„Kein Tropfen auf den heißen Stein“ – Willkommenspakete für ukrainische Kinder

Mit viel Liebe und Engagement haben unsere SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern über 100 Willkommenspakete für Kinder und Jugendliche, die aus der Ukraine flüchten mussten, gepackt und damit ein Zeichen der Solidarität gesetzt.

In Europa herrscht Krieg und auch wenn angesichts dieser Tatsache die vielen bunten Willkommenspakete wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirken, ist es dennoch unsere humanitäre Aufgabe jetzt zu handeln. Auch weil Putins Angriff unseren europäischen Werten gilt und ein schwerwiegender Angriff auf die Grundprinzipien der Demokratie ist. Zudem ist es ein Privileg, Haltung zeigen zu können. Frieden in Europa ist seit dem 24.2.2022 keine Selbstverständlichkeit mehr. Und so zeigen wir als Schule mit dieser kleinen Aktion unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und lassen Taten folgen. Kleine Taten, die verdeutlichen: Wir stehen der Ukraine bei und wir stehen hinter einer Politik, die sich für Frieden, Humanität und Demokratie einsetzt.

Der Ukrainische Verein Augsburg e.V. nahm die vielen Pakete und weitere Sachspenden heute Nachmittag mit großem Dank entgegen. Die Pakete kämen genau zum richtigen Zeitpunkt, wurde uns gesagt, da noch heute 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Augsburg ankommen. 

Die internationale Hilfsbereitschaft ist groß. Und wir sind ein Teil davon. Danke an alle SchülerInnen, an die lieben HelferInnen vom „Schule ohne Rassismus“-Team, an alle KollegInnen, Eltern und FreundInnen, die in so kurzer Zeit dem Aufruf gefolgt sind und mit den vielen Paketen Solidarität und Engagement bewiesen haben!

Text/Fotos: Iris Seemiller

»Hey, we’re just boys being boys!« | „Toxic Masculinity“ und warum wir darüber reden müssen

Disclaimer: „Toxische Männlichkeit“ heißt nicht pauschalisierend, dass jeder Mann toxisch ist oder sich toxisch verhalten muss. Im Folgenden werden die Einzelheiten dieses Begriffs erklärt und definiert (siehe Beispiele und Ergänzungen unten)

Boys being boys? (Beispiel für toxic masculinity)

Zwei Jungs, beide fünf Jahre alt, sind mit ihren Eltern auf dem Spielplatz. Eine Zeit lang spielen sie friedlich miteinander, es ist ein gewöhnlicher Sommertag unter der Augusthitze. Bis einer der beiden anfängt, wild umher zu toben, und nicht darauf zu achten, was er tut. Er schreit, springt herum und erwischt den anderen der beiden Jungen, welcher sich daraufhin verletzt. Als der Vater des verletzten Jungen die Eltern des Spielkameraden aufsucht und sie versucht, höflich damit zu konfrontieren, ihrem Sohn das nächste Mal zu sagen, er solle besser aufpassen, bekommt er nur zu hören: »Das tut uns wirklich leid, aber Jungs bleiben eben Jungs.«

Zwanzig Jahre später arbeitet derselbe wild tobende Junge in einem Betrieb. Er hat sich angestrengt und klettert eine hohe Karriereleiter hoch, in dem er diszipliniert und engagiert am Ball bleibt. Als er schließlich befördert wird, behandelt er diejenigen, die eine Position unter ihm arbeiten, wie Dreck. Er wird schnell laut, kann sich kaum beherrschen, wenn irgendwo eine Lücke entsteht und rammt seinen Ellenbogen mit jeder Gelegenheit gegen seine Arbeiter*innen. Als er schließlich darauf angesprochen wird, rollt er nur mit den Augen. Seinen Freunden erzählt er später, was passiert ist und fügt hinzu: »Was soll ich machen, Männer bleiben eben Männer.«

Was ist toxische Männlichkeit?

Homophobie. Belästigung. Sexismus. Gewaltausbrüche. Keine Gefühle. Stärke.

Toxische Männlichkeit kennt viele Gesichter und spiegelt sich in einigen Mienen der Gesellschaft wider. Dabei werden Verhaltensweisen, die traditionell „gern“ an Männern gesehen werden hochgelobt und angewöhnt. Warum sollten Männer weinen, Gefühle machen doch schwach? Warum sollte man andere respektieren, ich bin doch hier der Kerl, ich bekomme, was ich will?

