Alternative Musik – Alles außer „normal“ und Mainstream

Seit den 1970ern Jahren kennt man Musik, die sich aus dem „Underground“ entwickelt unter dem Sammelbegriff Alternative. Dieser Sammelbegriff weitet sich dabei stetig aus; zunächst zählten nur D.I.Y.- Underground- und Independent-Musik dazu, heutzutage gibt es mehr Musikrichtungen als man zählen kann.

Vor allem Punk trägt zur Vielfalt der alternativen Musik bei. Die Sex Pistols, The Velvet Underground und Patti Reeds gelten als Mitbegründer der alternativen Musikszene. Auch in der Post-Punk-Ära (zwischen 1978 und 1984) erlebte die Szene einen weiteren Aufschwung. Emo- und Punkrock, Indie und Metal sind heute mitunter die größten Bereiche in der alternativen Schiene.

Emo

Emo (ursprünglich Emotional Hardcore) ist eine Subkultur, beziehungsweise ein Subgenre des Hardcore Punks. Seit den 90er-Jahren wird der Begriff Emo auch immer stärker für einige Bands aus dem Indie-Rock verwendet, heute ist der Übergang teils fließend. Geprägt wurde der Stil in den 90ern von Bands wie Policy of 3, Indian Summer oder Still Life; in den frühen 2000ern galt die US-amerikanische Alternative-Rock-Band My Chemical Romance als besonders prägend. Auch heute, 11 Jahre nach der Veröffentlichung wird ihr Song Welcome To The Black Parade oft als Beispiel für Emo-Rock verwendet. Als die Band nach sechs Jahren ihr Comeback ankündigte, war die Freude in der Emo-Community besonders groß.

Generell ist Emo-Musik schwierig festzulegen. Dennoch haben alle Lieder, die in diese Kategorie fallen, ein paar wichtige Gemeinsamkeiten:

Zum einen geht es inhaltlich um Gefühle wie Trauer oder Verzweiflung. Auch Liebeskummer oder ähnliches ist oft Thema der Songs.

Der Stil des Gesangs selbst reicht von leisen, fast geflüsterten Passagen zu aggressivem Schreien der Texte. Viele Emo-Rock-Songs zeichnen sich durch den starken Kontrast aus; in einem Moment wird traurig und melancholisch gesungen, im nächsten schreit der Sänger die Verse heraus. Die Emotionalität steht auch hier im Vordergrund. Beispiele für den Wechsel von geschrienen Momenten und melancholischem Gesang sind bereits erwähntes Welcome To The Black Parade von My Chemical Romance, The Kill (Bury Me) von Thirty Seconds To Mars oder Say This Sooner von The Almost.

Punk

Punkrock entwickelte sich Mitte der 1970er zusammen mit der Subkultur Punk. Die Ideale der Kultur spiegeln sich auch in der Musik wider: Auflehnung gegen gesellschaftliche Regeln und Werte, das Ablehnen von „Normalität“ und eine generelle Anti-Establishment-Mentalität. Stilistisch hält Punkrock sich meistens an den traditionellen Rock, wobei jedoch die Gitarrenverstärker oft übersteuert werden. Die Texte sind gesellschaftskritisch, politisch und teils nihilistisch, wobei kein Blatt vor den Mund genommen wird – Provokation ist das Ziel.

Der Stil wurde vor allem von MC5 (Motor City Five) und The Stooges geprägt, bis heute gelten Bands wie die Sex Pistols, die Ramones, Blondie und The Clash als die einflussreichsten Punkrocker.

Aus dem Punk entstanden später viele andere Musikstile und Subgenres. Grunge, Thrash-Metal, Crust- und Grindcore, sie alle entwickelten sich aus dem Punkrock.

Einige der größten Punkrock-Hymnen sind Anarchy In The UK von den Sex Pistols, Kick Out The Jams von MC5 und Pet Sematary von den Ramones.

