friedo - Die Schülerzeitung der Beruflichen Oberschule Friedberg

Herzlich Willkommen, liebe Leserinnen und Leser!

Seite 8 von 60

Mentale Gesundheit: Alles nur Kopfsache?

Ganz ehrlich? Dieses Thema mit der mentalen Gesundheit nervt langsam echt. Überall hört man davon – in der Schule, im Internet, in jeder zweiten Präsentation. Ständig geht’s darum, wie gestresst alle sind und dass Schule so „schlimm“ ist. Aber ist das wirklich so?

Klar, Schule ist manchmal anstrengend.Aber das war sie schon immer. Früher hat man’s halt einfach durchgezogen, ohne direkt zu sagen, dass man „mental am Ende“ ist. Heute hat gefühlt jeder sofort ein Problem, sobald’s mal ein bisschen stressig wird. Drei Arbeiten in einer Wochen -Katastrophe! Hausaufgaben vergessen – Burnout! Ernsthaft?

Zeichnung: Lirjona K.

Ich hab das Gefühl, das Thema wird einfach zu groß gemacht. Wenn man sich ständig einredet, dass alles zu viel ist, wird’s irgendwann auch zu viel. Vielleicht sollte man einfach wieder lernen, mit Druck umzugehen, statt gleich alles auf „mentale Gesundheit“ zu schieben.

Klar, jeder hat mal schlechte Tage – das ist normal. Aber muss man daraus gleich ein Riesenthema machen? Nicht alles im Leben ist easy, und das ist auch okay so. Manchmal hilft’s, einfach mal durchzuatmen, Musik zu hören oder was mit Freunden zu machen, statt alles zu analysieren.

Man kann’s auch übertreiben – und genau das passiert gerade. Mentale Gesundheit ist wichtig, ja, aber sie muss nicht überall das Gesprächsthema Nummer eins sein. Schule ist halt nicht immer Spaß, aber das gehört doch irgendwie dazu, oder?

Kommentar: Lirjona K.

Teamgeist, Motivation, Bewegung und eine Menge Spaß – Der Ballsporttag in Neu-Ulm

Auch dieses Jahr fand der sehnsüchtig erwartete Ballsporttag am 09. Oktober 2025 in Neu-Ulm statt. Zu diesem erschienen zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulen, die sich in unterschiedlichen Ballsportarten beweisen wollten.

Folgende Lehrkräfte haben unsere Teams tatkräftig unterstützt:

Herr Hartmann (Handball Mixed), Herr Lippeck (Fußball männlich), Herr Nawrath (Volleyball männlich), Herr Zink (Basketball männlich) und Frau Lipczinsky (Volleyball weiblich). Durch ein geringes Interesse der Damen gab es dieses Jahr leider kein weibliches Fußball- und Basketballteam.

Das Handballteam spielte gegen starke Gegner aus Sonthofen, Memmingen und Neu-Ulm. Obwohl viele aus der Mannschaft keine erfahrenen Handballerinnen und Handballer waren, steigerten sie sich im Laufe des Turniers zu echten Handballspielerinnen und -spielern. Trotz dass die Gegner zum Teil Jugendbundesliga-Handballer in ihren Reihen hatten, waren der Wille und der Teamgeist sehr präsent und unsere Mannschaft hat tapfer gekämpft.

Unser Fußballteam traf im ersten Spiel auf Memmingen und im weiteren Verlauf des Turniers auf Donauwörth und Augsburg. Zu Beginn herrschte eine etwas überhebliche Stimmung, doch die Realität holte unsere Kicker schnell ein. Sie verloren bedauerlicherweise sowohl das erste als auch das zweite Spiel. Verständlicherweise war die Stimmung demnach leicht getrübt. Da die Mannschaft nur einmal gemeinsam im Vorfeld trainiert hat und die Beteiligung daran ziemlich gering war, machte sich dies im fehlenden Zusammenspiel bemerkbar. Zudem hatten andere Teams äußerst gute Spieler, die unseren Fußballern letztendlich überlegen waren.

Die Männer des Volleyballteams spielten ebenfalls gegen sehr starke Gegner aus Kaufbeuren, Augsburg, Sonthofen, Kempten, Memmingen und Neu-Ulm. Anfänglich gab es kleinere Unstimmigkeiten zwischen zwei Spielern und die Mannschaft musste sich erst finden. Hinzu kam, dass das Läufersystem im ersten Spiel nicht funktioniert hat und es für zu viel Unruhe gesorgt hat. Im darauffolgenden Match änderten sie ihr Spielsystem und gewannen so an Ruhe und Sicherheit. Im Spiel um Platz 3 gegen Neu-Ulm verlor unsere Mannschaft, da die Gastgeber mit Trommlern und lautstarker Unterstützung einen Heimvorteil hatten.