Dominanz und Erniedrigung spielen eine wichtige Rolle, zusammen mit der Objektifizierung von Frauen. Viele Eigenschaften, die jeder Mensch haben kann (z. B. Gewaltausbrüche, Sexismus und homophobe Ansichten) werden dem traditionell angefertigten Bild des Mannes zugeschoben. Nur, wenn er keine Gefühle zeigt, ist er stark. Nur, wenn er seinen (sexuellen) Willen durchsetzt, wird er respektiert.

Alles, was nicht männlich ist, hat keinen Respekt verdient.

Boys being boys – was das jetzt eben für uns bedeutet

Wenn wir sagen, dass Jungs eben Jungs sind, heißen wir alle negativen Eigenarten gut. Wenn Männer alles sind, was Männer eben sein sollen, ist es in Ordnung, schließlich bleiben Jungs nun mal Jungs. Das ist – Entschuldigung – Bullsh*it. Damit sind wir dann nicht nur sexistisch (ups), sondern verharmlosen sogar, was uns selbst passieren kann. Niemals sollten toxische Eigenschaften zugelassen werden und niemals sollten wir alle schlechten Eigenschaften auf ein Geschlecht schieben oder zuschreiben. Wir sollten unseren Kindern nicht beibringen, sich ihrem Geschlecht »entsprechend« zu verhalten, sondern ihnen Raum geben, sich zu entfalten (Nicht: »Mein Junge soll nun mal mehr toben als Ihre Tochter. Jungs bleiben Jungs!«). Für uns bedeutet es sonst mehr Verantwortung, mehr Willkommen heißen von schlechten Eigenschaften und weniger.

Vorsicht mit der Begrifflichkeit

Das Wesentliche, was es zu unterscheiden gilt, ist, dass nicht jeder Mann toxisch-männlich ist. Glücklicherweise wandelt sich unsere Gesellschaft mit Toleranz und Vielfalt immer mehr in eine sehr offene und vor allem zunehmend vorurteilsfreie Gesellschaft. Das heißt, ein Mann muss nicht einmal männlich sein, sondern kann so sein, wie er möchte (dasselbe gilt für jede*n unter uns!). Nur, weil ein Mann eine typische (toxische) Eigenschaft hat, heißt das nicht gleich, dass er ein toxischer Mann ist und man ihm nicht mehr helfen könnte.

Weiterentwicklung und neue Sichtweisen sollten die Basis unseres Lebens sein. Und allgemein kann ein Gespräch helfen, entweder Missverständnisse oder Konflikte zu klären. Verhält sich jemand vermehrt toxisch und man kann sich sicher sein, dass diese Verhaltensweisen absichtlich aufgezeigt werden, sollte auch hier ein Gespräch gesucht werden. Wichtig ist, dass auch eine Frau sexistisch, homophob und gewalttätig sein, oder sich wie in dem obigen Beispiel verhalten kann – und das zeigt, dass auch ein Mann Gewaltausbrüche haben kann, ohne sonst zum Beispiel die Menschen in seinem Umfeld zu belästigen. Es ist also weniger eine Frage des Geschlechts (unser gutes altes Schubladendenken), sondern eine Abwägung des Verhaltens, ein Abschätzen der Gründe und im besten Fall das Suchen einer geeigneten Lösung.

Weitere Beispiele für „Toxic Masculinity“:

  • Manspreading: Ein Phänomen, bei dem (typischerweise*) Männer breitbeinig sitzen und damit mehr Platz einnehmen als nötig. Sie unterlassen es auch nicht, weil es meistens provokativ aufgefasst werden soll
  • Ernsthaftes Belächeln von (typischerweise) Frauen und Kleinreden von (typischerweise) Vorschlägen oder Ideen – man gibt niemandem die Chance, eigene Impulse im z. B. Arbeitsleben freizusetzen
  • »Jungs weinen nicht.«
  • Nicht ausreden lassen und unterbrechen von anderen Menschen

*typischerweise = jede beliebige Person kann eingefügt werden. Es ist eben nicht nur Männer gegen Frauen oder andersherum

