Schule der Zukunft: Die Lernumgebung

Eine Schule ist eine der wichtigsten Orte für junge Menschen, dabei ergibt sich die Frage, ob die Schule, wie sie heute besteht, noch zu den aktuellen Anforderungen der heutigen Zeit passt. Die Digitalisierung sowie gesellschaftliche Werte befinden sich im Wandel und verändern die Erwartung an das schulische Lernen und die zu erbringende Leistung und wie der Unterricht neugestaltet werden sollte. Zeitgleich wachsen Themen wie mentale Gesundheit, Mitbestimmung des Individuums uns und Nachhaltigkeit. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie schaut eine Schule der Zukunft aus?

In dieser Serie zu unserem aktuellen Spitzenthema „Schule der Zukunft“ nimmt unser Autor Justin verschiedene Bereiche der Schule und des Lernens unter die Lupe und bezieht Stellung.

Gebäude

Eine Schule der Zukunft soll mehr als ein Ort des Unterrichtes sein. Schon das Gebäude verändert sich grundlegend. Von konventionellen Klassenräumen und langen Fluren hin zu flexiblen, nachhaltigen Lernlandschaften. Die Architektur spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.

Natur als Grundprinzip

Immer häufiger wird auch Natur direkt in die Architektur integriert: begrünte Dächer, Innenhöfe oder sogar vertikale Gärten an Fassaden. Die Schule wird dadurch nicht nur Lernort, sondern auch Teil der unmittelbaren Umwelt.

Studien zufolge steigert natürliches Licht die Konzentration und das Wohlbefinden, weshalb mehr Schulen auf größere Fenster setzen, um die Räume heller und freundlicher zu gestalten. Ergänzt mit modernen Belüftungssystemen, die frische Luft und Ruhe in das Gebäude bringen, soll die Lernatmosphäre verbessert werden.

Flexible Räume statt Klassenzimmer

Ein Merkmal von modernen Schulen sind flexible Räume statt fester Klassenzimmer.

Durch verschiebbare Wände sollen neue Räume entstehen oder mit anderen Räumen verbunden werden für ruhige Arbeitsbereiche für konzentrierteres Lernen, offene Flächen für Gruppenarbeiten oder Präsentationsräume für Vorträge und Projekte. Das Gebäude passt sich demnach dem Lernen an und nicht mehr umgekehrt

Allerdings kann dadurch viel Zeit im Unterricht verloren gehen, wodurch die Unterrichtszeit leidet.

Nachhaltige Architektur

Schulen der Zukunft sind ein Vorbild, was Nachhaltigkeit angeht. Die Gebäude werden energieeffizienter geplant und klimaneutral betrieben. Dazu gehört auch eine Energieversorgung durch Solaranlagen auf dem Dach, moderne Wärmedämmung und auch umweltfreundliche Baumaterialien wie Holz, sodass die Schule selbst zum Lernort für Klimaschutz wird.

Räume für Ruhe und Konzentration

Neben offenen Lernbereichen entstehen auch Rückzugsorte. Kleine akustikgedämmte Ruheräume sollen das Lernen stressarmer gestalten und mentale Belastungen zu reduzieren.

Ausstattung

Digitale Ausstattung

Das Herzstück der digitalen Ausstattung ist ein funktionierender Zugang zu schnellem WLAN, um den Zugang zu digitalen Inhalten und modernen Unterrichtsformen wie zum Beispiel Distanzunterricht, wenn eine Lehrkraft ausfällt, zu ermöglichen. Interaktive Whiteboards können herkömmliche Tafeln ersetzen, um neue Möglichkeiten zu Präsentationen zu bieten. Laptops und Tablets erleichtern den Zugang zu Informationen und fördern digitales Lernen. Allerdings besteht die Gefahr, dass digitale Endgeräte und das WLAN missbraucht wird, um etwa im Unterricht zu spielen oder sich anderweitig abzulenken. Demnach müssen App-Sperren dazu führen, dass unterrichtsfremde Inhalte unzugänglich werden, um sicherzustellen, dass die Ausstattung auch für das benutzt wird, wofür es auch gedacht war.

Barrierefreiheit

Gleichzeitig sollten die Schuen für alle Menschen zugänglich sein. Die Barrierefreiheit will dieses Ziel erreichen. Rampen, Aufzüge und automatische Türen sorgen, dafür dass alle Bereiche der Schule für jeden erreichbar sind. Dazu gehören behindertengerechte Toiletten, sodass kein Hindernis wie eine Treppe den Zugang zur Toilette verhindert und gut erkennbare Orientierungssysteme im Gebäude. Darüber hinaus sollen technische Hilfsmittel Menschen mit einer Seh- oder Hörbeeinträchtigung unterstützen.

Komfort und Sicherheit

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausstattung soll Komfort und Sicherheit sein, welches mit einem durchdachten Sicherheitskonzept verbunden ist, weil es das Ziel ist, eine Umgebung zu schaffen, in der sich alle Schülerinnen und Schüler wohl und beschützt fühlen. Ergonomische Stühle unterstützen eine gesunde Körperhaltung und lassen sich flexibel an unterschiedliche Lernformen anpassen. Auch ausreichende Steckdosen und Lademöglichkeiten für digitale Geräte am Sitzplatz erleichtern den Schulalltag. Auch hier besteht die Gefahr, dass die Steckdosen zweckentfremdet werden, damit Schüler ihr Handy benutzen und im Unterricht nicht aufpassen. Schließfächer sorgen dafür, dass Materialien nie mehr vergessen werden und gleichzeitig verstaut werden, um dem Schulranzen zu entlasten. Neben Komfort ist Sicherheit ein zentraler Aspekt. Moderne Brandschutzsysteme, klar ausgewiesene Fluchtwege sind notwendig, um Risiken wie einen Brandfall zu minimieren.

Nachhaltige Ausstattung

Nachhaltigkeit spielt auch bei der Ausstattung eine wichtige Rolle. So sollen Led-Beleuchtungen und stromsparende Geräte den Energieverbrauch reduzieren und gleichzeitig die Umwelt schonen. Wasserspender können Einwegflaschen ersetzen und so Müll vermeiden. Darüber hinaus tragen langlebige Materialien dazu bei, Ressourcen zu sparen und die Umweltbelastung zu minimieren, um die Schule nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten.

Schulalltag

Ausgewogene Tagesstruktur

Ein wichtiger Aspekt in einer Schule der Zukunft ist eine Balance zwischen Lernen und Erfolg, längere Konzentrationsphasen sollte durch Pausen und entspannte Aktivitäten unterbrochen werden, sodass die Leistungsfähigkeit erhalten bleibt, aber Stress reduziert wird.

Bewegung und Pausen

Bewegung sollte viel mehr in den Schulalltag integriert werden – ein kurzer Spaziergang durch den Schulhof oder kurze Bewegungsübungen können dabei helfen, sich besser zu konzentrieren und ausgeglichener zu sein. Im regulären Schulalltag ist Bewegung abgesehen von den Sportstunden und den Gang zur Toilette oder Flasche auffüllen eher zweitrangig.

Unterrichtszeiten

Aktuell wird darüber diskutiert, die Schule um 9:00 Uhr beginnen zu lassen und nicht wie üblich an der Beruflichen Oberschule Friedberg um 8:15 Uhr. Dadurch wirken Schülerinnen und Schüler ausgeschlafener und können sich besser konzentrieren. Allerdings muss auch beachtet werden, dass viele dadurch möglicherweise später ins Bett gehen, wodurch der positive Effekt wieder verloren gehen kann. Ich persönlich finde die Idee nicht gut. Stattdessen sollte der Unterricht lieber früher enden, sodass Schülerinnen und Schüler mehr Freizeit am Nachmittag und Abend haben.

Text: Justin A.