Beim Basketballturnier traten die Teams in zwei Gruppen gegeneinander an. Unsere Basketballer hatten zu Anfang ein Derby gegen Augsburg, welches sie verloren haben. Nichtsdestotrotz konnte sich die Mannschaft in ihrer Gruppe als Zweiter hinter Augsburg platzieren. Daraufhin trafen sie auf den Erstplatzierten der anderen Gruppe, Kaufbeuren. Auch bei diesem Spiel musste sich das Team leider geschlagen geben. Dennoch hat es allen Beteiligten viel Spaß gemacht.

Die Frauen des Volleyballteams spielten gegen besonders starke und teils professionelle Gegnerinnen, was die Matches zu einer echten Herausforderung gemacht hat. Insgesamt haben unsere Damen aber eine klasse Teamleistung gezeigt, wobei vor allem die Vereinsspielerinnen die anderen Spielerinnen toll unterstützt haben. Unter dem Strich also auch für unsere Volleyballerinnen ein großartiger Tag.

Folgende Platzierungen wurden von unseren Teams erreicht:

Handball Mixed: 5.Platz

Fußball männlich: 6.Platz

Volleyball männlich: 4.Platz

Basketball männlich: 4.Platz

Volleyball weiblich: 7.Platz

Alles in allem kann man sagen, dass der Ballsporttag ein rundum gelungenes Ereignis war und sich unsere Teams wacker geschlagen haben. ⚽️🏀🏐

Text: Elisa H. Fotos: betreuende Lehrkräfte

School-Life-Balance — Der Retter in der Not

Sogar achtjährige Schüler sagen, dass ihnen Schule keinen Spaß mehr bereitet, dass Schule anstrengend ist und dass ihnen die Schule Freizeit raubt. Außerdem weisen Statistiken auf alarmierende Werte im Bereich der mentalen Gesundheit hin. Was erwartet man auch bei Krisen, Kriegen und Ängsten – die verstörende Realität 2025? Selbstverständlich sehr gute Noten, nicht wahr, weil mit welchen Problemen können Kinder wohl sonst kämpfen? Mit dieser Einstellung entstehen dann auch noch sinkende Prozentzahlen bei der familiären Unterstützung – vor allem bei benachteiligten Familien. Dort entsteht ein starker Belastungsfaktor, der sich in Form von Ängstlichkeit und psychischen Auffälligkeiten äußert. Jedes dritte bis vierte Schulkind ist davon betroffen. Ist da denn nicht schleunigst zu handeln? Sollte die Blütezeit der Jugend in der Schule, wo man den halben Tag verbringt, nicht eigentlich etwas Schönes sein? Dafür ist der Ausgleich zwischen Schulzeit und Freizeit essentiell: School-Life-Balance – der Retter in der Not!

Statistiken schlagen mit ihren Zahlen längst Alarm seit der Corona-Pandemie. Zwei Drittel der Befragten leiden an starker Erschöpfung, ein Drittel an regelmäßigen Schlafproblemen und etwa ein Sechstel an Kopfschmerzen. Die Spitze des Eisbergs – 84 Prozent der Schüler haben eine niedrige oder moderate Gesundheitskompetenz – dies zeigt, dass die Problematik nicht nur psychische sondern auch physische Auswirkungen hat. Vor allem Mädchen leiden in ihren kritischen Entwicklungsphasen enorm: mangelnde Unterstützung, Übermengen an Stress. Stress ausgelöst bei beiden Geschlechtergruppen durch Sorgen, Angst, schlechte Noten und Leistungsdruck. Leistungsdruck erzeugt durch Lehrer, Eltern und eine hohe Anzahl an Leistungsnachweisen. Klar: man simuliert hiermit eine Situation, um Disziplin und Selbstorganisation beizubringen. Dennoch: psychische Gesundheit ist wesentlich wichtiger, vor allem in der Jugend. Eine ausgewogene School-Life-Balance sorgt für weniger Stress, Angstzustände und Depressionen. Für bessere Schulleistungen: Vermeidung eines Burnouts durch Überbelastung. Beispiel: DAK 2024 zeigte, dass Schüler mit einer ausgewogenen Balance sich gesünder fühlen. Das wirkt sich auch positiv auf Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung aus.