Warum wir darüber sprechen müssen

Um ein angenehmes Miteinander zu pflegen und überhaupt erst entstehen lassen zu können, müssen wir dafür sorgen, dass sich jeder Mensch wohlfühlt. Hat jemand vermehrt Gewaltausbrüche, muss ihm oder ihr vielleicht geholfen werden. Wenn wir nur ein bunt verwaschenes Tuch darüber stülpen in Form von Aussagen wie »Aber er ist einfach ein Mann, was sollen wir machen?« oder »Ich bin ein Mann, deshalb darf ich (…)« rechtfertigen wir diese Probleme nur, gehen ihnen aber nicht auf den Grund. Und das schadet im Endeffekt nicht nur allen anderen, sondern vor allem den Menschen, die unter ihrem eigenen Verhalten leiden.

Kommentar: Vanessa S.

Spitzenplatz für Lindner und die FDP: Die FOS/BOS Friedberg hat gewählt

Die Bundestagswahlen sind vorbei, Deutschland hat gewählt.

So gelingt der SPD mit dem Kanzlerkandiaten Olaf Scholz und 25,7% der Sprung an die Spitze. Knapp dahinter mit 24,1% beschert Armin Laschet der CDU/CSU das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten. Die Grünen und ihre Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schaffen es auf den dritten Platz mit 14,8% – Das beste Wahlergebnis der Partei, doch in der Kanzler:innenfrage ist Baerbock nicht mehr im Rennen. Christian Lindner mit seiner FDP schafft es auf 11,5% und kommt bei den Erstwähler:innen prozentual sogar auf einen Spitzenplatz. 

Doch auch die FOSBOS Friedberg hat es sich nicht nehmen lassen, den Schüler:innen die Möglichkeit zu geben, ihre zwei Kreuze machen zu können. Dabei war das Alter und die Staatsangehörigkeit egal. 

Ziel dieser „Juniorwahl“ war es, einen Vergleich zur deutschlandweiten Bundestagswahl (BTW) ziehen zu können. Wie also hat die Schule abgestimmt?

Zuerst allerdings die vorläufigen Auszählungen und Hochrechnungen der BTW:

Die Wahlbeteiligung an der Schule lag bei 92,8% – also eine durchaus repräsentative Wahl.

Interessant ist, dass die Auszählung der Zweitstimmen ergeben hat, dass Christian Lindner als Parteichef seiner liberalen Partei insgesamt mit 23,6% auf Platz 1 gekommen ist. Mit mehr als 10% Unterschied zur Bundestagswahl ein ganz klares Ergebnis. Auf dem zweiten Platz liegen die Grünen mit 17,8%. Ein nicht allzu großer prozentualer Unterschied hätte in der Regierungsfrage in der richtigen Bundestagswahl allerdings durchaus etwas geändert. Die Union sowie die SPD liegen mit großem Abstand auf den hinteren Plätzen und sind mit ungefähr 13% doch weit unter dem vorläufigen Ergebnis der BTW.

Ebenfalls relevant ist, dass bei der schulinternen Wahl „Die PARTEI“ in den Bundestag ziehen würde. Mit 6,4% liegen die Politiker:innen sogar vor den Linken (5,4%) und über der „5%-Hürde“ und wären ab sofort im Bundestag vertreten.   Ebenfalls erwähnenswert ist, dass die AfD im Vergleich zur Bundestagswahl künftig nicht mehr im Bundestag sitzen würde. Schüler:innen haben die blaue Partei nur zu 3,5% gewählt. Ein sehr großer Unterschied im Vergleich zu den 10,8%, die aus der deutschen Bevölkerung an diese Partei gegangen sind. 

Bei den Erststimmen setzte sich Matthias Krause, Kandidat der FDP im Wahlkreis Augsburg-Land, mit 170 Stimmen knapp gegen den „Grünen“ Stefan Lindauer durch (167 Stimmen). Es folgen Hansjörg Durz (CSU, 141 Stimmen) und Heike Heubach (SPD, 112 Stimmen).

