„Each Bullet Journal becomes another volume in the story of your life.“ – Ryder Caroll, Autor von „The bullet journal method„
Kommt es nur mir so vor, oder sind die Kalender, die man sich kaufen kann, teilweise so grau, dass sie einen beschwerlichen Tag eher länger erscheinen lassen als er ist?
Ich bin mir sicher, dass jeder schon mal in dieser Situation war: man kauft sich einen Kalender oder ein Hausaufgabenheft, und keine zwei Wochen später verirrt es sich irgendwo im Rucksack, ist total zerknickt oder hat einen Wasserschaden (oder ich bin einfach ein Tollpatsch gewesen).
Vor ungefähr zwei Jahren bin ich auf ein Kalender-System gestoßen, das meine Organisation und Struktur nicht nur verbessert hat, sondern mir half, eine Reihe an passenden Routinen in meinem Alltag zu entwickeln: Die Rede ist vom Konzept des Bullet Journaling!
Das Bullet Journal ist ein (meist gepunktetes) Notizbuch, in das Listen, Wochentage und ganze Monate nach einigen Prioritäten gestaltet werden und die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen miteinbeziehen. Deshalb ist das Bullet Journal für jede Altersgruppe geeignet. Wie oft erlebt man es zum Beispiel, dass man sich als erwachsene Person ein Notizbuch holt, indem beispielsweise Stundenpläne oder Ähnliches vorgedruckt sind– tja, dieses Problem hat man mit einem Bullet Journal nicht.
Kocht man beispielsweise sehr gerne, kann man sich Seiten mit Platz für Rezepte machen. Eine Notenliste für SchülerInnen oder einen Periodentracker für die weibliche Menstruation. Man schreibt und gestaltet, was einem selbst wichtig ist.
Ideen hierfür wären: Film- bzw. Buchlisten, ein „Mood-Tracker“ (wie man sich jeden Tag fühlt), ein „Habit-Tracker“ (um seine Gewohnheiten im Blick zu behalten), Playlists (wer es gerne schriftlich macht wie ich) oder Ziele für den jeweiligen Tag oder Monat.
Als leidenschaftliche Bulletjournalerin kann ich aus Erfahrung sagen: Wenn man Bilder von Bullet Journals im Internet sucht, kann es fast schon erschreckend sein, wie viele Möglichkeiten es gibt. Und ganz wichtig: man muss nicht zeichnen, wenn man nicht möchte, man kann auch einfach nur schreiben, schließlich guckt niemand sonst rein (außer die Leute sind interessiert an eurem Bullet Journal wie zwei meiner engsten Freundinnen, die regelmäßig die Seiten durchblättern (Shoutout an dieser Stelle!).
Der einzige Nachteil: Man ist selbst dafür verantwortlich, für die ordentliche Verwendung des Kalenders zu sorgen und ihn zu führen. Aber sobald man einmal im Konzept drin ist, gelingt es wie von selbst – und seid nicht so streng zu euch, wenn ihr einige Monate lang nichts reinschreibt. Hauptsache, ihr findet einen Rhythmus und könnt das Journaling genauso wertschätzen, wie viele andere Menschen auch.
In diesem Sinne: ran an die Stifte, und auf ins Planen!
Das sind nur einige der Wörter, die 2021 in die engere Auswahl für das Jugendwort des Jahres kamen.
Der Langenscheidt-Verlag stellt dabei eine Reihe von Wörtern, die in der heutigen Generation im Umlauf sind zur Wahl und lässt bei einem Online-Voting junge Menschen entscheiden, welches ihr persönliches Lieblingswort ist. Die Mehrheit der Stimmen entscheidet dann, welches der vorgegebenen Wörter die meisten Jugendliche wirklich „abfeiern“.
Bis zum 13.9.21 haben Jugendliche dann Zeit, die Top 3 aus den 10 Wörtern zu voten. Bis zum 18.10.21 wird aus diesen gewählten Drei dann der erste Platz bestimmt. Am 28.10.21 wird schließlich das Jugendwort 2021 vom Verlag bekanntgegeben.
Übrigens entscheidet der Verlag nicht willkürlich, welche Wörter man zur Wahl aufstellen lässt. Junge Menschen haben die Möglichkeit, ihren Favorit vor der eigentlichen Abstimmung einzusenden.
