgemein auswirken. Auf der anderen Seite wurden Stimmen lauter, die davon sprachen, man habe mit 16 Jahren noch nicht die nötige Reife und Erfahrung, um die Konsequenzen seiner Wahl und seines Handelns abschätzen zu können.

Ein Thema, das auch eher die junge Generation betrifft, ist die Plattform „TikTok“. Mit kurzen Videos, die wenig Aufmerksamkeit erfordern, dokumentieren Nutzer ihr Leben, tanzen oder verbreiten Informationen. Auch die Politik hat es sich nicht nehmen lassen, dort Wahlkampf zu führen. Nicht nur die CDU oder SPD haben dort einen Account, sondern auch einzelne Politiker wie Olaf Scholz und Markus Söder versuchen so, ihre Reichweite zu stärken und vor allem junge Leute für ihre Politik zu gewinnen. Zwar kann man so viele Menschen erreichen und die Demokratie von einer anderen Seite präsentieren, doch auch hier ist die Verbreitung von Fake News und Hate Speech nicht weit. Durch TikTok wird die Verbreitung von manipulierten Nachrichten oder extremistischen Sichtweisen einfacher. Um die Abgrenzung solcher und den Schutz der Demokratie zu gewährleisten, ist eine Schulung im kritischen Denken und dem Filtern von Nachrichten essenziell.

Bild: Tim M., Annika R. (Projekttag Demokratie an der FOS Friedberg, Juli 2024)

Was uns noch bewegt: Feminismus und Gleichberechtigung sind nicht nur Bewegungen, sie sind zudem äußerst wichtig für eine funktionierende Demokratie. Frauen, die jahrhundertelang unterdrückt wurden, fordern noch immer ihre Rechte und gleiche Chancen. Denn eine Demokratie bedeutet nicht nur, dass alle Bürger wählen dürfen, sondern auch die gleichen Rechte, Pflichten und vor allem gleiche Möglichkeiten für alle Mitglieder der Gesellschaft. Trotz Fortschritten gibt es immer noch eine Diskrepanzen hinsichtlich der Löhne und der Besetzung von Führungspositionen. Das Ziel ist es, diese Unterschiede abzuschaffen, denn nur eine Politik, in der alle Stimmen zählen und ernst genommen werden, ist eine Demokratie.

Was uns noch beschäftigt hat: Einer der größten rechtsextrem motivierten Terroranschläge der deutschen Geschichte war 1980 das Oktoberfestattentat, bei dem 13 Menschen ums Leben kamen und über 200 verletzt wurden. Diese Tat zeigt uns, wie wichtig es ist, die demokratischen Werte zu fördern und zu schützen, indem zum Beispiel Transparenz politischer Entscheidungen, aber auch polizeilicher Ermittlungen sowie der Sinn für Gerechtigkeit gestärkt wird.

Zu guter Letzt: Auch die deutsch-französische Freundschaft, die jährlich seit dem Élysée-Vertrag von 1963 gefeiert wird, ist eine wichtige Säule der Demokratie in Europa. Denn trotz früheren Differenzen und Feindschaft der europäischen Schwergewichte, schaffte man es durch demokratische Werte über die Vergangenheit hinweg zu kommen und eine Freundschaft zu etablieren. Denn durch aktuelle wirtschaftliche Unsicherheiten oder geopolitischen Spannungen ist eine stabilisierende Verbundenheit zwischen Frankreich und Deutschland wichtiger denn je geworden.

Die Demokratie ist ein Konzept, das nur durch das Zutun, die Pflege und die Anpassung der Gesellschaft bestehen bleibt. Alle vorher genannten Faktoren sind Dinge, die das Fundament einer lebendigen Demokratie bilden und uns zeigen, dass eine solche Politik keine Selbstverständlichkeit, sondern zerbrechlich ist und sich im stetigen Wandel befindet. Unser politisches System kann daher nur durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Schutz wachsen.

Text: Laura G.

Projekttag Demokratie an der FOS Friedberg: Was verbindet uns als Menschen und wie schaffen wir Verbindungen?