Die Schulwahl geht zwar in eine andere Richtung als die Bundestagswahl, bei der Frage der Regierungsbildung würde man sich allerdings nicht viel nehmen. Für eine Gelb/Grün-geführte Regierung würde es prozentual nicht reichen, für eine „GroKo“ allerdings erst recht nicht. Dies kann man durchaus als klares Zeichen gegen die beiden Volksparteien verstehen und doch würde selbst bei unserer Wahl eine Regierung mit Beteiligung von CDU/CSU oder SPD in Frage kommen. Also entweder „Jamaika“ oder „Ampel“. Der neue Bundeskanzler würde nach unseren Auszählungen aber Christian Lindner heißen und das ist durchaus ein sehr interessanter Gedanke.

Nach einem nervenaufreibenden Wahlkampf, mit unangebrachten Lachern in Krisengebieten, Plagiatsvorwürfen und Finanzskandalen ist die Wahl dann nun doch vorbei. Worüber wir uns an der Schule allerdings keine Sorgen machen müssen, sind die bereits erwähnten Koalitionsverhandlungen. Die werden die nächsten Wochen mit der Möglichkeit einer „Ampel“ (FDP, Grüne, SPD), „Jamaika“ (FDP, Grüne, Union) oder doch wieder einer „GroKo“ (Union, SPD) noch ziemlich bedeutend. Auch wer nun Kanzler wird, steht – anders als bei uns – noch in den Sternen. Die ersten Sondierungsgespräche zwischen FDP und Grünen laufen bereits. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Angela Merkel eine 17. Neujahresansprache halten wird. Schade, dabei hatte sie sich sicherlich schon auf ihre viele kommende freie Zeit gefreut.

So oder so, die nächste Regierung und der damit verbundene nächste Kanzler hat einige schwierige Aufgaben zu meistern. Wir werden sicherlich schon sehr bald sehen, wer uns durch die größten Krisen manövrieren wird.

Kommentar:

Dass die FDP an der Schule auf Platz 1 ist, ist keine sonderliche Überraschung. Christian Lindner geht mit Memes in den sozialen Netzwerken durch die Decke. Allerdings auch das wofür die Partei steht, nämlich Zukunftsdenken, Innovation ohne wirtschaftliche Verluste (besonders im Bezug auf die Klimakrise) und Digitalisierung sind Themen, die junge Menschen ansprechen – ganz einfach, weil diese die letzten Jahre unter der „GroKo“ auf der Strecke geblieben sind.

Außerdem hatten viele bei der Frage wer der/die nächste Kanzler:in sein würde, immer wieder von einer Entscheidung zwischen “Pest und Cholera” gesprochen. Nicht besonders vorteilhaft waren die Fehler, die sich die einen oder anderen während dem Wahlkampf geleistet haben. Für viele jüngere Wahlberechtigte war deshalb ein Ausweichen auf die „kleineren“ Parteien durchaus eine Möglichkeit.

Dass die Grünen bei der Juniorwahl auf den zweiten Platz gekommen sind, ist ein klares Signal – Steht diese Partei doch zentral für den Klimaschutz. Der internationale Klimastreik zwei Tage vor der Wahl hat nochmal verdeutlicht, wie wichtig das für so unglaublich viele Leute ist.

Junge Menschen wollen und sind bereit für Veränderung und das hat nicht nur die Wahl an unserer Schule gezeigt. In der Zeit während dem Wahlkampf durfte ich erleben, dass diese Ergebnisse nicht einfach aus „Jux und Tolerei“ entstehen. Die junge Generation beschäftigt sich mit der Politik und hat meist fundierte Argumente, die für oder gegen eine Entscheidung der Parteien spricht. Es ist erstaunlich, dass die Entscheidung der ü60-Jährigen, die immer noch häufig für die CSU/CDU stimmen in keinem Verhältnis dazu steht, was die jungen Menschen wirklich wollen. Viel zu dieser Meinung beigetragen haben bei den Jüngeren sicherlich auch die Videos von Rezo und der unprofessionellen Umgang der CDU/CSU damit. So spricht der Verkehrsminister Scheuer im Gespräch mit Maischberger davon, dass er „den Jungen nicht ernst nehmen kann“.