Zeichnung: Lirjona K.

Eine ausgewogene School-Life-Balance steht auch in Zusammenhang zu einer besseren Lernleistung. Wie bei einem Läufer nach einem Marathon, der Atemzug zum Durchschnaufen – so wirken auch die Pausen bei den Lernenden. Pausen fördern die Konzentration und das Gedächtnis. Erholte Schüler können Informationen schneller verarbeiten und somit steigert sich die Qualität und Quantität des Lernens – eventuell sogar auch der Spaß dabei. Das Gehirn ist ja bestimmt topfit um fünf Uhr Nachmittags zum Mathe lernen. Sicher: Zeitmanagement muss man lernen. Also: Wenn man das rechtzeitige Lernen versäumt hat, muss man mal auf die wohlverdiente Pause verzichten und lernen. Liebe Eltern und Lehrer, unterstützt das Kind dabei und wenn es mal nur die Drei oder mal die Vier in Mathe wird – fördert die Schüler und den Willen weiterhin! Aber in Balance.

School-Life-Balance sichert soziale Kompetenz. Soziale Kompetenz in Form von Freizeit mit Freunden stärkt soziale Fähigkeiten, die unerlässlich für das künftige Arbeitsleben sind. Ja: Druck und Stress ist ebenfalls eine Vorbereitung auf das Erwachsenenleben. Aber: Mathe kann man im Laufe der Schulzeit lernen und nachholen – soziale Kompetenzen lernt man überwiegend außerhalb der Schule. Familie und Hobbys fördern Teamarbeit, Empathie und Konfliktfähigkeit – Qualitäten eines Menschen. Schulische Leistungen reichen allein für eine gelungene persönliche Entwicklung nicht aus. Eltern sollen sich vor allem an dieser Stelle engagieren und eingreifen, denn Persönlichkeit überwiegt Leistung.

Um der Jugend eine schöne Schulzeit ermöglichen, müssen Lernbedingungen verbessert werden. Wieso fragt man die Schüler nicht selbst? Lehrer sollten Rückmeldungen geben, aber auch selbst annehmen. Der Wunsch von Schülern liegt bei der Verbesserung einer Schüler-Lehrer-Beziehung, die sie zu einem erfolgreichen Abschluss oder Abitur begleitet. Ohne aktive Veränderung von Inhaltsvermittlungen können auch alternative Prüfungsformate nicht umgesetzt werden. Bei den beispiellosen Herausforderungen, mit denen Heranwachsende zu kämpfen haben, sind alle guten Dinge drei: Erstens: Aufmerksamkeit. Zweitens: Wertschätzung. Das Beste kommt zum Schluss: School-Life-Balance. Also lasst uns Schule zu einem Ort machen, an dem Lernen und Leben im Gleichgewicht stehen.

Kommentar von Victoria H.

„Wer nicht gut schläft, kann auch nicht gut lernen“: Im Gespräch mit unserer Verbindungslehrerin Martina Klaus

Unsere Verbindungslehrkraft Frau Klaus unterrichtet an unserer Schule die Fächer Englisch und Wirtschaft. Seit mittlerweile drei Jahren gehört sie fest zum Kollegium. Zuvor war sie sieben Jahre an der Fachoberschule in Fürth tätig, bevor sie sich entschied, in ihre schwäbische Heimat zurückzukehren.

Foto: Justin A.

Als Verbindungslehrkraft ist Martina Klaus eine wichtige Ansprechpartnerin für Schüler und Lehrkräfte. Im Interview spricht sie über Konfliktlösung, Werte im Unterricht, mentale Gesundheit und persönliche Erfahrungen. Ich hatte die Möglichkeit, ihr einige Fragen zu stellen.