Mischformen

Während bei einigen Musikern das Genre ganz klar ist, streiten sich einige Fans heute über das Genre beliebter alternativer Musiker. Ein Beispiel hierfür ist der momentan sehr beliebte Sänger Corpse Husband (CORPSE). Seine Musik wird allgemein dem Trap Metal zugeordnet, ein Genre das Hip Hop und Heavy Metal verbindet, jedoch finden sich auch starke Einflüsse aus dem Emorock in seinen Liedern. Der Gesangsstil in Liedern wie Cat Girls Are Ruining My Life! oder Never Satisfied spricht eher für Trap Metal, die Texte gehen jedoch eher in die gefühlsstarke Richtung des Emo. Corpse selbst legt sich auf kein eindeutiges Genre fest; er macht einfach die Musik, die ihm gefällt.

In einer ähnlichen Situation befindet sich der Musiker Istasha. Er wird allgemein meist dem Indie-Rock zugeordnet, Lieder wie Brickwall Brickwall Brickwall passen jedoch eher in das Trap Metal Subgenre. Auch er legt sich selbst nicht fest, sondern macht die Musik, die am besten zu ihm passt. Natürlich gibt es unzählige alternative Subgenres, die alle ihre eigenen Geschichten und Hintergründe haben. Eins haben jedoch alle gemeinsam: Die Musik ist für viele ein Mittel, um ihre Identität zu festigen und sich mit anderen verbunden zu fühlen. Subkulturen wie Emo oder Goth basieren größtenteils auf Musik und Melodien. Auch wenn die Grenzen oft fließend sind, so hat jeder alternative Musiker irgendwo seinen Platz und seine Daseinsberechtigung – genauso wie jeder Fan besagter Musiker.

Text: Gina H.

„Die Geschichte eures Lebens im Bullet Journal“: Selbstgemalte Kalender sorgen für Ordnung und Inspiration

„Each Bullet Journal becomes another volume in the story of your life.“ – Ryder Caroll, Autor von „The bullet journal method

Kommt es nur mir so vor, oder sind die Kalender, die man sich kaufen kann, teilweise so grau, dass sie einen beschwerlichen Tag eher länger erscheinen lassen als er ist?

Ich bin mir sicher, dass jeder schon mal in dieser Situation war: man kauft sich einen Kalender oder ein Hausaufgabenheft, und keine zwei Wochen später verirrt es sich irgendwo im Rucksack, ist total zerknickt oder hat einen Wasserschaden (oder ich bin einfach ein Tollpatsch gewesen).

Vor ungefähr zwei Jahren bin ich auf ein Kalender-System gestoßen, das meine Organisation und Struktur nicht nur verbessert hat, sondern mir half, eine Reihe an passenden Routinen in meinem Alltag zu entwickeln: Die Rede ist vom Konzept des Bullet Journaling!

Das Bullet Journal ist ein (meist gepunktetes) Notizbuch, in das Listen, Wochentage und ganze Monate nach einigen Prioritäten gestaltet werden und die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen miteinbeziehen. Deshalb ist das Bullet Journal für jede Altersgruppe geeignet. Wie oft erlebt man es zum Beispiel, dass man sich als erwachsene Person ein Notizbuch holt, indem beispielsweise Stundenpläne oder Ähnliches vorgedruckt sind– tja, dieses Problem hat man mit einem Bullet Journal nicht.

Kocht man beispielsweise sehr gerne, kann man sich Seiten mit Platz für Rezepte machen. Eine Notenliste für SchülerInnen oder einen Periodentracker für die weibliche Menstruation. Man schreibt und gestaltet, was einem selbst wichtig ist.

Ideen hierfür wären: Film- bzw. Buchlisten, ein „Mood-Tracker“ (wie man sich jeden Tag fühlt), ein „Habit-Tracker“ (um seine Gewohnheiten im Blick zu behalten), Playlists (wer es gerne schriftlich macht wie ich) oder Ziele für den jeweiligen Tag oder Monat.

Als leidenschaftliche Bulletjournalerin kann ich aus Erfahrung sagen: Wenn man Bilder von Bullet Journals im Internet sucht, kann es fast schon erschreckend sein, wie viele Möglichkeiten es gibt. Und ganz wichtig: man muss nicht zeichnen, wenn man nicht möchte, man kann auch einfach nur schreiben, schließlich guckt niemand sonst rein (außer die Leute sind interessiert an eurem Bullet Journal wie zwei meiner engsten Freundinnen, die regelmäßig die Seiten durchblättern (Shoutout an dieser Stelle!).