Es erschreckt mich zudem, dass die älteren Generationen in wichtigen Fragen (wie zum Beispiel beim Klimawandel) ein klares “Weiter so” signalisieren, indem sie die Parteien, die nicht bereit für eine Veränderung sind, auch weiterhin wählen. (Weil: „hab‘ die schon immer gewählt.“) Dabei betreffen die Folgen und Auswirkungen genau diese Generationen häufig wenig bis gar nicht. Ja, jede:r hat eine Stimme die man bei der Wahl auch bitte nutzen sollte und vor allem bei dieser Wahl war es unglaublich schwer, seine beiden Kreuze zu machen und ja, wir stecken in so viel mehr Themen drin, die nicht unbedingt leicht zu meistern sein werden – Mit Corona will ich gar nicht erst anfangen. Allerdings ist das Wahlergebnis ein großer Mittelfinger an die  Menschen, die die letzten Wochen ganz klar gemacht haben, was wichtig für sie ist! Es ist ein Mittelfinger an die Generation, die so dringend eine Veränderung will und bei der richtigen Bundestagswahl leider noch zu jung zum wählen ist, um über die eigene Zukunft mitentscheiden zu können.

Jetzt kann man nur hoffen, dass die Koalitonsverhandlungen so schnell wie möglich über die Bühne gehen und im Interesse nicht nur der Jüngeren, sondern der gesamten Bevölkerung, eine nächste Regierung gebildet wird. 

Kommentar: Michele H.

Der Kommentar gibt Ansichten und Meinungen der Autorinnen wieder und ist keine redaktionelle Meinungsäußerung.

Fake News – Immer populärer dank US-Präsident Donald Trump?

Was „Fake News“ sind, ist den meisten von unseren Leserinnen und Lesern sicherlich bekannt. Für alle, denen der Begriff noch nichts sagt:  Kurz gesagt, versteht man darunter die Veröffentlichung von Falschinformationen.

So gab es beispielsweise vor kurzem online das Gerücht, das es einen sogenannten „Catman“ geben würde. Darunter versteht man eine Mischung aus Katze („cat“) und Mensch („man“).

Das Gerücht wurde verstärkt, indem es auch noch Bilder der angeblich neuen Gattung gab!

Dann muss das doch schließlich echt sein – oder doch nicht?

Schaute man sich in diesem Beispiel die Bildquelle genauer an, so stellte sich heraus, dass es sich dabei um ein Instagram-Profil handelt, wo schon viele solch ähnlich gebastelter Exemplare und Internet-Hypes veröffentlicht worden sind.

Und damit kommen wir schon zu einem großen Problem, was manche aber auch als Chance sehen.

Durch die fortschreitende Digitalisierung kann jeder publizieren und somit quasi Journalist sein. Der Begriff Journalist ist im Gegensatz zum Redakteur nicht geschützt. Deshalb sollte man als Redakteur wirklich IMMER jede Quelle prüfen.

Dazu gehört es auch zu prüfen, von wann zum Beispiel der Text oder das Bild ist. Als Journalist gehört es deshalb auch dazu, mindestens ein Mal vor Ort gewesen zu sein – vor allem für den Lokalbereich. Zu guter letzt hilft es auch Experten zu befragen – vor allem bei sehr speziellen Themen. Damit man hier nicht auf angebliche Experten trifft, haben die Medien immer offizielle Anlaufstellen.

Trotzdem gilt: Wahrheit geht vor Aktualität! Solange noch nicht alles „wasserdicht“ und von offizieller Seite bestätigt ist, sollte der Artikel nicht veröffentlicht werden. Denn veröffentlichte Informationen, die fehlerhaft sind, führen in der Regel zu einem Imageschaden. Der Onlinebereich stellt hier in gewissen Maßen eine Ausnahme dar. Zwar ist hier die Wahrheit auch unverzichtbar. Doch in Zeiten unsere Digitalisierung ist hier Geschwindigkeit wichtiger denn je!

Wenn Einzelpersonen von neuen Gerüchten betroffen sind, sollten sie von den Redakteuren immer die Möglichkeit bekommen, sich zu den neu aufkommenden Informationen zu äußern, um damit mögliche Missverständnisse aus dem Weg räumen zu können.

Besonders seriöse Medien nennen zu ihren Nachrichten die Quellen, damit die Informationen für den Leser besonders transparent sind.