Was macht eine Verbindungslehrkraft?
Frau Klaus: „Eine Verbindungslehrkraft ist eine Verbindung zwischen den Schülern untereinander sowie zwischen Lehrern und Schülern und vertritt deren Interessen.“

Gibt es etwas, das Sie als Lehrkraft gelernt haben, aber in der Rolle als Verbindungslehrkraft anders sehen?
Frau Klaus: „Ich bin erst frisch Verbindungslehrkraft geworden. Mit dem alten Verbindungslehrerteam stand noch vor kurzem die SMV-Wahl an. Nach dieser Wahl übernahmen Herr Meier und ich dann die Arbeit, auf die ich mich sehr gefreut habe. Fragen Sie mich in einem Jahr nochmal.“

Wie würden Sie Ihren Umgang mit Konflikten beschreiben?
Frau Klaus: „Wenn es Konflikte gibt, ist es, glaube ich, gut, zunächst getrennte Wege zu gehen, um den ersten Ärger abzubauen und zu überlegen, worin das Problem besteht und welche Lösungen es geben könnte. Nach einer gewissen Zeit kann man sich dann wieder zusammen setzen, die verschiedenen Seiten anhören und versuchen einen Kompromiss zu finden, der für alle passt.“

Hat Ihnen Ihr Unterricht geholfen, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was die junge Generation bewegt?
Frau Klaus: „Ich habe das Gefühl, dass ich durch meinen Beruf näher an der jüngeren Generation bin. Der Nachteil an der FOS ist, dass wir wenig Zeit für emotionale Themen haben, da die Schulart stark fachlich orientiert ist. Ich versuche jedoch, die Schüler nicht nur fachlich, sondern auch auf einer freundlichen, emotionalen Ebene zu begleiten, sodass es nicht nur um Noten und Unterrichtsstoff geht, sondern auch um das Menschliche.“

Wenn Sie einen Tag lang Schülerin wären, was würden Sie verändern oder ausprobieren?
Frau Klaus: „Als Schülerin würde ich mich viel öfter auf die grünen Wackelstühle setzen und versuchen, die FOS so schnell wie möglich zu durchlaufen, um den Druck zu reduzieren und das Beste aus der kurzen Zeit zu machen. An der Schule passiert viel, zum Beispiel Weihnachtsaktionen, Mottowochen, Wandertage und Studienfahrten. Ich würde mich als Schülerin an solchen Dingen beteiligen und versuchen außerhalb des Unterrichts etwas zum Schulleben beizutragen.“

Welchen Zweig hätten Sie gewählt, wenn Sie heute Schülerin wären?
Frau Klaus: „Ich hätte wahrscheinlich den Sozialzweig gewählt, obwohl ich heute Wirtschaft unterrichte.“

Wenn Ihr Job als Lehrerin ein Song wäre, welcher wäre es?
Frau Klaus: „Das ist eine schwierige Frage, aber da ich bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Arbeit komme, fällt mir jetzt ‚Bicycle Race‘ von Queen ein. Die Musik von Queen ist sehr abwechslungsreich – mal schnell, mal laut, mal ruhig – genauso wie das Lehrerdasein. Die Arbeit im Klassenzimmer macht mir großen Spaß, weil ich mit Menschen arbeiten und ich mich mit Ihnen austauschen kann, daher wird es selten langweilig. Zuhause ist die Arbeit jedoch nicht vorbei: Man muss den nächsten Tag vorbereiten, Leistungsnachweise erstellen und korrigieren.“

Welches Fach in der FOS hätte Sie am meisten interessiert?
Frau Klaus: „Psychologie hätte mich wahrscheinlich am meisten interessiert.“

Wie entspannen Sie sich nach einem anstrengenden Schultag?
Frau Klaus: „Am besten entspanne ich direkt, wenn ich mit dem Fahrrad nach Hause fahre, um den Kopf frei zu bekommen. Danach mache ich etwas Sport, gehe relativ früh ins Bett und schaue meistens nicht Fern, da ich dann deutlich besser schlafen kann.“

Foto: privat

Was wünschen Sie sich von den Schülern, um Ihre Arbeit zu erleichtern?
Frau Klaus: „Mir ist wichtig, dass es den Schülern emotional gut geht. Durch einige Gespräche habe ich festgestellt, dass viele bereits erkannt haben, dass Handys und soziale Medien viel wertvolle Zeit beanspruchen und nicht immer guttun. Ich wünsche mir, dass die Schüler lernen, bewusst Offline-Zeiten einzuplanen – zum Beispiel ein oder zwei Stunden, in denen sie mit Freunden draußen sind, ohne Handy, und beobachten, wie sich das anfühlt. Ich selbst habe natürlich auch ein Handy und merke, dass es mir manchmal Zeit klaut. Viele Schüler berichten mir sogar, dass sie TikTok gelöscht haben, weil es zu viel Zeit raubt.

