Umweltschule: Nachhaltiges Schulleben, Mitbestimmung und Mitgestaltung

Erweiterung der Hausordnung

Letztes Jahr haben die Umweltbeauftragten der FOS/BOS Friedberg abgestimmt, um die Hausordnung zu erweitern und dafür Ideen ausformuliert. Diese Ideen wurden dieses Jahr von den Umweltbeauftragten noch einmal überarbeitet und um den Aspekt ergänzt, dass ALLE sich einbringen sollen/dürfen. Danach haben alle Umweltbeauftragten (d.h. Vertreter aus ALLEN Klassen) abgestimmt, welche der Versionen in die Hausordnung aufgenommen werden sollen. Nach der Abstimmung wurden die Ideen dem Schulforum zur Abstimmung vorgestellt. Das Schulforum (Vertreter von Lehrern, Eltern, Schülern) hat dafür gestimmt und hat sich ganz deutlich für das herausragende Engagement der Schüler bedankt und angesprochen, dass dieses entsprechend gewürdigt werden soll.

Mülltrennung

Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft sind aufgefordert, Müll konsequent zu trennen und damit aktiv zum Ressourcenschutz beizutragen. Hierfür sind die bereitgestellten Wertstoff- und Trennsysteme in den Klassenzimmern und auf dem Schulgelände zu nutzen. Durch bewusste Mülltrennung und -vermeidung übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für eine nachhaltige Schulumwelt.

Ressourcen- und Umweltschutz

Zum Schutz von Umwelt und Ressourcen achten wir auf sparsamen Energie- und Wasserverbrauch. Die Umweltbeauftragten der Klassen übernehmen dabei eine besondere Rolle: Sie achten zum Beispiel auf das Ausschalten von Beamern, PCs und Licht, auf richtiges Lüften sowie die konsequente Mülltrennung und erinnern an diese Maßnahmen. Umweltschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe: Die Verantwortung liegt bei jedem Einzelnen, diese Maßnahmen im Schulalltag konsequent umzusetzen und die Umweltbeauftragten aktiv zu unterstützen.

Mitbestimmung des Pausenverkaufs

Das Umweltteam hat mit dem Personal und Catering des Pausenverkaufs geredet und sich die Erlaubnis eingeholt, die Schulgemeinschaft zu fragen, welche Wünsche bezüglich des Angebots des Pausenverkaufs bestehen. Daraufhin wurde eine Durchsage gemacht und eine Kiste in die Aula gestellt. Alle Schüler und Lehrer wurden eingeladen, Wünsche auf Zettel zu schreiben und in die Kiste zu legen.

Die Wünsche wurden vom Umweltteam unter Leitung von Lehrerin Catharina Hubl ausgewertet, gebündelt und in einem Ranking zusammengefasst. Diese Liste wurde an die verantwortlichen Verkäuferinnnen des Kiosks übergeben. Aktuell befinden sie sich hierzu im Austausch mit dem Caterer, um zu prüfen, welche Vorschläge realistisch umsetzbar sind.

Die Schulgemeinschaft kann dann über die umsetzbaren Vorschläge abstimmen, eventuell werden drei Ideen zur Wahl stehen.

Dreiteilung der Mülleimer in Rest-Plastik-Papiermüll

Das Umweltteam hat sich für neue Mülleimer, die eine Dreiteilung in Rest-, Plastik- und Papiermüll haben, eingesetzt. Die Mülleimer für die Aula wurden geliefert, aufgebaut und sind im Einsatz. Die Mülleimer für die Klassenzimmer wurden ebenfalls geliefert. Der Aufbau fand gemeinsam mit dem Hausmeister und den Umweltbeauftragten der Klassen statt. Danach wurden sie in die jeweiligen Klassenräume verteilt. Das Umweltteam hat drei Layouts für die Mülleimerbeschriftung entworfen als Kennzeichnung und zur Unterscheidung der Mülleimer. Die gesamte Schulgemeinschaft hat abgestimmt, welche Version gedruckt werden soll. Sticker „Version drei“ hat gewonnen und ist bereits bestellt.

