Berlin, Berlin, Wir fahren zum Schülerzeitungskongress nach Berlin!

Mitte Juni 2026 waren wir vom Friedo-Redaktionsteam auf Einladung der Jugendpresse in Berlin, nachdem wir beim Schülerwettbewerb der Länder den ersten Platz in der Kategorie „Online“ der Beruflichen Schulen gewonnen hatten. Obwohl wir nur wenig mehr als zwei Tage dort waren, fühlte sich die Zeit in Berlin mit Schülerzeitungskongress in der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Preisverleihung im Bundesrat wie eine ganze Woche an. Wir waren viel unterwegs, haben gelernt, wie vielfältig und umfangreich der Journalismus ist, und konnten spannende Einblicke in die Medienwelt gewinnen. Besonders beeindruckend war, dass wir die Möglichkeit hatten, mit professionellen Journalistinnen und Journalisten ins Gespräch zu kommen und uns mit anderen Schülerzeitungen auszutauschen.

Montag

Unsere Reise begann in Augsburg um 9:47 Uhr. Obwohl ich schon mehrere Male in Berlin war, hatte ich gefühlt tausend Sachen im Kopf, die ich gerne machen wollte: das Brandenburger Tor ansehen, den Checkpoint Charlie besuchen, einen Döner am Alexanderplatz essen und das Wichtigste: Inspirationen für unsere Schülerzeitung sammeln. Die Zeit auf dem Weg nach Berlin habe ich mit Zeichnen verbracht und mich auf die kommenden Tage gefreut.

Am Montagabend waren wir im Europäischen Haus in der Nähe des Brandenburger Tors. Dort wurde uns der Ablauf der kommenden Tage erklärt und wir haben gemeinsam mit dem ganzen Raum, der voll von anderen deutschen Gewinner-Redaktionen war, Kennenlernspiele gespielt. So wurde der Saal als Deutschlandkarte vorgestellt und unsere Aufgabe war es einzuschätzen, wo Friedberg liegt, des Weiteren wurde eine These rund um das journalistische Kerngeschäft in den Raum gestellt und wir mussten uns in die Ecke stellen je nachdem, ob wir dieser These zustimmen oder ablehnen und anschließend gab es zu Abendessen Kartoffelsalat, Gnocchi und vegane Currywurst.

Dienstag

Am Dienstag waren wir von 8:45 Uhr bis 16:30 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im sogenannten „Erzählcafé“ unterhielten sich die Journalistinnen Pauline Reinhardt (freie Journalistin), Janina Bauer (Correctiv Schweiz), Susanne Memarnia (taz Berlin) und Dagmar Reim (ehemalige Intendantin des rbb) gemeinsam mit der Moderatorin Clara Hoheisel (Bundesvorstand der Jugendpresse Deutschland) über verschiedene Themen des Journalismus. Dabei ging es unter anderem um die Bedeutung des Lokaljournalismus und die Herausforderungen, vor denen Journalistinnen und Journalisten heute stehen.

Anschließend berichteten die Journalistinnen und Journalisten in kleineren Gesprächsrunden von ihrem persönlichen Weg in den Journalismus. Dabei hatten wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mehr über ihren Berufsalltag sowie ihre Erfahrungen zu lernen.

Danach wurden wir Workshops zugeteilt, die wir zuvor individuell auswählen konnten. Ich entschied mich für den Podcast Workshop unter der Leitung von Laura Vorsatz, die unter anderem den Podcast „Feminismus mit Vorsatz“ veröffentlicht, der auf Spotify und anderen Plattformen verfügbar ist. In diesem Workshop lernte ich, welches Equipment für die Produktion eines Podcast benötigt wird, wie eine Podcast-Folge sinnvoll strukturiert werden kann und wie man ein geeignetes Thema für einen Podcast findet.

Justin und Lirjona mit dem Schirmherr der Veranstaltung Andreas Bovenschulte, Präsident des Bundesrates; Foto: Bundesrat | Florian Gaertner

Mittwoch

Der Mittwoch war der aufregendste Tag der Reise, denn an diesem Tag fand die Preisverleihung des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder statt. Die jungen Journalistinnen und Journalisten der Schülerzeitungen hatten die besondere Möglichkeit, im Plenarsaal des Bundesrates Platz zu nehmen – dort, wo normalerweise die Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer sitzen und über Gesetze abstimmen.

Anschließend wurden die Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet. Unsere Schülerzeitung Friedo erhielt den 1. Preis in der Kategorie „Online“ für Berufsschulen. Überreicht wurde die Auszeichnung von Andreas Bovenschulte (SPD), Präsident des Bundesrates und Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen.

In der Laudatio wurde unsere Redaktion für ihre verlässlichen Informationen, klaren Meinungen und ihre thematische Vielfalt gelobt. Besonders hervorgehoben wurden unser facettenreicher und kritischer Blick auf die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz sowie die vielfältigen Einsatzfelder. Außerdem wurde gewürdigt, dass unsere Beiträge aktuelle Debatten aufgreifen und dabei stets einen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler herstellen.

Fazit: Die Preisverleihung war ein unvergesslicher Höhepunkt unserer Reise nach Berlin.

Text: Justin A.