Meine Schüler wissen außerdem, dass ich Wert darauf lege, dass Handys in der Tasche bleiben und nicht auf dem Tisch liegen. Natürlich haben Handys und iPads viele Vorteile, aber es ist meiner Meinung nach wichtig, einen gesunden Umgang damit zu lernen. Das bedeutet auch, dass sie nachts weggelegt werden, damit ausreichend Schlaf sichergestellt werden kann – denn wer nicht gut schläft, kann auch nicht gut lernen.“

Was möchten Sie den Schülern auf den Weg geben?
Frau Klaus: „Sie sollen wissen, dass sie sich nicht festlegen müssen. Jede schlechte Erfahrung kann auch eine gute Erfahrung sein, weil man daraus lernt, was man beruflich nicht machen möchte. Man kann sich jederzeit neu orientieren – auch später im Leben. Ich selbst habe das auch getan und war relativ alt, als ich mit Abi, Ausbildung, Studium und Referendariat fertig war, habe es aber trotzdem durchgezogen. Wenn etwas schwierig ist, sollte man nicht aufgeben, sondern weiter machen und daraus lernen.“

Interview: Justin A.

Praktikum, Pubs & Panorama – zwei Wochen in Irland

Im Frühjahr 2025 bekamen die frischgebackenen 11. Klässler der Wirtschafts- und Technikzweige der Fachoberschule Friedberg das Angebot, an einem zweiwöchigen Auslandspraktikum in Irland teilzunehmen – größtenteils finanziert durch Erasmus+. Dafür mussten die Interessenten eine Bewerbung und ihren Lebenslauf auf Englisch an Herrn Rettinger und Herrn Kretschmer schicken. In einem Auswahlverfahren wurden schließlich etwa zehn Schüler pro Zweig ausgewählt.

Nach monatelanger Organisation durch die Lehrkräfte, gemeinsam mit der Agentur „Your International Training“, war es am 17.07.2025 endlich so weit: Um 12:30 Uhr startete unser Bus am Schulparkplatz Richtung Flughafen München. Nach einem Flug nach Dublin und einer dreistündigen Busfahrt erreichten wir am Abend unsere Gastfamilien in Sligo.


Am nächsten Morgen gab es eine Einführung in der Agentur: Vorstellung der Ansprechpartner, wichtige Regeln, Infos zu Ausflügen und zur Arbeit. Anschließend wurden die Schüler zu ihren Praktikumsstellen gebracht, um das Team und die Arbeitszeiten kennenzulernen.

Am 19.07. fand schon der erste Ausflug mit unserem Tourguide Ry statt: Wir besuchten unter anderem Mullaghmore Castle and Harbour, Gleniff Horseshoe, den Glencar-Wasserfall und Creevykeel – eine Art „Mini-Stonehenge“. Einige Schüler ließen den Tag im beliebten Gracie’s Pub ausklingen. Wichtig zu wissen: In Irland dürfen unter 18-Jährige nach 21 Uhr keine Pubs mehr betreten und es gilt striktes Alkoholverbot.

Am nächsten Tag ging es zum Strand von Strandhill. Ein Surfkurs im kalten Atlantik sorgte für gemischte Reaktionen: von „Das war richtig cool!“ bis „Nie wieder!“. Danach begann die erste Arbeitswoche. Manche Schüler teilten sich eine Praktikumsstelle, andere fuhren mit Bus oder Zug, wieder andere wurden von der Agentur gebracht. Flexibilität war gefragt – aber die meisten waren am Ende der Woche sehr zufrieden.

In der Freizeit trafen sich Schüler zum Fußball-, Basketball- oder Billardspielen. Am 26.07. fuhren wir am frühen Morgen mit dem Zug eigenständig nach Dublin. In kleinen Gruppen erkundeten wir die Stadt, bevor es spät abends zurückging. Tags darauf stand ein Ausflug nach Galway auf dem Programm: kurze Stadtführung, Quiz und anschließend freie Zeit.

Die letzten drei Tage verbrachten wir noch einmal in unseren Praktikumsbetrieben. Einige bekamen sogar kleine Abschiedsgeschenke oder wurden zum Essen eingeladen. Am letzten Nachmittag überreichte uns die Agentur unsere Teilnahmeurkunden. Abends feierten wir im Gracie’s Pub noch den Geburtstag von Herrn Rettinger nach und überreichten ihm ebenfalls ein Geschenk. Das Packen war für einige an diesem Abend und am nächsten Morgen etwas mühsam, da sich manche ein zusätzliches Handgepäck besorgen mussten, um ohne Übergewicht ihre eigenen sowie eingekauften Sachen zu verstauen.