Die Bilder zeigen die Sticker „Version drei“:

Raum der Stille

Das Umweltteam organisierte an drei Mittwochs-Pausen vor Weihnachten einen sogenannten „Raum der Stille“. Der Raum E100 wurde von einer Gruppe Schülern dekoriert und hergerichtet. Das Ziel dahinter, war zu entspannen und abzuschalten vom stressigen Schulalltag. Es ging aber auch um Achtsamkeit und ein nachhaltiges Schulleben im Sinne von „Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht nur der Unterricht mit Leistung“. Das Angebot wurde mit großem Interesse genutzt, der Raum war immer voll.

Was konnte man tun? Entspannen, Musik hören, Meditationen und Mandalas ausmalen. Die Mandalas wurden vom Umweltteam jede Woche thematisch ausgesucht. Die Themen waren: Natur, Blumen, Tiere und Weihnachtsmotive. Zudem haben die Schüler für jede Woche Bastelaktionen vorbereitet. Als Weihnachtsgeschenk einmal Rentiergesichter und einmal Fensterweihnachtssterne. Ein anderes Mal wurden Kressebecher gebastelt, die in der Schule am Fenster oder zu Hause wachsen konnten.

Die Schüler waren motiviert und haben sich gefreut, ihren monotonen Alltag ein wenig aufzurütteln. Das Angebot war für die gesamte Schulgemeinschaft (Schüler, Lehrer und andere Personen).

Die Rückmeldung war allgemein sehr gut. Der Wunsch besteht, es nächstes Jahr wieder anzubieten.

Auf dem Bild kann man die gebastelten Rentiergesichter sehen:

Auf diesen Bildern sieht man die gebastelten Kressebecher mit Kressesamen:

Text: Jana G., Fotos: Catharina Hubl, Lehrerin an der Beruflichen Oberschule Friedberg

Umweltschule: Nachhaltige Ernährung ist wichtig!

Plätzchen-Verzierung am Weihnachtsaktionstag

Am Freitag, den 19.12.2025, fand der Weihnachtsaktionstag an unserer Schule statt. Das Umweltteam der FOS/BOS Friedberg unter der Leitung von Lehrerin Catharina Hubl bot eine Aktion zum Thema nachhaltige Ernährung an. Dort konnte man gegen eine Spende nachhaltig (also biologisch, regional und mit kurzem Fahrtweg) gebackene Plätzchen kaufen und dann verzieren (mit Streuseln oder Schokolade). Dafür wurde Fairtrade-Schokolade vom Eine-Welt-Laden Aichach gespendet. Die Plätzchen wurden vom Umweltteam gebacken. Der Erlös wurde an verschiedene Organisationen gespendet.

Hier sieht man Informationen zum Sponsor der Schokolade:

Das Plakat erklärt, worauf das Umweltteam beim Backen der Plätzchen geachtet hat:

Auf dem Bild kann man die verzierten Plätzchen sehen:

Muffin-Verkauf an der Open-Mind-Night

Am Donnerstag, den 12.02.2026, fand die Open-Mind-Night statt. Dort verkaufte das Umweltteam nachhaltige Muffins. Das Geld wurde dann an das Open-Mind-Night Team weitergegeben. Dieses hat es dann an verschiedene Organisationen gespendet.

Auf dem Bild sieht man, wie das Umweltteam die Muffins backt:

Text: Jana G., Fotos: Catharina Hubl, Lehrerin an der Beruflichen Oberschule Friedberg

Deepfake-Pornografie als Form der digitalen Gewalt

1. Was sind Deepfakes?

Deepfakes sind digitale Inhalte wie Bilder, Tonaufnahmen oder Videos, die mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugt oder verändert wurden. Sie ähneln realen Personen, Objekten, Orten, Institutionen oder Ereignissen so stark, dass sie beim Betrachter den falschen Eindruck von Echtheit oder Authentizität erwecken können.