Schülerzeitungskongress 2026: Interview mit Journalistin Pauline Reinhardt

Wie wird man eigentlich Journalistin? Welche Chancen und Herausforderungen bringt Künstliche Intelligenz für die Medien mit sich? Und wie lassen sich Fake News erkennen? Über diese und weitere Fragen sprachen wir im Rahmen des Erzählcafés beim Schülerzeitungskongress 2026 in Berlin mit der freien Journalistin Pauline Reinhardt aus Schleswig-Holstein. Im Interview berichtet sie von ihrem Weg in den Journalismus und ordnet aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Medienbranche ein.

Friedo: Hallo, würden Sie sich einmal ganz kurz vorstellen?

Pauline Reinhardt: Ja, hallo, ich bin Pauline Reinhardt und ich bin freie Journalistin
in Schleswig-Holstein.

Friedo: Wie kann man in den Beruf Journalismus reinrutschen?

Pauline Reinhardt: Ich würde sagen, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Sehr viele
Leute machen ein Volontariat, das ist wie eine Art Ausbildung bei einem Medium. Ich
habe tatsächlich keine gemacht. Ich habe immer wieder so ein bisschen Erfahrung
gesammelt im Journalismus, auch neben dem Studium schon und bin dann da so
irgendwie reingekommen, habe mich natürlich beworben auf Sachen. Genau, da gibt
es ganz verschiedene Möglichkeiten. Also ich würde sagen, es gibt jetzt nicht den
einen Weg. Tatsächlich ist es inzwischen so, dass immer mehr Leute frei arbeiten im
Journalismus. Also es gibt gar nicht mehr so viele festangestellte Leute wie früher.
Und die meisten werden auch erst so später, so im Laufe der Karriere, irgendwann
vielleicht mal festangestellt.

Friedo: Wie kann man Lokaljournalismus attraktiver machen?

Pauline Reinhardt: Das ist eine sehr gute Frage. Ich würde sagen, einerseits durch
eine bessere Bezahlung tatsächlich. Also gerade Lokalzeitungen bezahlen häufig
recht schlecht im Vergleich auch zu größeren Medien. Wenn sich das ändern würde,
wäre schon mal ein großer Schritt. Dann natürlich dadurch, dass man irgendwie aktiv
sagt, wir binden auch jüngere Leute ein, wir machen es für die attraktiv.

Friedo: Inwiefern beeinflusst negative Berichterstattung die mentale Gesundheit und
sehen Sie auch die Medien in der Verantwortung?

Pauline Reinhardt: Ich finde es eine voll gute Frage, da könnte man glaube ich
super lange darüber diskutieren. Ich würde sagen ja, auf jeden Fall gibt es das
Problem. Wir kennen das ja auch irgendwie, man hat News-Ticker-Apps auf dem
Handy, ist gerade eigentlich mit etwas anderem beschäftigt, dann kommt irgendwie
wieder eine negative Nachricht rein über Krieg oder so. Ich würde sagen, da kann
man natürlich auch selbst als Konsument so ein bisschen gegensteuern und sagen:
Okay, wann konsumiere ich denn Medien? Muss ich wirklich die ganze Zeit immer
sofort top informiert sein? Oder habe ich so bestimmte Momente, in denen ich das in
Ruhe mache und mich auch damit auseinandersetzen kann? Aber natürlich kann
man nicht nur sagen, dass die Verantwortung bei den Leuten liegt, die es
konsumieren. Was so ein Buzzword ist, sag ich mal, ist konstruktiver Journalismus.
Der ist halt so lösungsorientiert. Also wenn man sagt, wir berichten über eine Krise,
Dann berichten wir aber auch über Lösungen und wie man aus dieser Krise rauskommen kann und enden auch so ein bisschen damit, damit man auf so einer
positiven Note rausgehen kann. Das könnte eine Lösung sein.

Friedo: Und was sind so die Herausforderungen und Chancen mit KI im
Journalismus?

Pauline Reinhardt: Ja, auch wieder so eine Frage, wo man ganz viel zu sagen
kann. Für mich persönlich ist eine wichtige Chance, dass man mit KI viel besser
transkribieren kann als früher. Also früher habe ich ein Audio aufgenommen, dann
habe ich mir das nochmal angehört und alles abgetippt. Das dauert Ewigkeiten, ist
super umständlich. Und inzwischen schmeiße ich das eben in ein Programm, was mit
KI unterstützt wird und das gibt mir total gute Transkriptionen von meinem Gespräch.
Das ist für mich persönlich so ein Punkt, wo ich sagen würde, KI ist super hilfreich.
Herausforderungen sind natürlich besonders, wenn im Internet total viele Texte sind,
die mit KI geschrieben sind, die nicht nochmal überprüft worden sind. Es kann sich ja
jeder auch irgendwie Journalist*in nennen und einfach so einen Text mit KI erstellen
und online stellen. Ich finde, da wäre halt eine Lösung zu sagen, wir brauchen ganz
klare Richtlinien, wie man damit umgehen kann.

Friedo: Und inwiefern werden Podcasts eine Rolle im Journalismus spielen?

Pauline Reinhardt: Ich würde sagen, das tun sie schon. In Deutschland gibt es seit
ein paar Jahren immer mehr Podcasts, die auch journalistisch sind. Ich würde sagen,
der Trend aus den USA ist ein bisschen rübergeschwappt und ist natürlich bei uns
ein bisschen später angekommen. Aber spielt schon eine total große Rolle.

Friedo: Und wie erkennt man Fake News?