Am 31.07.2025 hieß es Abschied nehmen: Nach Busfahrten und dem Rückflug nach München kamen wir nachts um ein Uhr am Schulparkplatz an, wo Herr Kretschmer und unsere Familien schon warteten. Mit der Zeugnisvergabe endete nicht nur die Reise, sondern auch unser erstes Schuljahr an der FOS Friedberg.

Slán go fóill! (Irisch: „Auf Wiedersehen für jetzt!“)

Victoria Hapanovich, 12TC

Deepfake-Pornografie als Form der digitalen Gewalt

1. Was sind Deepfakes?

Deepfakes sind digitale Inhalte wie Bilder, Tonaufnahmen oder Videos, die mithilfe Künstlicher Intelligenz erzeugt oder verändert wurden. Sie ähneln realen Personen, Objekten, Orten, Institutionen oder Ereignissen so stark, dass sie beim Betrachter den falschen Eindruck von Echtheit oder Authentizität erwecken können.

2. Formen der Manipulation

Mithilfe sogenannter „Face-Swapping“-Technologie wird das Gesicht der betroffenen Person auf das Bild- oder Videomaterial einer anderen Person übertragen. Neben dem Face-Swapping, gibt es weitere Formen der Manipulation durch Künstliche Intelligenz. Dazu zählt unter anderem das „Voice Swapping“, bei dem die Stimme einer Person nachgeahmt oder ersetzt wird. Eine weitere Technik ist das sogenannte „Body Puppetry“, bei dem die Körperbewegungen einer Person aufgezeichnet und auf eine andere Person in einem Video übertragen werden.

3. Betroffene Personen – nicht nur Prominente

Die betroffenen Personen sind hauptsächlich Mädchen und Frauen. Die Gefahr, in Deepfake-Pornografie zu erscheinen, betrifft nicht nur prominente Persönlichkeiten. Auch Privatpersonen und nicht-öffentliche Personen können Opfer solcher Manipulationen werden. Wir müssen mit der Gefahr leben, dass uns das jederzeit passieren kann.

4. Technologische Entwicklung und Anwendungen

Als die ersten Deepfake-Tools entwickelt wurden, waren sie technisch anspruchsvoll und nur schwer zugänglich. In der Anfangsphase wurden vor allem Face-Swap-Videos mit prominenten Frauen erstellt und verbreitet. Mit der fortschreitenden Entwicklung wurden die Anwendungen jedoch zunehmend benutzerfreundlicher und damit für eine breitere Öffentlichkeit nutzbar. Infolgedessen gerieten immer häufiger auch Privatpersonen ins Visier von Deepfake-Manipulationen.
Inzwischen gibt es zahlreiche Apps, Websites und Programme, die Künstliche Intelligenz nutzen. Darunter auch solche, mit denen sich Deepfake-Pornografie erstellen lässt. Selbst scheinbar harmlose Bilder, die auf Instagram oder anderen Sozialen Medien gepostet werden, können als Grundlage für derartige Inhalte dienen. Die Bandbreite reicht dabei von manipulierten Bildern in Unterwäsche oder Nacktheit bis hin zu vollständig gefälschten pornografischen Videos. Für die Erstellung solcher Deepfakes genügt oft bereits ein einzelnes Foto.

5. Erste Fälle und steigendes Vorkommen

Bereits im Herbst 2017 tauchten erste Deepfake-Pornovideos mit bekannten Schauspielerinnen im Internet auf. Während diese frühen Fälschungen noch relativ leicht als unecht zu erkennen waren, ist die Qualität heutiger Deepfakes so hoch, dass sie kaum noch von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind.
Im Sommer 2024 wurde durch einen Bericht der Journalistin Ko Narin öffentlich, dass sich in Südkorea zahlreiche Gruppen organisiert haben, die Deepfake-Pornografie von Studentinnen und Schülerinnen verbreiten. Betroffen sind mehr als 500 Bildungseinrichtungen, darunter Universitäten und Schulen. Die Verbreitung der Inhalte erfolgte hauptsächlich über die Messenger-Plattform Telegram.