2. Formen der Manipulation

Mithilfe sogenannter „Face-Swapping“-Technologie wird das Gesicht der betroffenen Person auf das Bild- oder Videomaterial einer anderen Person übertragen. Neben dem Face-Swapping, gibt es weitere Formen der Manipulation durch Künstliche Intelligenz. Dazu zählt unter anderem das „Voice Swapping“, bei dem die Stimme einer Person nachgeahmt oder ersetzt wird. Eine weitere Technik ist das sogenannte „Body Puppetry“, bei dem die Körperbewegungen einer Person aufgezeichnet und auf eine andere Person in einem Video übertragen werden.

3. Betroffene Personen – nicht nur Prominente

Die betroffenen Personen sind hauptsächlich Mädchen und Frauen. Die Gefahr, in Deepfake-Pornografie zu erscheinen, betrifft nicht nur prominente Persönlichkeiten. Auch Privatpersonen und nicht-öffentliche Personen können Opfer solcher Manipulationen werden. Wir müssen mit der Gefahr leben, dass uns das jederzeit passieren kann.

4. Technologische Entwicklung und Anwendungen

Als die ersten Deepfake-Tools entwickelt wurden, waren sie technisch anspruchsvoll und nur schwer zugänglich. In der Anfangsphase wurden vor allem Face-Swap-Videos mit prominenten Frauen erstellt und verbreitet. Mit der fortschreitenden Entwicklung wurden die Anwendungen jedoch zunehmend benutzerfreundlicher und damit für eine breitere Öffentlichkeit nutzbar. Infolgedessen gerieten immer häufiger auch Privatpersonen ins Visier von Deepfake-Manipulationen.
Inzwischen gibt es zahlreiche Apps, Websites und Programme, die Künstliche Intelligenz nutzen. Darunter auch solche, mit denen sich Deepfake-Pornografie erstellen lässt. Selbst scheinbar harmlose Bilder, die auf Instagram oder anderen Sozialen Medien gepostet werden, können als Grundlage für derartige Inhalte dienen. Die Bandbreite reicht dabei von manipulierten Bildern in Unterwäsche oder Nacktheit bis hin zu vollständig gefälschten pornografischen Videos. Für die Erstellung solcher Deepfakes genügt oft bereits ein einzelnes Foto.

5. Erste Fälle und steigendes Vorkommen

Bereits im Herbst 2017 tauchten erste Deepfake-Pornovideos mit bekannten Schauspielerinnen im Internet auf. Während diese frühen Fälschungen noch relativ leicht als unecht zu erkennen waren, ist die Qualität heutiger Deepfakes so hoch, dass sie kaum noch von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind.
Im Sommer 2024 wurde durch einen Bericht der Journalistin Ko Narin öffentlich, dass sich in Südkorea zahlreiche Gruppen organisiert haben, die Deepfake-Pornografie von Studentinnen und Schülerinnen verbreiten. Betroffen sind mehr als 500 Bildungseinrichtungen, darunter Universitäten und Schulen. Die Verbreitung der Inhalte erfolgte hauptsächlich über die Messenger-Plattform Telegram.

6. Verbreitung und Plattformökonomie

Das System funktioniert folgendermaßen: Einzelne Deepfake-Ersteller verdienen Geld mit ihren Videos und verbreiten Ausschnitte davon auf großen Deepfake-Plattformen, um neue Kundschaft zu gewinnen. Diese Plattformen generieren Einnahmen hauptsächlich durch Werbung, beispielsweise von Anbietern spezieller Deepfake-Apps. Die Anbieter dieser Apps erzielen ihre Gewinne durch Abonnements und nutzen teilweise Soziale Medien für ihre Werbung. Darüber hinaus profitieren auch Webhosting-Dienste, Serverbetreiber und Suchmaschinenbetreiber von den Aktivitäten auf diesen Plattformen.
Mit der Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz werden Deepfakes künftig noch schneller, einfacher und kostengünstiger herzustellen sein. Von diesem Geschäft profitieren zahlreiche Akteure: die Urheber der Videos, Betreiber der Plattformen, Hersteller der Apps sowie Webhosting- und Serverdienste. Sie alle erzielen Einnahmen durch die Nutzung manipulierten oder gestohlenen Bild- und Identitätsmaterials.