2020 hat es „lost“ auf Platz 1 geschafft. Ein typischer Anglizismus, der über die jetzige Generation hinaus durchaus bekannt ist. Doch auch Neologismen wie „Smombie“ (Smartphone + Zombie) haben es schon auf die Spitze der Votings geschafft.
Doch was sagt diese Wahl allein überhaupt über die Jugendsprache aus?
Meiner Meinung nach: nicht viel.
Jugendsprache wird nicht nur durch Wörter bestimmt, sondern im digitalen Bereich auch durch die Verwendung von Emojis. So wird von vielen zum Beispiel der Totenkopf-Emoji dann benutzt, wenn etwas zum totlachen ist – Ja, ziemlich makaber. Syntax, Anglizismen, Neologismen, Akronyme: all das machen im Analogen wie auch im Digitalen die Jugendsprache aus.
Die jährliche Wahl des Jugendwortes ist sicherlich eine interessante Art und Weise Tagesschaurepoter:innen das Wort „Digga“ aussprechen zu lassen und trägt durchaus zur Belustigung bei. Auffällig ist allerdings, dass junge Menschen häufig von älteren Generationen belächelt werden, finden doch viele die „neumodische Sprache“ einfach merkwürdig und unpassend. Ist sie das allerdings wirklich? Nein. Generationen entwickeln sich weiter, so auch ihre Sprache und die Verwendung von bestimmten Wörtern. Sie ist anders, aber anders ist nicht immer gleich schlecht.
Wer angesichts dieser Flut an Anglizismen, freimütigen Schreibweisen und zahlreichen Bedeutungen also Sorge hat, dass die deutsche Sprache verkümmert, dem kann ich nur eines mitgeben: Die Sprache selbst ist nicht abwertend -was abwertend ist, entscheidet die Gesellschaft und der soziale Diskurs.
Vielleicht wäre das alles nicht so cringe, wenn ein paar Menschen more open wären. 🙂
Jährlich stellen Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen einen Jahresbericht zusammen, in dem sie nicht nur über sich selbst allerhand preisgeben, sondern auch über die Schule und ihre Lehrkräfte . Jeder kennt diese Berichte und auch wie viel Spaß es bereitet, die Einträge zu erstellen.
Doch die Lehrerinnen und Lehrer hatten bis jetzt kaum Möglichkeiten, irgendwelche Kommentare über das Schuljahr zu hinterlassen. Das will die Schülerzeitung Friedo ab diesem Jahr ändern! Lasst uns mal betrachten, was ein paar Lehrerkräfte der FOS/BOS Friedberg zum Schuljahr 2020/21 zu sagen haben: Es folgen Antworten der befragten Lehrerinnen und Lehrer auf die Frage „Was war ihr Highlight dieses Schuljahres?“
Hr. Zink: „Mottowoche, da sich viele verkleidet haben.“
Hr. Fischer: „Schweineaugen sezieren mit der 13G. Es war das erste Mal, dass ich dies durchführen konnte und ich empfand dies als eine gute Erfahrung.“
Fr. Fritsch: „Es ist schön zu sehen, wie Schülerinnen und Schüler, die gleichzeitig mit mir an die Schule kamen, jetzt ihr verdientes Abitur bekommen. Außerdem durfte ich dieses Schuljahr das erste Mal das Seminar machen und hatte viele witzige Momente in meiner Klassleitungs-Klasse. Ich bin auch stolz darauf, dass ich einige Schülerinnen und Schüler für Italienisch begeistern konnte, sodass sie sogar nach dem Abitur die Sprache vertiefen wollen.“
Hr. Hager: „Ein Schüler, der aus Verzweiflung am Aufgeben war, wird im Laufe des Schuljahres zu einem der Besten.“
Hr. Goj: „Ich war überrascht, wie gut der Wechselunterricht funktioniert hat. Da war ich ein bisschen zu pessimistisch am Anfang.“
Hr. Riegel: „Meine Schülerinnen und Schüler haben in Geschichte Blogeinträge zum Thema ,Heimatvertriebene und die große Flucht zu Ende des Zweiten Weltkrieges’ erstellt. Es war schön zu sehen, dass viele auch auf eigene Faust privat in den Familien recherchiert und zum Teil auch Zeitzeugengespräche geführt haben.“
An bayerischen Schulen werden seit guten sechs Wochen von Schülerinnen und Schülern regelmäßige Covid-Selbsttests durchgeführt. Davon betroffen sind alle Schularten – von der Grundschule bis zu weiterführenden Schulen. Die Idee dahinter ist, Infektionen frühzeitig zu erkennen, sodass Ansteckungen verhindert und die Normalität langsam in die Schulhäuser zurückkehren kann.
