Eine klare Meinung zur Unabhängigkeit Kataloniens hat eine Schülerin aus der 12. Jahrgangsstufe:
Friedo: Bist du spanischer Abstammung? Schülerin: Ja, meine Mutter ist Spanierin.
Friedo: Hast du Verwandtschaft in Spanien oder sogar direkt in Katalonien? Wenn ja, wie empfinden die Menschen vor Ort die Situation rund um die Unabhängigkeit? Schülerin: Ja habe ich. Meine Familie kommt aus Madrid und ein kleiner Teil lebt in Alicante. Sie halten es alle für überzogen und unnötig.
Friedo: Sollte deiner Meinung nach Katalonien unabhängig werden? Schülerin: Nein, auf keinen Fall. Es hätte sowohl politisch als auch wirtschaftlich negative Auswirkungen für die Menschen in Katalonien.
Friedo: Wie stehst du zu Neuwahlen in Katalonien? Schülerin: Kommt darauf an, ob sie laufen würden wie die erste Wahl. Wenn ganz Spanien wählen würde, somit auch alle Spanier, die im Ausland leben und vor allem die Katalanen, die im Ausland leben, für die es am Wichtigsten ist, wäre es eine gute Sache. Wenn nur die Katalanen, die in Katalonien leben, wählen, wird es ein ähnliches Ergebnis geben.
Letzten Endes liegt es an der Bevölkerung Kataloniens, wem sie bei möglichen Neuwahlen ihre Stimme geben. Ohne Neuwahlen wird die Zeit zeigen, wie die Politik Puigdemonts in einem unabhängigen Katalonien funktionieren wird.
Das Interview führte Nathalie Lehner am 28. November 2017.
Katalonien ist eine Region im Nordosten Spaniens. Seit längerem befindet sich der Präsident Kataloniens, Carles Puigdemont, in einer Debatte rund um das Thema: Die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien. Puigdemont ist ein starker Befürworter der Unabhängigkeit, die Bevölkerung Kataloniens, auch Katalanen genannt, stehen der Unabhängigkeitsfrage jedoch gespalten gegenüber.
Eva Rademaker, Spanisch-Lehrerin an der Beruflichen Oberschule Friedberg, hat sich zu diesem Thema gegenüber der Schülerzeitung folgendermaßen geäußert:
Friedo: Sind Sie spanischer Abstammung? Frau Rademaker: Ich bin Deutsche. Ich habe aber mit meiner Familie für fünf Jahre als Kind in Nordspanien (Baskenland, Bilbao) gelebt und dort einen spanischsprachigen Kindergarten besucht.
Friedo: Haben Sie Verwandtschaft in Spanien oder sogar direkt in Katalonien? Wenn ja, wie empfinden die Menschen vor Ort die Situation rund um die Unabhängigkeit? Frau Rademaker: Meine Schwester ist mit einem Spanier verheiratet und lebt in Spanien (Zaragoza). Meine Tante ist ebenfalls mit einem Spanier verheiratet und lebt auch in Zaragoza (die Region heißt Aragón). Von meiner Verwandtschaft lebt allerdings niemand in Katalonien.
Friedo: Sollte Ihrer Meinung nach Katalonien unabhängig werden? Frau Rademaker: Nein. Katalonien sollte nicht unabhängig werden. Wirtschaftlich wie auch politisch ist das eine Einbahnstraße und ein Irrweg. Bei dem Unabhängigkeitsbestreben der Katalanen ist es wie mit vielen Aufbruchsbewegungen, die sich derzeit in Europa breitmachen. Zwar wollten und wollen die Katalanen, ebenso wie die Basken, schon seit vielen Jahrzehnten eine Unabhängigkeit in Spanien erreichen. Bei den Basken waren diese Bestrebungen jedoch durch Terror geprägt. (…) Der Terrorismus und extreme Regionalismus hatte sich in den letzten Jahren wieder sehr beruhigt und vielleicht schwelte im Untergrund immer noch eine gewisse Unabhängigkeitsbestrebung, doch es war viel ruhiger geworden. Doch die Ereignisse in anderen europäischen Staaten (…) ebenso wie die unruhigen Zeiten in Spanien selber, (…) haben wahrscheinlich auch wieder dazu geführt, dass der Regionalismus sich wieder in der Bevölkerung breit macht. Dazu kamen 2016 die Neuwahlen in Katalonien und mit ihnen ihr neuer Präsident Carles Puigdemont, der diesen Regionalismus in einer völlig neuen Dimension vorangetrieben hat. Das alles hat dazu geführt, dass in Katalonien immer vehementer für die Unabhängigkeit demonstriert wurde.