6. Verbreitung und Plattformökonomie

Das System funktioniert folgendermaßen: Einzelne Deepfake-Ersteller verdienen Geld mit ihren Videos und verbreiten Ausschnitte davon auf großen Deepfake-Plattformen, um neue Kundschaft zu gewinnen. Diese Plattformen generieren Einnahmen hauptsächlich durch Werbung, beispielsweise von Anbietern spezieller Deepfake-Apps. Die Anbieter dieser Apps erzielen ihre Gewinne durch Abonnements und nutzen teilweise Soziale Medien für ihre Werbung. Darüber hinaus profitieren auch Webhosting-Dienste, Serverbetreiber und Suchmaschinenbetreiber von den Aktivitäten auf diesen Plattformen.
Mit der Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz werden Deepfakes künftig noch schneller, einfacher und kostengünstiger herzustellen sein. Von diesem Geschäft profitieren zahlreiche Akteure: die Urheber der Videos, Betreiber der Plattformen, Hersteller der Apps sowie Webhosting- und Serverdienste. Sie alle erzielen Einnahmen durch die Nutzung manipulierten oder gestohlenen Bild- und Identitätsmaterials.

7. Auswirkungen auf die Betroffenen

Das Leben der Opfer wird durch Deepfake-Pornografie oft vollständig erschüttert. Viele verlieren dadurch entweder ihren Arbeitsplatz oder zumindest einen großen Teil ihrer Würde. Die Folgen können schwerwiegende und langfristige psychische sowie physische Schäden umfassen, insbesondere aufgrund der herabwürdigenden und sexualisierenden Objektivierung. Zudem kann es zu Rufschädigungen kommen, etwa durch Rachepornos. Cybermobbing wird durch solche Inhalte verstärkt und wirkungsvoller. Dabei werden nicht nur die Rechte der Opfer verletzt, sondern auch die der im Ausgangsmaterial dargestellten Pornodarstellerinnen.

8. Beispiele für gesetzliche Regelungen weltweit

Im Jahr 2020 haben China, Südkorea sowie mehrere US-Bundesstaaten Gesetze verabschiedet, die die Verbreitung von Deepfake-Pornografie unter Strafe stellen. Anfang 2024 haben Großbritannien und Italien die Verbreitung pornografischer Deepfakes unter Strafe gestellt. Nach einer EU-Richtlinie sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Verbreitung von Deepfakes bis spätestens 2027 strafrechtlich zu ahnden.

9. Herausforderungen beim rechtlichen Vorgehen

In vielen Ländern existieren Gesetze, die sich auf bestimmte Aspekte der Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie anwenden lassen. So können etwa Urheberrechtsverletzungen oder rufschädigende Inhalte rechtlich verfolgt werden. In der Praxis jedoch gestaltet sich der rechtliche Weg schwierig: Wer gegen solche Inhalte vorgehen möchte, braucht finanzielle Mittel, um juristische Schritte einzuleiten. Hinzu kommt, dass es oft nahezu unmöglich ist, die verantwortlichen Personen hinter der Erstellung und Verbreitung dieser Deepfakes zu identifizieren. Für die meisten Betroffenen bleiben die Handlungsmöglichkeiten daher stark eingeschränkt. Der rechtliche Schutz besteht theoretisch, ist aber für viele in der Realität kaum durchsetzbar.

10. Zivilgesellschaftliches Engagement

Die „NotYourPorn“-Kampagne wurde im Jahr 2019 gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation. Sie bietet Aufklärungsprogramme an Schulen sowie Schulungen für die Polizei an, um Einsatzkräfte im Umgang mit Opfern bildbasierter sexueller Gewalt zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die Organisation das gesellschaftliche Bewusstsein für dieses Thema und berät die Regierung bei der Ausarbeitung entsprechender Gesetzestexte. „NotYourPorn“ ist eine von zahlreichen Organisationen, die in den letzten Jahren ins Leben gerufen wurden, um den Herausforderungen im Umgang mit solchen Fällen entgegenzuwirken.

Fazit

Mittlerweile sind die Technologien für die Herstellung von Deepfakes nicht nur leicht zugänglich, sondern auch hochgradig effizient. Sie erfordern immer weniger Ausgangsdaten und erzeugen täuschend realistische Ergebnisse. Die Gefahr, in Deepfake-Pornografie dargestellt zu werden, betrifft nicht nur prominente Persönlichkeiten. Auch Privatpersonen und nicht-öffentliche Personen können Opfer solcher Manipulationen werden. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass diese Gefahr jederzeit jeden treffen kann.

Text: Jana G.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »