Prüfungsangst, psychische Gesundheit und Künstliche Intelligenz – Interview mit Schulpsychologin Elisabeth Hübner

Einleitung

Psychische Belastungen spielen im Schulalltag vieler Schülerinnen und Schüler eine große Rolle. Besonders das Thema Prüfungsangst betrifft viele Jugendliche. In diesem Interview spricht Frau Elisabeth Hübner, Schulpsychologin an der FOS/BOS Friedberg und an der FOSBOS Augsburg, über ihre Aufgaben, über Prüfungsangst, über den psychischen Zustand der Generation Z sowie über Chancen und Grenzen von Künstlicher Intelligenz im therapeutischen Bereich.

Vorstellung

Justin: Könnten Sie sich für Schülerinnen und Schüler, die Sie noch nicht kennen, kurz vorstellen und erklären, was Ihre Aufgabe als Schulpsychologin ist?

Frau Hübner:
Hallo und erst einmal danke für die Einladung zum Interview! Mein Name ist Elisabeth Hübner. Ich bin seit 2018 an der FOS/BOS Friedberg und ich bin hier Mathelehrerin, Pädagogik- und Psychologielehrerin, Kommunikations- und Interaktionslehrerin und als Schulpsychologin für das Thema Inklusion zuständig. Das heißt, ich bin die Ansprechpartnerin für alle Schüler*innen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, also alles, was in diese Richtung geht. Zusätzlich bin ich an der FOSBOS Augsburg als Schulpsychologin eingesetzt.

Justin: Mit wem kommen Sie denn in der Regel ins Gespräch?

Frau Hübner: Man ist Ansprechpartnerin für alle Schüler*innen, deren Eltern, sowie für die Lehrkräfte zu allen Themen bezüglich der Psyche, also zum Beispiel Motivation, Konzentration, Prüfungsangst, aber auch emotionale Themen oder familiäre Probleme. Es gibt da eigentlich keine klar gefassten Themengrenzen, sage ich jetzt mal. Wichtig ist aber, dass wir als Schulpsycholog*innen keine Diagnosen stellen und auch keine Therapie anbieten können, sondern dass wir zu den Themen beraten. Wenn es aus unserer Sicht Krankheitswert hat oder eine Therapie indiziert ist, dann können wir in der Beratung erklären, welche Schritte nötig sind und wo man Informationen zum Thema Psychotherapie findet. Alle Schulpsycholog*innen unterliegen gesetzlich der Schweigepflicht, und zwar sowohl gegenüber Lehrkräften oder natürlich auch der Schulleitung als auch gegenüber den Eltern.

Justin: Unterliegt Ihre Arbeit einer Schweigepflicht?

Frau Hübner: Die Schweigepflicht gegenüber den Eltern ist eingeschränkt quasi. Wir setzen voraus, dass die Einsichtsfähigkeit in die Konsequenzen des eigenen Handelns gegeben ist
Sprich, dass sie abschätzen können, welche Konsequenzen das eben hat, dass ihre Eltern da über bestimmte Themen nicht informiert werden. Aber jetzt bei FOS/BOS-Schülern gehen wir davon aus, einfach weil sie alt genug sind und in der Regel die kognitive Reife so weit haben sollten. Eine zusätzliche Ausnahme ist, wenn eine Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt oder wenn eine Straftat angekündigt wird. Aber davon abgesehen unterliegt wirklich alles ganz streng der Schweigepflicht.

Prüfungsangst und Nervosität

Justin: Was genau versteht man unter Prüfungsangst, und wie unterscheidet sie sich von normaler Nervosität vor einer Prüfung?

Frau Hübner:
Das ist eine sehr gute Frage, da haben Sie schon eine ganz wichtige Unterscheidung angesprochen, nämlich die Abgrenzung von normaler Nervosität und echter Angst. Nervosität, Aufregung, Anspannung und ein gewisser Grad an Angst – wie auch immer man das nennen will – sind erst einmal ganz normal. Es ist eine normale Reaktion auf eine stressige Situation, in unserem Fall eine Prüfung. Und es hat auch einen Sinn oder eine Funktion. Es soll uns aktivieren, es soll uns leistungsbereit machen und unsere Sinne schärfen.

Justin: Lässt sich das auch wissenschaftlich belegen?

Frau Hübner: Es gibt dazu eine Kurve oder einen Graphen, der ganz gerne herangezogen wird und den ich eigentlich sehr eindrucksvoll finde. Er heißt Yerkes-Dodson-Kurve. Die besagt, dass wir die beste Leistung bei mittlerer Anspannung oder Erregung haben. Bei zu wenig Anspannung oder Erregung sind wir unkonzentriert, unmotiviert und können keine gute Leistung erbringen, weil uns der Antrieb fehlt. Wenn die Erregung jedoch zu hoch ist, sinkt das Leistungsniveau wieder, weil wir dann im Bereich der Überforderung sind. Und da sind wir bei der Prüfungsangst. Sprich: Wenn die Angst zu groß wird, sodass man sich überfordert fühlt und sein Wissen nicht mehr abrufen kann, dann ist es Prüfungsangst und nicht mehr nur Nervosität.

Justin: Welch Symptome können dabei auftreten?

Frau Hübner: Es gibt keine feststehende Definition von Prüfungsangst, weil es keine offizielle Diagnose ist. Grundsätzlich handelt es sich um Angstsymptome, die im Zusammenhang mit Prüfungen auftreten. Das können körperliche Symptome sein wie Übelkeit, Herzrasen, Zittern oder Schwitzen, aber auch kognitive Angstgedanken, Panikgedanken oder eine Unfähigkeit zu denken, also ein Blackout. Natürlich gehört auch emotional dieses starke Angstgefühl dazu. Es kann sich auf einzelne Fächer beschränken oder auf bestimmte Prüfungstypen, zum Beispiel nur auf mündliche oder nur auf schriftliche Prüfungen. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein. Bei manchen löst schon der Gedanke an die Prüfung leichte Angstsymptome aus, bei anderen ist es erst der Moment, wenn der Lehrer hereinkommt und sagt: „Alle Tische auseinanderstellen.“ Da gibt es also kein einheitliches Bild.

Körperliche Symptome bei Prüfungsangst

Justin: Welche körperlichen Symptome treten am häufigsten bei Schüler*innen auf?

Frau Hübner:
Besonders häufig sind Magen-Darm-Probleme, also zum Beispiel Übelkeit oder Durchfall, aber auch Herzrasen, Zittern, Schwitzen oder Rotwerden. Auch hier ist die Ausprägung ganz unterschiedlich. Bei manchen tritt das eine auf, bei anderen etwas anderes oder mehrere Symptome gleichzeitig

Wann wird Angst behandlungsbedürftig?

Justin: Woran erkennen Schülerinnen und Schüler, dass Stress oder Angst nicht mehr „normal“, sondern behandlungsbedürftig wird?