Damit die Medien beim Schreiben von Artikeln nicht in eine mögliche gesetzliche Bredouille geraten, gibt es mehr oder weniger offizielle Pressegesetze. Diese sagen zum Beispiel, dass man nicht jede Person einfach fotografieren darf, da jeder Mensch Persönlichkeitsrechte besitzt. Eine Ausnahme stellen öffentliche Personen, wie zum Beispiel Profifußballer dar – dort aber auch nur auf öffentlichem Gelände.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Journalisten mehr Zeit für die Recherche von Informationen benötigen als viele zunächst annehmen. Hier sollte man aber auch noch erwähnen, dass dies von Bereich zu Bereich schwankt.

Text: Fabian Wölfle

„Wahlen alleine machen keine Demokratie“

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Seit 1949 ist die Regierungsform in Deutschland Demokratie. Der Begriff Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet: „Die Herrschaft des Volkes“. Das heißt, die Macht und die Regierung gehen vom Volk aus.

Wir sind in Deutschland von Demokratie umgeben. Beispielsweise, wenn wir unsere Meinungen äußern oder in der Schule, wenn wir den Klassensprecher oder den Schulsprecher wählen.

Es wird immer wieder über neue Herrschaftsformen gestritten. Wenn man es aber genauer betrachtet, gibt es auch Völker, die, um ihre Freiheit zu bekommen und um die Gleichheit zu gewährleisten, kämpfen müssen.

Selbstverständlich steht Demokratie im Zusammenhang mit Freiheit. Aber Demokratie „ohne Sorgen“ gibt es nicht, denn die üblichste Variante, um Demokratie auszudrücken, ist durch Wahlen, oder besser gesagt durch die Entscheidung der Mehrheit. Doch für jemanden wie mich, der in einer Diktatur aufgewachsen ist, gibt es keine Sicherheit mehr, denn in einer Diktatur gibt es auch Wahlen, allerdings werden die Ergebnisse meistens verfälscht.

Ich habe fast mein ganzes Schulleben in syrischen Schulen verbracht und ab der ersten Klasse werden die Schüler manipuliert. In Syrien wird in Schulen unterrichtet, dass Demokratie die Regierungsform ist, die dort herrscht. Doch sobald man Kritik gegen die Regierung äußert, wird man in Haft genommen.

Was in der Verfassung Syriens steht, widerspricht der Realität. In Syrien gibt es auch alle sieben Jahre Wahlen. Allerdings statt wählen zu gehen, geht man nur zum Falten.

Hier in Deutschland verhält es sich ganz anders als in Syrien. Jeder kann hier seine persönliche Meinung äußern, ohne Angst zu haben. Außerdem hat das Volk die Möglichkeit wirklich mitbestimmen zu können. Auch nicht zu wählen, ist hier möglich.

Für mich ist das ein neues Gefühl, frei und sicher zu sein. Wer aber einmal in einer Diktatur gelebt hat, den wird immer der Schatten der Diktatur verfolgen. Denn ein Gefühl, sich nicht sicher zu fühlen, ist nicht einfach zu vergessen.

Wenn man die Verfassung Syriens und Deutschlands vergleicht, scheint es so, dass die Grundrechte der Menschen sehr ähnlich sind. Der Unterschied ist aber in Syrien, dass sobald das Staatsoberhaupt an die Macht kommt, es alle Möglichkeiten nutzt, um seine Macht zu konsolidieren. Anfangs wird die Macht durch Veränderungen von anderen Staatsorganen gefestigt und verstärkt, sodass die Macht nur noch von einer Person und seinen Nachfolgern ausgeht. Die Verfassung des Landes ist also nur eine weitere politische Formalität. Es gibt keine Meinungsfreiheit. Ein Widerstand gegen Tyrannei kommt nicht infrage. Widerstand bedeutet große Gefahr und kann sogar Menschenleben kosten. Selbstverständlich ist das Leben der Menschen von größter Bedeutung, deshalb halten sich viele von dieser Gefahr fern.

Damit wirklich eine Demokratie herrscht, wird mehr als eine Verfassung und Wahlen benötigt.

Der Autor/Die Autorin möchte unerkannt bleiben. (Artikel vom 1. Dezember 2017)

Die spanische Demokratie in der Krise: Neuwahlen als Chance?

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Eine klare Meinung zur Unabhängigkeit Kataloniens hat eine Schülerin aus der 12. Jahrgangsstufe:

Friedo: Bist du spanischer Abstammung?
Schülerin: Ja, meine Mutter ist Spanierin.

Friedo: Hast du Verwandtschaft in Spanien oder sogar direkt in Katalonien? Wenn ja, wie empfinden die Menschen vor Ort die Situation rund um die Unabhängigkeit?
Schülerin: Ja habe ich. Meine Familie kommt aus Madrid und ein kleiner Teil lebt in Alicante. Sie halten es alle für überzogen und unnötig.

Friedo: Sollte deiner Meinung nach Katalonien unabhängig werden?
Schülerin: Nein, auf keinen Fall. Es hätte sowohl politisch als auch wirtschaftlich negative Auswirkungen für die Menschen in Katalonien.

Friedo: Wie stehst du zu Neuwahlen in Katalonien?
Schülerin: Kommt darauf an, ob sie laufen würden wie die erste Wahl. Wenn ganz Spanien wählen würde, somit auch alle Spanier, die im Ausland leben und vor allem die Katalanen, die im Ausland leben, für die es am Wichtigsten ist, wäre es eine gute Sache. Wenn nur die Katalanen, die in Katalonien leben, wählen, wird es ein ähnliches Ergebnis geben.

Letzten Endes liegt es an der Bevölkerung Kataloniens, wem sie bei möglichen Neuwahlen ihre Stimme geben. Ohne Neuwahlen wird die Zeit zeigen, wie die Politik Puigdemonts in einem unabhängigen Katalonien funktionieren wird.

Das Interview führte Nathalie Lehner am 28. November 2017.

Die spanische Demokratie in der Krise: Sollte Katalonien unabhängig werden?

Katalonien ist eine Region im Nordosten Spaniens. Seit längerem befindet sich der Präsident Kataloniens, Carles Puigdemont, in einer Debatte rund um das Thema: Die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien. Puigdemont ist ein starker Befürworter der Unabhängigkeit, die Bevölkerung Kataloniens, auch Katalanen genannt, stehen der Unabhängigkeitsfrage jedoch gespalten gegenüber.

Eva Rademaker, Spanisch-Lehrerin an der Beruflichen Oberschule Friedberg, hat sich zu diesem Thema gegenüber der Schülerzeitung folgendermaßen geäußert:

Friedo: Sind Sie spanischer Abstammung?
Frau Rademaker: Ich bin Deutsche. Ich habe aber mit meiner Familie für fünf Jahre als Kind in Nordspanien (Baskenland, Bilbao) gelebt und dort einen spanischsprachigen Kindergarten besucht.

Friedo: Haben Sie Verwandtschaft in Spanien oder sogar direkt in Katalonien? Wenn ja, wie empfinden die Menschen vor Ort die Situation rund um die Unabhängigkeit?
Frau Rademaker: Meine Schwester ist mit einem Spanier verheiratet und lebt in Spanien (Zaragoza). Meine Tante ist ebenfalls mit einem Spanier verheiratet und lebt auch in Zaragoza (die Region heißt Aragón). Von meiner Verwandtschaft lebt allerdings niemand in Katalonien.

Friedo: Sollte Ihrer Meinung nach Katalonien unabhängig werden?
Frau Rademaker: Nein. Katalonien sollte nicht unabhängig werden. Wirtschaftlich wie auch politisch ist das eine Einbahnstraße und ein Irrweg. Bei dem Unabhängigkeitsbestreben der Katalanen ist es wie mit vielen Aufbruchsbewegungen, die sich derzeit in Europa breitmachen. Zwar wollten und wollen die Katalanen, ebenso wie die Basken, schon seit vielen Jahrzehnten eine Unabhängigkeit in Spanien erreichen. Bei den Basken waren diese Bestrebungen jedoch durch Terror geprägt. (…)
Der Terrorismus und extreme Regionalismus hatte sich in den letzten Jahren wieder sehr beruhigt und vielleicht schwelte im Untergrund immer noch eine gewisse Unabhängigkeitsbestrebung, doch es war viel ruhiger geworden. Doch die Ereignisse in anderen europäischen Staaten (…) ebenso wie die unruhigen Zeiten in Spanien selber, (…) haben wahrscheinlich auch wieder dazu geführt, dass der Regionalismus sich wieder in der Bevölkerung breit macht. Dazu kamen 2016 die Neuwahlen in Katalonien und mit ihnen ihr neuer Präsident Carles Puigdemont, der diesen Regionalismus in einer völlig neuen Dimension vorangetrieben hat. Das alles hat dazu geführt, dass in Katalonien immer vehementer für die Unabhängigkeit demonstriert wurde.