Nach der Ankündigung, es solle Schnelltests auch an Schulen geben, herrschte große Verunsicherung seitens von Schüler*innen, Lehrer*innen, aber auch Eltern und Erziehungsberechtigten. Jede Partei hatte dabei andere Bedenken, Fragen und Sorgen, ausgelöst von diesen Schnelltests. Gerade Eltern von jüngeren Kindern hatten Sorge, ihre Mädchen und Buben seien noch gar nicht in der Lage, sich ein Stäbchen in die Nase zu führen, um eine Probe für die Pufferlösung zu entnehmen und diese dann auf den Teststreifen zu träufeln. Diese Bedenken waren und sind durchaus nachvollziehbar.
Genauso ist ebenfalls die teilweise Überforderung seitens der Lehrerkollegien und Schulleitungen verständlich gewesen. Für eine solche Testung sind Lehrkräfte nun einmal nicht ausgebildet worden. Außerdem bedeutet es zusätzliche Arbeit und Verantwortung. Und dann war da noch die Frage, was mit Schüler*innen passiert deren Test positiv ausgefallen war. Lange herrschte Unklarheit (vor allem unter den Schüler*innen) über die Regelungen, die gelten, da aus Sicht der Heranwachsenden meist zu wenig über die aktuellen Beschlüsse und Regelungen gesprochen und diskutiert wurde. Meist waren die aktuell geltenden Regeln auch seitens der politischen Entscheidungsträger wenig transparent, sodass man sie schlecht nachvollziehen konnte.
Nun, nach ein paar Wochen, kann man durchaus sagen, dass sich eine Routine entwickelt hat. Man hat sich an dieses Prozedere gewöhnt. Nachdem es zuerst zu einem großen, logistischen Aufwand kam und die Beteiligten erst einmal den Ablauf lernen mussten (was häufig mit Hilfe eines Videos des jeweiligen Test-Herstellers geschah), hat sich alles aber eigentlich gut eingependelt.
Ein typischer Ablauf an einem Testtag sieht in der Regel so aus, dass die Lehrkraft die nötigen Test-Kits mit in das Klassenzimmer bringt, in dem sie in der ersten Stunde unterrichtet. Meistens verbringt man die ersten 15 Minuten damit, die Tests zu machen. Je nach Marke des Kits muss der Lehrer vor Beginn der Testung die Pufferlösung in die Röhrchen geben und an die Schüler*innen austeilen. Zusätzlich erhält jeder einen Teststreifen und ein Stäbchen für den Abstrich.
Hier kann man schon einen gravierenden Kritikpunkt feststellen, der sich bei Testungen im Schulgebäude kaum vermeiden lässt: Verlorengehen von wichtiger Unterrichtszeit. Dadurch, dass die Abstriche Zeit in Anspruch nehmen und während dem Unterricht vollzogen werden, wird diese Zeit nicht für wertvolle Lerninhalte genutzt.
Eine mögliche Verbesserungsoption könnte das Testen zuhause sein. Dies würde vorbeugen, dass wichtige Zeit für den Unterricht verloren geht, der bei dem diesjährigen hohen Stundenausfall definitiv Gold wert ist. Falls ein Test positiv ausfallen sollte, könnte sich der Betroffene auch direkt isolieren, ohne sich bereits im Schulhaus zu befinden und die Ansteckungswahrscheinlichkeit damit zu erhöhen.