Mit einem besonderen Kunstprojekt machte eine Schülergruppe um Politiklehrerin Daniela Holzmann am Projekttag Demokratie im Juli 2024 auf sich aufmerksam: Die Jugendlichen setzten sich durch kreativ-gestalterische Ansätze mit bindenden und verbindenden freiheitlich-demokratischen Werten unserer Gesellschaft auseinander. Die Ergebnisse können unsere Leserinnen und Leser nun in Augenschein nehmen.

Projekt 1: Daniel S., Lemalian M., Projekt 2: Florian S., Anna D., Projekt 3: Lea B., Chiara S., Projekt 4: unbekannt, Projekt 5: René B., Yanis N., Marlene N., Projekt 6: Marie S., Projekt 7: Tom B., Daniel H., Lukas S., Max R., Projekt 8: Selena J., Nina W., Projekt 9: Julia T., Lena T., Anika S., Projekt 10: Hanna B., Pia S., Laura S., Projekt 11: Hanna S., Meiying L., Sophia H., Projekt 12: Alva S., Christina S., Christina R., Projekt 13: Tim M., Annika R., Projekt 14: Leonie W., Emilia R., Projekt 15: Anja G., Sofia R., Projekt 16: Yann K., Lukas S., Denis E., Projekt 17: Benedikt S., Florian S., Projekt 18: Natalia S., Charlotte S., Lena S.

Fotos: Daniela Holzmann

Demokratie, Sozialismus und Kapitalismus: Stärken und Schwächen

Demokratie in der westlichen Welt, speziell in Deutschland, ist sehr stark durch den Kapitalismus geführt und geprägt.  

Sozialismus stellt die Weltanschauung dar, in welcher es eine egalitäre Gesellschaft gibt und solidarisch die Freiheit und Gleichheit der Menschen im Vordergrund steht. Eine Demokratie stellt eine Herrschaftsform dar, in welcher das Volk die Macht über die politischen Entscheidungen hat und jede Stimme gleich zählt.

In Deutschland gibt es in moderner Zeit eine soziale Marktwirtschaft. Das bedeutet, dass die freie Wirtschaft den Markt reguliert, jedoch durch soziale Strukturen eine Extremisierung der sozialen Ungerechtigkeit verhindert wird.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm vor allem Amerika als Siegermacht die Verantwortung für einen großen Teil Deutschlands. Es wurde eine neue Form der Wirtschaft in das Land gebracht: der Kapitalismus. Die soziale Marktwirtschaft ist das Resultat eines ausgeprägten Kapitalismus in Kombination mit sozialen Elementen.

Sozialismus, welcher die Freiheit und Gleichheit der Individuen darstellt und der Kapitalismus, welcher die Machtunterschiede in allen Aspekte der Wirtschaft fördert, harmonieren nicht sonderlich gut miteinander. Durch das Leistungsprinzip gibt es immer Gewinner und Verlierer, ganz nach dem Sprichwort „Es gibt immer Einen, der ist besser als du“. Menschen, die nicht arbeiten wollen oder nicht genug leisten, verfallen in die Arbeitslosigkeit. In der DDR wurde durch die Planwirtschaft die Leistung aller gleich bewertet und Ressourcen gleich aufgeteilt – was aber auch zu großen Problemen und Staatsbankrott geführt hat.

Kommentar: Fine H.

Demokratie und Kommunismus im Vergleich: Wie wird Herrschaft organisiert?

Im Rahmen des aktuellen Projekttags „Demokratie“ habe ich mich dafür entschieden, über die Ideologien aufzuklären, einen Bericht über die Differenzen des Kommunismus und der Demokratie zu verfassen. Anschließend wird über die Parallelen der beiden Weltanschauungen berichtet. Zu Beginn ist es essentiell, beide Denkweisen zu verstehen, um sie im Anschluss richtig abwägen zu können.

