Apokalypse und Aufbruch – Unsere Begegnung mit OPUS 45

Am 21. November 2025 hatten wir als Mitglieder des „Schule ohne Rassismus“-Teams die besondere Gelegenheit, an einer inszenierten musikalischen Lesung im Wittelsbacher Schloss in Friedberg teilzunehmen. Organisiert von unserem SOR-Team der Beruflichen Oberschule Friedberg bot die Veranstaltung einen eindrucksvollen Einblick in die Zeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Auf der Bühne stand der Schauspieler Roman Knižka mit dem Bläserquintett OPUS 45.
Wie Deutsch-Lehrerin Frau Pecher im Vorfeld betonte, sind eigentlich dramatische Texte dafür geschaffen, auf der Bühne zu leben, während epische Texte mehr einer Erzählung dienen.  
Dadurch, dass die Vorstellung einen erzählenden Charakter besitzte, konnte der epische Text dennoch flüssig vorgetragen werden.

OPUS 45 verbindet klassische Musik verschiedener Epochen mit literarischen Texten aus den Jahren 1945 bis 1949. Die Texte stammen unter anderem von Wolfgang Borchert, Bertolt Brecht und Nelly Sachs und erzählen von den tiefen Widersprüchen der Nachkriegszeit: von Hoffnung und Hunger, von Befreiung und Schuld, von Heimkehrern und Vertriebenen. Frau Pecher bemerkte auch, dass bei der Bühnenvorstellung epischer Texte oft gekürzt wird. Dies zeigte sich auch bei der Vorstellung: Manche Passagen wurden leicht gekürzt oder ausgelassen – ein typisches Problem, wenn Literatur zur Bühnenkunst wird.

Das Programm „Dass ein gutes Deutschland blühe …“ nahm uns mit auf eine Zeitreise in ein Land zwischen Ruinen, politischem Neubeginn und kulturellem Aufbruch. Es ging um historische Zentralmomente, aber auch um Fragen der Entnazifizierung und um das Bedürfnis vieler Menschen nach Ablenkung.

Gerade der Wechsel zwischen musikalischer Intensität und literarischer Schwere machte die Aufführung besonders eindringlich.

Neben der historischen Perspektive bekam die Veranstaltung auch eine aktuelle Bedeutung: Roman Knižka und OPUS 45 wurden 2025 mit dem Hans-Frankenthal-Preis ausgezeichnet. Ihr Projekt „Deutschland, siehst du das nicht?“ erinnert an das Scheitern der Weimarer Republik und mahnt damit vor den Gefahren rechter Ideologien – ein Thema, das angesichts heutiger politischer Entwicklungen kaum aktueller sein könnte

Die Lesung von Roman Knižka und OPUS 45 war weit mehr als ein Konzert oder eine Theaterstunde. Sie war ein eindrucksvoller Blick zurück in eine Zeit, die unsere Geschichte bis heute prägt – und zugleich ein Appell, wachsam zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Werte zu schützen.

Text/Fotos: Jessica M.

Interview mit Frau Hoffman über das „Schule ohne Rassismus“-Team und die „Open-Mind-Night“

Das „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Team trägt maßgeblich zu unserer Schulgemeinschaft innerhalb der FOSBOS Friedberg bei. So organisiert das Team regelmäßig Aktionen, wie beispielsweise die Ausstellung zum „Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“, die Spendenaktion zum „Welt-Aids-Tag“ oder auch die bevorstehende „Open-Mind-Night“ am 12. Februar 2026 um 19 Uhr.

Bei der „Open-Mind-Night“ (OMN) handelt es sich um eine besondere Veranstaltung der Beruflichen Oberschule, wo engagierten Schüler*innen die Möglichkeit gegeben wird, ihre Talente zu zeigen. Das Thema für dieses Jahr ist „Mask Off“. Jeder ist dazu eingeladen, sein eigenes Talent darzustellen oder den Schüler*Innen dabei zuzuschauen.

„Eigentlich ist unser Team unser größter Stolz in jedem Jahr und die Aktionen nur die Sichtbarkeit der tollen Leute, die dahinter stehen.“

Um das Schule ohne Rassismus Team und ihre Tätigkeiten näher kennenzulernen, habe ich ein Interview mit Organisatorin und Lehrerin Frau Berit Hoffmann geführt. Sie unterrichtet Deutsch, Geschichte und Ethik und ist nebenbei noch im SoR-Team engagiert.

Friedo: Wie kam es dazu, dass das „Schule ohne Rassismus“-Team an unserer Schule gegründet wurde?

Frau Hoffmann: „Das Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage-Zertifikat hat mein Kollege Peter Fischer bei uns an die Schule geholt. Er hat sich am Anfang mit Vorträgen und Einladungen viele Gedanken gemacht und tolle Projekte gestartet. Allerdings war er dann mit anderen Arbeiten eingebunden, so dass lange Zeit nur die Plakette in der Aula hing. Ein paar Schüler kamen dann auf die Idee, dass man hier was machen müsste, und da war das Lehrerteam um Frau Binner, Frau Hilse, Frau Holzmann und ich sofort dabei. Seit diesem Jahr macht auch Frau Pauly mit.“

Friedo: Welche konkreten Projekte oder Aktionen organisiert das „Schule ohne Rassismus“-Team?

Frau Hoffmann: „Zunächst haben wir uns nur mit Themen aus dem Umfeld des schulischen Rassismus engagiert. Dazu wurde ein QR-Code ausgehängt, unter dem man dem Team von Rassismus-Erfahrungen in der Schule berichten konnte. Oder es gab Aktionen, bei denen wir uns mit Vorurteilen beschäftigt haben und ein Transparent in der Aula entstand. Wir haben über „Ufuq“ (anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und politischer Bildung im Themenbereich Islam, antimuslimischer Rassismus und Islamismus) auch Workshops für die Klassensprecher zu antimuslimischem Rassismus organisiert und eben auch aus diesem Grund die erste Open-Mind-Night ins Leben gerufen. Erst kürzlich fand unsere Aktion zum Welt-Aids-Tag statt. Hier zählen wir noch die Einnahmen durch unsere Punsch-Aktion und die Spenden, die eingegangen sind. Dieser Tag war wirklich ein großer Erfolg und wir freuen uns, dass wir Jugendliche in Kapstadt so unterstützen können.“

Friedo: Gab es bereits Veranstaltungen oder Aktionen, auf die Sie besonders stolz waren?

Frau Hoffmann: „Natürlich ist die OMN immer das Highlight unserer Jahres, aber dieses Jahr konnten wir auch das Konzert mit Roman Knizka realisieren, waren bei den Zukunftsdialogen in Aichach und hatten in diesem Schuljahr noch eine Ausstellung im Haus zum Thema ,Häusliche Gewalt‘“. Außerdem freuen wir uns sehr, dass wir wieder die Medienstelle Augsburg mit an Bord haben und das Team mit uns und der Vorklasse einen Film erstellen wird.“

Friedo: Was ist das wichtigste Ziel des Teams?

Frau Hoffmann: „Das Schulleben aktiv mitzugestalten. Auch wenn wir immer wieder das Team neu aufbauen müssen, weil unsere Schüler und Schülerinnen leider nur so ,kurz‘ bei uns sind, freuen wir uns, dass jedes Mal kreative und innovative Schüler und Schülerinnen mit dabei sind, denen es wichtig ist, ihre Schule mitzugestalten und etwas für das Miteinander zu tun. Eigentlich ist unser Team unser größter Stolz in jedem Jahr und die Aktionen nur die Sichtbarkeit der tollen Leute, die dahinter stehen.“

Friedo: Mit welchen Herausforderungen wurdet ihr bereits konfrontiert?

Frau Hoffmann: „Eigentlich ist das Schwierigste, die Mitschüler zu motivieren, an unseren Aktionen teilzunehmen und uns als Team sichtbar zu machen. Ansonsten gibt es immer viel zu organisieren und manchmal müssen wir uns hier von Lehrerseite auch erstmal einarbeiten, wie man so große Events organisiert. Außerdem ist es schwierig, zeitlich immer alles unter einen Hut zu bekommen. Alle haben volle Stundenpläne und der Prüfungsdruck ist oft auch hoch für die Schüler und Schülerinnen.“

Das Interview mit Frau Hoffmann zeigt, wie viel Engagement, Organisation und Herzblut hinter dem „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Team an der FOSBOS Friedberg steckt. Insbesondere die „Open-Mind-Night“ ist jedes Jahr aufs Neue ein Highlight für viele Schüler*Innen. Damit leistet das SoR-Team einen wertvollen Beitrag für unsere Schulgemeinschaft und setzt ein starkes Zeichen für Toleranz und Zusammenhalt.

Das Interview führte Martin P.

Das Große Osterfasten in der Orthodoxie

Viele Christen stellen sich der Fastenzeit vor Ostern, dabei verzichten sie auf beispielsweise Fleisch oder Tierprodukte bei der Ernährungsweise, reduzieren ihren Medienkonsum oder distanzieren sich von weltlichen Aktivitäten und widmen sich der Anbetung und ihrer Zeit mit Gott. So machen es zumindest häufig Katholiken – die Orthodoxen gehen die Vorbereitung auf „Jesus vollbrachtes Werk“ ein Stück weit anders an. Doch wer sind die orthodoxen Christen eigentlich? Die Orthodoxie ist eine der Konfessionen des Christentums neben dem Katholizismus und dem Protestantismus. Die Glaubensrichtungen unterscheiden sich dennoch durch Wertschätzung von Tradition, Liturgie und mystische Glaubenserfahrung. Ein Unterschied zeigt sich dadurch, dass es keine zentrale Autorität wie den Papst gibt, sondern mehrere eigenständige Nationalkirchen, wie die russisch- und syrisch-orthodoxe Kirche.

Великий пост – „Das Große Fasten“ (russisch)

Victoria, die russisch-orthodox ist, berichtet von den eigenen Erfahrungen mit der Fastenzeit: „Wir beginnen unsere Fastenzeit am ‚Reinen Montag‘ etwa sieben Wochen vor Ostern. Verzichtet wird auf Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, auch oft auf Wein und Öl. Meine Familie passt sich individuell an die Fastenzeit an, da jeder unterschiedlich seinen Glauben ausführt und gesundheitlich ebenfalls verschiedene Grenzen bestehen. Meine Eltern und ich, wir nehmen uns zudem noch vor, auf Industriezucker zu verzichten, dennoch ist zum Beispiel Zartbitterschokolade erlaubt. Zudem entschieden wir uns dieses Jahr dazu, Fisch aus dem Verzicht auszuschließen, da die Schultage länger wurden und das Praktikum ins Schulleben eingeführt wurde. Außerdem fordern uns Training und der Arbeitsalltag. Unser Ziel ist es, sich innerlich zu reinigen und das Opfer Jesus mit unseren Körpern zu preisen, indem wir viele unnötige und schädliche Nahrungsmittel nicht konsumieren. Mein persönliches Ziel während des Fastens besteht darin, in Dankbarkeit für das vorhandene Essen zu leben und Gottes Gegenwart sowie sein Opfer für uns tiefer wahrzunehmen.“

ܣܘܪܝܝܐ – „Das Große Fasten“ (aramäisch)

Rawad, die syrisch-orthodox lebt, erzählt: In unserer syrisch-orthodoxen Kirche unterscheidet sich das Große Fasten nicht wesentlich vom russisch-orthodoxen Brauch. Das Fasten beginnt ebenfalls an einem Montag und endet an einem Sonntag – dem Ostersonntag. Die Hauptfastenzeit dauert 50 Tage, und während dieser Zeit ist es nicht erlaubt, tierische Produkte zu sich zu nehmen (Milch, Käse, Eier, Fleisch usw.) – also eine vegane Ernährung. Einige Menschen verzichten jedoch nur auf Fleisch, konsumieren aber Milchprodukte – das entspricht einer vegetarischen Ernährung. Das ist jedoch kein offizielles Gesetz bei den Syrern, sondern eine persönliche Entscheidung, um das Fasten zu vereinfachen. Um die Fastenzeit zu erleichtern, ist es Gläubigen erlaubt, nur in der ersten und letzten Woche sowie mittwochs und freitags während der Fastenzeit zu fasten. Es ist nicht erlaubt, nur auf Dinge zu verzichten, die man ohnehin gerne aufgeben möchte – zum Beispiel darf jemand, der raucht, nicht nur auf das Rauchen verzichten. Während der Fastenzeit sollte der Gläubige, wenn möglich, sieben Mal am Tag beten.

Rawad meint auch: Schwangere Frauen, stillende Mütter, Kinder und kranke Menschen sind vom Fasten ausgenommen. Während der Fastenzeit sind Hochzeiten und Taufen nicht erlaubt. Ich persönlich faste die vollen fünfzig Tage, während meine Familie nur in der ersten und letzten Woche sowie mittwochs und freitags fastet. Das Fasten bedeutet mir sehr viel – es gibt mir ein Gefühl von innerem und körperlichem Frieden, und es hat mich gelehrt, für alles, was ich habe, dankbar zu sein“.

Die Fastenzeit ist – in egal welcher Konfession – so viel mehr als ein bewusster Verzicht auf Nahrungsmittel. Dabei zweigt man sich von der hektischen Alltagswelt ab und nimmt eine Pause ein, um sich wieder im Glauben zu finden und spirituell zu wachsen. Der Fokus des Ganzen darf niemals vergessen werden: Jesus ist für uns und unsere Sünden am Kreuz gestorben, für die Liebe, die Gott – unser Vater – für uns bis heute und für immer bedingungslos empfindet. Anschließend, auferstanden, hat er den Tod und die Sünde durch seinen eigenen Tod besiegt, damit wir die Möglichkeit haben, auch nach dem Tod, ein unendliches Leben mit Gott zu führen. Hier kommen alle Konfessionen und Kirchen zusammen, um dieses Fest gemeinsam zu feiern

Text/Fotos: Rawad O., Victoria H.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Schweigen brechen und Betroffene unterstützen

Von Lojeena Al-Mateiri und Jessica Mayr

Gewalt gegen Frauen gehört zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen weltweit. Oft bleibt sie unsichtbar. Am 25. November ist jedes Jahr der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Dieser Tag erinnert uns daran, genau hinzuschauen, wachsam zu sein und zu handeln. Gewalt hat viele Gesichter. Sie kann körperlich, psychisch, sexualisiert oder strukturell sein. Millionen von Frauen und Mädchen sind davon betroffen. Alter, Herkunft oder sozialer Status spielen keine Rolle. Dieser Tag ist eine Art Mahnmal. Er fordert uns auf: Schweigen brechen. Betroffene unterstützen. Vorbeugende Maßnahmen verstärken. Das ist ein gesellschaftlicher Auftrag. Dieser Auftrag betrifft uns alle.

Text/Visualisierung: Jessica M., Lojeena A.

Stellung beziehen gegen Stammtischparolen – Was kannst DU tun?

Stammtischparolen regieren mitunter unser Beisammensein, aber was ist das überhaupt und was können wir dagegen tun? Stammtischparolen sind pauschale, undifferenzierte und populistische Aussagen, die meist in einer lockeren Runde geäußert werden. Sie sind wenig faktenbasiert, sondern stellen Meinungen und Äußerungen zugespitzt und emotional dar, ohne eine tiefergehende Diskussion auszulösen.

Eine Frau, die sich für gesittete Meinungsäußerung und die Reaktion darauf einsetzt, ist Hannah Schieferle. Sie schrieb einen kurzen Leitfaden, der Menschen dabei helfen soll, in solchen Situationen angemessen zu reagieren. Personen, die leichtfertig Stammtischparolen äußern, schießen oft gegen ein sogenanntes Feindbild. In unserer Zeit sind es meistens rassistische, homophobe oder antisemitische Aussagen, die wieder ein größeres Ausmaß annehmen.

Warum nicht einfach weghören?

Immer öfter werden Äußerungen, wie „Warum sich auf eine Diskussion einlassen? Ich höre einfach weg und dann passt das schon“ geäußert. Oft ist man auch einfach sprachlos und weiß nicht genau, was man nun antworten soll oder aber man fühlt sich nicht genug informiert, um nun eine ausgewachsene Debatte führen zu können. Aber genau diese Ansätze sind falsch. Sie können zwar weniger die Meinung ihres Gegenübers ändern, aber Mithörende lassen sich meist zum Umdenken bewegen. Zudem stärken sie Selbstachtung und Selbstwert, indem Menschen für ihre Werte einstehen.

Quelle: www.pixabay.com/de/illustrations/konversation-sich-unterhalten-reden-799448/

Was kann ich tun?

Es gibt nie die perfekte Reaktion, um auf Stammtischparolen etwas zu entgegnen, da jede Situation unterschiedlich ist. Und doch gibt es ein paar Punkte, die einem dabei helfen können, weder unzufrieden, noch sauer, ein solches Gespräch zu verlassen:

1.        Mit Fakten argumentieren.

Die wenigsten Menschen kennen sich zu 100% mit einen Thema aus, doch warum nicht die Fortschrittlichkeit unserer Gesellschaft nutzen, um aktuelle und seriöse Fakten zum Thema im Internet recherchieren?

2.        Nach Fakten fragen.

Die beste Möglichkeit eine emotional motivierte Aussage zu entkräften, ist mit Hilfe von Fragen. So reicht es oft den Gegenüber mit dem Satz „ Wo hast du das gelesen?“ aus dem Konzept zu bringen.

3.        Nachfragen stellen.

Da es meist einen emotionalen Hintergrund gibt, hilft es, Nachfragen zu stellen, bevor man mit einer Gegenargumentation startet.

4.        Frage nach, ob du das Gesagte richtig verstanden hast.

Oft reagieren die meisten mit einem Angriff, doch häufiger ist es besser mit einem neutralen Ton nachzufragen, ob man das Gesagte auch wirklich richtig verstanden hat. So werden Aprupthandlungen oder Missverständnissse vorgebeugt.

5.        Frage nach persönlichen Erfahrungen.

Viele Stammtischparolen sind Vorurteile, die aus persönlich vorangegangenen Situationen entsprungen sind. Frage nach, um deinen Gegenüber zu verstehen.

6.        Suche Gemeinsamkeiten.

Um deinen Gesprächspartner zu integrieren, zeige erst Gemeinsamkeiten auf, dann kann  zusammen nach Lösungen gesucht werden.

7.        Verbündete suchen.

Ein solches Gespräch alleine zu bestreiten ist viel, such dir am besten einen Mitstreiter, der deine Meinung vertritt.

8.        Sich distanzieren.

Wenn nicht die Möglichkeit und Zeit besteht, sich auf ein langes Gespräch einzulassen, reicht es auch oft, dich einfach nur von dem Gesagten zu distanzieren.

9.        Thema wechseln.

Um einem Streitgespräch zu entgehen und sich trotzdem von der Situation distanzieren, wechsle das Thema und sage kurz, dass du anderer Meinung bist.

Natürlich hilft es nicht immer pauschal, einen der vorher genannten Tipps anzuwenden. Aber wie Erich Kästner sagte. „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ Dieser Satz fasst das Thema „Stammtischparolen“ und das sich Wehren dagegen in nur einem Satz zusammen. Überlege dir das nächste mal daher, ob und wie du auf eine parolisierte Aussage antwortest.

Text: Laura G.

Literatur: Hannah Schieferle, Stellung beziehen gegen Stammtischparolen. Tipps für den Alltag, Friedrich-Ebert-Stiftung Bayern, 2022

Alle gleich? – Die Geschichte der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen

Einer der größten, immer noch umstrittenen Themen, und das seit mehreren Jahrzehnten, ist die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Sei es hinsichtlich Gehälter, im Sport oder bei der Jobsuche, die Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern ist auch heute noch spürbar.

Wenn wir uns frühere Gesellschaften, wie zum Beispiel das antike Griechenland anschauen, wird sehr schnell klar, wie patriarchisch diese geprägt waren. Die Rolle der Frau beschränkte sich auf die Rolle der Hausfrau und Mutter, zudem waren sie den Männern unterstellt und hatten wenig zu sagen. Ihre Ehemänner dagegen blühten in der Politik, der Philosophie und ihren Handwerken regelrecht auf.

Auch die Kirche trug zu diesem Bild der Ungleichheit ihren Teil bei. Oft wurden Frauen als minderwertig und als eine Art Trophäe angesehen. Ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt waren Sie finanziell und gesellschaftlich, von ihren Vätern, männlichen Vormündern und später ihren Ehemännern abhängig.

Der erste Gedanke einer Gleichberechtigung entstand im 18. Jahrhundert in Europa, als erstmals Frauen die Gleichstellung mit ihren Ehemännern forderten, um eine schulische Bildung, das Wahlrecht oder einen Arbeitsplatz zu bekommen. Sehr viele bekannte Feministinnen verfassten Bücher, in denen sie für die Gleichberechtigung argumentieren und die aktuell vorherrschende Ungleichheit als „Folge sozialer Ungerechtigkeit“ bezeichnen.

Als im 19. Jahrhundert die Industrialisierung begann, fingen auch Frauen an, außerhalb ihrer eigenen vier Wände zu arbeiten. Dies änderte ihren Status in der Gesellschaft nachdrücklich. Die „Erste Welle“ des Feminismus beschränkte sich vor allem auf die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen. Es wurden Organisationen gegründet, die für dieses Recht kämpften. Trotz vieler Rückschläge verlief dieser Kampf, wie wir heute wissen, erfolgreich, denn Anfang des 20. Jahrhundert erhielten die Frauen in vielen europäischen Staaten das Recht zu wählen.

Während der zwei Weltkriege entwickelte sich der Gedanke, dass Frauen mehr können und dürfen sollten. Dies lag daran, dass während die Männer in den Krieg zogen, zuhause die Frauen die eher „männlicheren“ Berufe ausübten mussten, um alles am Laufenden zu halten, zum Beispiel die Munitionsproduktion. In den 70er und 80er Jahren setzte man sich vor allem für die sexuelle Befreiung ein, dies bezieht sich überwiegend auf das Thema Abtreibung. Die Frauen wollten selbst bestimmen, was mit ihrem Körper geschieht. Dieses Thema steht auch heute noch hoch im Kurs. Denn gerade in Amerika ist es seit kurzem wieder in einigen Bundesstaaten verboten, einen solchen Eingriff durchführen zu lassen. Zu dieser Entscheidung führte die Ernennung von drei konservativen Richter am Supreme Court während der Präsidentschaft von Donald Trump. Diese Richter in Amerika werden auf Lebenszeit gewählt und vorab vom Präsidenten nominiert. Dies führte zu einem konservativen Überschuss in der Gesetzgebung und somit zur Mehrheit für die Abtreibungsgegner.

In den letzten Jahrzehnten wurden ungeachtet dessen riesige Fortschritte in dem Bereich Frauenförderung geleistet, Frauen sind in vielen Ländern vor dem Gesetz gleich. Sie haben einen Zugang zur Bildung, Berufen, die ihnen früher verwehrt wurden und besetzen mit Erfolg Führungspositionen in der Politik. Trotzdem verdienen Frauen immer noch im Schnitt 23% weniger als Männer und haben es deutlich schwerer in Chefpositionen zu kommen und diese zu halten.

Die Stellung der Frau ist jedoch weltweit immer noch sehr unterschiedlich, denn vor allem in Entwicklungsländern ist diese von der früheren Rolle kaum zu unterscheiden. Dort ist man seinem Mann immer noch unterstellt und von ihm abhängig. Denn trotz der fortschrittlichen Gesellschaft, in der wir leben, gibt es immer noch Länder, in denen Frauen für ihre Rechte kämpfen müssen.

Text/Zeichnung: Laura G.

Lauras Zeichnung wurde mit der App „Procreate“ erstellt.

Feminismus!? Was ist das?

Feminismus früher und heute im Vergleich

Als der uns wohl allen bekannte Lehrer Herr Fischer uns aufforderte, eine Stellungnahme bezüglich „Misogynie“ für einen Unterrichtsbeitrag im Fach „Kommunikation und Interaktion“ zu verfassen, wurde sehr schnell deutlich, dass der Großteil der Klasse weder wusste, was das Wort bedeutet, noch informiert darüber war, wie verbreitet dieses Phänomen heutzutage noch ist. Einige Schüler schrieben ihre Stellungnahme mithilfe der Künstlichen Intelligenz „Chat GPT“. Heutzutage weisen viele Jugendliche und die öffentliche Debatte meiner Meinung nach ein Defizit bei der Aufklärung über Misogynie und ihrem Gegenstück Feminismus auf.

Im Rahmen des aktuellen Spitzenthemas „Damals und Heute“ werden nun die Unterschiede des Feminismus heutzutage und des Feminismus vor mehr als 50 Jahren dargestellt.

Erklärung Feminismus/Misogynie:

„Misogynie“ als Wort bedeutet direkt übersetzt „Frauenfeindlichkeit“. Es beschreibt Vorurteile, Abneigung oder sogar Hass gegenüber dem weiblichen Geschlecht. Misogynie kann sich in verschiedenen Formen zeigen. Beispiele dafür sind abwertende Kommentare, Ungleichbehandlung oder auch Gewalt gegen Frauen. Es ist für eine gleichberechtigte und vor allem respektvolle Gesellschaft wichtig, ein solches Verhalten zu bekämpfen.

Eine Möglichkeit dazu ist der Feminismus. Dieser ist eine Bewegung und Ideologie, die sich für die Gleichberechtigung aller Geschlechter einsetzt. Ziel ist es, Chancengleichheit in allen Lebensbereichen zu schaffen. Der Feminismus hat im Laufe der Geschichte wichtige Fortschritte erzielt, die im Anschluss näher dargestellt werden.

Zu Anfang wird sofort klar, dass der frühere Feminismus sich allein auf die rechtliche und soziale Gleichstellung von Frauen konzentriert. Währenddessen bezieht sich der moderne Feminismus nicht nur allein auf das Geschlecht, sondern auch auf die Identität, Klasse oder Nationalität und den darauf basierenden negativen Behandlungen. Es wurde mit der Zeit erkannt, dass Frauen unterschiedliche Erfahrungen und auch Herausforderungen haben, die von mehreren sozialen Kategorien beeinflusst werden.

Fortschritte des Feminismus im Laufe der Zeitgeschichte:

Eines der frühesten und gleichzeitig auch bedeutendsten Fortschritte des frühen Feminismus war das Frauenwahlrecht, das sich Frauen 1918 in Deutschland erkämpft haben. Seitdem war es Frauen möglich zu wählen und gewählt zu werden.

Nach mehr als 50 Jahren wurde auch 1974 die Abtreibung legalisiert. Frauen haben seitdem das Recht auf den Zugang zu Verhütungsmitteln und sicheren Abtreibungen.

Wenige Jahre später (1977) haben Frauen sich erfolgreich für Reformen im Familienrecht eingesetzt. Seitdem haben Frauen ein Recht auf Scheidung, können aktiv Sorgerecht beantragen und häusliche Gewalt wird als Straftat anerkannt.

Doch erst 2002 wurde dann endlich Gesetze zum Schutz vor Gewalt aufgrund des Geschlechts und somit auch Femiziden eingeführt. Diese Gesetze umfassen Maßnahmen gegen häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung und Vergewaltigung. Erschreckend ist es jedoch, dass die Einführung dieser Gesetze etwas weniger als 25 Jahre zurück liegt.

Ebenso erschreckend ist, dass erst seit 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in Deutschland eingeführt wurde. Dieses Gesetzt verbietet Lohndiskriminierung, um gleiche Chancen im Arbeitsleben zu ermöglichen.

Ausblicke/Wünsche für die Zukunft:

Rückblickend sind dies trotzdem (auch wenn teilweise zu späte) Weiterentwicklungen und ein bedeutender Fortschritt für alle Befürworter des Feminismus. Aufgrund dieser Progression können wir in Zukunft mit mehr Förderung von Frauen in Spitzenpositionen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und somit auch immer mehr mit Frauen in Führungspositionen rechnen. Auch eine internationale Förderung von Frauenrechten in Ländern mit besonders starkem Ungleichgewicht und eine Beendung der stereotypischen Geschlechterbilder und somit auch ein vielfältiges Rollenverständnis ist in Zukunft zu erwarten.

Ausblickend in die Zukunft wäre eine Gesellschaft, in der sowohl Frauen als auch Mädchen sicher vor Gewalt, Belästigung oder Diskriminierung leben können, wünschenswert. Auch die weltweite Anerkennung aller Geschlechteridentitäten und sexuellen Orientierungen wäre ein großer Schritt. 

Eine große Hilfe bei vielen dieser Schritte wäre eine stärkere Einbindung von Männern in feministischen Bewegungen, um Geschlechtergerechtigkeit gemeinsam voranzubringen.

Doch leider werden viele dieser Wünsche bis auf weiteres eine Utopie bleiben.

„Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine ‚weibliche Zukunft‘. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“

 – Johanna Dohnal, Gastvortrag an der Technischen Universität Wien, WIT-Kolloquium 22. März 2004

Kommentar: Jessica Jeerarat Mayr

„Heart Beats“ – Wofür schlägt dein Herz? 

Die Open-Mind-Night an der FOS BOS Friedberg

Am 8. Februar 2024 fand an der FOS BOS Friedberg die jährliche Open-Mind-Night statt, die in diesem Jahr unter dem Motto „Heart Beats – Wofür schlägt dein Herz?“ stand. Es war bereits das dritte Mal in Folge, dass diese Veranstaltung abgehalten wurde – dabei wurde bisher jedes Jahr ein neues Motto präsentiert.

Die Open-Mind-Night wurde vom Team „Schule ohne Rassismus“ geplant, das im Dezember mit der Organisation begann und sich alle drei Wochen am Freitag traf. Die Schülerinnen und Schüler wurden von den Lehrkräften unterstützt, um eine erfolgreiche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Die Gruppe bezeichnete sich während und nach der Planung als „gut eingespieltes Team“.

Die Künstler, die an der Open-Mind-Night teilnehmen wollten, mussten vorab ein Video oder ähnliches einreichen, und das Team traf die Entscheidung über ihre Teilnahme. Die Message für „mehr Offenheit“ kam bei den Zuschauern sehr gut an und zeigte die Vielfalt und Diversität der Schule.

Die Show erfreute sich großer Beliebtheit, und viele Zuschauer erwägten, im nächsten Jahr selbst teilzunehmen. Sogar Lehrerinnen und Lehrer überlegten, bei der Veranstaltung mitzumachen, falls die Möglichkeit bestünde. Die Veranstaltung begann mit den Trailer “Heart Beats”. In diesem Clip wurde vorgestellt, für was und wen das Herz schlägt. Des Weitern wurden Poetry Slams, Songs, Kleinkunst, Freestyle-Tanz, Filme und Instrumentalstücke vorgestellt. Besonders die musikalischen und gesanglichen Acts wurden positiv hervorgehoben, aber auch die anderen Auftritte wurden sehr gut aufgenommen.

Insgesamt waren 280 Personen bei der Open-Mind-Night anwesend. Am Ende des Tages wurde eine Spende für einen wohltätigen Zweck gesammelt, um einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten und die Werte der Veranstaltung zu unterstreichen. Das Event war ein voller Erfolg und zeigte, wie Schüler, Lehrer und Künstler gemeinsam etwas Besonderes auf die Beine stellen können.

Mitwirkende an diesem Abend waren Tabea, Sarah, Eva, Rahand, Romy, Kim, Emily, Paula, Burhan, Vanessa, Anna, Lilli, Celine, Sarah, Antonia, Theresa, Annika, Franzi, Eduard sowie das Theater-Seminar, die Schulband, die Klassen 13 TA/B und natürlich das „SOR-Team“.

Text: Jessica V.

Fotos: Lara Q., Laura G.

Liebe liegt in der Luft – auch bei uns?

Auch dieses Jahr setzten sich unsere Schülersprecherinnen und Schülersprecher dafür ein, die sogenannte Valentinstagsaktion zum Leben zu erwecken und zu optimieren, damit jeder zufrieden ist. So konnten sich die Schülerinnen und Schüler Karten in Herzform kaufen, um sie ihren Liebsten zu schicken. Und so wurde die Aktion ein voller Erfolg dieses Jahr. Egal ob Karten an die beste Freundin, an den Partner oder um zu sagen, dass man jemanden liebt. Alles war dabei. Unsere SMV machte sich die Mühe, dass neben der Karte nicht nur eine kleine Schokolade, sondern auch eine Rose mitgeliefert wurde.

Und trotzdem wurde niemand ausgeschlossen. Jeder bekam etwas an diesem Tag. Die Schülerinnen und Schüler durften sich alle über eine kleine Praline und einen Zettel mit süßen Sprüchen freuen. Auch die Lehrkräfte bekamen eine kleine Aufmerksamkeit. Es diente dazu, zu zeigen, dass jeder an diesem Tag ein Stückchen Liebe verdient.

Die ganze Aktion zeigt einmal mehr, wie sehr auf alle, die in der Schule lernen und lehren, eingegangen wird, um das Gefühl, dass wir alle eine Gemeinschaft sind, zu verstärken. Es ist ein guter Weg, die Beziehungen untereinander zu festigen und einfach mal wahrzunehmen, wie wichtig man sich ist. Denn dies zeigt, auch nur eine kleine Geste kann den Schulalltag erheblich verbessern. 

Die Schüler waren nicht minder begeistert von der Sache und viele ließen sich nicht die Chance nehmen, selbst eine Karte zu verschenken. 

Wir hoffen, dass diese Aktion auch die nächsten Jahre bleibt, da es wichtig ist, mit solchen Aktionen Möglichkeiten und Toleranz zu schaffen. 

Text/Fotos: Laura G.