Man kann allerdings sagen, dass Testungen an Schulen dazu beitragen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und Infektionsketten dadurch nachvollziehbarer bleiben als ohne Schnelltests. Höherer Schutz kann ebenfalls gewährleistet werden. Natürlich gab es eine große Umstellung für alle Beteiligten, doch mittlerweile gehört es zum Alltag dazu, weshalb man versuchen sollte sich anzupassen. Denn gegen Vorschriften kann man wenig tun. Nichtsdestotrotz gibt es immer Verbesserungspotential und gerade bei einer neuartigen Pandemie wie dieser sollte man das Beste tun, um dieses Potential auszuschöpfen.
unser Mathematik-, Physik- und Technologielehrer Herr Schwegler…
… nach dem Abitur Lehrer werden wollte, es aber damals zu viele Lehrer gab und dann erstmal Ingenieurwissenschaften studiert hat,
… ihm die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern am meisten Spaß macht,
…er es besonders mag, den Schülerinnen und Schülern das Lösen von Problemen beizubringen,
… trotz Digitalisierung nicht komplett auf Tafeln verzichten möchte,
… sich wünschen würde, dass die Arbeit mit EDV zurückgeschraubt wird und es lieber hätte, wenn der persönliche Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern gestärkt werden würde,
… er ein positives Gefühl in den immer länger werdenden Sommertagen findet,
… gut findet, dass man sich als Lehrer an unserer Schule mit den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe befindet, dass dies das Lernen und Lehren für beide Seiten leichter macht,
… in seiner Freizeit gerne Modellflugzeuge fliegen lässt,
… und uns Schülern mit auf den Weg geben möchte, dass wir uns in der momentanen Situation nicht unterkriegen lassen und für ausreichend Entschleunigung sorgen sollen?
Unsere Autorin Michele H. traf sich kurz vor Beginn der Abiturprüfungen an der FOS/BOS Friedberg mit Mathe- und Sportlehrer Michael Monty Nawrath zum „etwas anderen Interview“.
„Sie sind ja ein Naturmensch. Wie sehr freuen Sie sich, wenn Sie in den Wald gehen können?“
„Ihr Bruder ist, wie wir alle wissen, ein bekannter Biatleth. Er gewinnt die Weltmeisterschaft. Wie reagieren Sie?“
„Sie sind immer so motiviert, wenn Sie in der Schule sind. Aber wie viel Lust haben Sie wirklich, in der Früh in die Schule zu kommen?“
„Als Lehrer kommt man öfter in die Situation, dass man auch mal schlechte Noten vergeben muss. Aber was, wenn die ganze Klasse 0 Punkte geschrieben hat?“
„Sie arbeiten ja gerne mit Holz. Wie sieht ein Herr Nawrath aus, der sich Gedanken zu seinem nächsten Holzprojekt macht?“
„Nach einem langen Urlaub sehen Sie, dass alle Ihre geliebten Pflanzen gestorben sind:“
„Wie würden Sie reagieren, wenn aus dem nichts ein Reh an Ihnen vorbeilaufen würde?“
„Und wie bereiten Sie sich auf ein sonniges Wochenende vor?“
Am 26.04.2021 war es endlich soweit: Der langersehnte Landeswettbewerb von „Jugend debattiert“ fand digital über die Plattform „Alfaview“ statt.
Beim Landeswettbewerb kämpften die 12 besten Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern gegeneinander. Mit dabei: Adriano Franco aus unserer Schule, der FOS/BOS Friedberg, der im Regionalwettbewerb das Finale gewonnen hatte.
Ebenfalls mit von der Partie waren ich als Jurorin und unser Schulkoordinator Leonhard Fürst als fachliche, organisatorische Unterstützung.
Die zu debattierenden Themen waren unter anderem, ob der Erwerb sowie die Haltung exotischer Tiere verboten werden soll und ob die Kosten für Damenhygieneprodukte vom Staat übernommen werden sollen. In zwar hitzigen, aber auch konstruktiven Debatten diskutierten jeweils vier Schüler mit zufällig ausgewählten Positionen über diese Themen.
Nachdem sich alle 12 Schüler zwei unterschiedlichen Streitfragen gestellt hatten und die Punkte von den Juroren zusammengezählt wurden, war es auch schon Zeit, die Finalisten vom Landeswettbewerb zu küren.