Der einzige Nachteil: Man ist selbst dafür verantwortlich, für die ordentliche Verwendung des Kalenders zu sorgen und ihn zu führen. Aber sobald man einmal im Konzept drin ist, gelingt es wie von selbst – und seid nicht so streng zu euch, wenn ihr einige Monate lang nichts reinschreibt. Hauptsache, ihr findet einen Rhythmus und könnt das Journaling genauso wertschätzen, wie viele andere Menschen auch.

In diesem Sinne: ran an die Stifte, und auf ins Planen!

Text: Vanessa S.

Das Jugendwort 2021 – Ziemlich cringe?

Sheesh, Cringe, Same, Sus, Digga, Mittwoch

Das sind nur einige der Wörter, die 2021 in die engere Auswahl für das Jugendwort des Jahres kamen.

Der Langenscheidt-Verlag stellt dabei eine Reihe von Wörtern, die in der heutigen Generation im Umlauf sind zur Wahl und lässt bei einem Online-Voting junge Menschen entscheiden, welches ihr persönliches Lieblingswort ist. Die Mehrheit der Stimmen entscheidet dann, welches der vorgegebenen Wörter die meisten Jugendliche wirklich „abfeiern“.

Bis zum 13.9.21 haben Jugendliche dann Zeit, die Top 3 aus den 10 Wörtern zu voten. Bis zum 18.10.21 wird aus diesen gewählten Drei dann der erste Platz bestimmt. Am 28.10.21 wird schließlich das Jugendwort 2021 vom Verlag bekanntgegeben. 

Übrigens entscheidet der Verlag nicht willkürlich, welche Wörter man zur Wahl aufstellen lässt. Junge Menschen haben die Möglichkeit, ihren Favorit vor der eigentlichen Abstimmung einzusenden.

2020 hat es „lost“ auf Platz 1 geschafft. Ein typischer Anglizismus, der über die jetzige Generation hinaus durchaus bekannt ist. Doch auch Neologismen wie „Smombie“ (Smartphone + Zombie) haben es schon auf die Spitze der Votings geschafft.

Doch was sagt diese Wahl allein überhaupt über die Jugendsprache aus?

Meiner Meinung nach: nicht viel. 

Jugendsprache wird nicht nur durch Wörter bestimmt, sondern im digitalen Bereich auch durch die Verwendung von Emojis. So wird von vielen zum Beispiel der Totenkopf-Emoji dann benutzt, wenn etwas zum totlachen ist – Ja, ziemlich makaber. Syntax, Anglizismen, Neologismen, Akronyme: all das machen im Analogen wie auch im Digitalen die Jugendsprache aus. 

Die jährliche Wahl des Jugendwortes ist sicherlich eine interessante Art und Weise Tagesschaurepoter:innen das Wort „Digga“ aussprechen zu lassen und trägt durchaus zur Belustigung bei. Auffällig ist allerdings, dass junge Menschen häufig von älteren Generationen belächelt werden, finden doch viele die „neumodische Sprache“ einfach merkwürdig und unpassend. Ist sie das allerdings wirklich? Nein. Generationen entwickeln sich weiter, so auch ihre Sprache und die Verwendung von bestimmten Wörtern. Sie ist anders, aber anders ist nicht immer gleich schlecht. 

Wer angesichts dieser Flut an Anglizismen, freimütigen Schreibweisen und zahlreichen Bedeutungen also Sorge hat, dass die deutsche Sprache verkümmert, dem kann ich nur eines mitgeben: Die Sprache selbst ist nicht abwertend -was abwertend ist, entscheidet die Gesellschaft und der soziale Diskurs. 

Vielleicht wäre das alles nicht so cringe, wenn ein paar Menschen more open wären. 🙂 

Text: Michele H.

„Dem Müll auf der Spur“: Projekt Abfallentsorgung und Wertstoffsammlung in der Schule

Kommt euch das bekannt vor? Nach der Durchführung des obligatorischen
Schnelltests möchte man diesen entsorgen und stellt erschrocken fest, welcher Müllberg sich im Mülleimer des eigenen Klassenzimmers auftürmt. Zugegebenermaßen lässt sich die Menge an Abfall in diesem speziellen Fall kaum reduzieren. Allerdings kommt man dennoch ins Grübeln und fragt sich: Sollten wir etwas an unserer Abfallentsorgung ändern?

Bestimmt habt ihr alle schon einmal die große, grasgrüne Fahne, die unsere Schule als „Umweltschule“ auszeichnet, mit Stolz an der Treppe bewundert. Sie erinnert uns an unsere Bemühungen um Nachhaltigkeit im Schulalltag. Doch wie nachhaltig ist unsere Abfallentsorgung in der Schule?
Dieser Frage sind wir heute auf der Spur!

Tatort 1: Das Klassenzimmer

Der Ort, an dem wir den Hauptteil unseres Schultages verbringen. Was dort für Müll anfällt? Eine Menge… Papierschnipsel, Verpackungen von Nervennahrung, Obstschalen und neuerdings auch Antigen-Schnelltests samt Verpackung. Für dessen Entsorgung finden wir bisher zwei Mülleimer vor, wobei der blaue im Normalfall für Papier- und der schwarze für Restmüll angedacht ist. Bei dieser vermeintlich einfachen Mülltrennung treten jedoch des Öfteren Komplikationen auf. Oft kommt es zu Verwechslungen der Eimer oder Verwirrung, wie der Abfall richtig entsorgt wird.

Tatort 2: Die Aula

Obwohl wir uns dort wegen der Kontaktbeschränkungen deutlich weniger als sonst aufhalten, ist sie eine Art Zentrum des Schultags. Egal ob wir auf dem Weg ins Klassenzimmer, zu Fachräumen, zur Toilette, zum Wasserspender oder zum FOS Café sind. Meist passieren wird dabei die Aula. Dort finden wir nur Restmülleimer vor. Das erscheint auf den ersten Blick logisch, da dort ja keine besondere Menge an Müll anfällt. Oder? Naja, so ganz stimmt das nicht. Beispielsweise sind in einem Mülleimer neben der Eingangstür sowohl Papier- als auch Verpackungsabfälle aus Plastik zu finden, die eigentlich im Restmüll nichts zu suchen haben. Gäbe es hier beispielsweise eine blaue Tonne zur Papierentsorgung und eine gelbe Tonne für Plastikverpackungen, könnte man dieses Problem angehen. Positiv hervorzuheben ist hier, dass man im Normalfall am Pausenverkauf Brotzeit ohne Verpackung erwerben kann und dass Getränke in Mehrwegflaschen verkauft werden. Im Automaten finden sich jedoch viele Snacks, die in Plastik verpackt sind.

Tatort 3: Der Außenbereich

Wenn man das Schulgelände über den Haupteingang betritt, kommt man am „Rauchereck“ vorbei. Bereits dort finden sich Mülleimer, was sehr wichtig
ist, damit Zigarettenstummel ordnungsgemäß im Restmüll entsorgt werden können und somit nicht achtlos auf den Boden geworfen werden. Ähnlich wie in der Aula findet man auch draußen im Pausenbereich Mülleimer – allerdings nur für Restmüll. Das Problem daran? Papiertüten und jede Menge Plastik-verpackungen wurden im Restmüll entsorgt, obwohl sie dort eigentlich nicht hingehören. Versteht mich nicht falsch! Ich möchte hier auf keinen Fall den Moralapostel spielen. Natürlich ist es gut, seinen Müll überhaupt zu entsorgen! Aber wir sollten uns mehr darum bemühen, das richtig zu tun. Denn eigentlich ist das gar nicht so schwer und realitätsfern.

Gerade für die Schüler, die schon im Modulbau Unterricht hatten, sollte das, was jetzt kommt, nichts Neues sein. Eigentlich haben wir alle nötigen Tonnen
zur korrekten Mülltrennung in erreichbarer Nähe! Unsere Schule verfügt über Papiertonnen, Biotonnen, gelbe Tonnen für Verpackungsmüll, Restmülltonnen und eine Art Glascontainer. Also lasst uns gemeinsam unserer Auszeichnung als Umweltschule gerecht werden und unsere Abfälle sachgemäß trennen! Hier zählt jede noch so kleine Verpackung!