Frau Hübner: Wenn es die Schüler*innen so einschränkt, dass sie immer wieder ihre Leistung nicht zeigen können, obwohl sie eigentlich gut vorbereitet sind und den Stoff außerhalb der Prüfungssituation beherrschen. Und wenn ein hoher Leidensdruck, also eine starke emotionale Belastung, damit einhergeht, wenn Selbstzweifel auftreten und man in Prüfungen immer wieder das Gefühl hat zu versagen. Das subjektive Empfinden ist hier entscheidend. Wenn es sich sehr einschränkend oder sogar unerträglich anfühlt, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.


Strategien im Umgang mit Prüfungsangst

Justin: Welche kurzfristigen Strategien helfen direkt vor oder während einer Prüfung?

Frau Hübner: Kurzfristig ist das immer etwas schwierig. Atemtechniken können helfen, beruhigende Gedanken im Sinne eines Mantras oder Gedankenstopp-Übungen. Aber eigentlich sollte das vorher eingeübt worden sein, damit man es in der Angstsituation, die ja eine Ausnahmesituation darstellt, auch wirklich abrufen kann. Manchen Schüler*innen hilft ein Glücksbringer oder ein Symbol als Erinnerung an die Technik oder an beruhigende Gedanken. Wichtig ist, die Technik früh genug einzusetzen, also sobald die ersten Angstanzeichen auftreten. In der Beratung kann man gemeinsam herausarbeiten: Was ist bei mir das erste Zeichen, dass die Angst kommt? Bei manchen ist es ein Kribbeln im Bauch. Sobald man das merkt, sollte man direkt intervenieren, zum Beispiel mit einer Atemtechnik.

Justin: Haben Sie noch weitere Tipps?

Frau Hübner: Generell als Tipp für Prüfungen würde ich sagen: Es ist sinnvoll, mit den Aufgaben anzufangen, bei denen man sich gut fühlt. Also mit Themen, die man besonders gut verstanden hat. Das gibt zu Beginn ein gutes Gefühl. Wenn die Zeit nicht reichen sollte, bleiben dann die Aufgaben übrig, die man ohnehin weniger gut gekonnt hätte. Wenn einen vor der Prüfung die Aufregung der Mitschüler*innen stresst – also wenn ständig gefragt wird: „Hast du das gelernt? Denkst du, das kommt dran?“ – dann ist es sinnvoll, diese Kontakte bewusst zu vermeiden. Man kann das klar kommunizieren und sagen, dass einen das stresst. Man kann Musik hören, kurz zur Toilette gehen oder an die frische Luft gehen und versuchen, sich nicht mitreißen zu lassen.

Justin: Was ist besonders in der Vorbereitung auf Prüfungen wichtig?

Frau Hübner: Eine langfristige Strategie ist das „Overlearning“, also eine sehr intensive Vorbereitung, mehr zu lernen als eigentlich notwendig wäre, damit das Wissen besonders tief verankert ist. Man muss ehrlich sagen: Prüfungsangst ist manchmal auch eine berechtigte Angst, wenn man nicht gut vorbereitet ist. Wenn man unter Zeit- und Notendruck mit seinem Unwissen konfrontiert wird, kann Panik entstehen. Bei einigen war der ursprüngliche Auslöser eine Prüfung, in der sie schlecht vorbereitet waren und sich hilflos gefühlt haben. Das kann sich verselbstständigen und zu einer generellen Prüfungsangst führen. Deshalb ist gute Vorbereitung eine sehr hilfreiche langfristige Strategie.

Generation Z und psychische Probleme

Justin: Warum sind aus Ihrer Sicht besonders viele junge Menschen der Generation Z von psychischen Problemen betroffen?

Frau Hübner: Die Betroffenen haben seit klein auf eine andere Art der Kommunikation gelernt und sind diese gewohnt. Dadurch gestalten sich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen anders. Zusätzlich sind die jungen Menschen sehr stark mit der Informationsflut durch das Internet konfrontiert, was es früher noch nicht in diesem Ausmaß gab. Man kann sich kaum vor der Fülle an Informationen und auch polarisierenden Inhalten retten. Heute gibt es viel mehr Möglichkeiten als jemals zuvor, was einerseits gut ist, aber auch Unsicherheit und weniger Orientierung mit sich bringt. Ich denke, das sind wichtige Faktoren.

Justin: Gibt es hier weitere Faktoren?

Frau Hübner: Was auch noch dazu kam, ist die Corona-Pandemie, die diese Gruppe in einer sehr sensiblen Phase erwischt hat. Je nachdem, welchen Teil der Generation Z man meint – Kindheit, Pubertät oder junges Erwachsenenalter – aber auf jeden Fall in einer Zeit, in der soziale Kontakte sehr wichtig sind, in der es darum geht, sich mit Gleichaltrigen auszuprobieren und zwischenmenschliche Kontakte sowie Erlebnisse zu sammeln. Dieses Sich-ausprobieren-Können fiel während Corona aus, einerseits in der Schule und auch im Freizeitbereich, zum Beispiel Hobbys und Vereine. Treffen mit Freund*innen waren schwierig. Die Menschen hatten weniger Bewegung, weniger Sport, was sich nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf die psychische Gesundheit auswirkt.

Justin: Was haben Sie persönlich darüber erfahren?

Frau Hübner: In der Beratung habe ich auch sehr oft gehört, dass Hobbys während Corona eingeschlafen sind und später nicht wieder aufgenommen wurden. Das ist ebenfalls ein großer Faktor, weil dadurch nicht nur Erfolgserlebnisse fehlen, sondern auch außerschulische Erfahrungen im Vergleich zu anderen Generationen stark reduziert wurden. Was noch dazu kommt, ist die Verunsicherung durch die vielen weiteren Krisen, die es aktuell gibt. Einerseits Corona mit den damit einhergehenden Ängsten und Problemen, aber auch die Klimakrise, Krieg, politische Entwicklungen, etc. Die Kinder bzw. Jugendlichen haben auch die Sorgen ihrer Eltern wahrgenommen, beispielsweise Arbeitslosigkeit oder die Sorge um den Arbeitsplatz, und sind dadurch zusätzlich verunsichert. Die Kombination aus Informationsflut und Corona-Pandemie hat den sozialen Rückzug verstärkt und Vereinsamung gefördert.

Justin: Welche Rolle spielen Soziale Medien?

Frau Hübner: Oft findet sozialer Kontakt über soziale Medien statt. In der Beratungspraxis war ich selbst erschrocken, als mir von Gesprächen erzählt wurde und sich später herausstellte, dass diese gar nicht persönlich stattgefunden haben. Gute, echte Beziehungen sind ein wichtiger Schutzfaktor für die menschliche Psyche. Die Tatsache, dass sich vieles auf das Smartphone verlagert, sehe ich als einen Punkt, der in diese Problematik hineinspielt. Ein positiver Faktor, den ich hervorheben möchte, ist, dass die Generation Z mehr über mentale Probleme spricht als frühere Generationen.

Künstliche Intelligenz und Psychotherapie

Justin: Zum Abschluss eine gesellschaftliche Frage: Glauben Sie, dass Künstliche Intelligenz in Zukunft eine Psychotherapie ersetzen kann – oder wo sehen Sie klare Grenzen?

Frau Hübner: Eine klare Antwort: Die KI kann keine Psychotherapie ersetzen. Die KI bietet Chancen zur Information, zum Beispiel wie man einen Therapieplatz bekommt oder welche Therapieformen es gibt. Je nach Fall kann sie auch zur Überbrückung von Wartezeiten hilfreich sein, da es ein großes Problem ist, dass der Bedarf hoch ist, aber zu wenige Therapieplätze vorhanden sind. Dadurch entstehen lange Wartezeiten. Je nach Symptomatik kann es hilfreich sein, zumindest vorübergehend mit einer KI einen „Gesprächspartner“ zu haben. Man kann sich von der KI Entspannungsmethoden oder Meditationsübungen anleiten lassen. Eine klare Begrenzung gibt es jedoch. Man muss sich bewusst sein – was auch ein Thema im Unterricht ist –, dass die Antworten und Empfehlungen der KI fehlerhaft sein können und kritisch hinterfragt werden müssen.

Justin: Sehen Sie hier noch weitere Probleme?

Frau Hübner: Ich denke, psychisch angeschlagene oder psychisch erkrankte Menschen tun sich oft schwer, die Kraft für eine gründliche Recherche aufzuwenden, um zu prüfen, was richtig oder falsch ist. Ein Problem der KI ist, dass sie den Nutzer in seiner Wahrnehmung bestärkt und weniger hinterfragt. Sie hat eine „Ja-Sager-Tendenz“ und regt nicht unbedingt zum kritischen Hinterfragen an. Das kann bei Krankheitssymptomen, zum Beispiel bei jemandem mit niedrigem Selbstwertgefühl, sehr fatal sein. Die KI versucht, dem Menschen zu gefallen, und ist teilweise zu unkritisch. Sie suggeriert Empathie und simuliert eine Beziehung zwischen dem Nutzer und der KI, obwohl kein echter Mensch dahintersteht. Es ist jedoch bekannt, dass die therapeutische Beziehung einer der maßgeblichen Erfolgsfaktoren einer Psychotherapie ist. Weil dieser Beziehungspartner nicht existiert, sehe ich das sehr kritisch.

Justin: Gibt es hierzu schon wissenschaftliche Studien?

Frau Hübner: Es gibt Studien, die untersucht haben, inwiefern sich KI an Therapieempfehlungen hält, und gezeigt wurde, dass sie das nicht konsequent tut. Die KI gibt eher Ratschläge, anstatt Klient*innen dazu zu animieren, selbst Lösungen zu finden. Teilweise reagiert sie unangemessen auf suizidale Äußerungen, was ein sehr gefährlicher Bereich ist. Es gibt leider auch Suizidfälle, die im Zusammenhang mit KI stehen. Da sind wir in einem Bereich, in dem wir nicht mehr diskutieren müssen, ob KI eine Therapie ersetzen kann. Da ist die Grenze überschritten. Ein weiterer Punkt ist der Datenschutz. Psycholog*innen unterliegen der Schweigepflicht. Wenn sensible Daten in eine KI eingegeben werden, weiß man nicht genau, wo diese gespeichert werden oder was damit passiert.

Justin: Was bedeutet das alles in Bezug auf die Gen Z?

Frau Hübner: Wir hatten gerade das Thema Einsamkeit der Generation Z: Auch hier sehe ich eine Gefahr, da eine Therapie mit KI sozialen Rückzug fördern könnte. Für eine echte Therapie muss man das Haus verlassen, sich auf den Weg machen, gegebenenfalls öffentliche Verkehrsmittel benutzen, mit jemandem in der Anmeldung kommunizieren und ist zur sozialen Interaktion gezwungen. Das ist für manche unangenehm oder schwierig, aber notwendig für Routine und Entwicklung. Wenn man die Therapie durch KI ersetzen würde, würde das alles wegfallen und die Isolation könnte sich verstärken.

Justin: Wir danken Ihnen für Ihre Zeit und das interessante Gespräch.

Interview: Justin A.

Wenn der Therapeut fehlt: Kann KI die Lücke schließen?

Aufgrund des Mangels an Therapieplätzen und der gleichzeitig hohen Nachfrage warten psychisch erkrankte Menschen in Deutschland in der Regel teilweise vier bis sechs Monate auf einen Therapieplatz. Nicht alle Betroffenen halten diese Wartezeit aus und greifen daher auf Alternativen zurück. Eine dieser Alternativen kann ChatGPT sein – ein KI-basierter Chatbot, der nur auf den zweiten Blick wie ein Therapeut wirkt. Der „Patient“ schildert seine Sorgen und Nöte, der Chatbot antwortet verständnisvoll und strukturiert. Doch wie effektiv ist das wirklich?

Experten und Fachverbände wie die Deutsche Gesellschaft für Psychologie betonen ausdrücklich, dass KI-basierte Systeme lediglich eine Ergänzung, niemals aber ein Ersatz für eine psychotherapeutische Behandlung sein dürfen.

Studien der Ohio State University zeigen, dass Probanden Antworten von ChatGPT teilweise höher bewerteten als die von ausgebildeten Psychotherapeuten. Ein möglicher Grund dafür ist, dass die KI längere, ausführlichere Antworten formuliert, mehr Substantive und Adjektive verwendet und stärker kontextualisiert. Diese sprachliche Ausführlichkeit kann den Eindruck von Tiefe und Verständnis erzeugen, was dazu führte, dass die Antworten subjektiv besser bewertet werden.

Zeichnung: Lirjona K.

Doch genau hier liegt das große Problem.

In einem TikTok-Video sagt eine junge Frau: „Ich mache seit gestern Therapie mit ChatGPT – und es hat mein Leben verändert.“ Gerade jungen Menschen fällt es oft leichter, sich einem Chatbot zu öffnen als einer realen Person. Die KI wird dabei zunehmend als eine Art Psychotherapeut wahrgenommen. Doch ein Chatbot bleibt ein Chatbot: Er besitzt keine menschlichen Eigenschaften wie echtes kritisches Hinterfragen, emotionale Intuition oder moralische Verantwortung. Während Freunde oder Familie mit Problemen oft überfordert wirken und mit Floskeln wie „Das wird schon wieder!“ reagieren, scheint die künstliche Intelligenz immer verfügbar, geduldig und verständnisvoll.

Seit der Corona-Pandemie ist bekannt, dass junge Menschen deutlich häufiger unter psychischen Erkrankungen leiden als frühere Generationen. Entsprechend groß ist ihr Bedürfnis nach Unterstützung. Doch genau diese Unterstützung bleibt aufgrund des massiven Therapeutenmangels häufig aus. In dieser Lücke gewinnt künstliche Intelligenz an Bedeutung – birgt jedoch zugleich das Risiko, falsche Sicherheit zu vermitteln und professionelle Hilfe zu ersetzen, statt sie zu ergänzen.

In der Verantwortung sehe ich persönlich die Politik und verantwortliche Menschen in Universitäten, die zum Beispiel den NC für das Psychologie Studium abschaffen oder lockern sollen, um zukünftigen Psychologen den Zugang zum Studium zu erleichtern, damit die hohe Nachfrage zukünftig gedeckt werden kann.

Ich selber habe ChatGPT gefragt: Kann eine KI eine Psychotherapie ersetzen?

Antwort: „Eine künstliche Intelligenz kann eine Psychotherapie nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Psychotherapie beruht auf einer echten menschlichen Beziehung, in der Empathie, Vertrauen, nonverbale Signale und professionelles Urteilsvermögen entscheidend sind. Therapeutinnen und Therapeuten können Diagnosen stellen, Risiken erkennen und individuell auf Krisen reagieren – Fähigkeiten, die eine KI nicht besitzt.

Bild: ChatGPT; Prompt: „Kannst du mir ein Bild generieren zum Thema KI ersetzt Psycho-Therapie.“ So stellt sich eine künstliche Intelligenz also selbst eine Therapiesitzung der Zukunft vor!

Zwar wirken KI-Antworten oft verständnisvoll und gut strukturiert, was entlastend sein kann, doch genau darin liegt die Gefahr einer falschen Sicherheit. Betroffene könnten den Eindruck gewinnen, dass ihnen ausreichend geholfen wird, obwohl keine professionelle Behandlung stattfindet.

Als Unterstützung kann KI dennoch sinnvoll sein, etwa zur Selbstreflexion, zur Vermittlung von Informationen oder zur Überbrückung langer Wartezeiten. Psychotherapie jedoch ist mehr als ein gutes Gespräch: Sie bedeutet Verantwortung, Beziehung und fachliche Behandlung – und bleibt damit unersetzbar.

Meine persönliche Meinung ist eindeutig: Psychotherapie ist weit mehr als nur Reden. In vielen Fällen benötigen Patientinnen und Patienten zusätzlich eine medikamentöse Behandlung, die ausschließlich von qualifizierten Fachkräften verordnet werden darf. Ein Chatbot kann nach aktuellem Stand keine Psychotherapie ersetzen, da ihm grundlegende menschliche Eigenschaften wie echte Empathie, Verantwortungsbewusstsein und professionelles Urteilsvermögen fehlen.

Zudem arbeiten Chatbots stark wahrscheinlichkeitsbasiert, was in einer sensiblen therapeutischen Behandlung nicht zielführend ist. Psychotherapie erfordert individuelle Einschätzung, kritisches Hinterfragen und eine verlässliche Einordnung psychischer Zustände. Darüber hinaus sind KI-Systeme nicht fehlerfrei und können falsche oder sogar gefährliche Inhalte erzeugen. So gab es in den USA bereits dokumentierte Fälle, in denen Chatbots problematische oder sogar suizidbezogene Anleitungen gegeben haben.

Fazit: Aus diesen Gründen kann künstliche Intelligenz zwar unterstützend wirken, eine professionelle psychotherapeutische Behandlung jedoch nicht ersetzen.

Text: Justin A.

„Wer nicht gut schläft, kann auch nicht gut lernen“: Im Gespräch mit unserer Verbindungslehrerin Martina Klaus

Unsere Verbindungslehrkraft Frau Klaus unterrichtet an unserer Schule die Fächer Englisch und Wirtschaft. Seit mittlerweile drei Jahren gehört sie fest zum Kollegium. Zuvor war sie sieben Jahre an der Fachoberschule in Fürth tätig, bevor sie sich entschied, in ihre schwäbische Heimat zurückzukehren.

Foto: Justin A.

Als Verbindungslehrkraft ist Martina Klaus eine wichtige Ansprechpartnerin für Schüler und Lehrkräfte. Im Interview spricht sie über Konfliktlösung, Werte im Unterricht, mentale Gesundheit und persönliche Erfahrungen. Ich hatte die Möglichkeit, ihr einige Fragen zu stellen.

Was macht eine Verbindungslehrkraft?
Frau Klaus: „Eine Verbindungslehrkraft ist eine Verbindung zwischen den Schülern untereinander sowie zwischen Lehrern und Schülern und vertritt deren Interessen.“

Gibt es etwas, das Sie als Lehrkraft gelernt haben, aber in der Rolle als Verbindungslehrkraft anders sehen?
Frau Klaus: „Ich bin erst frisch Verbindungslehrkraft geworden. Mit dem alten Verbindungslehrerteam stand noch vor kurzem die SMV-Wahl an. Nach dieser Wahl übernahmen Herr Meier und ich dann die Arbeit, auf die ich mich sehr gefreut habe. Fragen Sie mich in einem Jahr nochmal.“

Wie würden Sie Ihren Umgang mit Konflikten beschreiben?
Frau Klaus: „Wenn es Konflikte gibt, ist es, glaube ich, gut, zunächst getrennte Wege zu gehen, um den ersten Ärger abzubauen und zu überlegen, worin das Problem besteht und welche Lösungen es geben könnte. Nach einer gewissen Zeit kann man sich dann wieder zusammen setzen, die verschiedenen Seiten anhören und versuchen einen Kompromiss zu finden, der für alle passt.“

Hat Ihnen Ihr Unterricht geholfen, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was die junge Generation bewegt?
Frau Klaus: „Ich habe das Gefühl, dass ich durch meinen Beruf näher an der jüngeren Generation bin. Der Nachteil an der FOS ist, dass wir wenig Zeit für emotionale Themen haben, da die Schulart stark fachlich orientiert ist. Ich versuche jedoch, die Schüler nicht nur fachlich, sondern auch auf einer freundlichen, emotionalen Ebene zu begleiten, sodass es nicht nur um Noten und Unterrichtsstoff geht, sondern auch um das Menschliche.“

Wenn Sie einen Tag lang Schülerin wären, was würden Sie verändern oder ausprobieren?
Frau Klaus: „Als Schülerin würde ich mich viel öfter auf die grünen Wackelstühle setzen und versuchen, die FOS so schnell wie möglich zu durchlaufen, um den Druck zu reduzieren und das Beste aus der kurzen Zeit zu machen. An der Schule passiert viel, zum Beispiel Weihnachtsaktionen, Mottowochen, Wandertage und Studienfahrten. Ich würde mich als Schülerin an solchen Dingen beteiligen und versuchen außerhalb des Unterrichts etwas zum Schulleben beizutragen.“

Welchen Zweig hätten Sie gewählt, wenn Sie heute Schülerin wären?
Frau Klaus: „Ich hätte wahrscheinlich den Sozialzweig gewählt, obwohl ich heute Wirtschaft unterrichte.“

Wenn Ihr Job als Lehrerin ein Song wäre, welcher wäre es?
Frau Klaus: „Das ist eine schwierige Frage, aber da ich bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit komme, fällt mir jetzt ‚Bicycle Race‘ von Queen ein. Die Musik von Queen ist sehr abwechslungsreich – mal schnell, mal laut, mal ruhig – genauso wie das Lehrerdasein. Die Arbeit im Klassenzimmer macht mir großen Spaß, weil ich mit Menschen arbeiten und ich mich mit Ihnen austauschen kann, daher wird es selten langweilig. Zuhause ist die Arbeit jedoch nicht vorbei: Man muss den nächsten Tag vorbereiten, Leistungsnachweise erstellen und korrigieren.“

Welches Fach in der FOS hätte Sie am meisten interessiert?
Frau Klaus: „Psychologie hätte mich wahrscheinlich am meisten interessiert.“

Wie entspannen Sie sich nach einem anstrengenden Schultag?
Frau Klaus: „Am besten entspanne ich direkt, wenn ich mit dem Fahrrad nach Hause fahre, um den Kopf frei zu bekommen. Danach mache ich etwas Sport, gehe relativ früh ins Bett und schaue meistens nicht Fern, da ich dann deutlich besser schlafen kann.“

Foto: privat

Was wünschen Sie sich von den Schülern, um Ihre Arbeit zu erleichtern?
Frau Klaus: „Mir ist wichtig, dass es den Schülern emotional gut geht. Durch einige Gespräche habe ich festgestellt, dass viele bereits erkannt haben, dass Handys und soziale Medien viel wertvolle Zeit beanspruchen und nicht immer guttun. Ich wünsche mir, dass die Schüler lernen, bewusst Offline-Zeiten einzuplanen – zum Beispiel ein oder zwei Stunden, in denen sie mit Freunden draußen sind, ohne Handy, und beobachten, wie sich das anfühlt. Ich selbst habe natürlich auch ein Handy und merke, dass es mir manchmal Zeit klaut. Viele Schüler berichten mir sogar, dass sie TikTok gelöscht haben, weil es zu viel Zeit raubt.

Meine Schüler wissen außerdem, dass ich Wert darauf lege, dass Handys in der Tasche bleiben und nicht auf dem Tisch liegen. Natürlich haben Handys und iPads viele Vorteile, aber es ist meiner Meinung nach wichtig, einen gesunden Umgang damit zu lernen. Das bedeutet auch, dass sie nachts weggelegt werden, damit ausreichend Schlaf sichergestellt werden kann – denn wer nicht gut schläft, kann auch nicht gut lernen.“

Was möchten Sie den Schülern auf den Weg geben?
Frau Klaus: „Sie sollen wissen, dass sie sich nicht festlegen müssen. Jede schlechte Erfahrung kann auch eine gute Erfahrung sein, weil man daraus lernt, was man beruflich nicht machen möchte. Man kann sich jederzeit neu orientieren – auch später im Leben. Ich selbst habe das auch getan und war relativ alt, als ich mit Abi, Ausbildung, Studium und Referendariat fertig war, habe es aber trotzdem durchgezogen. Wenn etwas schwierig ist, sollte man nicht aufgeben, sondern weiter machen und daraus lernen.“

Interview: Justin A.

Startklar auf Straße und Beton – Verkehrserziehungstag an der FOS Friedberg

Beim Verkehrserziehungstag im Juli 2025 lernten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen der FOS Friedberg, wie wichtig Aufmerksamkeit und Rücksicht im Straßenverkehr sind. An verschiedenen Stationen erfuhr die Schülerschaft, wie wir durch richtiges Verhalten unsere eigene Sicherheit und die anderer verbessern können.

Text/Fotos: Justin A.

Deep Fake: Eine täuschend echte Lüge

Deep Fakes sind durch KI (künstliche Intelligenz) manipulierte Inhalte, meistens Gesichter und Stimmen von echten Personen, die so gut sind, dass sie nur schwer von echten Personen unterschieden werden können. Die wohl bekannteste Methode ist das sogenannte Face-Swap, bei dem ausschließlich die Stimme und das Gesicht einer Quellperson übernommen werden.

Deep Fakes als Gefahr

Jeder, der in sozialen Netzwerken unterwegs ist, ist vielleicht schon einmal darüber gestolpert, dass prominente Persönlichkeiten irgendwelche Aussagen tätigen oder sogar mit anderen Prominenten einen Dialog führen, die aber nie stattgefunden haben. Diese Face-Swaps können für politische Manipulationen missbraucht werden, um Politikern Worte in den Mund zu legen, die sie nie gesagt haben – zur Rufschädigung oder sogar Verleumdung. So wurden im Jahr 2023 falsche Nacktbilder einer damals 14-Jährigen erstellt, die so echt schienen, dass selbst die eigene Mutter sie für authentisch hielt. Diese gefälschten Fotos können den Ruf nachhaltig zerstören, was den Mobbingfaktor erheblich erhöht und im schlimmsten Fall sogar zum Selbstmord führen kann. Täter benutzen diese Deep Nudes sogar als Druckmittel, um Betroffene damit zu erpressen. Eine Studie der Cybersicherheitsfirma Deeptrace konnte bereits 2019 zeigen, dass über 95 Prozent der im Internet zu findenden Deepfakes pornographisches Material sind.

Wie schützt man sich?

Um sich vor Deep Fakes zu schützen, ist es wichtig, sich der Gefahr bewusst zu sein. Man kann zum Beispiel seine Social-Media-Accounts auf „privat“ stellen, damit nicht jeder gepostete Inhalte sehen kann. So wird man für Fremde weniger zur Zielscheibe von Deep Fakes.

Wie erkennt man Deep Fakes?

  • Unnatürliche Gesichter: Deep Fakes haben meist eine merkwürdige Mimik und unlogische Schatten.
  • Fehlendes Blinzeln: Wenn in einem Video kein Blinzeln vorhanden ist, kann es sich um einen Deep Fake handeln.
  • Spezielle Tools nutzen: Tools wie Deepware Scanner oder Deep Fake-o-meter können Deep Fakes erkennen.
  • Unscharfe Übergänge: Zum Beispiel zwischen Gesicht und Haaren oder Gesicht und Hals sind verräterische Merkmale.

Die guten Seiten an Deep Fakes

  • Kostensenkung: Schauspieler müssen nicht für jede Szene am Set sein.
  • Verjüngung oder Wiederbelebung: Deep Fakes können alte Schauspieler verjüngen oder verstorbene Schauspieler wiederbeleben.
  • Traumabewältigung: In kontrollierten therapeutischen Settings können Deep Fakes genutzt werden, um z. B. Gesprächssimulationen mit verstorbenen Angehörigen zu ermöglichen.
  • Sprach- und Stimmwiedergabe: Für Menschen, die ihre Stimme verloren haben, kann eine personalisierte künstliche Stimme erstellt werden.

Fazit

Ich finde Deep Fakes im Grundgedanken keine schlechte Idee, da man vor allem verstorbene Schauspieler wieder zum Leben erwecken kann. Wenn ein Schauspieler mitten in einer Trilogie aufhört, z. B. gesundheitlich bedingt oder während der Dreharbeiten stirbt, kann man Deep Fakes als Alternative nutzen.

Gleichzeitig muss man aber auch ehrlich sein: Jede neue Technologie, so nützlich sie sein mag, birgt das Risiko des Missbrauchs. Deep Nudes sind dafür ein besonders negatives Beispiel, denn sie verletzen die Privatsphäre massiv und werden häufig als Druckmittel eingesetzt. Das zeigt, dass technischer Fortschritt auch Verantwortung erfordert – denn wie bei vielen Erfindungen kann er auch als Waffe genutzt werden, um Macht auszuüben oder Menschen zu schaden.

Deshalb ist es dringend notwendig, dass wir uns umfassend mit den Chancen und Risiken von KI auseinandersetzen und vor allem in Bildung investieren. Nur so können wir einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang fördern und verhindern, dass Technologien zum Schaden Einzelner oder der Gesellschaft missbraucht werden. Ebenso kritisch sehe ich es, wenn KI ganze Berufe, wie Schauspieler oder Synchronsprecher, einfach ersetzt, ohne ethische und soziale Folgen ausreichend zu bedenken. Allgemein sollte gegen den Missbrauch von Deep Fakes konsequent strafrechtlich vorgegangen werden.

Text: Justin A.

Nachlese: Bundestagswahl 2025

Als Reaktion auf den Zusammenbruch der Ampel-Koalition und die Entlassung des ehemaligen Bundesfinanzministers Christian Lindner wurde die Koalition aufgelöst. Folglich bildeten die SPD und die Grünen eine Minderheitsregierung, was zu einem noch herausfordernderen Parlamentarismus führt. Ohne eine Mehrheit im Parlament kann eine Regierung instabil werden, ist gezwungen, mit anderen Parteien zusammenzuarbeiten und Kompromisse einzugehen, wodurch sie teilweise erpressbar wird. Am 23. Februar 2025 durften alle volljährigen Deutschen den 21. Deutschen Bundestag wählen, und die Ergebnisse lauteten wie folgt:

ParteiWahlergebnis 2025Wahlergebnis 2021Veränderung
CDU/CSU:28,6 %24,1 %+4,5
AfD:20,8 %​10,3 %+10,5
SPD:16,4 %​25,7 %-9,3
Grüne: 11,6 %​14,8 %  -3,2
Die Linke:8,8 %​4,9 % (Über Direktmandate im Bundestag)+3,9
FDP: 4,3 %11,5 %-7,2
Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW): 4,98 %——— ——–
Quelle: Bundestag

Die Gewinner sind eindeutig die Schwesterparteien CDU/CSU, die mit den meisten Stimmen und einem Zuwachs von 4,5 % abschneiden, sowie die AfD, die ihre Stimmenzahl von 10,3 % im Jahr 2021 auf 20,8 % im Jahr 2025 verdoppeln konnte. Verlierer ist die gesamte Ampel-Koalition (FDP, SPD und die Grünen), die insgesamt viele Stimmen verliert.

Mögliche Koalitionen:

Sog. „GroKo“ (SPD und CDU/CSU)
Pro: Stabile Mehrheit, Erfahrung in der Zusammenarbeit
Contra: SPD stark geschwächt, unpopulär

Kenia-Koalition“ (CDU/CSU + SPD + Grüne)
Pro: Klare Mehrheit, könnte als „Kompromiss-Koalition“ funktionieren
Contra: SPD und Grüne haben stark verloren, schwierige Verhandlungen und drei Parteien mit unterschiedlichen Werten (sog. „Ampel 2.0“)

Schwarz-blaue Koalition“ (CDU/CSU + AfD)
Pro: Stabile Mehrheit
Contra: CDU lehnt offiziell eine Zusammenarbeit mit der AfD ab

Passend zur Bundestagswahl fand in den Schulen die sogenannte „Juniorwahl“ statt. Dabei handelt es sich um eine simulierte Wahl, die in vielen Schulen in Deutschland vor großen Wahlen (Bundestagswahlen, Landtagswahlen oder Europawahlen) durchgeführt wird. Ziel der Juniorwahl ist es, den politischen Bildungsprozess zu fördern, jungen Menschen zu zeigen, wie Wahlen funktionieren, auch wenn sie teilweise noch nicht tatsächlich wahlberechtigt sind, und ihr demokratisches Verständnis zu stärken.

Grafik: Juniorwahl, Kumulus e.V.

Wie man sehen kann, sind „die Linken“ bei jungen Menschen sehr beliebt, wahrscheinlich da sie sich für politische Ziele einsetzen, die für die junge Generation aktuell sehr wichtig sind, wie zum Beispiel soziale Gerechtigkeit, die Verteilung von Wohlstand, Bildungskosten, eine Mietpreisbremse, Arbeitsmarktunsicherheit und eine gerechte Steuerpolitik. Junge Menschen, die in unsicheren sozialen Verhältnissen leben oder sich Sorgen um ihre Zukunft machen, fühlen sich durch diese Positionen angesprochen.

Die neue Bundesregierung in Deutschland steht vor mehreren bedeutenden Herausforderungen, die sowohl innen- als auch außenpolitische Dimensionen betreffen.

Energiekrise und Klimawandel: Die Bewältigung der Energiekrise und der damit verbundenen hohen Energiepreise bleibt nach wie vor eine große Herausforderung. Gleichzeitig muss die Regierung weiterhin Klimaziele umsetzen.

Ukraine-Krieg und Außenpolitik: Die geopolitische Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine erfordert eine kontinuierliche Außenpolitik, die einerseits der Ukraine zugutekommt, aber auch die Beziehungen zu anderen Ländern und internationalen Allianzen pflegt, wie zum Beispiel die transatlantische Freundschaft zu den USA.

Wirtschaft und Inflation: Hohe Inflation und Lieferkettenprobleme stellen die Regierung vor die Aufgabe, die Wirtschaft zu stabilisieren. Dazu gehört unter anderem die Bekämpfung der Teuerung, die Unterstützung von Unternehmen und die Förderung von Innovationen.

Digitale Transformation und Bildung: Die Förderung der digitalen Infrastruktur und die Verbesserung des Bildungssystems sind langfristige Aufgaben. Die Regierung muss sicherstellen, dass digitale Technologien für alle Schulen zugänglich sind und das Bildungssystem zukunftsfähig bleibt.

Koalitionsarbeit und politische Stabilität: Da die Bundesregierung in der Regel aus einer Koalition verschiedener Parteien besteht, muss sie kontinuierlich Kompromisse finden und die politische Stabilität bewahren. Konflikte zwischen den Koalitionspartnern könnten den Entscheidungsprozess erschweren.

Kommentar: Justin A.

Der Autor hat für diesen Text ChatGPT verwendet, um Ideen zu sammeln und sprachliche Fehler auszubessern.

Künstliche Intelligenz: Fluch oder Segen?

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern ein fester Bestandteil unseres Alltags. Sie begegnet uns in Sprachassistenten wie Alexa, in personalisierten Empfehlungen auf Streaming-Plattformen oder in selbstfahrenden Autos. Die rasante Entwicklung der KI-Technologie beeinflusst bereits heute, wie wir arbeiten, kommunizieren und Entscheidungen treffen. Besonders in den letzten zehn bis 15 Jahren investierten Unternehmen wie Google, Facebook und Microsoft verstärkt in Deep-Learning-Technologien. 2016 wurden Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Google Assistant massentauglich. Seit 2022 gibt es zudem KI-gestützte Chatbots wie ChatGPT oder DeepSeek, die immer häufiger genutzt werden.


KI in der Schule

Trotz strenger Regeln oder sogar Verboten in einigen Schulen greifen viele Schüler auf KI zurück, um schwierige Aufgaben zu bewältigen, Texte zusammenzufassen, Übersetzungen anzufertigen oder ihre Grammatik und ihren Schreibstil zu verbessern. Auch bei der Organisation des Lernalltags kann KI helfen, beispielsweise durch das Erstellen von Lernplänen oder To-Do-Listen. Entscheidend ist jedoch, dass KI nicht die Arbeit der Schüler ersetzt, sondern als unterstützendes Hilfsmittel dient. Nur so kann sie den Lernprozess bereichern, ohne das eigenständige Denken und Lernen zu beeinträchtigen.


KI im Alltag

Auch außerhalb der Schule erweist sich KI als äußerst nützlich. Sie hilft beim Formulieren von E-Mails und Nachrichten, gibt kreative Geschenkideen für Familie und Freunde oder schlägt gesunde Rezepte vor. Bei technischen Problemen liefert sie Lösungsansätze, und selbst in schwierigen sozialen Situationen kann sie Ratschläge geben. KI erleichtert den Alltag in vielen Bereichen – doch sie sollte stets als Werkzeug und nicht als Ersatz für menschliches Denken und Handeln betrachtet werden.


Herausforderungen und Risiken

Trotz der zahlreichen Vorteile bringt KI auch erhebliche Herausforderungen mit sich. Eine der größten Gefahren besteht in der Verbreitung von Fehlinformationen, die unkritisch übernommen werden können. Dies kann dazu führen, dass Menschen ihre Fähigkeit zur kritischen Reflexion verlieren und unwissentlich falsche Informationen weitergeben.

Ein weiteres Problem ist die zunehmende parasoziale Bindung an KI. Menschen, die unter Einsamkeit leiden, betrachten KI-gestützte Chatbots möglicherweise als „Freunde“, obwohl diese keine echten Emotionen empfinden können. Dies kann zu einer verzerrten Wahrnehmung zwischenmenschlicher Beziehungen und einer emotionalen Abhängigkeit von KI führen.

Auch im schulischen Bereich gibt es Herausforderungen: Viele Schüler nutzen KI nicht als Unterstützung, sondern als Ersatz für eigene Denkleistungen. Statt einen Aufsatz selbst zu schreiben, lassen sie sich den gesamten Text generieren und übernehmen ihn unverändert. Dies führt zu einer steigenden Abhängigkeit und mindert langfristig die Fähigkeit, selbstständig zu lernen und Wissen zu verarbeiten.

Fazit

KI bietet zweifellos viele Vorteile, doch sie bringt auch Risiken mit sich. Um sie verantwortungsvoll zu nutzen, ist es entscheidend, ihre Grenzen zu kennen und kritisch mit ihren Ergebnissen umzugehen. Gerade in Schulen sollte der Umgang mit KI aktiv thematisiert werden, um Schülern beizubringen, wie sie diese sinnvoll und reflektiert einsetzen können – als Werkzeug, nicht als Ersatz für eigenes Denken.

Text: Justin A.

Der Autor hat für diesen Text ChatGPT verwendet, um Ideen zu sammeln und sprachliche Fehler auszubessern.

Nachlese zur US-Wahl: Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen

A nation divided?

Wahlkampf und Kandidaten

Alle vier Jahre stehen die US-Wahlen auf der Agenda. Bei der letzten Wahl trat der ehemalige Präsident Donald Trump für die Republikanische Partei an, während Vizepräsidentin Kamala Harris die Demokraten vertrat. Trump konnte sich mit einem deutlichen Vorsprung durchsetzen, da er trotz knapper Umfragewerte alle umkämpften Bundesstaaten (Michigan, Pennsylvania, Georgia, Nevada, North Carolina und Wisconsin) für sich gewinnen konnte. In diesen Staaten oder sogenannten „Swing States“ haben beide Parteien eine hohe Gewinnchance. Der Wahlkampf war von einer starken Polarisierung und zahlreichen Kontroversen geprägt, wobei Trump sich auf Themen wie Wirtschaft, kontrollierte Einwanderung und nationale Sicherheit konzentrierte. Harris hingegen legte den Fokus auf soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz sowie die Stärkung von Arbeitnehmer- und Frauenrechten. Zudem hatte sie die anspruchsvolle Aufgabe, die vermeintlich gescheiterte Politik von Joe Biden zu verteidigen.

Wahlbeteiligung und Ergebnisse

Die Wahlbeteiligung im Jahr 2024 war bemerkenswert hoch, mit 66 % der Wähler, die ihre Stimme abgaben. Im Durchschnitt liegt die Wahlbeteiligung zwischen 55 % und 60 %. Ein früherer Rekord wurde 1960 bei der Wahl zwischen Kennedy und Nixon mit 63,8 % erreicht. In den USA kann man eine Wahl auch gewinnen, ohne die Mehrheit der Stimmen, den sogenannten „Popular Vote“ zu erhalten, was mit dem System der Wahlmännerstimmen im „Electoral College“ zusammenhängt, das von der Bevölkerungszahl der jeweiligen Bundesstaaten abhängt. So erhielt Hillary Clinton 2016 65.853.514 Stimmen, während Trump 62.984.828 Stimmen erhielt, also etwa 2,8 Millionen Stimmen weniger. Dennoch gewann Trump die Wahl, da er 307 Wahlmännerstimmen erhielt, während für den Sieg 270 notwendig sind. Im Jahr 2024 erzielte Donald Trump 77.303.573 Stimmen und 312 Wahlmännerstimmen, während Harris 75.019.257 Stimmen und lediglich 226 Wahlmännerstimmen bekam, was einen deutlichen Unterschied zu Trumps Ergebnissen darstellt.

Reaktionen und Auswirkungen

Die Reaktionen auf die Wahl waren sowohl in den USA als auch international gespalten. Während Trump-Anhänger die Rückkehr zu einer vermeintlichen Normalität feierten, äußerten viele Demokraten und internationale Beobachter Besorgnis über die Fortsetzung seiner „America First“-Politik. Verbündete, darunter Deutschland, hoffen, dass die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA nicht beeinträchtigt werden.

Mögliche Folgen

Wirtschaft: Durch die „America First“-Politik wird die heimische Produktion gefördert, während Zollmaßnahmen und Handelsverhandlungen darauf abzielen, Arbeitsplätze zurückzugewinnen. Die Fortsetzung der Deregulierungen könnte kleinen und mittelständischen Unternehmen zugutekommen, die oft unter bürokratischen Hürden leiden. Trumps Steuersenkungen könnten zudem die Kaufkraft der Bürger erhöhen und damit die Wirtschaft ankurbeln.

Außenpolitik: Trump betont in seinen Reden immer wieder die Unabhängigkeit der USA von internationalen Organisationen, was den USA mehr Spielraum gibt, eigene Interessen im Handel und in Sicherheitsfragen durchzusetzen. Seine konfrontative Haltung gegenüber China könnte dazu beitragen, unfaire Handelspraktiken zu bekämpfen und die heimische Wirtschaft vor Wettbewerbsvorteilen durch Subventionen oder geistigen Diebstahl zu schützen.

Durch die Neuverhandlung von Handelsverträgen könnte Trump versuchen, bessere Bedingungen für amerikanische Arbeiter und Unternehmen zu schaffen. In Bezug auf die NATO werden sich die USA vorerst zurückhalten und die Mitgliedstaaten dazu drängen, selbst mehr in ihre Verteidigung zu investieren.

Innere Sicherheit: Die neuen Einwanderungsgesetze zielen darauf ab, die Grenzen besser zu schützen, und durch Investitionen in das Militär soll die Sicherheit erhöht werden.

Gesellschaftliche Auswirkungen: Trump spricht vor allem eine konservative Wählerschaft an; dementsprechend wird sein Fokus auf traditionellen Werten in Bezug auf Familie, Religion und Nationalstolz liegen. Seine Präsidentschaft könnte diese Gruppen in ihrem Selbstbewusstsein stärken und konservative Werte wiederbeleben.

Energiepolitik: Trump hat mehrfach angekündigt, fossile Brennstoffe zu fördern, was die Energiepreise senken und sowohl privaten Haushalten als auch Unternehmen zugutekommen könnte.

Insgesamt könnte Trumps zweite Amtszeit die USA wirtschaftlich und sicherheitspolitisch stärken, traditionelle Werte fördern und die Unabhängigkeit der Nation betonen. Seine Politik könnte zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Ankurbelung des Wachstums und zur Festigung des Einflusses der USA in der Welt beitragen. Für seine Unterstützer sind diese Aspekte entscheidend, um die USA wieder in eine führende Position zu bringen, sowohl national als auch international.

Text: Justin A.

Der Aufstieg und Fall von Joe Biden

Quelle: pixabay.com

Joe Bidens Leben

Joseph Robinette Biden Jr., kurz Joe Biden, ist der 46. Präsident der Vereinigten Staaten und war zuvor von 2009 bis 2017 Vizepräsident unter der Obama-Administration. Zuvor war er von 1973 bis 2009 Senator für den Bundesstaat Delaware. Trotz seiner langen und einflussreichen politischen Karriere gab es in Bidens Laufbahn auch Rückschläge und Herausforderungen, die zu seiner vorübergehenden Unbeliebtheit und den Schwierigkeiten bei der Präsidentschaftswahl 2016 führten.

Joe Biden wurde am 20. November 1942 in Scranton, Pennsylvania, geboren und ist das älteste von vier Geschwistern. Mit 10 Jahren zog er nach Delaware, wo er den Großteil seiner Kindheit verbrachte und seine politische Laufbahn begann. 1964 erwarb er einen Bachelorabschluss in Geschichte und Politik und setzte sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität von Syracuse fort. 1966 heiratete er seine erste Frau Neilia Hunter, mit der er drei Kinder hatte. Tragischerweise kamen seine Frau und die einjährige Tochter 1972 bei einem Verkehrsunfall ums Leben, während seine beiden Söhne überlebten. 1977 trat er in eine zweite Ehe mit Jill Tracy Jacobs, mit der er eine Tochter hat.

Politische Karriere

  • 1970 wurde Joe Biden ins New Castle County Council gewählt
  • 1972 Wahl in den US-Kongress als jüngster Senator
  • Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Beziehungen
  • 1987 bis 1995 Vorsitzender des Justizausschusses
  • 2009 bis 2016 Vizepräsident unter der Obama-Administration
  • 2021 bis 2025 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Der Fall von Joe Biden (eigene Meinung)

Wirtschaft: Zum Fall von Joe Biden trugen die wirtschaftlichen Herausforderungen bei, da viele Bürger der USA mit steigenden Preisen für Lebensmittel, Energie und andere lebenswichtige Güter kämpfen, was zur Unzufriedenheit mit der Regierung führte.

Umgang mit der COVID-19-Pandemie: Obwohl Biden zu Beginn seiner Amtszeit eine umfassende Impfkampagne startete, gab es auch Kritik an der Handhabung der Pandemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen.

Einwanderungspolitik: Die Situation an der südlichen Grenze der USA und der Umgang mit Migranten und Flüchtlingen wurde von vielen als unzureichend oder chaotisch wahrgenommen, was zu einer weiteren Quelle der Unzufriedenheit wurde.

Abzug aus Afghanistan: Der chaotische Rückzug der US-Truppen aus Afghanistan im August 2021 stieß auf breite Kritik. Dabei verloren 13 amerikanische Soldaten ihr Leben bei einem Anschlag während der Evakuierung am Flughafen von Kabul, was die Situation zusätzlich belastete. Viele Menschen sahen den Rückzugs und die Rückkehr der Taliban als ein Versagen der US-Außenpolitik an. Zudem wurden zum Teil hilflose Menschen in Afghanistan zurückgelassen, und moderne Waffen fielen in die Hände der Taliban. Diese Unsicherheit führte höchstwahrscheinlich dazu, dass Wladimir Putin die Gelegenheit sah, um in der Ukraine aktiv zu werden, was die geopolitische Lage weiter komplizierte.

Alter und Fitness: Bidens Alter – er war 78 Jahre alt, als er das Amt antrat – sorgt bei einigen Wählern für Besorgnis, und es gab Diskussionen über seine Eignung für das Amt. Kritiker weisen darauf hin, dass er Schwierigkeiten hat, klare Sätze zu formulieren, Treppen zu steigen und in öffentlichen Auftritten oft verwirrt wirkt.

Aussagen: Einige von Bidens Äußerungen werden als merkwürdig empfunden. So behauptete er beispielsweise, vor 180 Jahren im Senat gewesen zu sein. Zudem verwechselte er Wolodymyr Zelenskyj, den Präsidenten der Ukraine, mit Wladimir Putin, dem Präsidenten der Russischen Föderation. Joe Biden nannte Präsident Trump „Vice President Trump“, obwohl er jemals weder im Senat noch Vize-Präsident war. Im Jahr 2023 sagte er „God save the Queen“, obwohl die Königin bereits am 8. September 2022 verstorben war. Während gelegentliche Versprecher menschlich sind und nicht weiter schlimm erscheinen, gibt es bei Biden viele solche Vorfälle, die in seiner Position als Staatsoberhaupt der größten Volkswirtschaft der Welt als problematisch wahrgenommen werden.

Text: Justin A.