Im Finale mit dabei unser Adriano, der sich sein Weiterkommen erarbeitet und sich verdient bis dahin geschlagen hatte.
Ein Schritt näher zum Bundeswettbewerb!
Jetzt war also nur noch eine Debatte übrig, in der es darum ging, ob die Reichskriegsflagge verboten werden soll.
Bevor sich Adriano aber mit seinen Konkurrenten um diese Streitfrage kümmern konnte, sprach noch unser Kultursminister Michael Piazolo und unsere Präsidentin des bayerischen Landtags Ilse Aigner.
Unter normalen Umständen hätte das auf einer großen Bühne vor Publikum stattgefunden – heute digital über eine Videoplattform.
So oder so: Es war beeindruckend, die beiden in einem kleinen Gespräch zu erleben und nachdem beide den Finalisten viel Glück gewünscht hatten, ging es auch schon los.
Die Sekundarstufe 1 startete mit der Themenfrage, ob die Corona-Schutzimpfung für alle Bürgerinnen und Bürger verpflichtend werden soll, sobald ein allgemeines Impfen möglich sei.
Als Zuschauer musste ich mehrmals meinen imaginären Hut ziehen, da alle vier Finalisten unglaublich starke Persönlichkeiten waren, die wirklich nicht ohne Grund im Finale standen. Man hat einfach gemerkt, dass sich alle vier schon durch drei Wettbewerbe gekämpft und verdient gewonnen hatten.
Aber auch die Sekundarstufe 2 hatte mit der Streitfrage der Reichsflagge kein einfaches Thema.
Da wir uns mittlerweile im Finale befanden, legte die Jury extra viel Wert auf die Beiträge und hörte sehr genau hin, was genau von jedem Debattanten gesagt wurde. Definitiv keine leichte Aufgabe, sich durchzusetzen, wenn alle Parteien stark sind!
Sicherlich fragt ihr euch jetzt, wie Adriano sich geschlagen hat.
Wir dürfen erneut gratulieren!
Adriano hat den zweiten Platz im Landesfinale gemacht und wird mit der Siegerin Julia Finster vom Johann-Michael-Sailer-Gymnasium aus Dillingen zum Bundeswettbewerb fahren.
Unsere beiden besten bayerischen Debattanten werden dann also gegen die besten Schülerinnen und Schüler der anderen 15 Bundesländer debattieren.
Wann, ist allerdings noch unklar. Bei uns erfahrt ihr aber sofort, wenn es weitergeht!
Wir freuen uns, dass wir einen Schüler der FOS/BOS Friedberg nun auch im Bundeswettbewerb unterstützen dürfen und drücken dir, lieber Adriano, weiterhin die Daumen!
… unsere Gesundheitswissenschaften- und Sport-LehrerinFrau Emmerling…
… erst eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gemacht hat und danach selbst die BOS besucht hat,
… sich in ihrer Freizeit, während Corona gerne mit ihren Freundinnen über Whatsapp trifft, um gemeinsam Sportvideos zu machen,
… gerne sehr viel raus geht und ihr Spazieren gehen an der frischen Luft ein positives Gefühl gibt,
… seit ihrem 18. Lebensjahr gerne klettern geht, dies aber jetzt durch Corona in einer Kletterhalle bedauerlicherweise nicht möglich ist,
… an unserer Schule bautechnisch sehr gerne mag, dass viel Holz verarbeitet ist und viel Licht hinein scheinen kann,
… findet, dass wir an der Schule eine sehr gute Schulleitung, ein super Kollegium, einen hilfsbereiten Hausmeister sowie tolle Schülerinnen und Schüler haben,
… zuletzt das Buch „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky gelesen hat,
… ihrem „Vergangenheits-Ich“ von vor 15 Jahren gerne sagen wollen würde: „alles hat seine Zeit“
… und, wenn sie die Möglichkeit hätte, gerne höhenverstellbare Tische, Stehtische und Fußmatten, die das Stehen erleichtern sollen, einführen würde?
Am 26. März 2021 ging ein regelrechter Aufschrei durch die katholische Kirche. Der Grund: Rapper Lil Nas X (bürgerlicher Name: Montero Lamar Hill) veröffentlichte das Musikvideo zu seinem lang erwarteten Song „Montero (Call Me By Your Name)“. Darin verwendet er Darstellungen aus dem christlichen Glauben – auf seine ganz eigene Art.