Um dieses Vorhaben umsetzbar und praktikabel für den Schulalltag zu machen, schlage ich deshalb vor, dass wir für den Anfang die Mülltrennung im Klassenzimmer durch verschiedene Mülleimer und eine ordentliche Beschriftung dieser ermöglichen. Dazu bietet sich die zusätzliche Bereitstellung von gelben Mülleimern und Biotonnen an. Auch eine kurze Übersicht zur richtigen Einteilung der Abfälle soll beispielsweise an der Wand angebracht werden, um die Zuteilung zu erleichtern. Sobald dieser Schritt in die richtige Richtung getan ist, kann über eine Ausweitung dieses Programms über das ganze Schulgelände hinweg nachgedacht werden. Auch eine Art interaktiver Aktionstag zum Thema würde sich anbieten, in dessen Rahmen wir Schüler über korrekte Mülltrennung, Wertstoffsammlung und – am aller wichtigsten – Müllvermeidung informiert werden.

Lasst uns mit gutem Beispiel voran gehen und etwas bewegen! Damit wir in Zukunft nicht mehr nur stolz auf unsere grüne Fahne, sondern auch stolz auf unser grünes Verhalten sein können!

Text: Leoni S., 13GB

„Wattpad“: Mit virtueller Schreibfeder und Tinte

„After Passion“, „The Kissing Booth“, „Chasing Red“ – die ersten beiden Buchtitel sind nicht nur als Filme erschienen und sind damit erfolgreich, sondern haben auch eine stabile Fangemeinde, die sich über den Erdball erstreckt. Dabei liegen dahinter ganz andere Wege als bei den Autoren, die mit ihren Ideen von den Notizheften ins Bücherregal gesprungen sind und zum Schluss auf die Leinwand; Stephen King, J. K. Rowling, Stephenie Meyer, J. R. R. Tolkien, Nicholas Sparks, Jeff Kinney, Mary Shelley, um hier ein paar traditionelle Beispiele zu nennen. Doch welche Rolle spielte hierbei die Online-Plattform „Wattpad“?

Wattpad als virtuelle Bibliothek

Wattpad wird als virtuelle Bibliothek bezeichnet, in der sowohl Leser als auch Schreiber ihre eigenen Ideen veröffentlichen können. Neben den Bewertungen, den Kommentaren und der Covergestaltung ähnelt es tatsächlich einer Buchveröffentlichung (von Verlagsvertrag, Marketing und Abrechnungen mal abgesehen). Die Kapitel sind kurz, die Prämissen teils ausgereift, teils bruchstückhaft und die Fantasie grenzenlos.

Was in den Köpfen von vielen abgeht, wird zu „Papier“ gebracht. Und das kann im schlimmsten Fall für den Autoren einen Shitstorm zur Folge haben, gerade, wenn es um noch subjektivere Dinge geht, wie etwa Fanfictions oder Gedichte. Ich selbst habe schon bemerkt, dass Wattpad deswegen oft von sogenannten Literaturexperten belächelt wird. Um das zu illustrieren: wiederholende Phrasen, „Low Budget“-Cover und Vierzehnjährige, die über fiktive Erfahrungen mit ihren Lieblings-Bands schreiben.

Die Meinungen spalten sich hierbei, genauso wie die Erfolgsgeschichten hinter den virtuellen Büchern für Aufruhr sorgen. Wenn Geschichten besonders viele Leser und Fans finden, werden sie unter Umständen zu internationalen Bestsellern, können als Printausgaben gelesen und schließlich auf der Kinoleinwand gesehen werden. Was aus Langeweile begann, wurde zum Millionenbusiness im „Online-Rampenlicht“. Das passierte etwa Anna Todd mit „After Passion“ und bescherte ihr seit 2014 eine loyale Fangemeinde.

Kreativität außerhalb von Klischees

Für Menschen, die ihre Kreativität außerhalb der Klischees spielen lassen wollen, bietet Wattpad eine gute Gelegenheit, sich mit anderen auszutauschen und Feedback zu bekommen – was sehr wichtig ist, wenn man das Schreiben wirklich ernst nimmt.