Pauline Reinhardt: Auch da gibt es viele verschiedene Sachen, finde ich. Also
erstmal überhaupt checken, wer erzählt mir da was? Ist das eine seriöse Quelle?
welche Absicht haben die vielleicht auch hinter dem, was sie da mir verklickern
wollen. Und dann würde ich auch immer abgleichen. Also man kann verschiedene
Medien konsumieren und sagen, okay, die schreiben jetzt das, wie schreiben das
denn andere? Und dann kann ich so ein bisschen vergleichen. Und wenn die wirklich
die Einzigen sind, die das so schreiben, könnte ich das nochmal hinterfragen.

Friedo: Vielen Dank für das Interview!

Das Interview für Friedo führte unser Autor Justin A.

Was Schüler wirklich denken: Unsere Umfrage zu mentaler Gesundheit und der Schule der Zukunft

Seit einigen Wochen hängt in der Aula der Beruflichen Oberschule Friedberg ein QR-Code für eine Umfrage zu den Themen mentale Gesundheit und Schule in der Zukunft. 23 Schülerinnen und Schüler haben sich die Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten. Die Ergebnisse sind hin und wieder eindeutig, aber manchmal auch überraschend. 

„Ich fühle mich nicht ausreichend unterstützt“ – Mentale Gesundheit an der Schule

Der vielleicht bemerkenswerteste Befund unserer Umfrage betrifft dabei das psychische Wohlbefinden: Fast die Hälfte aller Befragten (45 %) fühlen sich von der Schule kaum oder gar nicht psychisch unterstützt. Nur etwa 14 Prozent geben an, sich wirklich gut aufgehoben zu fühlen. Der Rest empfindet die Unterstützung nur als teilweise ausreichend.

Dazu passt, dass 77 Prozent der Teilnehmer sich wünschen, dass mentale Gesundheit ein festes Thema im Unterricht wird. 

Die offenen Antworten zur Frage, was sich die Schüler konkret zum Thema mentales Wohlbefinden von der Schule wünschen, machen dabei deutlich, dass sich viele mehr Verständnis von Lehrkräften und vor allem Entlastungen in sowieso schon stressigen Phasen erhoffen. So wünscht sich zum Beispiel ein Schüler: „Nicht kurz vor Prüfungen mit Leistungsnachweisen zugemüllt zu werden. Nicht nur fachliche Prüfungsvorbereitung, sondern auch mentale Vorbereitung.“

Was stresst am meisten?

Wenig überraschend, aber in dieser Deutlichkeit doch bemerkenswert, nennen 91% Prüfungsdruck und Noten als größte Stressquelle

Damit ist es kein Wunder, dass die Mehrheit der Befragten der Ansicht ist, dass unser Notensystem eine Reform oder kleinere Anpassungen benötigen würde.

Die moderne FOSBOS Friedberg?

Im Themenbereich Digitalisierung zeigt sich ein überraschend positives Bild. Die Mehrheit schätzt unsere Schule auf einer Skala von 0 bis 5 bei 3 bis 4 ein, wobei keiner eine 0 oder 1 vergeben hat. 

Auch unsere Lehrer scheinen dem Umgang mit technischen Geräten gut draufzuhaben: Fast 70% der Befragten geben an, dass bei den Lehrpersonen ausreichende Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Tools gegeben vorhanden wären.

Die Schule der Zukunft

Auf die Frage, wie sich Schulen in Zukunft verändern sollen, zeigen die offenen Antworten ein breiten Konsens: Die Schule ist aktuell zu realitätsfern. Sehr viele der Befragten sind der Ansicht, dass die Schule sie kaum auf das wirkliche Leben vorbereite. Auf die Frage, welche neuen Fächer in Zukunft eingeführt werden sollten, wünschen sich die meisten ein Fach, in dem man „Leben lernt“. Immer wieder genannt werden dabei Konzepte wie Steuern, Finanzen oder Versicherungen.

Dabei wird auch der Wunsch nach mehr Praxisnähe im bestehenden Unterricht deutlich: „Das Schulsystem ist zu theoretisch. Ich würde mir mehr Praxisnähe wünschen.“ Und: „Mehr Wert auf lebensvorbereitende, praktische Fähigkeiten legen.“

Fazit: Eine Schulgemeinschaft mit klaren Vorstellungen

Die Ergebnisse unserer Umfrage zeichnen das Bild einer Generation, welche genau weiß, was sie braucht. Die Botschaft ist deutlich: Weniger Druck, mehr Verständnis, bessere Vorbereitung auf das Leben nach der Schule. Dabei scheint unsere Schule in Sachen Digitalisierung auf einem guten Weg zu sein, allerdings gibt es beim Thema mentale Gesundheit und beim Notensystem noch Luft nach oben. 

Hinweis: Insgesamt haben 23 Schülerinnen und Schüler an der Umfrage teilgenommen. Die Umfrage wurde über einen QR-Code im Schulhaus sowie über einen Link beworben. Bei Mehrfachantworten können die Prozentzahlen zusammen über 100 Prozent ergeben.

Umfrage/Text: Martin P.

Digital Overload – Macht uns die digitale Welt krank?