Das Video
Das Video beginnt mit dem Rapper unter einem Baum im Garten Eden. Die Szene ist recht friedlich: Mit seiner Gitarre singt er die erste Strophe des Liedes. Dann kommt die Schlange ins Spiel – ebenfalls gespielt von Lil Nas X selbst. In der Bridge und dem Refrain des Liedes verführt diese den Rapper zur Sünde, ähnlich wie Eva zum Essen des Apfels verleitet wurde. Hier finden Kritiker bereits die erste Kontroverse: Der offen schwule Sänger wird nämlich nicht zum Essen eines Apfels verleitet, sondern küsst die „Schlange“.
Im folgenden Vers wird Lil Nas X dann „vor Gericht“ geführt – die Engel, alle ebenfalls von ihm dargestellt, verurteilen ihn für seine Sünden. Im nächsten Refrain beginnt dann der Kern des Videos: Anstatt in den Himmel aufzusteigen, greift Nas nach einer Stange und gleitet an ihr hinab in die Hölle. Für diese Szene lernte der Rapper extra Pole-Dancing und zeigt dies nun auch. Auf diesem „Ritt“ in die Hölle präsentiert er sich, wie es oft sein Stil ist, sehr androgyn, also sowohl maskulin als auch feminin. In der Hölle angekommen, spaziert er direkt zum Thron, auf welchem Satan sitzt und tanzt auf sehr suggestive Art und Weise für ihn. Im Outro bricht Nas schließlich dem Teufel das Genick und nimmt die Krone der Hölle an sich. Das Video endet mit einer Nahaufnahme von ihm als Luzifer.
Die Bedeutung
Im Juni 2019 outete Lil Nas X sich öffentlich als schwul. Seitdem geht er sehr offen mit seiner Sexualität um, was ihm viele Fans, aber auch viele Kritiker einbringt. Doch der Musiker lässt sich nicht unterkriegen: In „Call Me By Your Name“ verarbeitet er den Hass, den die katholische Kirche in Teilen ihm und anderen Mitgliedern der LGBTQ+ Community entgegenbringt. Mit einem sehr sexualisierten Text in Verbindung mit den Bildern im Video will Nas vor allem eins: eine Kontroverse schaffen. Nach dem Motto „Wenn ich in die Hölle gehen soll, dann auf meine Weise“ zeigt er auf seine ganz eigene Art der Kirche den metaphorischen Mittelfinger. In einem Interview mit dem Time Magazine erzählt der Sänger, dass er selbst in einem sehr religiösem Haushalt aufwuchs und dies für ihn mit Angst vor seiner eigenen Sexualität verbunden war. „Call Me By Your Name“ soll nach eigener Aussage sowohl ein deutliches Zeichen gegen religiösen Missbrauch, als auch ein Signal für junge Menschen sein, die selbst in einer ähnlichen Situation sind. „Ich möchte dass Kinder, die mit diesen Gefühlen aufwachsen, wissen dass sie ein Teil der LGBTQ+ Community sind, das Gefühl haben okay zu sein, und dass sie sich nicht selbst hassen müssen.“
Die Kritik
Während das Lied zwar sehr viel positives Feedback erhielt, war auch die Kritik sehr harsch. Vor allem konservative und religiöse Menschen fühlten sich von dem Song und dem Musikvideo angegriffen. „Lil Nas X ist ein ganz neues Level von dämonisch“, schreibt eine Facebook-Userin. Die Sorge vieler dieser Leute scheint zu sein, dass ihre Kinder „schwul werden“, wenn sie das Musikvideo sehen. Die Intoleranz gegenüber queeren Menschen, also Mitgliedern der LGBTQ+ Community, die vor allem in Kreisen der katholischen Kirche immer wieder gesehen werden kann, bringt dem Sänger Tausende von Hasskommentaren ein. Doch da diese Reaktionen vorauszusehen waren, weiß Nas diesen Hass für sich zu nutzen und verwandelt die teils heftigen Kommentare in Witze. Mit dieser Reaktion wird er schnell zum Vorbild für viele queere Menschen – vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sehen in Lil Nas X ein Vorbild.