Friedo: Welche Rolle spielte dabei die spanische Regierung? Frau Rademaker: Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände bzw. meiner Ansicht nach unangemessener Reaktionen von Seiten der spanischen Regierung (…) und auch seitens des neuen spanischen Königs Felipe auf das Referendum in Katalonien wurden die Katalanen noch weiter in ihre gegnerische Position getrieben. Dass nun alles so gekommen ist, wie es heute ist, dass nämlich die spanische Regierung die aktuelle katalanische Regierung entmachtet hat und selbst die Kontrolle und Verwaltung übernommen hat, war allerdings eine Konsequenz, die so hat folgen MÜSSEN. Hätte der Präsident Spaniens, Mariano Rajoy, hier nicht so konsequent reagiert (…) dann hätte er einen Präzedenzfall geschaffen. Man stelle sich vor, Katalonien hätte seine Unabhängigkeit ohne weitere Probleme erreicht. Das hätte sofort die Basken auf die Bühne gerufen, vielleicht wären die Galizier oder Andalusier ihnen auch noch gefolgt.
Friedo: Wie stehen Sie zu Neuwahlen in Katalonien? Frau Rademaker: Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen müssen geahndet werden und es muss zu Neuwahlen kommen. (…) Wobei hier immer noch fraglich sein wird, welche Rolle Puigdemont, der entmachtete katalanische Präsident, von Belgien aus hier spielen wird und wie groß sein Einfluss immer noch sein wird.
Das Interview führte Nathalie Lehner am 28. November 2017.
Jeder von uns hat von dieser „Demokratie“ schon gehört. Was diese allerdings genau ist, scheint nicht allen geläufig zu sein. Das war der unter anderem der Anlass für unsere Redaktion dieses Thema aufzugreifen. Der Begriff der „Demokratie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Herrschaft des Volkes. Demokratie ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Ein gutes Beispiel hierfür ist die alljährliche Klassensprecherwahl, in welcher die Schüler einer Klasse ihre Vertreter bestimmen. Zudem ist Demokratie im Wahljahr 2017 unserer Meinung nach sehr gegenwärtig. Am 22. September diesen Jahres gab es über die Berufliche Oberschule Friedberg die Möglichkeit an der „Juniorwahl“ teilzunehmen. Zudem gibt es an unserer Schule bereits viele volljährige Schüler, welche an der zwei Tage später stattfindenden Bundestagswahl teilnehmen durften.
Viele Menschen sehen die Demokratie durch die starken Wahlergebnisse der rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa gefährdet, was auch für die Wichtigkeit dieses Themas spricht. Dieser Trend lässt sich auch in Bayern beobachten, wo die AFD mit 12,4% drittstärkste Partei nur knapp hinter der SPD (15,3%) wurde. Was natürlich nicht vergessen werden darf, ist der Fakt, dass die AfD vom Volk gewählt worden und damit demokratisch legitimiert ist.
Eine Gefährdung der Demokratie sehen einige auch im türkischen Präsidenten Erdogan, der kritische Journalisten wie zum Beispiel Deniz Yücel verhaften sowie systemkritische Fernsehsender und Zeitungen schließen lässt. So ist dieses Thema in den Medien sehr präsent und verdeutlicht uns die Wichtigkeit des Themas Demokratie in der heutigen Zeit.
Die Beiträge in unserem Blog sollen euch vor allem auch verständlich machen , was unsere Redaktion dazu bewegte, das allgegenwärtige Thema Demokratie als Spitzenthema zu wählen.
Von unseren Autorinnen Stefanie Mayr und Laura Steinacher (erstmals erschienen am 1. November 2017)