Um die Informationen in mein subjektives Fazit zu packen, wage ich zu behaupten, dass Wattpad genauso vielseitig ist, wie seine Nutzer. Niemand wird gezwungen, bestimmte Geschichten zu lesen, und wenn man es tut, ist Hate und Spott unangemessen und auch nicht lustig. Hinter den Geschichten kann monatelange Arbeit stecken – Wattpad dient als Sprungbrett für diejenigen, die ganz tief in die Welt der Literatur eintauchen möchten. Und wenn es schon kein Papier verschwendet, warum sollte diese Art von Ideenaustausch „gestoppt“ werden?

Text: Vanessa S.

Watched you breathe | short story poem

This short story poem is dedicated to people who lost their loved ones during the pandemic.

The doc’s hand rested on my shoulder,

his voice made my heart freeze colder.

He says, „Sir, please be patient, at least we’re trying“.

But I saw you covered in white sheets slowly dying.

I shattered down with calamitous grief.

Watched you breathe, waited for relief,

Want no understudy, want no pain,

As I watched you breathe through the glass pane.

Emptied the last bottle of wine,

The one I kept for our valentine.

Your voice a lost and stolen symphony,

For the dwindling winter you were my apricity.

I persist as you leave.

Watched you breathe, waited for relief.

I miss my palm in yours.

Now we’re separated through hospital doors.

No umbrella could ricochet my tears.

Somehow it brings up my darkest fears.

The world stands still,

many people been ill.

»

I listened when they said: „Please, just believe“

As I watched you breathe and waited for relief.

I know, I should let you go if I ever matured

But I can’t if our love was unmoored.

Tragt eure Masken und haltet Abstand. In Zeiten wie diesen kann eine selbstgefällige Haltung und egoistisches Handeln Menschen das Leben kosten.

Text: Vanessa S.

„Klub 27“ – Verstorbene Stars und vergoldete Erinnerungen

Am 23.11.2020 wurde Miley Cyrus 28 Jahre alt. Das Jahr zuvor war sie nüchtern, hat versucht, ihre Gesundheit und ihre Exzesse in Griff zu bekommen.

Sollte in einem jüngst erschienen Interview ihr verrutschtes Image etwa gerade gerückt werden? Unwahrscheinlich, weil es der Sängerin definitiv um etwas anderes geht.

Gegenüber Apple Music sagte sie, dass ihr 27. Lebensjahr das Jahr war, indem sie sich „schützen“ musste. Mit 27 wären so viele Symbole und Idole verloren gegangen, und dass sie nicht zum berüchtigten Club der 27 gehören wollte. Verständlich, schließlich ist Miley auch ein Symbol, das jahrelang Schlagzeilen schrieb.  

Mit Symbolen spricht Miley hier auf die Menschen an, die mit 27 Jahren gestorben sind. Ihre Einflüsse sind heute noch spürbar, weil wir beispielsweise von Kurt Cobain sowie Amy Winehouse noch viele Lieder im Radio hören können. Kurt Cobain starb an einer Überdosis Heroin und einem anschließenden Kopfschuss, während Amy Winehouse mit einer Alkoholvergiftung mit 4,6 Promille tot aufgefunden wurde. Den „Anfang“ machte Brian Jones, Mitbegründer der Rolling Stones.

Damit schafft Miley, nicht durch gesellschaftlichen Druck wieder „in die richtige Richtung zu fahren“, sondern durch sich selbst. An dieser Stelle zeigt sie eine gute Vorbildfunktion, weil Eigenverantwortung in der heutigen Zeit enorm wichtig ist.

Nach Jahren von negativen Schlagzeilen und „Backlash“ wollte Miley also nicht zu diesem elitären Club dazugehören. Der Tod von weiteren genialen Musikern innerhalb unserer gegenwärtigen Zeit wäre tragisch. Miley nahm also ihr Leben in die Hand und veränderte es, um die Liste nicht noch länger zu machen.

Text: Vanessa S.

Cosplay – Hobby, Lifestyle, Kultur

Wenn man auf viel auf Social Media unterwegs ist, ist man ihnen sicher schon das ein oder andere Mal begegnet: Menschen, die sich verkleiden und in eine Rolle schlüpfen. Damit sind nicht die Leute gemeint, die sich einmal im Jahr auf Karnevalsumzügen oder Halloweenparties tummeln – die sogenannten „Cosplayer“ werfen sich das ganze Jahr über in Schale, einige sogar beruflich.