7. Auswirkungen auf die Betroffenen

Das Leben der Opfer wird durch Deepfake-Pornografie oft vollständig erschüttert. Viele verlieren dadurch entweder ihren Arbeitsplatz oder zumindest einen großen Teil ihrer Würde. Die Folgen können schwerwiegende und langfristige psychische sowie physische Schäden umfassen, insbesondere aufgrund der herabwürdigenden und sexualisierenden Objektivierung. Zudem kann es zu Rufschädigungen kommen, etwa durch Rachepornos. Cybermobbing wird durch solche Inhalte verstärkt und wirkungsvoller. Dabei werden nicht nur die Rechte der Opfer verletzt, sondern auch die der im Ausgangsmaterial dargestellten Pornodarstellerinnen.

8. Beispiele für gesetzliche Regelungen weltweit

Im Jahr 2020 haben China, Südkorea sowie mehrere US-Bundesstaaten Gesetze verabschiedet, die die Verbreitung von Deepfake-Pornografie unter Strafe stellen. Anfang 2024 haben Großbritannien und Italien die Verbreitung pornografischer Deepfakes unter Strafe gestellt. Nach einer EU-Richtlinie sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Verbreitung von Deepfakes bis spätestens 2027 strafrechtlich zu ahnden.

9. Herausforderungen beim rechtlichen Vorgehen

In vielen Ländern existieren Gesetze, die sich auf bestimmte Aspekte der Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie anwenden lassen. So können etwa Urheberrechtsverletzungen oder rufschädigende Inhalte rechtlich verfolgt werden. In der Praxis jedoch gestaltet sich der rechtliche Weg schwierig: Wer gegen solche Inhalte vorgehen möchte, braucht finanzielle Mittel, um juristische Schritte einzuleiten. Hinzu kommt, dass es oft nahezu unmöglich ist, die verantwortlichen Personen hinter der Erstellung und Verbreitung dieser Deepfakes zu identifizieren. Für die meisten Betroffenen bleiben die Handlungsmöglichkeiten daher stark eingeschränkt. Der rechtliche Schutz besteht theoretisch, ist aber für viele in der Realität kaum durchsetzbar.

10. Zivilgesellschaftliches Engagement

Die „NotYourPorn“-Kampagne wurde im Jahr 2019 gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation. Sie bietet Aufklärungsprogramme an Schulen sowie Schulungen für die Polizei an, um Einsatzkräfte im Umgang mit Opfern bildbasierter sexueller Gewalt zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die Organisation das gesellschaftliche Bewusstsein für dieses Thema und berät die Regierung bei der Ausarbeitung entsprechender Gesetzestexte. „NotYourPorn“ ist eine von zahlreichen Organisationen, die in den letzten Jahren ins Leben gerufen wurden, um den Herausforderungen im Umgang mit solchen Fällen entgegenzuwirken.

Fazit

Mittlerweile sind die Technologien für die Herstellung von Deepfakes nicht nur leicht zugänglich, sondern auch hochgradig effizient. Sie erfordern immer weniger Ausgangsdaten und erzeugen täuschend realistische Ergebnisse. Die Gefahr, in Deepfake-Pornografie dargestellt zu werden, betrifft nicht nur prominente Persönlichkeiten. Auch Privatpersonen und nicht-öffentliche Personen können Opfer solcher Manipulationen werden. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass diese Gefahr jederzeit jeden treffen kann.

Text: Jana G.