Die Demokratie zeichnet sich vor allem durch das Prinzip der Volkssouveränität aus. Dabei wird das Volk als Träger der Staatsgewalt gesehen und darf in Form von politischen Wahlen oder Abstimmungen bei politischen Entscheidungen mitwirken. Andere wesentliche Merkmale einer Demokratie sind die Gewaltenteilung oder die Rechtsstaatlichkeit.

Die Gewaltenteilung ist ein wichtiger Teil der modernen Demokratie und beschreibt die Aufteilung der Staatsmacht auf verschiedene Gewalten, um Machtmissbrauch und Tyrannei vorzubeugen. Die Gewalten sind in der Regel in die Legislative (Gesetzgebung), die Exekutive (Regierung und Verwaltung) und die Judikative (das Gericht) unterteilt. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass diese drei Gewalten zwar gemeinsam in einer parlamentarischen Republik sind, aber nicht gegeneinander arbeiten. Sie unterstützen sich gegenseitig und wägen gemeinsam gute oder schlechte Ideen ab. Viele Menschen sprechen zudem bei Medien auch von einer „vierten Gewalt“. Eng damit verbunden ist auch die Pressefreiheit, die in der Lage ist, einen Machtmissbrauch aufzudecken und somit einen großen Einfluss zu haben.

Der Kommunismus ist eine Ideologie, die sich als Ziel eine herrschaftslose und klassenlose Gemeinschaft setzt. Kommunisten wollen für eine gerechtere Gesellschaft sorgen, in welcher keine Gesellschaftsschicht ausgebeutet wird. Häufig wird das Wort „Kommunismus“ in Bezug auf die Sowjetunion oder die Volksrepublik China auch mit Diktaturen verbunden.

Der deutsche Philosoph Karl Marx veröffentlichte zusammen mit seinem Kollegen Friedrich Engels im Jahre 1848 das Werk „Das kommunistische Manifest“, in welchem die Entstehung einer gerechteren Gesellschaft durch den Sturz der Klassenherrschaft beschrieben wird. In der Theorie könne eine kommunistische Gesellschaft entstehen, in der es keinen Klassenkampf und keine Ausbeutung geben würde.

Im letzten Abschnitt des Manifests steht:

Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“

Dies soll ein deutlicher Appell an alle Menschen sein, die den unteren Schichten angehören und sie dazu animieren, für eine klassenlose Gesellschaft zu kämpfen.

Einige Parallelen, der so unterschiedlich erscheinenden Denkweisen sind zum Beispiel das Streben nach einer Gesellschaftsform, in der die Interessen und Bedürfnisse aller Bürger und Bürgerinnen berücksichtigt und gleichberechtigt sind. Beide Ideologien streben nach sozialer Gerechtigkeit, Gleichheit und Solidarität. Der Kommunismus zeichnet sich dadurch aus, dass die Macht oft auf eine zentrale Autorität konzentriert wird, wobei in einer Demokratie die Macht auf die Bürger und Bürgerinnen als Kollektiv verteilt ist. Im Kommunismus wird oft auf eine klassenlose Gesellschaft hingearbeitet, während die Demokratie die Existenz verschiedener sozialer Schichten akzeptiert.

Insgesamt lassen sich also Parallelen zwischen Kommunismus und Demokratie darstellen, aber auch deutliche Unterschiede, die die beiden politischen Ausrichtungen klar voneinander abgrenzen. Schlussendlich kann jeder für sich selbst entscheiden, welche dieser politischen Denkweisen mehr mit den eigenen Werten übereinstimmt. Allerdings gibt es viele Gründe, weshalb der Kommunismus in der Vergangenheit nicht erfolgreich war. Dies liegt meistens daran, dass die Theorie des Kommunismus zwar einfach erscheint, aber in der Praxis oft zur Entmündigung der Bürger aufgrund der Regierung führt. Dies schränkt die individuelle Freiheit ein und geht oft mit Korruption und Machtmissbrauch einher. Auch ein fehlender Anreiz für individuelle Leistungen und Innovationen führt dazu, dass die kommunistische Planwirtschaft zusammenbricht und damit die Lebensqualität der Bürger sinkt.

(JJM)