Die Cosplay-Community ist über die letzten Jahre stark gewachsen. Das Wort kommt aus dem Englischen. „Costume“ und „play“ wurden zu Cosplay. Wie der Name schon andeutet, geht es dabei nicht ausschließlich um die Kostüme, das Aussehen wie der Charakter, den man darstellt; Cosplayer versuchen, auch ihr Verhalten und ihre Körpersprache der jeweiligen Figur anzupassen. Gerade auf sogenannten „Cosplay-Conventions“, wo sich – je nach Größe der Convention – Menschen aus der ganzen Welt treffen, um sich auszutauschen, Bilder zu schießen und ihre besten Kostüme zur Schau zu stellen, fühlt man sich oftmals wie in einem riesigen, bunten Theater.

Angefangen hat das Cosplay in Japan, wo es mit der Entstehung von Anime und Manga – japanischen Zeichentrickfilmen und Comics – schnell an Popularität gewann. In den 1990er Jahren kam es dann auch nach Europa und in die USA. Anfangs war Cosplay mehr oder weniger auf Anime und Manga beschränkt, schnell entwickelte es sich jedoch auch zu einem Trend in der Gaming-Community und auch Filmfans fanden bald Gefallen daran. Inzwischen gibt es so gut wie keine Grenzen. Jeder kann jeden Charakter darstellen – sogenannte Crossplayer, die sich als Charaktere von anderem Geschlecht verkleiden, sind das beste Beispiel dafür.

Viele Cosplayer – vor allem solche, die schon seit mehreren Jahren dabei sind – machen ihre Kostüme selbst. Es wird genäht, geklebt, geschnitzt und seit einiger Zeit auch immer mehr mit 3D-Druckern gearbeitet. Doch es gibt auch Cosplay-Shops im Internet, die teils sehr detailgetreue Kostüme und Requisiten („Props“ genannt) anbieten. Außerdem sind sogenannte „Closet-Cosplayer“ ein Teil der Community – sie verwenden ausschließlich Dinge, die sie in ihrem Kleiderschrank haben oder kaufen Alltagskleidung, um sie für ihre Cosplays umzufunktionieren. Auch die berühmt-berüchtigten „Furries“, also Menschen, die vermenschlichte Versionen von Tieren darstellen, gehören dazu. Doch obwohl die Cosplay-Gemeinschaft sehr bunt gemischt ist, herrscht doch eine gewisse Einigkeit. Es ist eben schön, andere Menschen zu haben, die genauso verrückt sind, wie man selbst.

Ich selbst bin seit zirka Ende 2016 Cosplayerin. Dabei war der Einstieg leichter als gedacht: Im Internet ist es leicht, bestimmte Gruppen von Cosplayern zu finden und die meisten sind immer froh, neue Mitglieder zu begrüßen und einweisen zu können. Angefangen habe ich mit Closet-Cosplay, inzwischen versuche ich immer mehr, meine Kostüme und Props selbst zu machen. Im April 2019 war ich dann das erste Mal auf einer Convention – und dann gleich auf der grüßten Convention Bayerns, der „Animuc“. Aber gerade die Größe der Convention macht den Charme aus. Aus ganz Europa und teils sogar Amerika fanden sich Cosplayer zusammen, Fotografen liefen durch die Menge und suchten nach Cosplayern, die sie nach ein paar Fotos fragen konnten. Dazwischen sah man immer mal wieder auch „normale“ Menschen, die sich die Kostüme ansahen und nach Fotos mit ihren Lieblingscharakteren fragten. Auf der Animuc habe ich das erste Mal gemerkt, was es bedeutet, Cosplayer zu sein: Damals war ich noch sehr unerfahren, es war das erste Mal, dass ich meine Kostüme überhaupt irgendwem zeigte, abgesehen von meinem näheren Umfeld; trotzdem wurde ich von Menschen, die teils Profis sind, herzlich aufgenommen. Der Zusammenhalt in der Community war deutlich spürbar, man kam ins Gespräch mit Menschen, die man vorher nie gesehen hatte und irgendwie waren alle Freunde.