Für viele ist der Blick auf das Smartphone vor dem Frühstücken schon normal. Im Unterricht sollte man sich lieber konzentrieren, aber stattdessen beantwortet man Nachrichten und am Abend beendet man den Tag mit TikTok oder YouTube. Wir sind ständig erreichbar, ständig online und ständig werden wir mit neuen Inhalten überflutet. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Macht uns die digitale Welt vielleicht krank? Zwischen Unterhaltung, sozialem Druck und endloser Bildschirmzeit vermischen sich Alltag und Überforderung immer mehr.

2024 warnte die WHO vor einem problematischen Umgang mit dem Handy. Kein Wunder, denn das Handy ist schnell aufgeladen, passt in jede Hosentasche und ist immer griffbereit. Egal ob man 30 Minuten auf den Zug oder Bus wartet oder in der Pause zwischendurch – es wird zum Handy gegriffen und endlos durch verschiedene Apps gescrollt. Wie viele gehen noch ohne Handy außer Haus? Ich denke, es sind nur noch die Wenigsten.

Darüber hinaus kommt der Einfluss soziale Medien auf das Selbstbild. Auf diversen Plattformen werden meist nur die perfekten Momente gezeigt: schöne Körper, erfolgreiche Menschen, aber nicht die Arbeit oder scheinbar ideale Lebensstile. Die ständigen Konfrontationen führen dazu, dass sich Jugendliche mit anderen vergleichen und das eigene Leben als weniger spannend oder nicht gut genug empfinden. Deshalb sollten wir uns fragen, was in den sozialen Medien konsumiert wird. Sind es Inhalte, die einen Mehrwert bieten wie um Beispiel man Geld spart oder anlegt oder sind es Inhalte, die unseren Selbstwert nachhaltig schädigen? Gerade weil Social Media so stark auf Unterhaltung und schnelle Reize ausgelegt ist, gerät dieser Unterschied oft in den Hintergrund.

Auch das Phänomen der „Fear of Missing Out“ (FOMO) spielt eine zentrale Rolle, weil viele haben das Gefühl ständig online sein zu müssen, um keine neuen Trends oder Nachrichten zu verpassen, denn sowas kann zu Stress führen und die Erholung in der Freizeit beeinträchtigen.

Ein weiterer Punkt ist die Konzentration im Alltag. Durch dauerhafte Benachrichtigungen und die Gewohnheit, regelmäßig auf das Handy zu schauen leidet die Aufmerksamkeitsspanne, denn vielen fällt es schwer sich auf eine längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Besonders in der Schule kann es zu Problemen führen, wenn die Aufmerksamkeit schnell unterbrochen wird und das Lernen dadurch schwerer wird.

Die digitale Welt bietet aber auch einige Vorteile: Zum Beispiel ermöglicht es schnellen Kontakt weltweit, bietet Zugang zu Wissen, Lernmaterialien und eröffnet kreative Möglichkeiten, etwa durch das Erstellen eigener Videos oder Projekte. Auch in der Schule werden digitale Geräte immer mehr benutzt und können das Lernen erleichtern.

In der Praxis zeigt sich aber, dass die Vorteile nicht konsequent genutzt werden. Häufig ist die Ablenkung durch Spiele, Social Media oder andere Apps größer, sodass die schulische Anwendung in den Hintergrund gerät.

Dennoch bleibt die Frage, ob diese Vorteile die möglichen Belastungen ausgleichen. Entscheidend ist daher weniger die digitale Welt selbst, sondern viel mehr der Umgang mit ihr und die Fähigkeit, bewusste Pausen einzulegen.

Text: Justin A.

Umfrage: Schule der Zukunft

Die Welt ist im Wandel, und genauso sollte es die Schule auch sein. Doch immer wieder kommt die Kritik, das deutsche Schulsystem sei veraltet, funktioniere nicht richtig, oder soll viele Schülerinnen und Schüler im Stich lassen. Siehst du das ähnlich, oder doch ganz anders? Nimm an unserer Umfrage Teil, und beantworte kurz unsere Fragen zu den Themen Digitalisierung, Zukunft und mentaler Gesundheit im Bezug auf die Schule. Die Ergebnisse erscheinen demnächst im Blog der Schülerzeitung.

Hier geht es zur Umfrage:

https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfydOE1orl5ks_-11PKXyKCaB3iipGdsRMuZISZk0rhdQkjiw/viewform

Umfrage/Text: Martin P.

Wie stellen sich Schüler den Lehrer der Zukunft vor?

Bild: Anastasiya M., Canva

Das sagt unsere Autorin Anastasiya: „Ich bin auf diese Eigenschaften gekommen, weil ich denke, dass Schüler besser lernen, wenn der Lehrer verständnisvoll, kreativ und unterstützend ist. In der Zukunft wird moderne Technik immer wichtiger, deshalb sollte ein Lehrer die Schüler gut auf das spätere Leben und die Arbeitswelt vorbereiten, zum Beispiel durch Teamarbeit, selbstständiges Arbeiten und den Umgang mit digitalen Medien.“

Bild/Text: Anastasiya M.

„Schule als Ort des sozialen Miteinanders und Schutzraum“: Interview mit unserem neuen stellvertretenden Schulleiter Jakob Scholze

In diesem Schuljahr hat unsere Schule, die FOSBOS Friedberg, einen neuen stellvertretenden Schulleiter bekommen: Herrn Jakob Scholze.

Für unsere Schülerzeitung „Friedo“ habe ich mit ihm über seinen beruflichen Werdegang, seine Ziele an unserer Schule und seine Sicht auf „die Schule der Zukunft“ gesprochen.

Foto: Melek A.

Friedo: Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen und uns etwas über Ihren bisherigen beruflichen Werdegang erzählen?

Scholze: Mein Name ist Jakob Scholze. Ich bin verheiratet und habe drei wunderbare Kinder. Die letzten Jahre waren beruflich sehr abwechslungsreich: Ich habe in Bamberg studiert und anschließend an der FOSBOS in Hof gearbeitet. Danach war ich mehrere Jahre an einer Berufs- und Berufsfachschule für Kinderpflege und Sozialpflege tätig. Dort durfte ich bereits an Schulentwicklungsprozessen mitwirken und die Schulleitung unterstützen. Anschließend bekam ich die Möglichkeit, im Kultusministerium zu arbeiten. Dort war ich fünf Jahre lang in der beruflichen Abteilung tätig und konnte viele Einblicke in die Organisation und Verwaltung beruflicher Schulen in Bayern gewinnen. Dies war auch sehr spannend, da man dort mal die andere Perspektive gesehen hat.

Friedo: Was genau haben Sie im Kultusministerium gemacht?

Scholze: Die Berufliche Abteilung im Kultusministerium ist für alle Beruflichen Schulen und deren Lehrkräfte in Bayern zuständig. Das umfasst über 1.500 Schulen und rund 400.000 Schülerinnen und Schüler. Ich habe dort mit dem Abteilungsleiter zusammengearbeitet und mich unter anderem mit Statistik, organisatorischen Fragen sowie der Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz beschäftigt. Die Arbeit war sehr abwechslungsreich, weil täglich neue Themen und Herausforderungen dazukamen.

Friedo: Welche Fächer unterrichten Sie aktuell, beziehungsweise haben Sie zuvor unterrichtet?

Scholze: Aktuell unterrichte ich Kommunikation und Interaktion (KUI) und in den nächsten Schuljahren Pädagogik und Psychologie – „PäPsy“. In der Vergangenheit habe ich auch Pädagogik und Psychologie und Deutsch unterrichtet. Besonders an den Berufsfachschulen war ich viel im fachlichen Unterricht der Kinderpflege und Sozialpflege tätig. In Bamberg habe ich also Sozialpädagogik und Deutsch studiert.

Friedo: Was hat Sie dazu motiviert, die Position als stellvertretender Schulleiter an unserer Schule zu übernehmen und konnten Sie sich die Schulen aussuchen?

Scholze: Schon vor meiner Zeit im Ministerium habe ich gemerkt, dass mir neben dem Unterrichten auch organisatorische und leitende Aufgaben Spaß machen. Die Kombination aus Unterricht und Verantwortung finde ich sehr spannend. Nach meiner Zeit im Ministerium wollte ich gerne wieder an eine Schule zurückkehren. Diese Schulen sind jedoch ausgeschrieben und man muss sich für sie bewerben. Unsere Schule hat mich dabei besonders angesprochen, sowohl durch die offene Atmosphäre, das Kollegium als auch durch die Gespräche mit der Schulleiterin. Außerdem ist die Schule für mich auch örtlich gut erreichbar, da ich in Aichach wohne.

Friedo: Wie waren Ihre ersten Eindrücke von unserer Schule?

Scholze: Ich habe die Schule von Anfang an als einen Ort wahrgenommen, an dem Menschen offen und freundlich miteinander umgehen. Das habe ich sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Schülerinnen und Schülern erlebt. Natürlich kenne ich nach den ersten Wochen noch nicht alles, aber mein erster Eindruck war sehr positiv.

Friedo: Wie definieren Sie Ihre Rolle als Konrektor im Schulalltag?

Scholze: Im Moment ist mein wichtigstes Ziel zunächst, die Schule, die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium kennenzulernen. Erst wenn man versteht, wie Prozesse funktionieren, kann man sinnvoll einschätzen, wo und wie man sich gut einbringen kann.
Grundsätzlich ist mir wichtig, dass Schule ein Ort des sozialen Miteinanders ist, ein Schutzraum, in dem man Fehler machen darf, kann und soll und in dem Schülerinnen und Schüler nicht nur als Gruppe, sondern auch als einzelne Persönlichkeiten wahrgenommen werden.

Friedo: Welche Rolle spielt Digitalisierung, insbesondere Künstliche Intelligenz, Ihrer Meinung nach im Schulalltag?

Scholze: Digitalisierung entwickelt sich unglaublich schnell und Schule muss Schülerinnen und Schüler darauf vorbereiten, damit umgehen zu können. Digitale Werkzeuge können viele Dinge erleichtern, beispielsweise Kommunikation oder individuelles Lernen.
Auch KI kann dabei sehr hilfreich sein. Besonders im Bereich individuelles Feedback bietet sie große Möglichkeiten. Schülerinnen und Schüler können Unterstützung bekommen, die Lehrkräfte zeitlich oft gar nicht in diesem Umfang leisten könnten. Trotzdem ist wichtig, KI mit Augenmaß zu nutzen. Man darf sich nicht komplett auf sie verlassen. Erst wenn Grundlagen verstanden wurden, sollte KI unterstützend eingesetzt werden.

Friedo: Glauben Sie, dass die KI Lehrkräfte irgendwann ersetzen könnte?

Scholze: Nein, das glaube ich nicht. Lehrkräfte werden weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Was sich verändern wird, ist vermutlich die Art des Unterrichtens. Lehrkräfte könnten künftig noch stärker als „Lernbegleiter“, beziehungsweise als eine Art Coach arbeiten. Schule bleibt aber immer auch ein sozialer Ort, an dem Menschen miteinander lernen und sich begegnen. Es braucht immer einen Lehrer und es braucht immer einen Schüler.

Friedo: Was ist Ihnen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern besonders wichtig?

Scholze: Respekt und Empathie sind für mich die Grundlage jeder guten Zusammenarbeit mit jedem Menschen. Egal, ob Schulleitung, Lehrkraft oder Schülerin, beziehungsweise Schüler. Am Ende sind wir alle Menschen, die miteinander umgehen. Mir ist wichtig, dass man offen, respektvoll und menschlich miteinander spricht.

Friedo: Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für Schulen in den kommenden Jahren?

Scholze: Ich finde, Schulentwicklung sollte immer auf Reflexion und Feedback beruhen. Es ist wichtig, allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, ihre Sichtweisen und Meinungen einzubringen. Außerdem denke ich, dass unser Schulsystem in Bayern viele Chancen bietet, weil verschiedene Bildungswege möglich sind und Entscheidungen nicht endgültig nach der Grundschule festgelegt werden.

Friedo: Was verstehen Sie persönlich unter einer „Schule der Zukunft“?

Scholze: Für mich steht bei der Schule der Zukunft vor allem die Kompetenzvermittlung im Mittelpunkt. Wissen verändert sich heute sehr schnell. Deshalb wird es immer wichtiger, Kompetenzen zu entwickeln, zum Beispiel kritisch zu denken, Informationen zu bewerten, Probleme zu lösen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig sollte Schule immer auch ein Ort der Wertevermittlung bleiben. Demokratie, Gleichberechtigung und soziales Miteinander sind für mich zentrale Werte, die in der Schule immer ganz hoch geschrieben werden müssen.

Interview: Melek A.

Wie gehen unsere Lehrer mit Stress im Alltag um?

Während der Schulzeit werden viele Schüler mit Stress konfrontiert. Um mit diesem Stress umzugehen, machen einige Schüler Sport, verbringen Zeit mit Freunden und Familie, lesen, malen und vieles mehr. Nicht nur wir Schüler sind von diesem Stress betroffen, sondern ebenfalls auch unsere Lehrer. Aus diesem Grund haben wir sie befragt, wie sie denn mit Stress und Belastungen in ihrem Alltag umgehen.

Dazu haben wir unseren Lehrern folgende Fragen gestellt:

  1. Wie gehen sie mit Stress um?
  2. Was machen sie gegen den Stress?
  3. Wie stark betrifft der Stress ihr privates Leben? (Sie können mit „ja“ für „stark“ und „nein“ für „schwach“ diese Frage beantworten. Und wenn sie nicht wollen müssen sie nicht.)
  4. Wie stark belastet der Schulalltag sie?
  5. Was würden sie den Schülern als Rat geben, wie sie mit schulischem und privatem Stress umgehen sollten?

Unser Biologie und Chemie-Lehrer Herr Fischer antwortete auf die genannten Fragen wie folgt:

Zu 1: Ich versuche meinen Alltag möglichst vorausschauend zu planen, damit gar nicht erst Stress aufkommt. Das klappt natürlich nicht immer.

Zu 2: Wenn ich gestresst bin, dann hilft mir meistens Sport, Musik hören oder nach draußen gehen.

zu 3: Ich würde sagen mittelstark. Es gibt ja auch positiven Stress oder Freizeit-Stress. Aber gerade mit kleinem Kind ist der Alltag schon definitiv stressiger geworden als davor.

Zu 4: Ich versuche mich nicht zu sehr vom Stress belasten zu lassen. Aber gerade in den Prüfungsphasen, in denen man als Lehrer daheim viel korrigieren muss, kann es dann schon mal etwas belastend sein.

Zu 5: Ich würde allen Schülerinnen und Schülern raten, im Leben möglichst klare Prioritäten zu setzen. Manchmal kann man nicht alles gleichzeitig machen, und muss sich für eine Sache entscheiden. Das kann helfen, sich nicht so leicht stressen zu lassen.

Unser Deutsch- und Englisch-Lehrer Herr Fürst antwortete auf unsere Fragen wie folgt:

Zu 1: Am besten nicht aufkommen lassen.

Zu 2: Sport machen, Zeit mit meinen Kindern verbringen!

Zu 3: Zum Glück nicht sonderlich, dementsprechend bin ich da auch nicht davon belastet.

Zu 5: Schulischer Stress lässt sich vermeiden, wenn man den Stellenwert von zum Beispiel Prüfungen realistisch einordnet und sich nicht so unter Druck setzt.

FOS-Lehrer Herr Fürst bei der Korrektur von Schülerarbeiten; Foto: Elena N.

Unser Mathe- und Physik-Lehrer Herr Hämmerle antwortete auf unsere Fragen so:

Zu 1: Ich baue meinen Stress ab.

Zu 2: Ich versuche es möglichst mit Sport auszugleichen.

Zu 3: In meinem persönliches Leben ist Stress immer da.

Zu 4: Ich kann meinen Stress noch ertragen.

Zu 5: Ich würde den Schülerinnen und Schülern raten, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

An den Antworten erkennt man, dass nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer von Stress betroffen sind. Und das sie ebenfalls wie wir unterschiedliche Methoden haben, mit diesem Stress umzugehen.

Interviews: Elena N., Sila T.

Mask Off: Ein Abend zwischen Mut, Chaos und echtem Gefühl – Ein Erfahrungsbericht von der „Open-Mind-Night 2026“.

Das Licht geht aus. Für einen kurzen Moment ist es still. Dann setzt Applaus ein. Hinter der
Bühne wird noch schnell etwas geflüstert, jemand sucht nach Moderationskarten, ein letzter
Blick in den Spiegel. Und mittendrin dieses Kribbeln, das man nicht ganz los wird, egal wie
oft man schon auf der Bühne stand.

Am 12. Februar 2026 fand an unserer Schule die diesjährige „Open-Mind-Night“ statt. Ein
Abend, an dem Schülerinnen und Schüler ihre Talente präsentieren konnten. Von Gesang
über Tanz bis hin zu einem Film und Poetry Slam war alles dabei. Das Motto in diesem Jahr lautete „Mask off“. Es ging darum, das auszusprechen, was man sonst oft für sich behält. Gedanken, Gefühle und Seiten von sich selbst, die im Alltag eher verborgen bleiben.

Dass hinter so einem Abend viel mehr steckt als nur die Auftritte, merkt man vor allem hinter
den Kulissen. Schon seit Oktober des Vorjahres wurde geplant, diskutiert und organisiert. Vom Finden des Themas, das laut Organisationsteam eine der größten Herausforderungen ist, bis hin zur Verteilung der Aufgaben. Moderation, Technik, Ablauf, Verkauf in der Pause. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte arbeiteten gemeinsam daran, aus einer Idee ein funktionierendes Event zu machen.

Backstage zeigte sich dann eine andere Seite des Abends. Zwischen Technikchecks, schnellen Absprachen und kleinen Pannen entstand eine Atmosphäre, die gleichzeitig chaotisch und richtig gut war. Hier wurden Moderationskarten gesucht, dort musste spontan ein Outfitproblem gelöst werden. Gleichzeitig lief vieles erstaunlich strukturiert ab. Man hat
gemerkt, wie viel Planung hinter allem steckt. Auch die Technik spielte eine große Rolle.
Licht, Mikrofone und Timing mussten stimmen, damit auf der Bühne alles funktioniert.

Auf der Bühne selbst verschwimmt davon vieles. Das Licht ist hell, das Publikum kaum zu
erkennen. Was bleibt, ist die eigene Stimme und dieser eine Moment. Auch nach mehreren
Auftritten verschwindet die Nervosität nicht wirklich. Sie gehört dazu. Kurz bevor es losgeht,
wird selbst das Atmen bewusster und die Stimme fühlt sich am Anfang vielleicht noch etwas
unsicher an. Doch sobald die ersten Worte gesprochen sind, verändert sich etwas. Man kommt rein, findet seinen Flow und plötzlich fühlt sich alles fließend und richtig an. Der eigene Text wirkt intensiver als je zuvor.

Gerade die Poetry Slams haben den Abend besonders geprägt. Sie bewegten sich zwischen Humor und Ernst, zwischen Leichtigkeit und Tiefe. Manche brachten das Publikum zum Lachen, andere sorgten für Momente, in denen es ganz still wurde.

Einer dieser Momente war der Slam von Justin Andersen, der sich auf humorvolle und
gleichzeitig ehrliche Weise mit dem Motto des Abends auseinandersetzte:


JUSTIN:
„Ich stehe hier,
und heute ist der Tag,
an dem ich meine Maske abnehme.
Also… die metaphorische.
Die echte FFP2 hab ich schon im Bus verloren.
Auf dem Sitz.
Neben einem alten Kaugummi,
der mehr erlebt hat als ich.

‚Maske off‘, sagen sie.
Klingt mega dramatisch.
So Held*innenfilm-mäßig.
So: Ich reiße mir die Maske vom Gesicht und enthülle meine wahre Macht.
Tja.
Bei mir drunter:
Pickel, Augenringe,
und ein Gesichtsausdruck,
der sagt:
Ich wollte eigentlich nur kurz schlafen.

Aber gut,
wenn schon Maske off,
dann bitte richtig:
RUNTER damit,
auf den Tisch,
neben die Illusion,
dass ich jemals einen Plan habe.
Maske off,
und plötzlich sieht jeder,
dass ich eigentlich ein wandelnder Fehlermeldungsbildschirm bin.
So innerlich ständig:
404: Motivation not found.

Und wisst ihr,
eigentlich trage ich jeden Tag tausend Masken:
Die „Ich bin immer gut gelaunt“-Maske,
die „Ich bin super produktiv“-Maske,
die „Ich weiß was ich hier mache“-Maske,
… die rutscht am schnellsten.

Aber heute sag‘ ich:
Schluss damit!

Heute gibt’s das ungeschminkte ich.
Und ja,
das ist manchmal etwas verstörend.
So wie eine Katze,
die versucht, einen Salto zu machen
und dann merkt:
Nein.
Falsches Tier.
Falsche Idee.
Lass es einfach.

‚Maske off‘ heißt:
Ich darf zugeben,
dass ich manchmal in der Küche stehe
und vergesse warum.
Dass ich beim Telefonieren herumrenne,
als würde ich Satelliten manuell ausrichten.
Dass meine innere Ruhe
ungefähr so stabil ist
wie ein Kartenhaus im Orkan.

Aber immerhin:
Wenn die Maske fällt,
kannst du wenigstens lachen.
Über mich.
Mit mir.
Keine Ahnung.
Hauptsache jemand lacht.
Denn Humor ist die einzige Superkraft,
die ich habe.
Neben der Fähigkeit,
immer genau dann zu stolpern,
wenn jemand hinschaut.

Also gut:
‚Maske off‘.
Nehmt mich, wie ich bin.
Unverkleidet, unperfekt,
leicht chaotisch
und zu 70 Prozent bestehend aus Kaffee.

Und wenn ihr mein Gesicht seht und denkt:
Oh je.
Dann sage ich:
Keine Sorge.
Unter der Maske sah’s nicht besser aus.“

Mein eigener Poetry Slam war ein Versuch, solche leisen Gefühle einzufangen. Es ging um
Dankbarkeit, um Menschen, die Spuren hinterlassen, ohne es zu merken, und um dieses leicht nostalgische Gefühl für Momente, die noch gar nicht vorbei sind:

MELEK:
„Ich bin manchmal so nostalgisch.
Nostalgisch über Momente, die noch gar nicht vorbei sind.

Es gibt dieses Ziehen,
wenn etwas sich dem Ende neigt,
obwohl ich noch mittendrin bin.

Wie eine Sommernacht,
die endlich abkühlt und die Wolken langsam lila werden,
aber keiner möchte, dass sie endet.

Ich merke, wie manche Menschen wie Sonnenstrahlen in mein Leben fallen,
nicht laut, nicht fordernd.
Eher wie ein leichter Wind, der durch mein Zimmer weht,
der Dinge bewegt, die ich vorher nicht gesehen habe.

Sie sagen vielleicht gar nicht viel,
vielleicht wissen sie nicht mal,
wie sehr sie etwas in mir bewegen.

Aber irgendwas bleibt hängen.
Ein Satz, der meine Gedanken streift,
Ein Lächeln, welches mir Kraft gibt,
welches mir das Gefühl gibt, dass ich mehr kann,
Ein Moment, der mir sagt, dass alles okay ist und dass ich wertvoll bin.

Ich lache, ich staune,
Ich nehme mir Dinge vor,
Ich gehe ein Stück weiter,
alles, weil sie da waren, ohne dass sie es merken.

Ich weiß nicht, wie lange das noch geht.
Ich weiß nicht, ob diese Spuren bleiben,
wenn das Jahr endet, wenn die Wege auseinandergehen.

Und trotzdem fühle ich sie jetzt,
diese leisen Wirkungen, die warm durch mich ziehen,
wie der letzte Sonnenstrahl,
der sich durch die Blätter drängt,
kurz bevor die Nacht alles verschluckt.

Ich will festhalten, was ich fühle,
doch ich weiß, dass manche Dinge
nicht festgehalten werden müssen.

Vielleicht reicht es, dass ich spüre,
dass ich gesehen wurde,
dass ich lachen durfte,
dass ich inspiriert wurde,
dass ich wachsen durfte,
ohne dass ich es greifen muss.

Und wenn ich später daran zurückdenke,
werde ich die Wärme erinnern,
das Ziehen, das Weite,
die Sommernacht, die sich dem Ende neigt,
obwohl ich wünschte, dass sie nicht enden muss.

Und ich werde wissen, dass diese Momente nur mir gehören,
dass ich sie getragen habe,
still, leise und trotzdem unvergesslich.“


Nach dem Auftritt bleibt nicht nur Erleichterung. Es ist eher ein Gefühl, das sich schwer
beschreiben lässt. Irgendwo zwischen Euphorie und einem fast schon berauschenden Zustand. Die Knie fühlen sich vielleicht etwas weich an, während im Kopf noch alles nachklingt. Auf der Bühne selbst nimmt man das Publikum kaum wahr. Es ist hell, ruhig und jeder hört zu. Genau das macht diesen Moment so intensiv.

Die „Open-Mind-Night 2026“ hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen bereit sind, ihre Maske abzulegen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern ehrlich. Für einen kurzen Moment einfach das zu zeigen, was sonst oft verborgen bleibt.

Vielleicht ist es genau das, was diesen Abend so besonders macht. Ein Raum, in dem man
sich traut, gesehen zu werden

Text: Melek A., Justin A.

Schulprojekt: Stimmen gegen Rassismus

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus hat die 10. Klasse der FOS Friedberg ein spannendes Projekt durchgeführt – in Kooperation mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und mit Unterstützung der freien Medienpädagogin Miriam Artmann von der Medienstelle Augsburg. Beteiligt waren neben dem „Schule ohne Rassismus“-Team auch die beiden Lehrkräfte Berit Hoffmann und Leonhard Fürst.
In kreativen Workshops sind Podcasts, Videos und Plakate entstanden, die sich mit den Themen Rassismus, Vielfalt und Zivilcourage auseinandersetzen.
Die Ergebnisse möchten wir hier mit euch teilen. Schaut rein, hört zu und lasst euch zum Nachdenken anregen – für mehr Respekt, Offenheit und ein starkes Miteinander. ✊🌍