Genau das führt zu weiterem Zündstoff in den Reihen der Kritikern. Die Angst davor, dass das eigene Kind Teil der LGBTQ+ Community sein könnte, führt bei vielen konservativ-christlichen Eltern zu heftigen Gegenreaktionen. Sogar als Teufel selbst wurde der Rapper schon mehr als einmal bezeichnet. Nichtsdestotrotz wird er wohl weiterhin als eine Art Held für junge Menschen, die sich in ihrer Identität gefangen fühlen, betrachtet werden.
Homophobie in der Kirche
Wie bereit erwähnt, rührt der Hass vor allem von konservativ-religiösen Gemeinschaften her. Ein Grund dafür ist ohne Frage die andauernde Homophobie in der katholischen Kirche. Homosexuelle Paare dürfen weder kirchlich heiraten, noch gesegnet werden, wie der Vatikan unlängst verlauten ließ. Demnach entsprechen gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht dem göttlichem Willen und können deshalb nicht gesegnet werden.
Diese Aussage zog einen regelrechten Ansturm an Empörung nach sich – zurecht. Denn der Glaube, Homosexualität werde von Gott abgelehnt, wird oft mit einer Bibelstelle gerechtfertigt. „Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel“ (Levitikus 18, 22) – die Aussage scheint hier eindeutig zu sein. Jedoch wurde bereits mehrfach belegt, dass es sich um eine möglicherweise absichtliche Fehlübersetzung der Bibel handelt. Übersetzt man die Stelle richtig, so wird daraus „Du darfst nicht mit einem Jungen schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel.“ Die Textstelle bezieht sich also nicht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen, sondern auf Pädophilie.
Dennoch ist die Homophobie weiterhin ein großes Thema in der Kirche. Der Glaube, es handele sich bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen um „unnatürlich“, wird auch von konservativen Eltern weitergetragen. Immer noch wird vielen Kindern und Jugendlichen weißgemacht, dass ihre Sexualität und/oder ihr Geschlecht nicht richtig ist, etwas das man verstecken oder heilen muss. Dies führt dazu, dass das Suizidrisiko von Lesben und Schwulen zwischen 12 und 25 Jahren vier- bis siebenmal höher ist, als bei heterosexuellen Jugendlichen (Quelle: Coming Out Day e.V.). Zum Glück wird die Kritik an diesem Verhalten heutzutage immer lauter. Dank Vorbildern wie Lil Nas X fühlen sich junge queere Menschen etwas weniger alleine.
Fazit
Was viele als respektlos gegenüber der Kirche oder Religion aufgefasst haben, war im Endeffekt nicht mehr als eine persönliche Verarbeitung von religiösem Trauma und ein Zeichen gegen Homophobie. Rollenbilder wie Lil Nas X sind extrem wichtig für junge Menschen, die Teil der LGBTQ+ Community sind und sich in ihrer Identität unwohl fühlen. Dass konservativ-christliche Gemeinschaften sich angegriffen fühlen zeigt, dass die Nachricht des Musikvideos und Liedes sehr klar rüberkommt und effektiv ist.
Eins sollten Eltern, die sich über „Call Me By Your Name“ aufregen, wissen: Schwul. lesbisch, transgender etc. wird man nicht durch ein Musikvideo, aber es kann einem helfen, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Außerdem muss man keine Angst vor einem queeren Kind haben – es ist schließlich keine Krankheit, sondern einfach nur eine Variation in der Sexualität oder dem Geschlecht, die für ein bisschen mehr Farbe und Pluralismus in der Welt sorgt.
„Einfach mal so“ ins Lieblingsrestaurant. Schnell mal spontan ins Kino, um den neusten Film zu sehen. Die Lieblingsband in einer großen Halle mit Tausenden von Fans gemeinsam feiern. Mit Freunden auf einen (oder auch zwei) Drink(s) in eine Bar.
Seit der Corona-Pandemie sind diese so selbstverständlichen Aktivitäten längst nicht mehr das, was sie einmal waren – beziehungsweise lassen sie sich kaum in die Tat umsetzen. Sie sind „Außnahmen“ , ja fast schon „Privilegien“.