Leider hat Corona auch Cosplayer hart getroffen. Conventions mussten ausfallen, Fototermine waren kaum mehr möglich und sind inzwischen vollständig gestrichen und vor allem professionelle Cosplayer hatten mit Verlusten zu kämpfen. Die Herstellung und Beschaffung von Kostümen ist nicht billig und ohne Fototermine hat man kaum eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Viele Profis benutzen jetzt Selbstauslöser und verkaufen Ausdrucke über Internetshops. Die beliebte App TikTok – die als App für Cosplayer begann und nun weltweit von allen möglichen Menschen benutzt wird – hat einen sogenannten „Creator-Fund“ eingerichtet, durch den man mit einer gewissen Anzahl von Views und Likes etwas Geld verdienen kann. Trotzdem: Das Virus hat die Cosplay-Community genauso erwischt, wie jede andere kreative Berufsgruppe.

Es bleibt nur zu hoffen, dass man sich bald wieder mit Fotografen treffen kann, um die Einnahmen zu steigern. Und auch für Cosplayer, die es nur als Hobby betreiben, wird es sicher eine Erleichterung sein, wieder auf Shootings zu gehen und sich mit Freunden aus der Community zu treffen.

Text: Gina H.

Krisenjahr 2020? | 20 gute Aspekte trotz Pandemie

Wenn wir irgendwann an Corona zurückdenken, werden die negativen Aspekte deutlich mehr wiegen als die positiven (nein, damit meine ich nicht die Corona-Tests). Es klingt zynisch, das zu sagen – Aber mal ganz ehrlich, wir sollten weder das Jahr 2020 per se zum „Albtraum-Jahr“ erklären, noch so darauf beharren, Tag für Tag nur noch das Schlimme in der aktuellen Krise zu sehen. Deshalb 20 gute Aspekte trotz Pandemie:

  1. Du hast vielleicht an deine Freunde/Verwandten gedacht, vielleicht mit ihnen telefoniert und geskypt und wieder Kontakt aufgenommen.
  2. Du hast dich vielleicht viel mehr für Politik interessiert als sonst und eher die Nachrichten verfolgt.
  3. Du hast bestimmt Zeit für dich selbst gehabt, was in stressigen Phasen die beste Medizin sein kann.
  4. Du hast vielleicht öfter etwas mit deiner Familie/ engsten Freunden (natürlich auf Abstand und mit Maske) unternehmen können.
  5. Du hast vielleicht nicht jeden Tag die Sonne gesehen, aber dich vielleicht dafür interessiert, warum sie scheint? Oder warum andere Dinge sind, wie sie sind, und „Dr. Google“ genutzt.
  6. Du hast vielleicht Sport gemacht (oder zugenommen. Was auch nicht schlimm ist, weil alles, sobald die Pandemie vorbei ist, schneller weg ist, als du denken kannst).
  7. Du hast vielleicht reflektieren können.
  8. Du bist vielleicht kreativer geworden.
  9. Und bestimmt hast du mehr geschlafen als sonst (Ja, ich auch).
  10. Du bist flexibler geworden, weil du zusehen musstest, deine Schule/Hobbys/Sonstiges auch ohne deinen normalen Alltag zu meistern.
  11. Du hast bestimmt etwas über dich herausgefunden, was du vorher nicht wusstest (oder über andere, wer weiß?).
  12. Du hast vielleicht Wege gefunden, dich trotzdem noch ausreichend an der frischen Luft zu bewegen.
  13. Du hast vielleicht eine neue Serie angefangen und bist richtig froh deswegen.
  14. Du konntest vielleicht Projekte umsetzen, für die du sonst keine Zeit gehabt hättest.
  15. Du hast bestimmt per Videochat oder Telefon mit deinen Freunden gequatscht und bist bis spät in die Nacht aufgeblieben, weil du ja nirgendwo hin musstest (Ja, ich auch).
  16. Du musstest zwar auf Umarmungen verzichten, kannst dich aber darauf freuen, deine Liebsten bald wieder in die Arme zu schließen.
  17. Du musstest Wege finden, deine Langeweile zu bekämpfen.
  18. Du kannst später über etwas Einzigartiges erzählen.
  19. Du bist selbstloser geworden, um kranke Menschen vor dem Tod zu schützen!
  20. Du weißt jetzt, was es heißt, monatelang allein zu sein und kannst stolz sein, es bis hierhin gemeistert zu haben!

Idee/Text: Vanessa S.