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Friedo: Welche Rolle spielte dabei die spanische Regierung?
Frau Rademaker: Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände bzw. meiner Ansicht nach unangemessener Reaktionen von Seiten der spanischen Regierung (…) und auch seitens des neuen spanischen Königs Felipe auf das Referendum in Katalonien wurden die Katalanen noch weiter in ihre gegnerische Position getrieben. Dass nun alles so gekommen ist, wie es heute ist, dass nämlich die spanische Regierung die aktuelle katalanische Regierung entmachtet hat und selbst die Kontrolle und Verwaltung übernommen hat, war allerdings eine Konsequenz, die so hat folgen MÜSSEN. Hätte der Präsident Spaniens, Mariano Rajoy, hier nicht so konsequent reagiert (…) dann hätte er einen Präzedenzfall geschaffen. Man stelle sich vor, Katalonien hätte seine Unabhängigkeit ohne weitere Probleme erreicht. Das hätte sofort die Basken auf die Bühne gerufen, vielleicht wären die Galizier oder Andalusier ihnen auch noch gefolgt.

Friedo: Wie stehen Sie zu Neuwahlen in Katalonien?
Frau Rademaker: Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen müssen geahndet werden und es muss zu Neuwahlen kommen. (…) Wobei hier immer noch fraglich sein wird, welche Rolle Puigdemont, der entmachtete katalanische Präsident, von Belgien aus hier spielen wird und wie groß sein Einfluss immer noch sein wird.

Das Interview führte Nathalie Lehner am 28. November 2017.

Demokratie – Ist doch selbstverständlich, oder?

Demokratie, was ist das eigentlich?

Jeder von uns hat von dieser „Demokratie“ schon gehört. Was diese allerdings genau ist, scheint nicht allen geläufig zu sein. Das war der unter anderem der Anlass für unsere Redaktion dieses Thema aufzugreifen. Der Begriff der „Demokratie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Herrschaft des Volkes. Demokratie ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Ein gutes Beispiel hierfür ist die alljährliche Klassensprecherwahl, in welcher die Schüler einer Klasse ihre Vertreter bestimmen. Zudem ist Demokratie im Wahljahr 2017 unserer Meinung nach sehr gegenwärtig. Am 22. September diesen Jahres gab es über die Berufliche Oberschule Friedberg die Möglichkeit an der „Juniorwahl“ teilzunehmen. Zudem gibt es an unserer Schule bereits viele volljährige Schüler, welche an der zwei Tage später stattfindenden Bundestagswahl teilnehmen durften.

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Viele Menschen sehen die Demokratie durch die starken Wahlergebnisse der rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa gefährdet, was auch für die Wichtigkeit dieses Themas spricht. Dieser Trend lässt sich auch in Bayern beobachten, wo die AFD mit 12,4% drittstärkste Partei nur knapp hinter der SPD (15,3%) wurde. Was natürlich nicht vergessen werden darf, ist der Fakt, dass die AfD vom Volk gewählt worden und damit demokratisch legitimiert ist.

Eine Gefährdung der Demokratie sehen einige auch im türkischen Präsidenten Erdogan, der kritische Journalisten wie zum Beispiel Deniz Yücel verhaften sowie systemkritische Fernsehsender und Zeitungen schließen lässt. So ist dieses Thema in den Medien sehr präsent und verdeutlicht uns die Wichtigkeit des Themas Demokratie in der heutigen Zeit.

Die Beiträge in unserem Blog sollen euch vor allem auch verständlich machen , was unsere Redaktion dazu bewegte, das allgegenwärtige Thema Demokratie als Spitzenthema zu wählen.

Von unseren Autorinnen Stefanie Mayr und Laura Steinacher (erstmals erschienen am 1. November 2017)