Doch der Lichtblick scheint da zu sein: Geimpfte sollen zukünftig die Möglichkeit bekommen, mit einem „Zertifikat“ die Corona-Beschränkungen (teilweise) zu durchbrechen, um endlich wieder all die Aktivitäten zu nutzen, die wir seit über einem Jahr so schmerzlich vermissen.
Die EU-Kommission will bis zum 1. Juni 2021 einen digitalen europäischen Immunitätsnachweis einführen. Vorbild ist der „Grüne Pass“ in Israel. Vor kurzem konnte dort sogar wieder ein Konzert mit 500 Leuten stattfinden (Unter strengen Hygieneauflagen und mit Abstand). Die einzige Voraussetzung: die Vorlage des Grünen Passes. Den erhalten Menschen, die bereits von einer Corona-Erkrankung genesen sind oder deren zweite Impfung gegen den Corona-Virus mindestens eine Woche zurückliegt.
So in etwa hat sich auch die EU-Kommission ein „grünes Zertifikat“ vorgestellt.
Das geplante Zertifikat soll neben Informationen über eine etwaige Corona-Impfung auch aktuelle PCR- und Schnelltestergebnisse sowie Angaben über eine überstandene Corona-Erkrankung enthalten. Dieser Nachweis soll sogar digital zur Verfügung stehen.
Doch was würde es überhaupt bedeuten, sowas einzuführen?
Kritiker sagen, dass Geimpfte „Sonderrechte“ bekommen würden und es nicht fair gegenüber den „Nicht-Geimpften“ wäre.
Diese Aussage ist allerdings kein starkes Argument, was gegen diesen Vorschlag spricht: Laut dem Grundgesetz hat jede Bürgerin und jeder Bürger die gleichen Grundrechte und obwohl diese (aufgrund der Corona-Pandemie) zeitlich befristet eingeschränkt sind, gelten sie immer noch für jeden einzelnen Bürger. Im Grunde würde diese Rücknahme der Grundrechtseinschränkungen die „normale“ Rechtsgrundlage wieder zurückbringen. Dass man also von „Sonderrechten“ oder „Privilegien“ spricht, ist falsch.
Die Einführung des Passes würde im Grunde genommen vor allem eins bedeuten: Lockerungen für die Menschen, von denen keine Gefahr mehr ausgeht, dass sie das Virus weiter verbreiten könnten.
Für die Wirtschaft könnte dieser Nachweis ein gutes Omen sein. Seit über einem Jahr kämpfen überwiegend kleine Geschäfte, Friseure, Fitnessstudios und Restaurants um ihre Existenz. Es fehlt ihnen an Kundschaft und obwohl „Click and Meet“ bisher eine gute Alternative war und auch die einzige Möglichkeit bisher ist: Es ist es einfach etwas anderes, Dienstleistungen persönlich vor Ort entgegen zu nehmen – ohne lästige Onlinereservierung oder Warteschlangen.
Vor allem die stark vom Tourismus abhängigen Mitgliedstaaten der EU (wie Italien, Griechenland, Kroatien) brauchen dringend eine Lösung für ihr so wichtiges Tourismus-Geschäft. Laut dem Kommissionsvizepräsidenten Margaritis Schinas könnte der geplante Nachweis schon Reisen in den Sommerferien ermöglichen.
Die Corona-Pandemie hat uns fest im Griff. Wir befinden uns mitten in der dritten Welle und die Angst, dass noch eine vierte oder sogar fünfte Welle dazu kommen könnte ist groß. Deutschlands Impfkampagne soll nach drei Monaten nun richtig durchstarten und endlich so laufen, wie sie es schon Anfang an hätte tun sollen: Schnell und Sicher. Sollte es tatsächlich der Fall sein und Deutschland hätte bis zum 01.07. genug Leute geimpft und es kann sicher gegangen werden, dass die Menschen nicht mehr ansteckend sind, könnte dieses „Zertifikat“ tatsächlich eine große Hilfe sein.
Denn obwohl wichtige Dinge wie Abstand halten, Hygienemaßnahmen und Maske tragen noch für eine Weile so weitergehen werden, würden es uns eine Sache wieder geben: Das Gefühl von Normalität …